Balduin VIII.                                            Graf von Flandern (1191-1195)
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1150-17.12.1195
          Mons

Begraben: Kirche der heiligen Waldrudis Mons
 

Sohn des Grafen Balduin IV. von Hennegau und der Adelheid von Namur-Luxemburg, Tochter von Graf Gottfried
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1371
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Balduin VIII., Graf von Flandern, als B. V. Graf von Hennegau
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* 1150, + 17. Dezember 1195

Sohn von Balduin IV., Graf von Hennegau und der Alix von Namur
 

  oo April 1169 Margarethe von Elsaß, Tochter Dietrichs von Elsaß

Balduin trat 1171 im Hennegau die Nachfolge an. Er ließ expansive Interessen gegenüber Namur und Flandern erkennen. Der kinderlose Graf von Namur, Heinrich der Blinde, erklärte ihn zum Erben; als dem Grafen von Namur danach jedoch eine Tochter geboren wurde, sicherte sich Balduin durch eine militärische Aktion dennoch den Besitz der Grafschaft Namur.
Am 23. September 1190 wurde er auf einem Hoftag offiziell mit Namur belehnt. Als 1176 die männlichen Erben Philipps von Elsaß, Grafen von Flandern, verstorben waren, ergab sich auch hier für Balduin eine Möglichkeit der Nachfolge. Bei Philipps Aufbruch ins Heilige Land (1177) ließ dieser die Flamen seinem Schwager Balduin huldigen. Nach dem Tode Philipps bei der Belagerung von Akkon (1. Juni 1191) zeigte sich auch der französische König an der Nachfolge in Flandern interessiert. Durch das rasche Vorgehen von Balduins Kanzler, Giselbert von Mons, der in Italien die Todesnachricht erfahren hatte, vermochte sich Balduin die Herrschaft über Flandern zu sichern, bevor der französische Plan ausgeführt werden konnte. Doch auch Mathilde von Portugal, die Witwe Philipps, bestritt Balduins Erbfolge; es gelang ihr, wenigstens einen Teil der Grafschaft Flandern zu besetzen. 1191 schloss Balduin mit seinen beiden Konkurrenten den Vertrag von Arras (Atrecht), der Balduin im Besitz von Flandern bestätigte, während Artois, Boulogne, Guines und St-Pol an Frankreich abgetreten wurden; Mathilde, die weiterhin eine politische Rolle spielte, wurde von Balduin mit einem Witwengut, das Teile von S-Flandern und einige flandrische Küstengebiete umfasste, abgefunden. Dennoch hielt es Balduin für sicherer, am 20. August 1194 einen militärischen Vertrag mit Herzog Heinrich I. von Nieder-Lothringen zu schließen; dabei waren der französische König und der Kaiser von kriegerischen Handlungen dieser Koalition ausgenommen.


Brandenburg Erich: Tafel 27 Seite 55
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 443. BALDUIN V., Graf von Hennegau 1171
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             * 1150, + 1195 17. oder 21. XII.

Gemahlin: 1169 IV. Margarete, Tochter Dietrichs von Elsaß Graf von Flandern (siehe XIII 343)
                                     + 1194 15. XI.



Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“

Balduin VIII. folgte 1171 als Graf von Hennegau-Namur und Erbe von Luxemburg. Er unterstützte Frankreich 1181 gegen seinen Schwager Philipp von Flandern und erzwang so seine Anerkennung als Erbe von Flandern. Er war ein treuer STAUFER-Anhänger, machte 1184 den großen Mainzer Hoftag mit, vermittelte 1187 das staufisch-französische Bündnis und wurde dafür durch Kaiser FRIEDRICH I. Markgraf von Namur und damit Reichsfürst. Er war Gegner der Bischöfe von Lüttich, der Lehensherren in Hennegau. Er folgte 1191 in Flandern, das er mit Hennegau vereinigte. Er geriet als Graf von Flandern gegen Brabant wegen der Bistümer Lüttich, Cambrai und gegen Holland wegen der Lehnshoheit in Seeland. Er verzichtete auf Vermandois, Valois und Artois und nahm Partei gegen England.

Engels Odilo: Seite 127,191,192,197
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"Stauferstudien"

Graf Heinrich von Namur-Luxemburg jagte 1172 seine dritte Ehefrau wieder davon, ohne Kinder von ihr erhalten zu haben und aktivierte damit wieder den Erbvertrag von 1163. Das Problem spitzte sich bis zum Jahre 1184 zu. 1177 hatte der kinderlose Graf von Flandern die Erbfolge Balduins V. von Hennegau auch in seiner Grafschaft anerkannt. Da er sein Augenlicht verlor und wohl auch, um der zähringischen Alternative den Todesstoß zu versetzen, ließ Heinrich von Namur im Winter 1182/83 die Einwohner seiner Grafschaften dem Hennegauer als zukünftigen Nachfolger huldigen und Bischof Rudolf von Lüttich verzichtete im folgenden Frühjahr auf seine zähringischen Ansprüche am Erbe. Allerdings glaubte der Brabanter, aus seinem Titel eines Herzogs von Nieder-Lothringen den Heimfall Namurs für sich reklamieren zu können, und Heinrich III. von Limburg, Anrechte auf Arlon zu besitzen. Beide standen in Koalition mit Graf Philipp von Flandern, der sich mit dem Hennegauer überworfen hatte, nachdem dieser der Schwiegervater des französischen Königs geworden war. Die entscheidenden Weichen für die nächste Zukunft wurden auf dem Mainzer Hoffest 1184  gestellt. Hier bestätigte der Kaiser dem Hennegauer erstmals öffentlich, ihn als Erben auch der Reichslehen Heinrichs von Namur anzuerkennen und im Erbfalle als Markgrafen von Namur in den Reichsfürstenstand aufzunehmen. Das Zweite war eine geheime Vereinbarung des Kaiser-Sohnes HEINRICH VI. mit Gesandten des Grafen von Flandern, gemeinsam zum Herbst 1185 eine Heerfahrt gegen den französischen König durchzuführen. Als Philipp von Flandern im August 1184 seine portugiesische Braut heiratete (sie kam auf englischen Schiffen angereist) und ihr als Wittum auch Teile der Mitgift Isabellas von Frankreich zusprach, erklärte sich Balduin von Hennegau, ohnehin schon mit Brabant und Flandern verfeindet, offiziell zum Bundesgenossen seines Schwiegersohnes. Der geplanten Heerfahrt HEINRICHS VI. und des Grafen Philipp von Flandern gegen den französischen König schloss sich auch der Kölner Erzbischof an, der ein Interesse daran hatte, die Stellung des Grafen Balduin von Hennegau, welcher der Schwiegervater des französischen Königs war, zu schwächen. Seit dem Mainzer Fest war bekannt, dass der Kaiser die Erwartungen des Hennegauers auf das Erbe des kinderlosen Grafen Heinrich von Namur-Limburg nachhaltig unterstützte, um mit Hilfe des dadurch entstehenden Machtblocks (der zugleich das Hochstift Lüttich einbezog, von dem die Grafschaft Hennegau lehnsabhängig war) die expansive Politik der Kölner Herzogsgewalt eindämmen zu können. Im September 1185 verweigerte der Hennegauer unter Berufung auf sein Bündnis mit dem französischen König in Lüttich auf eine Anfrage hin dem Heer des Kaisersohnes den Durchmarsch durch seine Grafschaft, woraufhin der Kaiser im buchstäblich letzten Augenblick von Italien aus seinem Sohn, der in Aachen den mit dem Flanderer vereinbarten Termin der Heerfahrt abwartete, den Abbruch des Unternehmens befahl, nicht etwa weil er die angeblich eigenmächtige Politik seines Sohnes missbilligte, sondern weil ihm die Förderung der Hennegauer Blockbildung wichtiger schien als das mühsam eingefädelte Bündnis mit König Heinrich II. von England, das jetzt hinfällig war. Schon zweifelte Heinrich von Namur an der nunmehrigen Erbfähigkeit seines Schwagers und nahm seine verstoßene Ehefrau wieder zu sich. Im Juli 1186 wurde der wiederhergestellten Ehe Heinrichs von Namur das erste Kind, die Tochter Ermesinde, geschenkt.
Balduin V. von Hennegau erhielt die Grafschaften Namur, Durby und Laroche, nicht aber Luxemburg zugesprochen und wurde 1190 als Markgraf von Namur in den Reichsfürstenstand aufgenommen. Der Reichstag in Schwäbisch-Hall wies die spätestens seit der Mitte des 12. Jahrhunderts überholten stammesrechtlich begründeten Anspruches des Brabanter Herzogs mit der Feststellung ab, der Graf von Namur sei kein Lehnmann des Brabanters.
 
 
 
 

1169
  oo 2. Margarethe von Flandern, Tochter des Grafen Dietrich
          1145-15.11.1194

        Erbin von Flandern

        um 1160
      1. oo Rudolf II. Graf von Vermandois
              1145-17.6.1167
 
 
 
 

Kinder:

  Balduin IX.
   7.1171-11.7.1205

  Heinrich Lateinischer Kaiser
  1174-11.6.1216

  Philipp Graf von Namur (1196-1212)
  1175/76-12.10.1212

  Jolanthe
  um 1175- 8.1219

 1193
  oo 2. Peter Graf von Courtenay
            - um 1219

  Isabella
   6.1170-15.3.1190

 28.4.1180
  oo Philipp II. August König von Frankreich
       21.8.1165-14.7.1223

  Sibylle
        -   1217

 um 1197
  oo Guichard IV. Graf von Beaujeu
            -   1216

Illegitim

  Gerhard Probst zu Brügge 1196 Kanzler von Flandern
        - nach 1205

  Gottfried Probst zu Brügge
       -

  Eustach Regent von Thessalonich
        -
 
 
 
 

Literatur:
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Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 21,45,47,60,70,71,72,83,131,213 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 129,141 - Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 127 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 155,168 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 98,104,107 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 72,127,191,192 A,193,197 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C. H. Beck München 1994, Seite 131 - Erbe Michael: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederländischen Raumes. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1993 Seite 38,46 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten, Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 61-78 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Teil I. Geschichte des Herzogtums Groß-Lothringen (900-1048) Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Band II Seite 98-112,113-120 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 29,31,49,99,117,164,219-231,290,296,298,307,308,401,406,410,479 - Treffer Gerd: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996 Seite 109,112 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 311,313 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 48,49,73,83,85,89,143,155,156,159,161,170,210,220,249,250,319,405,508,528,567 -



Mohr Walter: Band II Seite 98-112,113-120
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Inzwischen zeichneten sich seit etwa 1180 in W-Europa neue politische Linien ab, in die auch Nieder-Lothringen einbezogen werden sollte. Nach anfänglichem großangelegtem flämisch-französischen Zusammenwirken entwickelte sich jetzt ein Gegensatz zwischen dem neuen französischen König Philipp August und dem Grafen Philipp von Flandern. Der Graf begann eine großangelegte Opposition gegen den König aufzubauen, in die er auch Herzog Gottfrieds Sohn Heinrich einbezog. Der junge Heinrich hat an dem folgenden Kriege teilgenommen, der sich an innerfranzösischen Problemen entzündete. Die Kämpfe waren nur von verhältnismäßig kurzer Dauer, Friede wurde aber erst im April 1182 zu La Grange Saint-Arnoul in der Hauptsache unter englischer Vermittlung geschlossen. Graf Philipp hat indes seine Haltung gegenüber dem französischen König nicht aufgegeben. Er spekulierte mit einer Unterstützung des Kaisers. So nahm er um Reichstag im Mai 1182 teil, zu dem auch Herzog Gottfried erschien. Allerdings lässt sich nicht ersehen, ob auf diesem Tage etwa nähere Verbindungen zwischen Flandern und Nieder-Lothringen bestanden. Im übrigen kam es nur zu allgemein gehaltenen Absprachen zwischen dem Grafen und dem Kaiser.
Als das große politische Problem stellte sich jedoch für den Herzog von Nieder-Lothringen sein Verhältnis zum Grafen vom Hennegau, dessen Graf Balduin V. besaß die Aussicht, durch die Beerbung seines Oheims, des Grafen Heinrich von Namur, seine Herrschaft nach Osten hin bedeutend zu erweitern. Der Graf von Namur war in erster und in zweiter Ehe ohne Nachkommenschaft geblieben. Seine zweite Gemahlin, Laurette, Tochter des Grafen Dietrich von Flandern, verließ ihn im März 1163, ohne dass wir die Gründe hierfür ersehen können. In dem von Papst Alexander III. eröffneten Verfahren darüber, das dem Erzbischof von Köln übertragen wurde, scheint Laurette bezüglich einer Scheidung recht erhalten zu haben, denn sie trat dann in das Kloster Forest ein. Graf Heinrich hat das Haus HENNEGAU als seinen Erben eingesetzt. Im Jahre 1168 ging er indes eine neue Ehe ein mit Agnes, der Tochter des Grafen von Geldern, der seinerseits die Pfandsumme zahlen sollte, für die die dem Grafen von Namur gehörende Stadt Maastricht dem Kaiser verpfändet war. Da man in Geldern sich jedoch nicht an die eingegangenen Verpflichtungen hielt, sandte Graf Heinrich nach vier Jahren seine Gemahlin zurück. Inzwischen hatte aber die Einsetzung des Hauses HENNEGAU als Erben Ansprüche von anderer Seite bewirkt. Das geschah in erster Linie durch Herzog Berthold von Zähringen, der bereits im Jahre 1171 mit dem Trierer Erzbischof Absprachen über einige von diesem abhängige Namursche Lehen traf. An sich stand das allerdings den Abmachungen mit dem Hennegau nicht entgegen, denn diese betrafen nur die Allodien, während es hier um Lehen ging, und so wurden diese Abmachungen auch vom Grafen von Namur bestätigt. Im übrigen blieb zwischen Namur und Hennegau ein gutes Einverständnis bestehen.
Im Jahre 1182 erkrankte Graf Heinrich und erblindete auch auf seinem zweiten Auge, nachdem er bereits seit längerer Zeit das eine verloren hatte. Darauf kam sein Neffe vom Hennegau an seinen Hof, um die alten Abmachungen zu erneuern, und jetzt scheint Heinrich daran gedacht zu haben, auch seine Lehen dem Hause HENNEGAU zukommen zu lassen, denn zu dieser Zeit nahm Balduin Bemühungen auf, um ein solches Erbe vom Kaiser als Lehensherrn anerkannt zu erhalten. Und ebenso versuchte er sich mit dem Hause ZÄHRINGEN zu verständigen, indem er mit dem Lütticher Bischof Rudolf von Zähringen ein Abkommen schloss, das ihm das Namursche Erbe sichern sollte. Im März 1184 begab sich Balduin dann an den Hof König HEINRICHS in Hagenau und erhielt dessen Zusage für die Erbschaft in Namur. Jetzt erklärte Graf Heinrich ihn öffentlich zum Erben auch seiner Lehen, und ein großer Teil der Vasallen leistete ihm bereits als künftigen Erben die Huldigung. Diese Aussicht war für den Herzog von Nieder-Lothringen umso bedrohlicher, als dazu noch der Sohn Balduinsdie Anwartschaft auf das Erbe in Flandern besaß. Für Gottfried drohte hier also eine Umklammerung seines eigenen Gebietes im Süden und im Westen durch einen Machtkomplex, gegenüber dem er sich nicht mehr werde durchsetzen können.
In dieser gespannten Lage war es immer wieder zu kleineren Auseinandersetzungen gekommen. Auf einem Turnierspiel im Jahre 1182 stahlen die Leute des jungen Heinrich von Brabant den Hennegauern die Rüstungen. Auf das Ersuchen des Grafen Balduinum Rückerstattung wurde nur die Hälfte ausgeliefert, die andere Hälfte sollte erst nach einer bestimmten Zeit folgen. Daran hielt man sich indes im niederlothringischen Lager nicht, sondern überfiel eine kleinere Befestigungsanlage westlich von Halle, die der Graf vom Hennegau im Brabanter Gebiet besaß, und besetzte sie mit Leuten des Herzogs. Darauf zahlte der Graf mit gleicher Münze wieder, er besetzte das dem Herzog gehörende Tubize im Raum von Halle und versah den Ort sofort mit neuen Befestigungen.
Als er aber auch in dem in der Nähe gelegenen Lembeek eine Burg errichten wollte, wehrten sich Herzog Gottfried und sein Sohn dagegen. Lehensherr von Lembeek war an sich der Graf vom Hennegau, andererseits hatte aber auch das Kloster Nivelles dort einige Besitzungen, und diese Belange standen unter dem Schutz des Herzogs und seines Sohnes als Vögten des Klosters. Sie sammelten sofort einige Streitkräfte. Auf der andern Seite fand Graf Balduin die Unterstützung des Grafen von Flandern. Dieser kalkulierte allerdings zu diesem Zeitpunkt bereits mit einem Zusammengehen mit Nieder-Lothringen. Als daher die beiden Heere sich Ende November 1182 gegenüberstanden, fanden Gottfried und sein Sohn einige Unterstützung auch beim Grafen von Flandern, der den Hennegauer dazu bestimmte, einen Waffenstillstand bis zum 13. Januar 1183 einzugehen. In der Zwischenzeit erfolgten neue Zurüstungen des Grafen vom Hennegau. Bei Lembeek stieß auch der Graf von Flandern wieder zu ihm. Auf der andern Seite griff der Erzbischof von Köln zugunsten Herzog Gottfrieds ein. Er rückte bis Nivelles vor und bewog die Streitenden zum Abschluss eines neuen Waffenstillstandes. Gleichzeitig schlichtete er einen Streit, der um die Erbschaftsaufteilung der Grafschaft Duras aufgetaucht war. Graf Aegidius von Duras, Clermont und Rochefort, der am Aussatz erkrankt war, hatte im Jahre 1175 abgedankt, seine Besitzungen unter seine Brüder Kuno und Peter aufgeteilt und sich selbst nur den Besitz von Jodoigne reserviert. Diese Regelung war vom Grafen Philipp von Flandern, der übrigens mit dem Hause DURAS verwandt war, und von Herzog Gottfried hingenommnen worden. Aber nach einigen Jahren, wahrscheinlich 1182, änderte sich ihre Haltung. Mit Einverständnis des Grafen von Flandern bemächtigte sich der junge Heinrich von Brabant der Stadt Jodoigne. Hier hat also nun der Erzbischof von Köln ebenfalls eingegriffen: dem Grafen von Duras wurde sein Eigentum zurückgegeben.
Man hat den Grafen vom Hennegau zum Abschluss dieses Waffenstillstandes offensichtlich - wie es auch Gislebert von Mons sagt - durch den Hinweis auf die Verpflichtung Herzog Gottfrieds zur Wallfahrt nach Jerusalem gebracht. Gegen seine weitere Widerspenstigkeit, durch die Gottfrieds Auszug gefährdet wurde, trat dann der Graf von Flandern energisch auf, indem er ihm bedeutete, er werde sich auf die Seite des Herzogs stellen, falls er weiterhin die Befestigung von Lembeck betreiben werde. Balduin sah sich darauf zum Nachgeben genötigt und verlängerte den Waffenstillstand bis zur Rückkehr Gottfrieds. Dieser ist dann tatsächlich zur Wallfahrt aufgebrochen. Die Regierung des Herzogtums übernahm in dieser Zeit sein Sohn Heinrich. Wahrscheinlich wurde er damals der Regierung seines Vaters assoziiert. Er ist übrigens sehr aktiv aufgetreten, er zerstörte die Burgen von Rauche und Duras und eine dritte, nicht näher zu identifizierende, und wandte sich auch gegen St. Truiden.
Die allgemeine Spannung stieg an, als Herzog Gottfried aus Palästina zurückkehrte. Er war am 20. Mai 1184 am Reichstag in Mainz zugegen, wo sich eine Neugruppierung der politischen Kräfte vollzog. Der Kaiser traf Maßnahmen zur Stärkung seiner Autorität am Niederrhein, und dadurch geriet Erzbischof Philipp von Köln in Gegensatz zu ihm. Herzog Gottfried stellte sich auf dessen Seite. Auf dem gleichen Reichstage weilte auch der Graf vom Hennegau, der dort wegen seiner künftigen Nachfolge in der Grafschaft Namur mit dem Kaiser verhandelte. Er wurde hier in großen Ehren gehalten, und sein Gegner in der Erbschaftsfrage, der Herzog von Zähringen, konnte ihn nicht aus der kaiserlichen Gunst verdrängen. FRIEDRICH I. stellte ein Diplom aus, das bereits jetzt das Recht Balduins in der Nachfolge der Allodien und Reichslehen von Namur sicherte. Sobald die Ubertragung der Allodien geschehen sei, werde er sie bestätigen, dazu die Reichslehen fügen und aus dem Ganzen eine Markgrafschaft bilden, wodurch Balduin in den Reichsfürstenstand erhoben würde. Die jetzt noch nebeneinander bestehenden, nur durch Personalunion geeinten Grafschaften Namur, Laroche, Durby und Luxemburg sollten dadurch zu einem einzigen Fürstentum vereinigt werden. Der Vorgang ist die erstmalige bewusste Ausnutzung eines verfassungsmäßig gewachsenen Faktors für die kaiserliche Politik: das Faktum des Reichsfürstenstandes wurde jetzt vom Kaiser zur Vergrößerung seines eigenen Einflusses benutzt, indem er von sich aus einen Reichsfürsten schuf, der natürlich dadurch in enger Abhängigkeit von ihm stand. Dem Grafen vom Hennegau war auf diese Weise für den Tod des Grafen von Namur eine Förderung in Aussicht gestellt, die ihn gleichberechtigt in eine Reihe mit den niederländischen Fürsten, besonders dem Herzog von Nieder-Lothringen und dem Grafen von Flandern stellen würde. Die Zielpunkte des kaiserlichen Strebens, hier Gleichgewicht zugunsten seiner eigenen Macht zu schaffen, sind deutlich zu erkennen. Vielleicht dachte FRIEDRICH noch in besonderem Sinne an die ihn stark beunruhigende Macht des Erzbischofs von Köln.
Da mit der Rückkehr Gottfrieds aus Palästina streng genommen der Waffenstillstand zwischen ihm und dem Grafen Balduin abgelaufen war, die Feindseligkeiten sich aber noch nicht erneuert hatten, ist anzunehmen, dass der Stillstand wieder verlängert worden war und zwar bis zum 1. August 1184, wozu der Graf vom Hennegau wegen seiner dringenden Geschäfte um Namur sicher bereit gewesen war. Im übrigen aber sah er sich nach Bundesgenossen um. Dabei spielte nun der Gegensatz zwischen Flandern und Frankreich eine Rolle. Graf Balduin hatte mit dem französischen König Verhandlungen aufgenommen und ein irgendwie geartetes Hilfsversprechen gegeben. Dadurch war das Misstrauen des Grafen von Flandern gegen ihn geweckt worden, was sich auf dem Reichstag zu Mainz gezeigt hatte. Während der Graf vom Hennegau hier noch auf die Unterstützung des Grafen von Flandern rechnete, arbeiteten dessen Bevollmächtigte plötzlich eifrig gegen das Namursche Projekt.
Inzwischen sorgte der französische König für eine Verschärfung der Spannung. Als er Ende Mai 1184 mit dem Grafen von Flandern einen Waffenstillstand abschloss, nannte er von seiner Seite als Garant für diesen Vertrag den Grafen vom Hennegau. Für den Grafen von Flandern war das eine Bestätigung für sein Misstrauen gegenüber dem Hennegauer. Dagegen hatte dieser seinerseits bereits Vorkehrungen getroffen, um nach seiner Rückkehr von Mainz in Flandern militärische Hilfe gegen Frankreich zu leisten. Gegenüber der völlig neuen Situation suchte er mit dem Grafen wieder ins Gespräch zu kommen. Dieser wich zunächst aber einer Begegnung aus. Schließlich hat ihn Balduin einfach in Arras am 29. Juli aufgesucht. Die Stimmung des Flamen war alles andere als freundlich. Balduin ersuchte ihn im Hinweis auf ihr Bündnis um Hilfe gegen Herzog Gottfried. Philipp von Flandern besaß indes andere Interessen. Ihm ging es um die Bekämpfung des französischen Königs, und deshalb verlangte er eine Verlängerung des Waffenstillstandes mit Gottfried, damit Balduin ihm seinerseits gegen Frankreich helfe. Dieser war dazu bereit, wenn man sofort gegen den französischen König ausziehen würde, andernfalls bestehe er auf flämischer Hilfe gegen Gottfried. Darüber konnte man sich nicht einig werden. Zwei Tage später trafen sich beide nochmals in Lewarde bei Douai, gingen aber auch hier in gleicher Zwietracht auseinander.
Graf Balduin begab sich darauf zu seinem Heer nach Tubize. In der Nähe, im Raum von Halle, stand Herzog Gottfried mit seinen Streitkräften, zu denen auch flämische Kontingente gehörten. Uber die folgenden Vorgänge sind die Quellen nicht übereinstimmend. Die im Kloster Anchin geschriebene Fortsetzung der Chronik Sigeberts lässt den Grafen vom Hennegau Herzog Gottfried angreifen, bei Gislebert von Mons beginnt dieser, indem er Lembeek angezündet habe, was alles natürlich durch Parteilichkeit bedingt ist. Das Gefecht jedenfalls scheint beiden Seiten die Grenzen ihrer Macht gezeigt zu haben, denn schon am folgenden Tage, dem 3. August 1184, wurde ein Waffenstillstand auf zwei Jahre geschlossen. Balduin suchte darauf eine Verständigung mit dem König von Frankreich, um auf diese Weise dem Grafen von Flandern beizukommen, und gelangte zu einem Bündnis mit ihm. Demgegenüber gewann Graf Philipp die Unterstützung des Erzbischofs von Köln und Herzog Gottfrieds sowie Jakobs von Avesnes, des vornehmsten der Vasallen Balduins. Er begann im November 1184 vom Gebiet von Cambrai aus den Angriff. Der Erzbischof von Köln und Herzog Gottfried mit seinem Sohn Heinrich drangen über Binche in den Raum von Mons ein, wo sie sich mit Philipp vereinigten. Demgegenüber beschränkte sich Balduin auf die Verteidigung seiner Burgen und festen Plätze.
Die weitere Entwicklung des Krieges ist nicht recht aus den Quellen zu erkennen. Es kam anscheinend zu Verhandlungen zwischen Balduin und dem Erzbischof von Köln, allerdings ohne Ergebnis, doch zogen sich der Erzbischof und Herzog Gottfried bald wieder aus dem Hennegau zurück. Philipp von Flandern hat im Grenzgebiet den Krieg noch weiter geführt. Der französische König hatte zwar ein Heer versammelt, griff aber nicht im Hennegau ein, sondern wandte sich gegen den Grafen Stephan von Sancerre. Der Graf vom Hennegau hatte auch seinen Lehnsherren, den Bischof von Lüttich, um Hilfe angegangen, doch zog es dieser vor, sich aus der Streitsache herauszuhalten. Schließlich kam es durch Vermittlung - von welcher Stelle sie geschah, ist nicht zu erkennen - am 14. Dezember 1184 zum Abschluss eines Waffenstillstandes zwischen Hennegau und Flandern, der bis zur Oktav des Dreikönigsfestes dauern sollte, in den auch Herzog Gottfried einbezogen wurde. Von französischer Seite wurden im Dezember 1184 und Januar 1185 neue Verhandlungen mit den Grafen vom Hennegau und von Flandern angeknüpft, die zum Abschluss eines Waffenstillstandes bis zum 24. Juni 1185 führten. Noch ehe er abgelaufen war, schien es, als sollte der Krieg wieder ausbrechen, es kam zu einigen Feindseligkeiten, doch war offensichtlich auf beiden Seiten wenig Lust am Kriege vorhanden. So entschloß sich der Graf von Flandern zum Nachgeben, zumal er von England und vom Kaiser die erwartete Unterstützung nicht erhielt. Verhandlungen wurden in Boves bei Amiens eröffnet, zu denen der französische König auch den Grafen vom Hennegau berief, und die wahrscheinlich Ende Juli 1185 zum Friedensschluss führten. In den Vertrag wurde auch Nieder-Lothringen einbezogen, die Zwistigkeiten zwischen Graf Balduin und Herzog Heinrich sollten durch die Zurückgabe der besetzten Gebiete südlich von Halle bereinigt werden.
Herzog Gottfried hatte in dieser Zeit dem Grafen von Flandern keine Unterstützung mehr geleistet, sondern wandte sich vielmehr bereits während der Friedensverhandlungen mit starken Streitkräften gegen das Gebiet von Namur. Graf Balduin erhielt deshalb auf der Rückkehr vom Friedensschluss in Cambrai die dringende Aufforderung seines Oheims aus Namur um Hilfeleistung und eilte mit seinen Truppen dorthin. Auf die Nachricht davon verstärkte Gottfried die Verteidigung der Stadt Gembloux, gegen die sich jetzt der vereinte Angriff der Grafen von Namur und Hennegau richtete. Trotz heftigen Widerstandes ging Gembloux für Gottfried zu Ende des Jahres 1185 verloren, wobei Stadt und Kloster einer völligen Zerstörung anheim fielen.
Die Lage besserte sich aber für Gottfried dadurch, dass der Graf von Flandern sich nicht in den Friedensschluss mit Frankreich fügen wollte, für den er schließlich ja große Opfer hatte bringen müssen. Der Graf begab sich Ende August 1185 an den Hof König HEINRICHS VI. nach Speyer und führte Klage über den französischen König und den Grafen von Hennegau. HEINRICH hielt ihm allerdings vor, er habe nicht abgewartet, bis er ihm Hilfe geleistet hätte, so wie es abgesprochen gewesen wäre, sagte ihm aber schließlich doch Unterstützung zu. Der Graf war darauf wieder zum Bruch mit Frankreich entschlossen. Als es zu Meinungsverschiedenheiten über einen Punkt des zuvor geschlossenen Friedens kam, lehnte er eine zweimalige Einladung des französischen Königs zu Besprechungen ab. Gleichzeitig fand er wieder die Unterstützung des Erzbischofs von Köln und Herzog Gottfrieds. Beide erhoben Vorstellungen bei König HEINRICH VI., wodurch dieser zu einer Aktion bestimmt wurde. Er kam im September 1185 nach Lüttich und lud den Grafen vom Hennegau vor.
Dieser schlug eine vorsichtige Politik ein, um sich nicht durch einen Rechtsbruch ins Unrecht zu setzen. Nachdem er auf sein Ersuchen ein sicheres Geleit erhalten hatte, erschien er in Lüttich. Dort wurde er vom König dringend aufgefordert, dem Grafen von Flandern Hilfe gegen Frankreich zu leisten und dazu den königlichen Truppen Durchzug durch sein Gebiet zu gewähren und ihnen seine Burgen einzuräumen. Gegen diese Forderungen brachte Balduin zwei Gründe vor.
Zum 1. wies er darauf hin, dass der Graf von Flandern, der gerade doch Frieden mit dem König von Frankreich geschlossen habe, jetzt ohne Grund zum Schaden dieses seines Lehensherrn arbeite, das heißt, dass kein Grund zu einem Bruch des Lehensverhältnisses vorliege. In diesem Falle war aber Graf Balduin als Lehensmann des Grafen von Flandern nicht gehalten, diesem zu helfen.
Zum 2. lehnte er es ab, den königlichen Truppen Durchzug zu gewähren und ihnen seine Burgen einzuräumen, weil dadurch eine Verwüstung seines Landes drohe. Es sei lediglich seine Pflicht, das ihm anvertraute Grenzgebiet zwischen Frankreich und Deutschland in deren Kriegen zu behüten. Natürlich war das eine reichlich eigennützige Erklärung, die aber im Grunde genommen ihre Berechtigung besaß: bei der Bedrohung des eigenen Landes war der Lehensträger nicht mehr zu anderweitiger Hilfe verpflichtet. Man sollte daher hier keine dramatisch geartete Prinzipienentscheidung suchen.
Im übrigen, so fuhr Balduin fort, halte er sein Land vom Bischof von Lüttich zu Lehen, gegen den er nichts verschuldet habe, und er sei bereit, dessen Anordnungen gemäß dem Urteil der übrigen Vasallen des Bistums zu befolgen. Der Schachzug war geschickt ausgespielt. Der Bischof trat sofort mit seinen Vasallen zur Beratung zusammen und bot dann dem König an, falls er Beschwerden gegen seinen getreuen Lehensmann, den Grafen vom Hennegau, habe, diese vor das Gericht der Reichsfürsten zu bringen, deren Meinung er folgen werde. Daraufhin hat HEINRICH VI. die Sache offensichtlich sofort fallen lassen, weil der Verlauf zeigte, dass weder die Vasallen von Lüttich, noch der Bischof selbst geneigt waren, die Auflehnung des Grafen von Flandern gegen den französischen König als gerechtfertigt zu betrachten, und dass zu erwarten stand, die Reichsfürsten würden ihnen darin folgen. Der König scheint indessen entschlossen gewesen zu sein, dem Grafen von Flandern zu helfen. Vermutlich hat er dann aber eine Anweisung seines kaiserlichen Vaters erhalten, nichts zur Unterstützung der flämischen Absichten zu unternehmen. Für FRIEDRICH I. stand in der Politik im niederländischen Raum die Bindung des Grafen vom Hennegau an seine Seite an erster Stelle, er wollte das nicht durch ein Vorgehen gegen Frankreich gefährden. Somit erhielt der Graf von Flandern keine Hilfe und musste sich mit dem französischen König im Waffenstillstand von Aumale am 7. November 1185 verständigen.
Indes blieb die Koalition zwischen Herzog Gottfried, dem Grafen von Flandern und dem Erzbischof von Köln bestehen, sie besaß ja den eigentlichen Zweck, die Nachfolge des Grafen vom Hennegau in Namur zu verhindern. Vielleicht ist der von Gottfried weiter geführte Titel Herzog und Markgraf von Lothringen auch ein Ausdruck des Widerstandes gegen das Streben des Grafen vom Hennegau nach der Markgrafschaft gewesen. Die verbündeten Fürsten brachten dann den Grafen von Namur dazu, sich mit seiner verstoßenen Gemahlin Agnes von Geldern auszusöhnen. Die letzten Spekulationen gingen dabei auch in Erfüllung: im Juli 1186 wurde dem Grafen Heinrich eine Tochter, Ermesinde, geboren. Damit trat die Frage in ein neues Stadium, denn das ganze Trachten des Grafen ging jetzt darauf hinaus, sein Erbe seiner Tochter zu übermachen und ihr einen Gemahl zu finden, der ihr diese Erbfolge sichern konnte. Diese Persönlichkeit glaubte er im Grafen Heinrich von der Champagne zu finden, dem er im März 1187 seine Tochter verlobte. Der Entschluss war allerdings sehr problematisch, es stand zu erwarten, dass der Kaiser eine Nachfolge des Grafen von der Champagne in den Reichslehen nicht zulassen werde, und außerdem hatte dieser bereits der Tochter des Grafen vom Hennegau, Yolande, die Ehe versprochen. Dieser wandte sich denn auch sofort an Kaiser FRIEDRICH, der seinerseits feierlich versicherte, nach dem Tode des Grafen von Namur werde er die Reichslehen nur an Balduin übertragen und auch nicht dulden, dass im Allodialbesitz jemand aus Frankreich nachfolge. Inzwischen kam der Graf von der Champagne nach Namur und erhielt dort bereits die Huldigung der Vasallen. Auch Balduin war in Namur erschienen, konnte sich aber nicht durchsetzen. Er wandte sich nochmals mit einer Gesandtschaft an den Kaiser, der auf dem Reichstage zu Worms im August 1187 seine Zusagen von zuvor erneuerte.
Balduin blieb indes weiter beunruhigt, wozu ihm wohl vor allem die Ereignisse in Lüttich Anlass gaben, bei denen sich eine nicht gerade freundliche Stimmung König HEINRICHS ihm gegenüber gezeigt hatte. Als nun der Kaiser im Dezember 1187 zu einer persönlichen Unterredung mit dem französischen König an der Grenze bei Mouzon zusammentraf, musste er besorgen, dabei werde vielleicht auch über Namur verhandelt werden. Gislebert von Mons behauptet nun zwar, sein Herr sei sowohl vom Kaiser wie vom König von Frankreich nach Mouzon entboten worden, die Art aber, wie er dabei die Rolle des Grafen herausstreicht, der für beide Verhandlungspartner der höchste Ratgeber gewesen sei, macht seinen Bericht doch etwas verdächtig. Vollends seine Worte, Balduin habe sich als zum Reich gehörig betrachtet, sei deshalb zum Kaiser übergegangen und mit ihm zusammen zur Unterredung gekommen, lassen eher vermuten, dass er von vornherein eine französische Aktion erwartete und deshalb sich von kaiserlicher Seite mitnehmen ließ. In Mouzon hat denn auch der Graf von der Champagne durch seine Verwandten, den Erzbischof von Reims, den Grafen von Blois und den Herzog von Burgund, den Kaiser in der Frage von Namur bearbeiten lassen. Auf welche Weise auch der französische König in die Gespräche einbezogen wurde, lässt sich aus dem Bericht Gisleberts nicht ersehen, doch scheint das durch den Grafen von der Champagne geschehen zu sein. Jedenfalls dürfte er ausweichend geantwortet haben, denn diese Haltung war womöglich für den Kaiser ausschlaggebend bei einer auf der Rückreise in Virton erfolgenden Vorsprache des Grafen Balduin, um eine Erneuerung der Abmachungen über Namur zu erhalten, ihm zu erklären, er werde ohne vorherige Rücksprache mit seinem Sohne, König HEINRICH, keine neuen Beschlüsse in dieser Sache fassen.
Balduin behielt eifrig das Ziel einer Erwerbung der Grafschaft Namur im Auge. Auf Seiten der Reichsgewalt war die Lage dabei für ihn günstig. Die Feindschaft der niederrheinischen Fürsten, vor allem des Erzbischofs von Köln, war für den Kaiser Anlass, gerade in diesem Raum eine Stütze für seine Politik zu suchen. Diese Lage zeigte sich besonders deutlich, als König HEINRICH die Nieder-Lothringer zu sich nach Koblenz beschied, um festzustellen, wer ihm gegen den Erzbischof helfen wolle. Er fand dazu keinen bereit. Graf Balduin konnte also bei dieser Stimmung Geneigtheit für seine eigenen Wünsche finden und begab sich im April 1188 an den Hof des Königs. Dieser stellte nach Rücksprache mit seinem Vater am 16. Mai in Seligenstadt ein Diplom aus, in dem er versprach, nach dem Tode des Grafen von Namur dessen Reichslehen an Balduin zu übertragen. Von der Errichtung einer Markgrafschaft ist allerdings in diesem Schriftstück nicht die Rede. Es ist indes nicht zu ersehen, ob dieses Diplom vom Kaiser bestätigt wurde, obwohl uns Gislebert dessen Zustimmung eigens versichert.
Mit diesem Erfolg begab sich Balduinnach Namur, wo sein Oheim ihn jetzt in Gegenwart einer Anzahl Vasallen als seinen einzigen Erben anerkannte. Er übertrug ihm sogar die Verwaltung seiner Lande und versprach, die Verbindung zur Champagne abzubrechen und seine Tochter Ermesinde zurückzuverlangen, die bereits an den dortigen Hof gebracht worden war. Einige seiner Vasallen leisteten Balduin die Huldigung. Allerdings ist es problematisch, inwieweit Graf Heinrich diese Abmachungen ehrlich gemeint hat, auch dürfte der Bericht Gisleberts, den wir allein über diese Angelegenheit besitzen, nicht in allen Punkten stimmen. Balduin hat in der Folge bei seiner Verwaltung der Grafschaft Namur Widerstände im Lande gefunden, worauf sein Oheim wieder mit dem Grafen von der Champagne anknüpfte. Die Stimmung verschlechterte sich immer mehr, es kam schließlich zum Bruch. Balduin eroberte die Stadt Namur, daran anschließende neue Vereinbarungen wurden nicht eingehalten. Er befand sich jetzt in einer reichlich isolierten Stellung. Es gelang ihm zwar eine Annäherung an Herzog Gottfried von Nieder-Lothringen, doch blieb das von zweifelhaftem Wert. In seiner Not wandte er sich wieder an den Grafen von Flandern, musste aber hier erneut die alte Forderung auf Verzicht des Bündnisses mit Frankreich hören, wozu er sich nicht entschließen konnte. Aber auch die Unterstützung des französischen Königs fehlte ihm, der jetzt auf der Seite des Grafen von der Champagne stand.
So blieb ihm schließlich nur der Gedanke an eine Unterstützung durch den Kaiser übrig. Er fertigte im September 1188 eine Gesandtschaft an König HEINRICH ab, der als Antwort ihn aufforderte, persönlich nach Altenburg zum Kaiser zu kommen, um dort die ganze Angelegenheit zu regeln. Balduin fühlte sich indes sehr unsicher, noch vor der Rückkehr seiner Gesandtschaft hat er sich auch noch an den französischen König gewandt, doch blieb dieser fest auf Seiten des Grafen von der Champagne stehen. Allerdings kam es noch nicht zu militärischen Aktionen, vielmehr versuchte der Graf von der Champagne zunächst auf diplomatischem Wege noch mehr Boden zu gewinnen. Er begab sich zum Grafen von Namur, den er dazu bestimmen konnte, durch einen besonderen Vorschlag Herzog Gottfried von Nieder-Lothringen auf seine Seite zu ziehen. Des Herzogs Sohn Heinrich wurde angeboten, das links von Sambre und Maas gelegene Gebiet der Grafschaft Namur als Pfand für eine Geldanleihe zu übernehmen. Der Handel wurde abgeschlossen, der junge Heinrich besetzte sofort das Gebiet und richtete es zur Verteidigung gegen den Grafen vom Hennegau ein, wodurch die Verbindung zwischen dem Hennegau und der in BalduinsBesitz befindlichen Stadt Namur gefährdet wurde.
Die Lage war damit für diesen so bedrohlich geworden, dass er es nicht für geraten hielt, sich persönlich zu dem in Altenburg vereinbarten Treffen zu begeben, er fertigte vielmehr eine Gesandtschaft ab. Inzwischen hatte der Graf von der Champagne den Bischof von Toul an den kaiserlichen Hof geschickt, um dort durch finanzielle Versprechungen wenigstens eine neutrale Haltung zu bewirken. Indessen konnten auch BalduinsGesandte solche Angebote machen, aber mehr noch als das wird wohl am kaiserlichen Hofe die Erkenntnis gewirkt haben, dass es völlig unerwünscht war, wenn die Grafschaft Namur in die Hände eines Vasallen des französischen Königs geriete. Die Hennegauische Gesandtschaft erreichte demgemäss sehr konkrete Zusagen: Balduin solle persönlich an den Hof König HEINRICHS kommen, wo ihm alle Namurschen Lehen unter dem Titel eines Markgrafen von Namur und damit eines Reichsfürsten übertragen würden. Dem Grafen gelang es dann, mit dem Herzog von Nieder-Lothringen und dem Grafen von Namur einen Waffenstillstand zu erreichen, so dass er sich im Dezember 1188 nach Worms an den Hof König HEINRICHS begeben konnte, wobei er bis Vise an der Maas durch Herzog Gottfried geleitet wurde. Bei den Wormser Verhandlungen bildete der König aus allen, vom Reich abhängigen Gebieten der Grafschaft Namur ein Fürstentum, das die Benennung Markgrafschaft erhielt, und sie wurde als Lehen dem Grafen Balduin übertragen. Die Anordnungen sollten allerdings noch geheimgehalten werden bis zum Tode des Grafen von Namur, oder bis zu einer eventuellen Ubereinkunft zwischen ihm und Balduin.
König HEINRICH fasste außerdem den Entschluss, selbst eine Regelung der Angelegenheiten in den Niederlanden durchzuführen, und sagte deshalb für den 13. Januar 1189 in Lüttich einen Hoftag an, zu dem der Graf von Namur geladen wurde. Zusammen mit dem Grafen Balduin begab sich der König dorthin. Neben dem Grafen von Namur erschien auch der junge Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen. Des Königs Bemühungen um einen Ausgleich zwischen den Grafen von Hennegau und Namur blieben indes erfolglos. Von vorneherein besser scheinen dagegen die Aussichten für eine Einigung mit dem jungen Heinrich gestanden zu haben. Während der König dem Grafen von Namur die Abreise gestattete, nahm er Heinrich und Balduin mit sich nach Maastricht und anschließend nach Kaiserwerth. Hier kam es schließlich zu einem Abkommen, Heinrich gab die Gebiete, die er als Pfand vom Grafen von Namur erhalten hatte, gegen eine geringere Summe an Balduin, der ihm dafür noch zwei Ortschaften abtrat. Balduin versprach ihm außerdem Unterstützung gegen alle, außer gegen den Kaiser, den Bischof von Lüttich und den Grafen von Flandern. Das Ganze wurde durch König HEINRICH bekräftigt. Da die Abmachungen durchaus günstig für den Grafen vom Hennegau ausgefallen waren, war wohl der junge Heinrich nur einem Druck des Königs gewichen. Er beriet sich in der Folge darüber mit dem Grafen von Flandern und weigerte sich, die getroffenen Abmachungen durchzuführen und zu einem mit Balduin vorgesehenen Treffen zu deren Bekräftigung zu erscheinen. Allerdings musste dieser das hinnehmen, denn er stand unter der fortwährenden Drohung einer neuen Aktion des Grafen von der Champagne. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als mit Nieder-Lothringen und Namur Waffenstillstand zu schließen, obwohl sich daraus für ihn keine zufriedenstellenden Verhältnisse ergaben.
Auf der andern Seite trat jetzt eine Änderung in der Grafschaft Duras ein, was die Aufmerksamkeit des jungen Herzogs Heinrich hervorrief. Der dortige Graf Aegidius hatte ja seine Besitzungen unter seine Brüder Kuno und Peter aufgeteilt. Die beiden besaßen indes keine Nachkommen und vermachten deshalb ihre Güter dem Bistum Lüttich. Sie kamen anschließend allerdings wieder auf diese Abmachungen zurück, weil sie die betreffenden Besitzungen ihren Verwandten, Willrich von Walcourt und Graf Gerhard von Loon, zukommen lassen wollten. Der Bischof von Lüttich, der geldbedürftig war, ging darauf ein. Der Herr von Walcourt erhielt so Clermont, Rochefort und die Vogtei in Dinant, der Graf von Loon Duras. Da Konrad von Duras seinen Verpflichtungen als Vogt von St. Truiden gegenüber dem Obervogt, dem Herzog von Limburg, nicht nachkam, gab dieser wenig später diese Vogtei an den Grafen von Loon. Dadurch entstand also zwischen den Erben der Grafschaft Duras ein Gegensatz, in den sich jetzt auch Heinrich von Nieder-Lothringen einmischte. Da für ihn der Graf von Loon als der Verbündete des Grafen vom Hennegau galt, ergriff er natürlich für Konrad von Duras Partei. Das brachte ihm einen bedeutenden Vorteil, denn Konrad, der sich zum Kreuzzug verpflichtet hatte, verkaufte seine Besitzungen an ihn. Da er natürlich nach wie vor die Vogtei in St. Truiden beanspruchte, ging auch dieses Anrecht auf Herzog Heinrich über. Er seinerseits verstärkte sofort die Befestigungen von Duras und bereitete von hier aus militärische Operationen gegen den Grafen von Loon vor. Ende Mai 1189 rückte er in das Gebiet der Grafschaft Loon ein und erschien dann vor St. Truiden, wo sich der Graf von Loon und der Herzog von Limburg verschanzt hatten. Auf die Hilferufe des Grafen von Loon unternahm dann etwa Mitte Juni der Graf vom Hennegau einen Plünderungszug auf Brabanter Gebiet. Dadurch wurde Herzog Heinrich tatsächlich genötigt, die Belagerung von St. Truiden aufzugeben. Der Hennegauer wich beim Herannahen Heinrichs aus dem Brabanter Gebiet zurück und beide standen sich nun an der Grenze gegenüber.
Für den Grafen Balduinwar die Situation indes nicht einfach, denn jetzt begann eine Aktion des Grafen von der Champagne gegen ihn. Ob hierzu Absprachen zwischen diesem und Herzog Heinrich getroffen worden waren, lässt sich nicht ersehen, eine Andeutung Gisleberts von Mons könnte es als möglich erscheinen lassen. Der Graf vom Hennegau wurde nur dadurch gerettet, dass der Graf von der Champagne seine begonnene Aktion nicht durchführte. Herzog Heinrich allein scheint nicht stark genug gewesen zu sein, um etwas gegen die Hennegauer ausrichten zu können. Es setzte jetzt eine Vermittlungsaktion des Grafen Philipp von Flandern ein, der Balduinund Heinrich im Juli 1189 nach Ypern berief und sie dort zum Abschluss eines Waffenstillstandes bis zum 8. September bewog. Auch der französische König bemühte sich um eine Friedensvermittlung. Zu einer Besprechung in Pontoise, zu der der Graf vom Hennegau persönlich erschien, kamen von Seiten des Grafen von der Champagne indes nur Bevollmächtigte. Der König schlug eine für Balduinsehr ungünstige Teilung des Namurschen Erbes vor, die dieser annahm in der Hoffnung allerdings, sie werde durch König HEINRICH VI. abgelehnt werden, an dessen Zustimmung er seine Annahme knüpfte. Das ist denn auch eingetreten, der deutsche König wies die Übertragung auch nur irgendeines Teiles der Grafschaft Namur an den Grafen von der Champagne zurück. Balduinwollte darauf seine Sache einer Vereinbarung des deutschen und des französischen Königs anheim stellen. Indessen hatte auf der andern Seite der Graf von der Champagne den französischen Vorschlag bereits rundweg abgelehnt.
Nach dem Ablauf des Waffenstillstandsabkommens zwischen dem Grafen Balduinund Herzog Heinrich im September 1189 stand demnach eine größere militärische Aktion zu erwarten, denn der Herzog sprach sich mit dem Grafen von der Champagne zu einem gemeinsamen Handeln ab, aber wiederum gab dieser seine Aktion auf. Inzwischen hatte Philipp von Flandern wieder eine Vermittlungsaktion aufgenommen und brachte im Oktober eine Besprechung zwischen Balduin und Herzog Heinrich zustande, an der auch der Erzbischof von Köln teilnahm. Man kam dabei zu einer Erneuerung der Abmachungen, die ehedem zu Kaiserswerth unter Vermittlung des deutschen Königs zustande gekommen waren, so dass Heinrich die in Namur erworbenen Gebiete an Balduin abtrat. Indes gingen die Kämpfe zwischen Balduin und dem Grafen von Namur weiter. Schließlich brachte im Juli 1190 Erzbischof Philipp von Köln auch hier eine Übereinkunft zustande. Balduin wurden Namur und die befestigten Plätze des Landes zugesprochen, während der Graf von Namur nur noch die Grafschaften Laroche und Durbuy und die unbefestigten Orte behielt, doch wurde Balduin bereits die Lehenshuldigung im ganze Lande zugestanden. Auch zwischen Herzog Heinrich und dem Grafen von Loon wurde unter Kölner Vermittlung eine Vereinbarung getroffen, wonach der Graf die Vogtei von St. Truiden gegen Zahlung einer Pfandsumme an Heinrich behielt.
Nur kurze Zeit nach den Regelungen mit Hennegau ist der alte Herzog Gottfried von Nieder-Lothringen am 21. August 1190 gestorben. Damit trat sein Sohn Heinrich in die volle Nachfolge ein, nachdem er bereits in der Assoziierung an die Regierung seines Vaters eine große Rolle in den Ereignissen gespielt hatte. Es stand jetzt eine umfangreiche Regelung der niederländischen Angelegenheiten bevor. Herzog Heinrich musste sich die Bestätigung seiner Reichslehen bei dem neuen Kaiser HEINRICH VI. holen, und der Graf vom Hennegau war nach seiner Einigung mit dem Grafen von Namur entschlossen, auf die ehedem für diesen Fall vorgesehene Veröffentlichung der Errichtung einer Markgrafschaft Namur zu dringen. Da gleichzeitig auch der Graf von Flandern, der zum Kreuzzug aufbrach, sich an den Hof des Kaisers begab, wurde vereinbart, dass Graf Balduin sich ihm anschließen sollte, Herzog Heinrich, der die Fürbitte des Grafen von Flandern beim Kaiser angerufen hatte, sollte ebenfalls mitziehen und für die Rückreise das Geleit für Balduin übernehmen. Indes fühlte sich Balduin bei diesem Plan nicht recht wohl, weil ja gerade Herzog Heinrich früher ein Gegner der beim Kaiser bewirkten Abmachungen über Namur gewesen war, und so entschloß er sich, nicht selbst an den kaiserlichen Hof zu gehen, sondern Gislebert von Mons als seinen Bevollmächtigten dorthin zu entsenden.
Die Verhandlungen fanden Ende September 1190 auf dem Reichstage zu Schwäbisch-Hall statt. Zunächst erhielt Herzog Heinrich seine Lehen vom Kaiser übertragen. Anschließend überreichte Gislebert im Namen seines Herrn die Briefe des Grafen von Namur und des Erzbischofs von Köln über das bezüglich des Namurschen Erbes geschlossene Abkommen. Kaiser HEINRICHgab darauf die zur Errichtung einer Markgrafschaft Namur und zur Erhebung des Grafen vom Hennegau zum Reichsfürsten getroffenen Abmachungen bekannt und forderte die anwesenden Fürsten zur Zustimmung auf. Herzog Heinrich protestierte sofort mit dem Hinweis, er würde dadurch in seinem Rang gemindert. Offensichtlich spielte er damit auf seine Herzogswürde in Nieder-Lothringen an und verlangte eine Beratung des Reichstages darüber. Zur Begründung seiner Ansicht führte er an, im Gebiet von Laroche und Namur dürfte niemand zum Reichsfürsten erhoben werden, weil es sich hier um sein Herzogtum handele. Außerdem erstrecke sich dieses Herzogtum auch über den Hennegau bis zum Truncus Berengeri, das war bei der Abtei Arrouaise, die im Grenzgebiet von Flandern, Vermandois und dem Bistum Cambrai lag. Das bedeutete also seiner Ansicht nach, dass Balduin vom Hennegau überhaupt nicht Fürst werden könne. Seine Berufung hatte gerade eine allgemein rechtliche Begründung erfahren, denn er selbst hatte bei seiner Huldigungsleistung gegenüber dem Kaiser auf sein Lehen Boulogne, das er vom Grafen von Flandern hielt, Verzicht leisten müssen, weil er sonst die Stellung eines Reichsfürsten verloren hätte, die an den Umstand gebunden war, dass der betreffende nur zur Huldigung an Könige, Bischöfe oder gefürstete Abte gehalten war. Gislebert von Mons erwiderte denn auch in einem prinzipiellen Sinne darauf, niemals habe Namur, Laroche oder der Hennegau zum Herzogtum Nieder-Lothringen gehört, weder zur Zeit der Herzöge aus dem Hause BOUILLON, noch der aus dem Hause LIMBURG oder LÖWEN. Herzog Heinrich könne für die von ihm behauptete Abhängigkeit keine Beweise erbringen. Es bleibt eine Frage, ob Gislebert wirklich nichts vom Vertrag des Jahres 1071 gewusst hat, durch den der Hennegau von Herzog Gottfried dem Buckligen zu Lehen ging, oder ob er das absichtlich übergangen hat. Jedenfalls wussten davon die Allgemeinheit und auch Herzog Heinrich nichts mehr, sonst wäre natürlich dieser Umstand vorgebracht worden.
Es kam dann zu zwei Urteilssprüchen. Der eine lautete dahin, dass die Gewalt Herzog Heinrichs sich nicht über den Hennegau erstrecke, da er nicht erweisen könne, er oder seine Vorgänger hätten eine solche Gewalt besessen. Als zweites wurde festgestellt, seine Herzogsgewalt gelte nur in den Grafschaften, die er selbst besäße, oder die von ihm zu Lehen gingen. Daran schloss sich dann eine Auseinandersetzung darüber, welche Grafschaften sich wirklich im Besitz Heinrichs befänden. Der Kaiser forderte ihn auf, sie zu nennen. Heinrich führte zunächst Löwen, Nivelles und Arschot an, die von ihm unmittelbar abhängig seien. Da von der Existenz einer Grafschaft Nivelles nichts bekannt ist, handelte es sich hier um Gebiete, die Teil des Territoriums von Brabant bildeten. Des weiteren wurden dann Grafschaften genannt, die die Grafen von Kuik, Geldern und Kleve vom Herzog zu Lehen hielten. Dabei fiel auch der Name Loon, wobei der Herzog behauptete, das Geleitrecht bis zur Maas zu besitzen. Der Graf von Loon protestierte sofort mit dem Hinweis, er sei Lehensmann des Bischofs von Lüttich, und das besagte Geleitsrecht besitze der Herzog lediglich auf Grund einer besonderen Abmachung, die nach einem Zwischenfall getroffen worden sei, es handle sich also nicht um ein ständiges Recht. Da die Grafschaft Loon praktisch von Lüttich lehensabhängig war, dürfte es sich hier um ein Bemühen Heinrichs handeln, auf Grund des Geleitrechtes Ansprüche oberherrlicher Art zu erheben. Jedenfalls konnte der Herzog auf dieser Basis keine rechtlichen Einwendungen gegen die Begründung einer Markgrafschaft Namur machen. Die Fürsten erklärten somit ihre Zustimmung zu dem dem Grafen vom Hennegau gewährten Privileg. Von Schwäbisch-Hall begab sich der Kaiser dann nach Augsburg, und hier hat Herzog Heinrich mit Unterstützung des Grafen von Flandern nochmals versucht, die dem Grafen vom Hennegau gewährten Privilegien rückgängig gemacht zu erhalten. Seine Bemühungen blieben indes vergeblich, und so erhielt Gislebert von Mons am 29. September 1190 das Dokument über die Markgrafschaft Namur ausgehändigt.
Es ging in Schwäbisch-Hall ausschließlich um den Einzelfall des Herzogtums Nieder-Lothringen, dessen Basis zum Unterschied gegenüber den Stammesherzogtümern ausschließlich der königliche Auftrag war, und daraus wohl ist die Auffassung entstanden, dass diese herzogliche Gewalt in ihrer Ausdehnung an der Überordnung über gräfliche Gewalten sich erweise. Es ist kein Streben zu erkennen, die Substanz des Herzogtums Nieder-Lothringen als solche anzugreifen, lediglich wird die Gültigkeit der Herzogsgewalt modifiziert. Die Frage von Namur hat sich in der Folge ohne größere Verwicklung gelöst. Graf Heinrich von der Champagne ist im Frühjahr 1191 zum Kreuzzug aufgebrochen und in Palästina geblieben, wo er durch die Heirat mit Isabella, der Tochter König Amalrichs von Jerusalem, im dortigen Königtum nachfolgte. Nach dem Tode des Grafen Heinrich von Namur im Jahre 1196 wurde die Vereinigung mit dem Hennegau durchgeführt. Schon vorher hatte übrigens Balduin V. eine neue Regelung getroffen, als sein jüngerer Sohn Philipp die Tochter des Grafen von Nevers geheiratet hatte. Für diese Gemahlin sollte nämlich als Heiratsgut die Hälfte der Grafschaft Namur gegeben werden. Gislebert von Mons hat uns das als Testament des alten Grafen von Namur überliefert. Danach hatte der älteste Sohn Balduin die Grafschaft Namur als unmittelbares Lehen vom Kaiser zu führen und hatte sie an seinen Bruder Philipp weiterzuverleihen. Die ursprünglich vorgeschriebene untrennbare Verbindung der Markgrafschaft Namur mit dem Hennegau blieb also erhalten, der neue Graf Balduin VI. vom Hennegau war auch Markgraf von Namur, obwohl sein Bruder Philipp sich gelegentlich ebenfalls Markgraf titulierte. Außerdem hat der Kaiser die Grafschaften Laroche, Durbuy und Luxemburg vom Namurschen Erbe abgetrennt und dem Grafen Otto von Burgund übertragen. Andererseits hat Graf Heinrichs Tochter Ermesinde in ihrem Gemahl, dem Grafen Theobald von Bar, einen Verfechter ihrer Ansprüche gefunden, der im Vertrag von Dinant am 26. Juli 1199 eine Teilung des Namurschen Besitzes durchsetzen konnte, die die Markgrafschaft Namur zur Bedeutungslosigkeit verurteilte.
Nach dem Misserfolg gegenüber dem Hennegau konnte sich Herzog Heinrich im Jahre 1191 mit dem Herzog von Limburg über strittige Fragen einigen, wobei der Limburger einige seiner Allodien von ihm zu Lehen nahm. Diese Einigung wirkte sich entsprechend auf die Politik aus, und zwar zeigte sich das bei der Lütticher Bischofswahl von 1191, die unter dem Zeichen der Spannungen stand, die zwischen Herzog Heinrich und dem Grafen Balduin vom Hennegau wegen Namur entstanden waren. Der Herzog erhielt dabei die Unterstützung des Limburgers. Er besaß in seinem Bruder, dem Archidiakon Albert von Löwen, einen geeigneten Kandidaten für die Lütticher Nachfolge, der ihm dort einen entsprechenden Einfluss sichern konnte. Albert war außerdem der Neffe des Herzogs von Limburg. Demgegenüber begünstigte der Graf vom Hennegau die Nachfolge seines Vetters, des Archidiakons Albert von Rethel, der auch der Oheim der Kaiserin Konstanze war. Er hatte wiederholt vom Kaiser entsprechende Zusagen erhalten. Für Balduin war die Angelegenheit besonders deshalb wichtig, weil er ja ein Lehensmann des Lütticher Bischofs war, weshalb es ihm unerträglich erscheinen musste, von einem Verwandten der Herzöge von Nieder-Lothringen und Limburg abhängig zu sein. Bei der Wahl konnte Herzog Heinrich einen bestimmenden Einfluss ausüben, so dass am 8. September 1191 die große Mehrheit der Wähler sich für Albert von Löwen entschied. Die Minderheit mit Albert von Rethel fand indes Unterstützung beim Kaiser, der sich bei einer Doppelwahl zuständig für die Entscheidung über die Besetzung des Bistums fühlte. Für den Herzog von Nieder-Lothringen verschlechterte sich in diesem Augenblick die Situation durch den Tod seiner Verbündeten, des Erzbischofs von Köln und des Grafen von Flandern. Immerhin spielte der Kölner Erzbischof als Metropolit von Lüttich eine wichtige Rolle bei den Anerkennungsfragen für den dortigen neuen Elekten. In Köln wählte man sofort Lothar von Hochstaden zum neuen Erzbischof. Dieser Gegenschlag für Herzog Heinrich ließ sich indes einigermaßen parieren, er begab sich mit seinem Limburger Verwandten nach Köln und brachte den Neugewählten zum Verzicht, worauf sein Verbündeter, Bruno von Berg, gewählt wurde.
In Köln erst erfuhr Heinrich vom Tode des Grafen von Flandern, der am 1. Juni 1191 auf dem Kreuzzuge gestorben war. Der Graf war für ihn ein zuverlässiger Bundesgenosse gewesen, mit dem er auch verwandtschaftlich verbunden gewesen war, da er dessen Nichte Mathilde von Boulogne zur Gemahlin hatte. Heinrich eilte sofort nach Flandern, um bei der Nachfolge die Rechte seiner Gemahlin geltend zu machen. Indessen hatte der Graf vom Hennegau als erster Nachricht von diesem Todesfall erhalten, so dass er dem niederlothringischen Herzog zuvorkommen konnte. Es kam wohl zu einigen Gefechten auf hennegauischem Gebiet, doch dann schloss Heinrich mit dem Grafen einen Waffenstillstand. Bei der ganzen Angelegenheit ließ sich erkennen, dass Balduinauch auf die Unterstützung des Kaisers rechnen konnte, der französische König weilte noch in Palästina, von dieser Seite her hatte er in Flandern vorerst keine Schwierigkeiten zu befürchten. Demgemäss konnte er die Grafschaft in Besitz nehmen und in Personalunion mit dem Hennegau vereinigen. Auf der andern Seite gelang es indes Herzog Heinrich, Heinrich von Kuik, einen Verwandten des in der Doppelwahl von Lüttich gewählten Albert von Rethel, für sich zu gewinnen, von dem er sich wohl eine entsprechende Hilfe versprach.
Kaiser HEINRICH VI. weilte in dieser Zeit in Italien. Beide Lütticher Wahlparteien haben an ihn Gesandtschaften abgefertigt, die ihn jedoch zu unterschiedlichen Zeiten trafen. Er wollte indes eine Entscheidung erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland treffen. Inzwischen begann sich die Lage in seiner Umgebung zu ändern. Die Sache des Herzogs von Nieder-Lothringen war wohl von vorneherein aussichtslos, der Kaiser war ihm unfreundlich gesinnt. Auf der andern Seite konnte zwar Balduin vom Hennegau an sich mit dessen Wohlwollen rechnen, aber bezüglich der Entscheidung über Lüttich blieben für ihn die Aussichten nicht bestehen. Die Ursachen lagen in den Vorgängen in Köln. Durch das Vorgehen Herzog Heinrichs gegen Lothar von Hochstaden war dessen Bruder, Graf Dietrich von Hochstaden, dem Herzog feind geworden. Da er den Kaiser auf seinem Zug nach Italien begleitet hatte, war ihm eine entsprechende Einwirkung möglich, um die in Köln erlittene Schlappe auszugleichen und dafür seinen Bruder Lothar für Lüttich vorzuschlagen. Indes dürften die tieferen Gründe dafür, dass der Kaiser den anfangs von ihm selbst unterstützten Albert von Rethel aufgab, auf einem andern Gebiet zu suchen sein. Balduin vom Hennegau hatte ja gerade durch seine Nachfolge in Flandern seine Macht nochmals bedeutend erweitert. HEINRICH VI. dürfte es deshalb für angebracht erschienen sein, ihm nicht auch noch einen Einfluss auf Lüttich einzuräumen, sondern hier einen ihm ergebenen, aber nicht zum Hause HENNEGAU gehörenden Bischof zu sehen.
Als er dann nach seiner Rückkehr aus Italien im Januar 1192 in Worms weilte, erschienen dort die beiden Lütticher Kandidaten. Mit Albert von Rethel weilten der jüngere Balduin, der Sohn des Grafen vom Hennegau, und Gislebert von Mons am Hofe, Albert von Löwen war von seinen beiden Oheimen, dem Herzog von Limburg und dem Grafen von Dachsburg begleitet. Der Kaiser schlug zunächst eine mittlere Linie ein, denn er erkannte als erstes die Erhebung Brunos von Berg in Köln an, indem er ihm die Regalien erteilte. Anschließend wurde über die Lütticher Frage ein förmliches Verfahren eröffnet, in dem die geistlichen Fürsten die Wahl als strittig erklärten und demgemäss dem Kaiser die Entscheidung zuwiesen. Dessen Beschluss konnte man in diesem Falle jedoch schon voraussehen, denn es verbreitete sich gleichzeitig die Nachricht, Lothar habe gegen Zahlung einer größeren Geldsumme vom Kaiser das Kanzleramt erhalten, ein typischer Vorgang, den man zur Vermeidung des Vorwurfs der Simonie einschlug. So fiel denn auch die Entscheidung zugunsten Lothars aus. Daraufhin gab Albert von Rethel seine Ansprüche auf und trat der Wahl Alberts von Löwen bei, dem es dadurch möglich war, seine Wahl als einstimmig kanonisch zu bezeichnen. Mit diesem Hinweis wurden beim Kaiser neue Vorstellungen erhoben, der darüber in einen seiner typischen Jähzornsanfälle geriet. Anscheinend unter Drohungen wurden die Anwesenden zur Anerkennung Lothars aufgefordert. Albert von Rethel hat sich daraufhin gefügt, Albert von Löwen blieb fest und appellierte an den Papst. Der Kaiser sei schließlich durch seine Umgebung dazu gebracht worden, in seinem Zorn etwas nachzugeben und die Anwesenden zu entlassen.
Der Graf vom Hennegau hat sich dem kaiserlichen Entscheid gefügt, er leistete Lothar im Februar 1192 die Huldigung, denn ihm lag angesichts des politischen Drucks Frankreichs auf Flandern viel an einer weiteren Unterstützung durch den Kaiser. Nachdem auf den Lütticher Bischofsstuhl kein Parteigänger Herzog Heinrichs erhoben war, konnte er sich mit der jetzigen Lösung abfinden. So wurde er im April 1192 vom Kaiser zur Huldigung für Reichsflandern zugelassen. Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen und der Herzog von Limburg lehnten dagegen eine Anerkennung Lothars ab. Darauf setzte von Seiten des Kaisers ein starker politischer Druck zugunsten des von ihm Ernannten ein, der wohl darin seinen Ausdruck findet, dass Herzog Heinrich im Mai 1192 in Frankfurt in der Umgebung des Kaisers weilte und Ende August wiederum in Worms. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ihm hier direkt verboten wurde, seinen Bruder bei sich aufzunehmen. Er wagte es schließlich kaum noch, diesem Unterstützung zukommen zu lassen. Albert selbst war nach Rom gegangen, um dort seine Sache zu verfechten. Er musste dabei Umwege wählen und größere Vorsicht walten lassen, weil der Kaiser die Straßen scharf überwachen ließ. Er konnte indes zu Papst Coelestin III. gelangen, von dem er die Bestätigung seiner Wahl erhielt, und ebenso erreichte er wieder seine Heimat. Er brachte päpstliche Anweisungen an die Erzbischöfe von Köln und Reims mit, ihm zum Besitz des Bistums Lüttich zu verhelfen. Zunächst begab er sich nach Limburg. Dort ließ ihn der Kölner Erzbischof wissen, dass er es nicht wage, ihn zum Bischof zu weihen. Darauf ging er nach Reims, der dortige Erzbischof besaß keine Bedenken, am 20. September 1192 die Weihe zu vollziehen. Der Herzog von Limburg und einige Lütticher Vasallen leisteten Albert dabei die Huldigung. Offensichtlich war auf der andern Seite Lothars Sache in Lüttich immer noch nicht gefestigt, denn der Kaiser erschien dort im September 1192, wohin Herzog Heinrich befohlen wurde, und wo sich auch eine Reihe anderer niederrheinischer Fürsten einfand. Der Herzog wurde hier unter Druck gesetzt, es wurde ihm bedeutet, er könnte sein Herzogtum verlieren oder auch eines Majestätsverbrechens bezichtigt werden. Anfangs blieb er noch fest, nachdem der Kaiser ihn dann nach Maastricht mitgenommen hatte, gab er schließlich nach. Er musste sich mit dem Grafen Balduin vom Hennegau, der ebenfalls erschienen war, vergleichen, seinem Bruder Albert ausdrücklich absagen und Lothar als Bischof von Lüttich huldigen. Die Dinge in Nieder-Lothringen und Lüttich gerieten jetzt unter die scharfe Zusicht des Grafen von Hochstaden und eines Hugo von Worms, von dem wir zum Jahre 1189 feststellen können, dass ihn der Kaiser mit gewissen Schutzaufgaben auf dem rechten Ufer der Maas zwischen Vise und Aachen beauftragt hatte, vermutlich war er Verwalter der kaiserlichen Domänen. Der Kaiser stattete ihn jetzt mit besonderen Vollmachten für ganz Lothringen aus. Besonders scheint der Herzog von Nieder-Lothringen beobachtet worden zu sein, so dass er es nicht wagte, seinem Bruder Antwort auf dessen Briefe zu geben, was aber offensichtlich auch beim Oheim, dem Herzog von Limburg, der Fall war, der bisher etwas mehr Widerstandskraft gezeigt hatte. Albert war durch diese Haltung seines Bruders sehr betroffen und beklagte sich bitter darüber.
Am 24. September 1192 wurde Albert von 3 deutschen Rittern bei Reims ermordet. Die öffentliche Meinung hielt allgemein den Kaiser für mitschuldig an diesem Morde. Der etwas später schreibende, aber wohl noch als zeitgenössisch zu geltende Chronist von Lauterberg berichtet von einer viel verbreiteten Ansicht, wonach der Kaiser gefürchtet habe, der Herzog von Nieder-Lothringen hätte mit Hilfe Alberts als Bischof etwas gegen das Reich unternehmen können. Dieses Ereignis veränderte demgemäss für HEINRICH VI. die Situation gänzlich. Er hat selbst noch dazu beigetragen, indem er die Mörder Alberts nicht bestrafte und ihnen sogar Lehen übertrug
Natürlich bestand jetzt wieder eine offene Feindschaft zwischen Herzog Heinrich und Lothar von Hochstaden. Die Stimmung in Lüttich entwickelte sich derart, dass dieser sich nach Huy flüchten musste. Von dort rief er den Grafen Balduin vom Hennegau um Hilfe an. Balduin kam am 26. Dezember 1192 in Huy an. Auch Graf Gerhard von Loon war anwesend. Die Tatsache, dass Lothar hier nochmals einen Eid leistete, er habe nichts mit dem Mord an Albert von Löwen zu tun, könnte darauf deuten, dass Balduin Bedenken hinsichtlich einer Hilfeleistung hegte. Immerhin scheint er aber doch gewisse Zusagen gemacht zu haben. Inzwischen war er von Herzog Heinrich um eine Unterredung gebeten worden, die unmittelbar nach der Besprechung in Huy am 28. Dezember stattfand. Der Herzog versicherte, er werde nichts gegen das Bistum Lüttich unternehmen, sondern nur gegen Lothar persönlich vorgehen. Graf Balduin wird wohl unter dem Eindruck gestanden haben, dass es angesichts der öffentlichen Meinung für ihn gefährlich sei, auf der Seite Lothars zu erscheinen, er sagte deshalb dem Herzog Unterstützung zu. Anscheinend sandte er Lothar Botschaft, er möge sich in den festen Burgen seines Bistums halten, um die kommenden Ereignisse abzuwarten, und sich an den Kaiser um Rat wenden. Lothar zog es indes vor, an den kaiserlichen Hof zu flüchten. Es bildete sich nun gegen das Haus HOCHSTADEN eine große Koalition. Man verständigte sich zunächst durch Botschaften und kam dann Ende 1192 in Köln zusammen. Zu diesem Kreise gehörten neben Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen und Herzog Heinrich von Limburg Erzbischof Bruno von Köln, mit dem der Nieder-Lothringer ein eigenes Bündnis abschloss, und eine Reihe weiterer Herren. Außerdem wurden noch Erzbischof Konrad von Mainz und durch ihn die Opposition in Sachsen mit Heinrich dem jüngeren sowie Herzog Berthold von Zähringen hinzugewonnen. Herzog Heinrich soll damals große Pläne gefasst haben, die darauf ausgegangen seien, sich selbst an die Stelle des Kaisers zu setzen. Gislebert von Mons behauptet, er sei dazu vom Herzog von Limburg angestachelt worden, Gesandte, die beide Herzöge an den Papst geschickt hätten, hätten dessen Zusage zur Unterstützung zurückgebracht. Auf diese Nachricht sollte indes kein allzu großes Gewicht gelegt werden, sie klingt eher wie eine bei solchen Gelegenheiten übliche anekdotenhafte Erzählung. Dass die Verbündeten für ihr Vorgehen Unterstützung beim Papst suchten, war aus der Natur der Sachlage heraus gegeben. Die Kriegshandlungen wurden im Januar 1193 gegen den Grafen von Hochstaden begonnen und führten rasch zu dessen Vertreibung aus seiner Grafschaft. Indessen war die Opposition gegen den Kaiser in sich nicht geeint, umgekehrt besaß dieser vor allem in den Grafschaften Hennegau und Loon Stützpunkte, die die Stellung Herzog Heinrichs doch sehr einengten. HEINRICH VI. konnte daher auf diplomatischem Wege die Gefahr leicht bannen, und schließlich ist im Mai 1193 auch Herzog Heinrich wieder am Hofe erschienen. Es setzte nun ein sehr intensives Spiel der Diplomatie ein. Auf der einen Seite standen die niederländischen Fürsten in ihrer Verbindung mit König Richard von England, der auf dem Rückwege vom Kreuzzuge in die Gewalt seines Feindes, des Herzogs von Österreich, gefallen und von ihm an den Kaiser ausgeliefert worden war, der seinerseits diese Situation entsprechend politisch zu nutzen suchte, auf der andern Seite übte der Kaiser durch eine Annäherung an den französischen König auf seine Gegner im Reich und auf den englischen König einen Druck aus. Dadurch wurde Richard veranlasst, die niederländischen Fürsten zum Zugeben zu bereden, weil er fürchtete, er könne bei einer Verständigung des Kaisers mit Frankreich dorthin ausgeliefert werden. So bemühte er sich eifrig, einen Frieden zwischen den deutschen Fürsten und dem Kaiser zustande zubringen. Schließlich kam es im Juni 1193 zu einer Zusammenkunft in Koblenz zwischen dem Kaiser und den Herzögen von Nieder-Lothringen und Limburg sowie den Grafen Gerhard von Loon und Otto von Geldern. Der Kaiser ließ einen Reinigungseid schwören, dass er nicht an der Ermordung Alberts von Löwen schuld sei, er gab die Sache Lothars von Hochstaden auf. Der Graf von Hochstaden seinerseits erhielt seine Grafschaft gegen Zahlung einer Geldsumme zurück. Es scheint, dass dabei auch die Nachfolge für den zurückgetretenen Erzbischof Bruno von Köln geregelt wurde, und dass der Kaiser in der Anerkennung des Neffen des Zurückgetretenen, Adolf von Berg, als neuen Erzbischofs den beiden Herzögen etwas entgegengekommen ist, die mit dem Hause BERG verbunden waren. Wenig später wurde auch mit der übrigen Opposition eine Einigung zustandegebracht. Die Herzöge von Nieder-Lothringen und Limburg haben dann den Kaiser von Koblenz aus nach Worms begleitet, wo Ende Juni 1193 die entscheidenden Verhandlungen mit dem gefangengehaltenen englischen König stattfanden. Da in der Chronik Rogers von Hoveden beim Bericht darüber die Herzöge namentlich genannt werden, scheinen die beiden eine besondere Rolle bei den Verhandlungen gespielt zu haben. Der Herzog von Nieder-Lothringen erscheint auch unter den Garanten für den jetzt mit dem englischen König abgeschlossenen Vertrag. Immerhin zeigte sich eine gewisse Änderung in der kaiserlichen Politik. Es ging HEINRICH VI. darum, solange die englischen Angelegenheiten noch nicht abgeschlossen waren, für sich die Verbindung durch die Niederlande nach England frei zu halten. Die daraus fließende Zugeblichkeit gegenüber den niederländischen Fürsten alarmierte auf der andern Seite den Grafen Balduin von Flandern/Hennegau, der jetzt immer engeren Anschluss an den König von Frankreich suchte. All diese Faktoren wirkten sich nun bei der Nachfolgefrage im Bistum Lüttich aus. Es wurden zwei Kandidaten präsentiert, der Bonner Kanonikus Bruno aus dem Hause SAYN und Simon, der Sohn des Herzogs von Limburg. Dass dabei zunächst ein Zwiespalt zwischen den Häusern LÖWEN und LIMBURG aufgekommen sei, weil der niederlothringische Herzog gefürchtet habe, der LIMBURGER könnte auf diesem Wege ein Übergewicht in Lothringen erreichen wollen, dürfte nicht stimmen. Jedenfalls erschienen beim Wahlgang im Oktober 1193 die beiden Herzöge einsgesinnt, und ihr Einfluss bewirkte die Wahl Simons. Anschließend weilten sie am kaiserlichen Hofe zu Sinzig Anfang November, wohl um die kaiserliche Anerkennung für Simon zu betreiben. Der Kaiser scheint anfangs mit dieser Wahl nicht einverstanden gewesen zu sein, und die Tatsache, dass wir den niederlothringischen Herzog auch Ende November in Kaiserwerth am Hofe finden, könnte auf entsprechende Schwierigkeiten deuten. Schließlich aber hielt der Kaiser es für besser, den niederlothringischen Herzog für seine weitere Politik zu verpflichten, und so hat er am 15. Dezember 1193 in Aachen die Regalien an Simon übertragen.
Dessen erste Sorge ging darauf hinaus, nach Möglichkeit die politischen Spannungen im niederländischen Raum zu beseitigen, um auf eine effektive Hilfe seiner Anhänger rechnen zu können. So gab es da noch rückständige Punkte aus dem Erbe der Grafschaft Duras, die ja anfangs an den Bischof von Lüttich abgetreten worden war, dann aber mit dessen Einverständnis aufgeteilt und verkauft wurde, wobei aber trotzdem Ansprüche der Bischöfe von Lüttich bestehen blieben, die mit denen der augenblicklichen Besitzer, dem Herzog von Nieder-Lothringen und dem Grafen von Loon, strittig waren. Der Elekt gab jetzt die Burg Duras Herzog Heinrich zu Lehen, der sie weiter an den Grafen von Loon als Lehen gab, womit dieser auf seine Seite wechselte. Die Gegensätze zwischen Limburg-Nieder-Lothringen einerseits und dem Hennegau andererseits waren indes nicht zu überbrücken. Was Balduin ehedem von vorneherein mit der Kandidatur Alberts von Rethel bekämpft hatte, war jetzt doch eingetreten: In Lüttich war ein Kandidat der Brabanter erhoben worden. Infolgedessen leistete er dem Elekten die Huldigung nicht. Mit seiner Unterstützung bildete sich in Lüttich eine Gegenpartei, hauptsächlich getragen von den 4 Archidiakonen des Bistums unter Führung von Albert von Rethel und Albert von Kuik. Diese Opposition wandte sich nach Rom, um an der päpstlichen Kurie gegen die Wahl Simons zu agitieren.
Auf der andern Seite verband sich Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen mit einer in Flandern gegen Balduinbestehenden Opposition, und im Februar 1194 eröffnete er den Krieg. Balduin seinerseits erhielt Unterstützung aus Frankreich und Burgund, er erschien vor Nivelles und konnte die Burg von Enghien nehmen. Zu diesem Zeitpunkt spielte dann die endgültige Freilassung des englischen Königs in die Verhältnisse hinein. Der Kaiser hatte sich seit den Abmachungen im Juni 1193 immer wieder von verschiedenen Gesichtspunkten beeinflussen lassen. Eine besondere Situation entstand, als Anfang Januar 1194 der französische König und Richards, an seiner Rückkehr nicht interessierter Bruder Johann dem Kaiser bedeutende finanzielle Angebote für den Fall einer weiteren Gefangenhaltung des englischen Königs unterbreiteten. Jetzt aber hat Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen in Gemeinschaft mit den übrigen Garanten des im Juni abgeschlossenen Vertrages durch eine Intervention den Kaiser zum Nachgeben gebracht.
König Richard nahm seinen Rückweg durch die südlichen Niederlande, wo er sich während der ganzen 2. Hälfte des Februar 1194 aufhielt. Er versuchte die niederländischen Fürsten zu einer gemeinsamen Haltung zu bringen, um an ihnen eine entsprechende Stütze in den zu erwartenden englisch-französischen Auseinandersetzungen zu finden. Durch entsprechende Zusagen gewann er den Erzbischof von Köln, den Elekten Simon von Lüttich, die Herzöge von Nieder-Lothringen und Limburg und den Grafen von Holland für seine Seite. Speziell der Nieder-Lothringer erhielt Versicherungen für eine Unterstützung gegen den Grafen von Flandern/Hennegau, wobei die weiteren niederlothringischen Verbündeten eine Hilfeleistung des französischen Königs an diesen verhindern sollten. Ein unmittelbarer Erfolg zeigte sich denn auch: Graf Balduin sah sich gezwungen, seine Aktion gegen Nivelles aufzugeben und einen Waffenstillstand mit Herzog Heinrich zu schließen.
Inzwischen hatte sich in der Lütticher Politik des Kaisers eine leichte Änderung vollzogen. Er gab den Gegnern des Elekten Simon die Erlaubnis, an den Papst zu appellieren, womit die Hennegauische Partei wieder Aussicht hatte, zum Zuge zu kommen. Nachdem nun die englische Frage geregelt war, beschloss der Kaiser, nach Italien zu ziehen. Er wollte zuvor die Ruhe in den Niederlanden sichern, wo ja nur ein Waffenstillstand bestand. In der 2. Hälfte des April 1194 erschien er in St. Truiden, wohin er den Herzog von Nieder-Lothringen und den Grafen von Flandern/Hennegau bestellt hatte. Herzog Heinrich ist bereits in Aachen in seiner Umgebung nachzuweisen, zusammen mit einer Reihe anderer niederrheinischer Herren. In St. Truiden suchte der Kaiser, die beiden zum Abschluss eines Friedens, oder doch eines längeren Waffenstillstandes zu bewegen, hatte aber damit keinen Erfolg. Es wurde lediglich der bestehende Waffenstillstand bis zum 15. August verlängert.
Schon im Juli 1194 lassen sich hier die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Krieges feststellen. Diesmal war es der alte Graf von Namur, der eine Koalition gegen Balduin zustande brachte, der Herzog Heinrich von Limburg und seine Söhne Heinrich und Walram sowie der Elekt Simon von Lüttich, Graf Albert von Dachsburg, Graf Friedrich von Vianden und Gerhard von Jülich, der Bruder des dortigen Grafen, angehörten.
Die Verbündeten hofften, nach Beendigung des Waffenstillstandes werde auch Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen auf ihre Seite treten. Als die Feindseligkeiten eröffnet wurden, weilte Graf Balduin in dem noch immer unruhigen Flandern, er eilte jedoch rasch herbei. In einem Gefecht am 1. August 1194 gerieten Herzog Heinrich von Limburg und sein gleichnamiger Sohn in Gefangenschaft. Der Herzog von Nieder-Lothringen hat nicht mehr in die Kämpfe eingegriffen. Er traf sich Mitte August mit dem Grafen Balduin bei Halle, wo sie nach einigen Tagen Besprechungen Frieden schlossen. Dabei wurde auch der Herzog von Limburg einbezogen, er und sein Sohn erhielten gegen Gestellung von Geiseln die Freiheit wieder.
Zur gleichen Zeit fiel in Rom die Entscheidung über die Wahl Simons von Limburg zum Bischof von Lüttich, sie wurde durch den Papst verworfen. Er gestattete eine Neuwahl mit der Anweisung an die Erzbischöfe von Reims und Trier und den Bischof von Cambrai, diese Wahl entsprechend zu unterstützen. Die Gegner Simons erhielten hierzu die Hilfe des Grafen Balduin. Da Simon selbst sich in Lüttich und Huy behaupten konnte, fand die Wahl am 11. November 1194 in Namur statt. Aus ihr ging Albert von Kuik als neuer Bischof von Lüttich hervor. Graf Balduin, der im Augenblick der Wahl nicht anwesend war, hat ihm einige Tage später die Huldigung geleistet und brachte ihn dann in die Stadt Huy, wo sich ihm die Bürger anschlossen. Indessen hielt die Burg auf Seiten Simons aus. Schließlich erschien Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen in Huy und machte Balduineinen Vergleichsvorschlag. Beide sollten sich das Bistum in Einflusssphären aufteilen, während sich die Kandidaten für den bischöflichen Stuhl nach Rom um Entscheidung ihres Streites zu wenden hatten. Der Vorschlag des Herzogs war wohl dadurch bedingt, dass er in Gegensatz zu Geldern und Limburg geraten war, so dass er durch einen Ausgleich mit Balduin seine Kräfte nach dieser Seite hin freimachen konnte. Er gelangte schließlich zu einem Bündnisvertrag mit dem Hause HENNEGAU.
In Rom fiel die Entscheidung über den Lütticher Bistumsstreit zugunsten Alberts. Es war jedoch keine ausgesprochene Wendung gegen Simon, denn dieser wurde zum Kardinal ernannt. Er hat die Ernennung nicht lange überlebt und ist bald danach in Rom gestorben. Albert ist ebenfalls in Rom noch erkrankt, gelangte dann aber doch noch bis Citaux, wo ihn seine Krankheit eine Zeit lang festhielt. So konnte in Lüttich das Gerücht Glauben finden, er sei auf der Reise gestorben. Man schritt zu einer Neuwahl, aus der Otto von Valkenburg hervorging. Als dieser jedoch am kaiserlichen Hofe in Worms erschien, traf auch Albert dort ein, erhielt vom Kaiser die Anerkennung, worauf Otto sich ihm unterwarf. In der Zwischenzeit war Balduins Gemahlin Margarethe gestorben, so dass nun die Grafschaft Flandern an den Sohn dieser Ehe, Balduin, ging, und der alte Graf Balduin V. sich nur noch Graf vom Hennegau und Markgraf von Namur nannte. Nach der Entscheidung im Lütticher Bischofsstreit begann sich die politische Situation weitgehend zu ändern. Es war ja schon vorher zu einer Annäherung zwischen Herzog Heinrich und demGrafen Balduinund dessen gleichnamigem Sohn gekommen, die in ein Bündnis ausgelaufen war. Bedingt war diese Annäherung wohl zum guten Teil durch die jetzt aufgekommenen Spannungen zwischen Nieder-Lothringen einerseits, Geldern und Limburg andererseits. Der Schwerpunkt lag dabei im Verhältnis zu Geldern, und er konstituierte sich mehr auf wirtschaftlichem Gebiete.
Dadurch kam der Herzog in seinen Plänen zum Ausbau Brabants ein gutes Stück voran. Anschließend zeigte sich eine Linie der Neugestaltung in seiner Politik gegenüber dem Kaiser. Er vereinigte sich im August 1195 mit dem Erzbischof von Köln und den beiden Balduinen zu einem gemeinsamen Besuch an den kaiserlichen Hof. Ein äußerer Anlass war dadurch gegeben, dass derjüngere Balduin die Belehnung mit Reichsflandern benötigte, hinter dieser Reise standen aber wohl noch bedeutendere Absichten, über die wir nicht unterrichtet sind. Auf solche Faktoren weist das militärische Bündnis, das in diesen Tagen der jüngere Balduin mit Herzog Heinrich abschloss. Sie fanden den Kaiser bei Straßburg. Die Belehnung des jungen Balduin wurde ohne weiteres erteilt. Indessen erkrankten alle vier und mussten die Heimreise beschleunigen. Der alte Graf Balduin V. hat sich nicht mehr erholt, er starb am 17. Dezember 1195 in Mons. Damit wurden Flandern und Hennegau unter seinem Sohn wieder vereinigt.
 
 
 
 
 
 
 


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