Thamar Angelina Dukaina                       Fürstin von Tarent
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um 1275/80-   1311
 

Tochter des Despoten Nikephor I. von Epiros aus seiner 1. Ehe mit der Maria von Nikäa, Tochter des Kaisers Theodor II.
 

Thamar trat anscheinend durch Ehebruch von der politischen Bühne ab [Persönlicher Einwurf: Wieso Ehebruch, wenn die Ehe 1309 geschieden wurde?].

Norwich John Julius: Band III Seite 261,283
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"Byzanz"

1291, in dem Jahr, als Akko als letztes Kreuzfahrer-Königreich fiel, schlug er Nikephoros I. von Epiros ein Bündnis vor, das durch die Eheschließung seines Sohnes Philipp mit Nikephoros' Tochter Thamar gefestigt werden sollte. Für einmal reagierte Andronikos rasch und entsandte die Überreste seines  Heers, unterstützt von der genuesischen Flotte, zum Angriff auf die epirotische Hauptstadt Arta. Zu Beginn war dieser Feldzug erstaunlich erfolgreich; es gelang nicht nur, Janina wieder zu gewinnen, sondern auch Durazzo, bevor zum Rückzug geblasen wurde; aber das geplante Bündnis ließ sich nicht verhindern. Bei seiner Heirat mit Thamar im Jahre 1294 wurde Philipp zum Oberherrn über alle griechischen Besitztümer seines Vaters ernannt und erhielt den Titel Fürst von Tarent. Fortan mußte Epiros als neapolitanisches Lehen betrachtet werden. Obwohl diese zweite angevinische Bedrohung Konstantinopels noch kaum Form angenommen hatte, war sie bereits spürbar.

Kiesewetter, Andreas: Seite 351,354,355,356,360,361 A.
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"Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts."

Am 1. Juni 1291 erteilte Karl II. deshalb Floris von Hennegau und Pierre de l'Isle Vollmacht, mit dem Despoten Nikephoros über eine Ehe zwischen seinem viertgeborenen Sohn Philippoder, falls Philipp verhindert sein sollte, dem drittgeborenen Sohn Robert und einer Tochter des Despoten zu verhandeln. Um dem Herrscherhaus von Epiros die Heirat schmackhaft zu machen, versprach Karl II. den Sohn, welcher die epirotische  Prinzessin ehelichen sollte, mit dem Fürstentum Tarent und der Insel Korfu zu belehnen, wobei ein Drittel dieser Lehen der Prinzessin Thamar als dodarium zugewiesen werden sollten.
Die beiden Gesandten Guillaume de Poncey und Berardo d'Atri, die am 25. Mai 1292 ein Prokuratorium erhielten, um die Heiratsverhandlungen mit dem Despoten abzuschließen, hatten Nikephoros zugleich einen ganzen Katalog von Forderungen zu überbringen: Die Prinzessin Thamar sollte nach der Eheschließung mit Philipp im Königreich Neapel leben und nicht in Epiros, wie Nikephoros es noch der Gesandtschaft von 1291 vorgeschlagen hatte. Zugleich mußte der Despot den gesamten Despotat Epiros einschließlich künftiger Eroberungen auf seine Tochter übertragen und durfte sich zu Lebzeiten nur das usufructus vorbehalten, während die Kastelle Lepanto (Naupaktos), Angelokastos, Eulochos und Vonitsa sofort an Philipp übergeben werden sollten. Eine epirotische Gesdandtschaft, die im Frühjahr 1293 im Regno und in der Provence erschienen war, erklärte die Bereitschaft des Despoten, auf fast alle Ansprüche des Königs einzugehen. Thamar sollte Universalerbin von Epiros werden und die von Karl II. geforderten Kastelle als Mitgift in die Ehe mit Philipp einbringen. Nikephoros und seine Gemalin wolten sich nur noch den Nießbrauch des Despotats bis zu ihrem Tod vorbehalten. Der Sohn des Anna und des Nikephoros, Thomas, sollte faktisch enterbet und mit einer Burg entschädigt werden.
Offensichtlich stießen sie auf keine Widerstände seitens des epirotischen Herrscherhauses, da Thamar, begleitet von der Despina Anna, zwischen dem 11. Oktober und dem 17. November 1294 im Regno eintraf und im Spätherbst desselben Jahres in Neapel die Vermählung mit Philipp I. von Tarent stattfand [Am 11. Oktober 1294 erging an den prothontinus von Monopoli Befehl, eine Galeree in Brindisi zu armieren, die Thamar aus Epiros abholen sollte. Aus dem apodix des prothontinus von Melfi für die achte Indiktion (1.IX. 1294 bis 31.VIII. 1295) ergibt sich, daß in den Häfen Apuliens sechs Galeeren und eine Galeone für die Reise der Thamar ausgerüstet wurden, für deren Armierung insgesamt 1.050 Unzen ausgegeben wurden. Am 17. November war die epirotische Prinzessin bereits im Königreich Neapel anwesend. Nach dem Livre de la conqueste 659 fand die Hochzeit in Neapel statt. Diese Angabe korrespondiert auch mit dem Itinerar Karls II. in den Monaten November und Dezember 1294. In der Forschung wurde die Heirat bisher generell in den August oder September 1294 verlegt. Unmittelbar nach der Eheschließung wurden Nicoletto Valletto und Giovanni Buono aus Brindisi nach Epiros gesandt, um die endgültige Besiegelung des Heiratsvertrages in Epiros anzuzeigen. Die Anwesenheit der Despina Anna ergibt sich aus einem Mandat Karls II. vom 12. Januar 1295, in welchem er den Justitiar der Terra d'Ortranto befiehlt, drei Schiffe für die Rückreise der Epirotin bereitzustellen. Auch Thamar, die Gemahlin Philipps, kehrte Anfang 1295 für kurze Zeit nach Epiros zurück. Nach Buchon ließ sich Philipp von Tarent nach seiner Heirat in Lepanto nieder, doch wird dies aus den Quellen eindeutig widerlegt. Am 13. Februar 1295 untersagte Karl II. sogar seinem Sohn, der zu diesem Zeitpunkt das Amt des Generalvikars bekleidete, ausdrücklich, sich nach Romania zu begeben.].
 
 
 
 

 1294
  oo 1. Philipp I. von Anjou Fürst von Tarent
- 1309  um 1278-26.12.1332
 
 
 
 

Kinder:

  Karl Fürst von Achaia, Vikar von Romanien
  1296-9.8.1315 gefallen
           bei Montecatini

  Philipp Titulardespot von Romanien
  1297-17.5.1330

 1328
  oo 1. Violanthe von Aragon, Tochter des Königs Jakob II.
         10.1310- nach 19.7.1353
        Barcelona Pedrola

  Margarete
           - nach 1332

 1325
  oo Walther VI. von Brienne Herzog von Athen
      1302-19.9.1356

  Blanka
        - um 1336

 1327
  oo Raimund Berengar Graf von Ampurias
             -   1364

  Marie
        -

  Margarete
         - wohl 1380
         Gefängnis Neapel

  1. oo Eduard Balliol Prinz von Schottland
                 -   1363

    1345
  2. oo Franz II. Graf von Baux
                 -   1353

  Marie Äbtissin von Conversano
         -   1368

  Johanna
          -   1317

 1310
  oo Oissim König von Armenien-Kilikien
             -   1320
 
 
 
 

Literatur:
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Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen Verlag 1999 Seite 351,354,355,356,360,361 A. - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 261,283 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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