Johann II.                                                 Herzog von Bourbon (1456-1488)
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1426-1.4.1488
         Chateau de Moulins
 

Ältester Sohn des Herzogs Karl I. von Bourbon und der Agnes von Burgund, Tochter von Herzog Johann Ohnefurcht
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 332
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Johann II., Herzog von Bourbon 1456-1488
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* 1426, + 1. April 1488

  oo 1446 Johanna (Jeanne), Tochter Karls VII.

Erzogen am Hof König Karls VII., dem Johann II. stets treu ergeben war. Er nahm an der Rückeroberung von Normandie und Guyenne (Schlachten von Formigny und Castillon) teil und wurde Gouverneur der Guyenne, die ihm jedoch der Sohn Karls VII., Ludwig XI., entzog. 1465 reihte sich Johann II. folglich in der antiköniglichen Liga ein, unterlag aber dem ins Bourbonnais eingedrungenen  königlichen Heer (Waffenstillstand von Mozac bei Riom). Im Zuge der nachfolgenden Verhandlungen konnte Johann II. zwar das erstrebte Amt des Connetable nicht erlangen, wurde aber vom König, der ein Zusammengehen des Bourbonnais mit Burgund fürchtete, mit Gunstbeweisen überhäuft. Doch als 1476 der Niedergang der burgundischen Macht begann, änderte der König seine Haltung und zwang Johann II., seinem Bruder Peter von Beaujeu das Beaujolais sowie die Grafschaften Clermont-en-Beauvaisis und Marche abzutreten. Nach dem Tode Ludwigs XI. wurde er von den Beaujeu in den Conseil royal berufen und endlich zum Connetable ernannt, beteiligte sich aber dennoch an weiteren Aufständen. Johann II. war ein Mäzen von Rang, der Francois Villon unterstützte und in seiner Residenz Moulins bedeutende Bildhauer und Maler beschäftigte.


Johann II. war geprägt von seiner kriegerischen Zeit. Er zog 1444/45 mit gegen Metz und wurde zur wichtigen königlichen Stütze, wozu auch die von Karl VII. herbeigeführte Ehe beitrug. Zusammen mit Herzog Arthur III. von Bretagne besiegte er in der letzten großen Feldschlacht des Hundertjährigen Krieges 1450 die Engländer bei Formigny. Damit wurde die Normandie zurückgewonnen, wo er zeitweise Gouverneur war, zog danach mit nach Aquitanien, half Bordeaux zu erobern und wurde Gouverneur von Languedoc und Guyenne, erwies sich als fähiger Verwalter und schlug die Armagnacs nieder. Er folgte 1456 als 6. Herzog von Bourbon, 3. Herzog von Auvergne, Graf von Clermont, von Forez, von l'Isle-Jourdain und Villars, Seigneur von Beaujolais, Großkammerherr, Großschatzmeister und Pair von Frankreich.
Johann II. wurde in verletzender Form zurückgesetzt, wurde daher Mitpromotor der "Ligue du Bien public" des burgundischen Schwagers Karl des Kühnen, erzwang nach der Schlacht von Montlhery 1465 bedeutsame königliche Zugeständnisse, ließ sich aber durch rechtliche Vergünstigungen für Bourbon wieder auf die königliche Seite ziehen und wurde auch noch Generalstatthalter südlich der Loire. 1469 war er Gründungsmitglied des Ordens vom Heiligen Michael und besiegte 1475 Burgund bei Chateau-Chinon. Er genoß allgemein größte Anhänglichkeit, Achtung und Liebe und der mißtrauische Ludwig XI. strengte 1479 einen miesen Verleumdungsprozeß gegen ihn an. 1483 bestritt er seiner Schwägerin Anna die Regentschaft, wurde für sie gewonnen, indem er die langersehnte Würde eines französischen Connetable bekam und dazu General-Statthalter von Frankreich wurde. Trotzdem rief er 1484 die Generalstände nach Tours, erreichte aber von ihnen nicht die Regentschaft. Johann war ein prachtliebender, freigebiger Fürst; er war der kraftvollste Vertreter seines Hauses und zog sich zuletzt zurück, da ihn die Gicht plagte.

Ehlers Joachim: Seite 354,356,358
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"Geschichte Frankreichs im Mittelalter"

Der Gegensatz zu seinem Vater blieb allerdings über dessen Tod hinaus bestehen, zeigte sich im Bruch mit Johann von Dunois, in der Entlassung Herzog Johanns II. von Bourbon aus der Regentschaft über die Guyenne, der Rückkehr des Grafen Johann V. von Armagnac aus Katalonien, der Begnadigung Herzog Johanns von Alencon und dem Ruf an die gascognischen Emigranten zur Heimkehr aus ihrem englischen Exil, der Verbindung mit den italienischen Gegnern der Häuser ANJOU und ORLEANS.
Sprecher und politischer Führer dieser Ligue du Bien public war Johann Graf von Dunois, ihr nominelles Haupt aber der damals 18-jährige Bruder des Königs, Herzog Karl von Berry, so daß dem Adel wie schon bei der Praguerie ein naher Blutsverwandter des regierenden Herrschers zur Seite stand. Mit den Herzögen Johann II. von Alencon, Franz II. von der Bretagne, Johann II. von Bourbon und dem Grafen Johann V. von Armagnac waren die gleichen großen Adelshäuser beteiligt, die 1440 gegen den König aufgestanden waren, zu ihnen gesellten sich noch die Bischöfe Thomas Basin von Lisieux, Louis de Harcourt von Bayeux und Johann von Le Puy, dieser ein Bastard des Herzogs von Bourbon. Am 13. März 1465 begann Herzog Johann von Bourbon den Krieg, indem er sämtliche königlichen Beamten in seinem Herrschaftsgebiet verhaften ließ. Noch während der König gegen ihn im Feld stand, rückten burgundische Truppen und eine starke Armee der Liga vor Paris, so daß Ludwig seine Operation abbrechen mußte, um die Hauptstadt verteidigen zu können. Ludwig mußte im Oktober 1465 die Verträge von Conflans und von St-Maur-des-Fosses schließen, bei denen ihm bedeutende Zugeständnisse abverlangt wurden. Seinem Bruder Karl gab er die Nornandie als Apanage und ernannte den Herzog von Bourbon als Königsstellvertreter im mittleren Frankreich. Dieser Rückschlag wurde teilweise dadurch ausgeglichen, daß bald darauf führende Vertreter der Opposition wieder für die Krone gewonnen werden konnten, vor allem Herzog Johann von Bourbon durch Bestätigung seiner Statthalterschaft und ein geheimes Bündnis gegen Ludwigs Bruder Karl.

Verwandtschaft mit Johanna von Frankreich

                                               Peter I. Herzog von Bourbon
                                         1311-19.9.1356
 

                                        oo Isabella von Valois
                                             1313-26.7.1383
 

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            Ludwig II. der Gute                                               Johanna von Bourbon
            4.8.1337-19.8.1410                                                  3.2.1338-6.2.1377
 

          oo Anna von Auvergne                                             oo Karl V. der Weise von Frankreich
              1358-22.9.1417                                                           21.1.1337-16.9.1380
 

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      Johann I.                                                                        Karl VI. der Wahnsinnige
      3.1381-5.2.1434                                                              3.12.1368-21.10.1422
 

       oo 3. Marie von Berry                                                   oo Isabeau von Bayern
                1367- Juni 1434                                                          1371-24.9.1435         
 

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     Karl I.                                                                              Karl VII. der Siegreiche
     1401-4.12.1456                                                                22.2.1403-22.7.1461
 

    oo Agnes von Burgund                                                    oo Maria von Anjou
         1407-1.12.1476                                                                 14.10.1404-29.11.1463
 

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   Johann II. Herzog von Bourbon 1. oo ----------------   Johanna von Frankreich   
   1426-1.4.1488                                                                 1430-4.5.1482



  11.3.1447
  1. oo Johanna von Frankreich, Tochter des Königs Karl VII.
      x   1430-4.5.1482
                   Chateau de Moulins

  28.8.1484
  2. oo Katharina von Armagnac-Nemours, Tochter des Grafen Jakob
                 -2.3.1487 im Kindbett
                 Chateau de Moulins

    1487
  3. oo Johanna von Bourbon-Vendome, Tochter des Grafen Johann II.
          1465-22.1.1512         Cousine
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Johann Graf von Clermont
  1.3.1487-14.3.1487

3. Ehe

  Ludwig Graf von Clermont
  Anfang 1488- vor 1.4.1488

Illegitim

  Matthäus "Großer Bastard von Bourbon"
         -   1505

  Hector Erzbischof von Toulouse (1492-1502)
        -   1502

  Peter Domherr
        -

  Marie
         -   1482

 1470
  oo Jacques de Ste. Colombe
             -

  Margarete
          -   1482

  oo Johann I. de Ferrieres, Seigneur de Presles
             -   1497

          von Johanna Luise d'Albret, Tochter Johanns I.
  Karl Vicomte von Lavedan-en-Bigorre
        -   1502

   oo Luise von Lion, Tochter Gastons
              -
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 354,356,358,380,383,386 - Ehlers Joachim/ Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 321,346-349,366 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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