Liutfrid IV.                                                 Graf
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Sohn des Grafen Liutfrid III.
 

Vollmer Franz: Seite 140,175
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"Die Etichonen"

In Münster-Granfelden werden nun die gewohnheitsrechtlichen Erbansprüche der LIUTFRIDE auf den Besitz der Laienabtei vom erstarkenden Königtum ernstlich in Frage gestellt. Der mit Kaiser OTTO zusammengehende Burgunder-König Konrad will hier 962 die Rechte der LIUTFRIDE als aus königlichem Ermessen gewährtes "beneficium" betrachtet wissen und verurteilt die gräfliche, selbstherrliche Verfügungsgewalt über den Klosterbesitz, beruft Liutfrids Sohn zur Königspfalz ein und nötigt ihn zur Auflassung aller seiner Rechte am Kloster.
Der 962 als bisheriger Herr des Klosters Granfelden genannte Liutfridus ist wohl nicht mehr der gleiche Graf Liutfrid von 902 und 926; er dürfte vielmehr dessen Sohn sein.
Sein namentlich nicht bekannter Sohn muß 962 auf die Rechte an Granfelden zugunsten der burgundischen Königsmacht verzichten. Parallel zum Guntram-Prozeß wird hier eine Zurückdrängung der ETICHONEN-Stellung durch die ottonischen Herrscher und die mit diesen zusammengehenden burgundischen König sichtbar.
Die Grafenwürde im Sundgau aber bleibt noch in liutfridingischen Händen. Von 973 bis etwa zur Jahrtausendwende finden wir LIUTFRIDE als Sundgaugrafen; der 962 als bisheriger Herr des Klosters Granfelden genannte Lufridus ist wohl mit "Liutfridus comes de nobili Burgundionum genere" identisch, der in eben diesen Jahren an die Abtei Ebersheim seinen Besitz in "Artolvesheim" übergibt. Danach aber verschwinden die Träger des Namens Liutfrid plötzlich und endgültig aus der Liste der Sundgaugrafen.
Das Auslaufen der LIUTFRIDE ist noch nicht in erwünschtem Maße aufgehellt, so müssen wir es vorerst bei der Feststellung bewenden lassen, dass um das Jahr 1000 die letzten sicher erkennbaren Nachkommen des Liutfrid, Sohnes Hugos von Tours, aus der schriftlichen Überlieferung und damit der großen Geschichte endgültig zurücktreten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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