Einzige Tochter des Herzogs
Stephan von Slawonien, Kroatien und Dalmatien und der Margarete
von Bayern, Tochter von Kaiser
LUDWIG IV.
Elisabeth galt bis zur Geburt der Töchter von König Ludwig I. als dessen Thronerbin. Nach zahlreichen Verlobungen wurde sie schließlich 1370 die zweite Frau ihres Großonkels Philipp II. von Tarent, Titular-Kaiser von Konstantinopel (* 1329 + 25.11.1374).
Veldtrup Dieter: Seite 356-368,384,389
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitk"
Als JOST 1356
durch das erwähnte Eheversprechen mit Elisabeth
von Ungarn verbunden wurde, lebte zwar noch deren älterer
Bruder, Herzog Johann von Dalmatien;
die Aussicht, dass sie einmal Ungarn und Polen erben würde, hing also
von dessen Überleben ab. Aber KARL
war bestrebt, bereits jetzt die Grundlagen dafür zu schaffen, dass
- sollte Johann
sterben - die LUXEMBURGER durch die
Ehe eines Angehörigen ihres Hauses mit der ungarischen Erbin die Ansprüche
auf den Thron der ANJOU geltend machen
konnten. KARLS Vorschau zahlte sich
aus: Im Herbst 1360 starb Elisabeths
Bruder. Am 19. November bittet KARL
um die Erteilung der Dispens, die für eine Ehe zwischen Elisabeth
und JOSTwegen der Verwandtschaft
im 4. Grad erforderlich war. Elisabeth
war nach dem Tode ihres Bruders einzige Erbin der ANJOU
in
Ungarn; es galt, das nicht vom Papst sanktionierte Eheversprechen mitJOST
von 1356 so schnell wie möglich in eine kirchenrechtlich wirksame
desponsatio impeberum umzuwandeln. Ludwig von
Ungarn verpflichtete sich am 2. Februar 1361, die Ehe vollziehen
zu lassen, sobald Elisabeth das kanonisch
zulässige Alter erreicht habe, und sicherte ihr eine zentrale Frauengabe
von 10.000 Mark zu.
Hier lagen die wahren Ursachen für die vehemente
Kampagne KARLS, mit der er der geplanten
Ehe von Albrecht und Elisabeth
begegnete: Er wollte sie verhindern, damit Elisabeth
für WENZEL frei bliebe.
Inzwischen hatte Ludwig von Ungarn
am 20. Dezember 1365 Herzog Ladislaus von Oppeln zum Bevollmächtigten
für den Abschluß des Ehevertrages zwischen WENZEL
und Elisabeth ernannt. Am 7. Februar
1366 versprachen Ludwig und seine Mutter
offiziell, Elisabeth mit WENZEL
verloben zu wollen. Doch stand der Erfolg des Kaisers auf tönernen
Füßen.
Ludwig von Ungarn
muß das unverhohlene Buhlen KARLS
um seinen und seines polnischen Onkels Thron in zunehmendem Maße
gestört haben. Bereits 1361 hatte er nach Neapel geschickt, um seine
dortigen entfernten Verwandten aus dem Hause ANJOU
nach Ungarn zu holen. Tatsächlich berief Ludwig
Ende 1365, also etwa zur gleichen Zeit, zu der er mit KARL
über die Ehe seiner Nichte mit WENZELverhandelte,
seinen Verwandten Herzog Karl von Durazzo nach
Ungarn, ganz offensichtlich in der Absicht, ihn zu seinem Thronfolger zu
erheben. Spätestens 1368 muß er jedoch über
Ludwigs
Pläne zur Änderung der Thronfolgeordnung in Ungarn unterrichtet
gewesen sei; er reagierte in der von ihm bereits bekannten Weise, indem
er seine Tochter Anna mit Karl
von Durazzo verband.
Elisabeth
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* 2. Jahreshälfte 1354, + (vor 6.4.)1380
2.2.1361
1. oo JOST VON MÄHREN
1354- 1411
7.1.1362
2.oo Albrecht III. Herzog von Österreich
1349/50- 1395
8.1.1370
3. oo 2. Philipp II. Fürst von Tarent
1329-25.11.1374
Größere Wichtigkeit dürfte KARL
allerdings der - später nicht eingelösten - Heiratsabsprache
zwischen seinem Neffen JOST
(auch JOBST, JODOKUS)
VON
MÄHREN, dem Erstgeborenen seines Bruders Johann
Heinrich, und
Elisabeth,
der Nichte des söhnelosen Ungarn-Königs, beigemessen haben.
Da Rudolf früher
eine Erbverbindung mit Ludwig I. vereinbart
hatte, konnte das Abkommen zugunsten der LUXEMBURGER
allerdings
erst nach dem Aussterben des ungarischen Königshauses in Kraft treten;
diese Einschränkung wurde freilich bereits 1366 nach
der Auflösung der Verlobung
zwischen Albrecht III. von Habsburg
und der Nichte Elisabeth
des ungarischen Monarchen hinfällig.
Als sich im Herbst 1369 Spannungen
im Verhältnis zwischen Papst und Kaiser ergaben, wußte der König
von Ungarn jedoch die Verärgerung Urbans V. zu nutzen, um diesen am
9. Dezember zur Auflösung der Verlöbnisse von WENZEL
mit seiner Nichte Elisabeth und
der Kaiser-Tochter Anna
mit seinem Verwandten Karl von Durazzo
zu veranlassen.
8.1.1370
oo 2. Philipp II. Fürst von Tarent
1329-25.11.1374
Kinder:
Philipp
1371- klein
Literatur:
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Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 149,159,164 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und
Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV.,
Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit. Verlag Fahlbusch/ Hölscher/Rieger
Warendorf 1988 Seite Seite 356-368,384,389 -