Begraben: Besancon
Jüngerer Sohn des Herzogs Richard I. von Burgund
und der
Adelheid von Auxerre, Tochter von Graf Konrad II.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 161
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Hugo der Schwarze (Hugo Capito)
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+ 17. Dezember 952
Begraben: Besancon
Sohn von Richard dem Justitiar (BOSONIDEN) und Adelheid (Adelais), der Schwester König Rudolfs I. von Burgund
Hugo der Schwarze, belegt seit ca. 900, tritt zunächst im Königreich Burgund als Graf von Portois und Varais auf (um 914). Nach der Wahl seines Bruders Rudolf zum westfränkischen König dehnte Hugo der Schwarze offenbar seinen Einfluß auf das zur Francia gehörige Burgund aus, besetzte Langres und ließ die Burgen Clefmont und Vignory erbauen. 936 verweigerte er König Ludwig IV. die Anerkennung; dieser entzog ihm daraufhin die Langres und das nördliche Burgund. Nach dem Bruch Ludwigs IV. mit Herzog Hugo dem Großen (937) verbündete sich Hugo der Schwarze mit dem König, dem er bei seinen Feldzügen in Lotharingien unterstützte und dem er seine Territorien jenseits der Saone (später Freigrafschaft Burgund) unterstellte - auf Kosten des minderjährigen Königs Konrad von Burgund. Doch wurde Hugo der Schwarze bald von OTTO I. genötigt, Frieden mit Hugo dem Großen zu schließen und sich Konrad zu unterwerfen; 943 mußte Ludwig IV. die burgundische Herzogsgewalt an Hugo den Großen übertragen. Hugo der Schwarze blieb jedoch 'marchio' (auch 'archicomes') der beiderseits der Saone gelegenen Gebiete. - Der Name von Hugos Frau ist unbekannt (vielleicht die mit Hugo von Arles verwandte Ermengard?); eine Hypothese schreibt Hugozwei Töchter zu, verheiratet mit Giselbert von Vergy bzw. Leutald von Macon (beide hatten Grafschaften und zum Teil Titel Hugos inne).
Literatur:
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M. Chaume, Origines du duche de Bourgogne, I, 1927 -
W. Kienast, Der Herzogstitel in Frankreich und Deutschland, 1968, 91f.
- HEG I, 731-783 [K. F. Werner] -
Hugo I. der Schwarze
folgte 936 seinem Bruder Rudolf als
Herzog
von Burgund, das er vorher als Regent innehatte. Er verlor wichtige
Machtpositionen des Bruders und Vaters und stritt mit Großen und
Bischöfen.
Hugo wurde letzlich
von Hugo von Franzien weitgehend verdrängt
und auf Reste beschränkt.
König Rudolf starb
ohne unmittelbare Erben. Sein Bruder Hugo der
Schwarze verzichtete auf die Nachfolge und begnügte sich
mit der Herrschaft über das Teilreich Burgund.
Ludwig IV. empfing
die Huldigung der Großen; Hugo der Schwarze
folgte erst 938.
Ludwig IV. hatte
936 Hugo dem Großen bei der Eroberung
von Langres Hilfe geleistet, aber dann unterstützte er Hugo
den
Schwarzenim Kampf gegen den Herzog von Francien. 946 weilte
Ludwig IV. in Autun und traf dort seinen
"getreuen" Hugo den Schwarzen, den
Markgrafen Giselbert und die übrigen Großen Burgunds. Als Hugo
der Schwarze 952 starb, ging Burgund für die BOSONIDEN
verloren.
Schwager Helmut: Seite 40,98/99,102,167,169,179,188,193,199-201,203,205,209,215,218,256-258,262
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„Graf Heribert II.“
Ihm folgte sein Sohn Herzog Rudolf
(921-923/36), nach dessen Wahl zum westfränkischen König
923 ihm sein Bruder
Hugo der Schwarze (923/36-952)
bei
der Verwaltung der bosonidischen
Besitzungen
half.
Als daher nach Ostern 922 der Aufstand der
robertinischen Partei gegen den
KAROLINGER
ausbrach, waren auch Herzog Rudolf von Burgund
und sein Bruder Graf Hugo der Schwarze von Varaisdabei.
Allerdings griffen die BOSONIDEN erst
Ende Mai 922 mit einem burgundischen Heer bei Epernay an der Marne ein,
wobei es im Laufe des Juni teils zu Verhandlungen, teils zu Gefechten kam,
wobei
Graf Hugo der Schwarze unter
anderem Leute Graf Haganos beim Plündern von Reimser Kirchengut überraschte
und gefangennahm.
Nach der Wahl seines Bruders Rudolf
zum westfränkischen König half ihm Hugo
der Schwarze Graf von Varais bei der Verwaltung der bosonidischen
Besitzungen (das heißt der Loire/Rhone-Raum, wo der BOSONIDE
das Herzogtum und die Grafschaften Autun, Avallon und Lassois besaß,
die er aber 923 seinem Bruder Graf Hugo
zur Verwaltung überlassen mußte); doch zerfiel das Herzogtum
Burgund durch äußere Angriffe (seitens der KAROLINGER-Könige
und ROBERTINER-Herzöge) wie auch
innere Erosion (unter anderem Verlust der Grafschaft Sens an die ROBERTINER
bzw. KAROLINGER).
Nach Rudolfs Tod
kämpften im Herzogtum Burgund um Rudolfs
Erbe, sein Bruder Graf Hugo der Schwarze,
und sein Schwager, der ROBERTINER Markgraf
Hugo von Neustrien, um die Macht. Im Juli 936 traf den BOSONIDEN
Hugo
der Schwarze der Vernichtungsschlag
von König Ludwig IV. und Hugo
von Franzien, der ihm später die Hälfte des Herzogtums Burgund
kosten sollte. Im Jahre 937 söhnte sich König
Ludwig IV. mit Herzog Hugo dem Schwarzen
von Burgund, Hugos des Großen
Erbfeind, aus. Der BOSONIDE, der durch
die aggressive Burgundpolitik Herzog Hugos von Franzien schwer in Bedrängnis
war, traf sich schließlich mit dem westfränkischen König
noch im Jahre 938, und gemeinsam schloß man ein Freundschaftsbündnis
zur Abwehr gegen jedermann. Am 20. Juni 939 traf sich König
Ludwig IV. in Le Chesnois bei Douzy an der Chiers mit Herzog
Hugo dem Schwarzen von Burgund zwecks Bekräftigung ihres
Bündnisses und um den Rücken für die lothringische Operation
frei zu bekommen. Auf Betreiben Heriberts II. und Hugos
des Großen von Franzien fiel 940 der ostfränkische
König OTTO I. ins W-Frankenreich ein und stieß bis
an die obere Seine vor, wo sich ihm Ludwigs IV.
Verbündeter
Herzog Hugo der Schwarze von Burgund eilends
kampflos ergab. Der BOSONIDE mußte
sich eidlich verpflichten, dem weiteren Kampf von nun an fernzubleiben.
Der KAROLINGER flüchtete
diesmal auch nicht, wie schon im Jahre 940, zu Herzog
Hugo dem Schwarzen von Burgund, denn der
BOSONIDE war zwar einer der treuesten Anhänger des Königs,
doch tatsächlich weder willens noch in der Lage, ihm wirksam zu helfen
[In den folgenden Ereignissen ist von Herzog Hugo
dem Schwarzen von Burgund nicht mehr die Rede; zwei Jahre später
sollte dann der Bruch zwischen dem
BOSONIDEN
und
König
Ludwig IV. offenbar werden.]. Daher reiste der westfränkische
König von seinem Zufluchtsort Omont aus lediglich über das Herzogtum
Burgund, wo er am 8. November 941 in Tournus dem Kloster Saint-Philibert
die Besitzungen bestätigte, in das Königreich Burgund.
Erneut begab sich der KAROLINGER
daher ins Herzogtum Burgund, um bei Herzog Hugo
dem Schwarzen weitere Verstärkungen im Kampf um Laon zu
besorgen
Dennoch konnte der HERIBERTINER
mit
diesem Verhalten natürlich seinen Schwager nicht daran hindern, den
blutjungen König für seine eigensüchtigen Hausmachtziele
einzuspannen, indem er ihn gegen den BOSONIDENHugo
den Schwarzen (+ 952), einen Bruder des verstorbenen Königs
Rudolf, hetzte, der sich gerade Langres bemächtigt hatte
und das Herzogtum Burgund/Bourgogne als Erbe beanspruchte. Herzog
Hugo von Franzien und König Ludwig
IV. fielen tatsächlich noch im Juli 936 in die Burgundia
ein und eroberten Langres, das der BOSONIDE
räumen mußte.
Im Spätherbst 936 kam es nämlich zum Friedensschluß
zwischen Herzog Hugo von Franzien und
dem BOSONIDEN
Herzog
Hugo dem Schwarzen von Burgund, wobei man die Burgundia
teilte. Dabei verblieb der Süden des Herzogtums Burgund mit Langres,
Dijon und der Abtei Saint-Germain in Auxerre sowie dem offiziellen Herzogstitel
dem BOSONIDEN, während der ROBERTINER
zahlreiche burgundische Grafschaften im nördlichen Teil, wie zum Beispiel
Auxerre, Troyes und Sens, für sein Haus einziehen konnte.
Dadurch ermutigt, eröffnete der
KAROLINGER bereits Ende Januar 939 mit dem verbündeten
Herzog
Hugo dem Schwarzen nun eine Großoffensive gegen seinen
stärksten Gegner, eben Herzog Hugo von Franzien.
Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller
Bernd: Seite 49,54,58
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"Die französischen Könige des Mittelalters.
Von Odo bis Karl VIII. 888-1498."
Ludwig begleitete
Hugo
auf dessen Feldzug gegen Herzog Hugo "den Schwarzen"
(das heißt den Schwarzbärtigen), den Bruder des
verstorbenen W-Franken-Königs Rudolf,
der dem übermächtigen dux Francorum den N Burgunds insbesondere
die wichtige Grafschaft Sens abtreten mußte, die einst Richard
"le Justicier", der Vater Hugos des Schwarzen,
für Burgund erworben hatte. Der Frieden, den Hugo
Magnus mit Hugo dem Schwarzen
schloß, nutzte allein dem dux Francorum und öffnete
Ludwig die Augen über die ihm von Hugo
zugedachte Rolle.
Die Reaktion Hugos
ließ nicht lange auf sich warten: er schloß Frieden mit seinem
Erzfeind, dem Grafen Heribert II. von Vermandois, während
Ludwig den gerade von Hugo
gedemütigten Hugo von Burgund
zum Markgrafen (marchio) erhob und zum Bundesgenossen gewann.
Unter dem Eindruck dieser Beweise guten Willens seiten
Hugos
entschloß sich Ludwig, Hugo
erneut den ducatus Franciae und darüber hinaus auch Burgund
zu verleihen, was den Bruch mit Hugo dem Schwarzen,
seinen alten Verbündeten bedeutete.
Unter der Vermittlung Herzog Konrads von Lothringen kam
es im Frühjahr 950 zu einem Grenztreffen Ludwigs
mit
Hugo an der Marne, an dem auch
die Herzöge Konrad von Lothringen und
Hugo
der Schwarze von Burgund teilnahmen.
Kienast Walter: Seite 91
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"Der Herzogstitel in Deutschland und Frankreich (9. bis
12. Jahrhundert)"
Rudolfs Bruder Hugo der
Schwarze (936-952), der bis dahin in den Urkunden gewöhnlich
als Graf firmiert, erbt die Bourgogne, führt aber in seinen cartae
und den ihn betreffenden notitiae sowie mit einer Ausnahme im Context fremder
Urkunden niemals den Titel Herzog, sondern immer nur marchio oder häufiger
comes, einmal archicomes. Es ist, als scheue er sich, dieselbe Würde
in Anspruch zu nehmen, welche die staatsgründende Regierung seines
Vaters krönte. Der großzügige Sprachgebrauch eines gleichzeitigen
Chronisten, der ihn mit dem "dux" schmückt, kann sich aber auf eine
Königsurkunde berufen. Denn die Enthaltsamkeit Hugos
ist auffällig angesichts der Tatsache, daß Ludwig
IV. ihm, wenn auch nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, den Herzogstitel
nicht versagt hat. Zwar gab es in Burgund, anders als in Franzien, keinen
Dukat als Institution, geschieden von der Grafschaft. Aber das galt etwa
für Aquitanien auch. Wir können Hugos
des Schwarzen Zurückhaltung
nicht sicher erklären. Vielleicht kommt darin eine Rücksicht
auf den ROBERTINER zum Ausdruck. Hugo
führte
ein schwaches Regiment. Im Kriege mit König
Ludwig IV. und Hugo von Franzien verlor er gleich am Anfang
seiner Regierung den Nordteil seines Landes. Die Grafschaft Autun, die
Hauptstütze seiner Macht, verlehnte er an den Grafen Giselbert von
Chalon, der eine Tochter oder Enkelin Richards geheiratet hatte.
oo Ermengard
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Literatur:
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Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer
GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 45 - Ehlers Joachim/Müller
Heribert/ Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige
des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München
1996 Seite 36,49,54,58 - Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das
Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart
1968 Seite 242,247 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen
und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989
Seite 36 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit.
Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 125,164 - Kienast,
Walther: Der Herzogstitel in Frankreich und Deutschland (9. Bis 12. Jahrhundert),
R. Oldenbourg Verlag München-Wien 1968 -
Riche Pierre: Die
Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH
& Co. KG, München 1991 Seite 298,305,311 - Schneidmüller
Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Berlin Köln 2000 Seite 91 - Schwager, Helmut: Graf Heribert
II. von Soissons. Verlag Michael Lassleben Kallmünz/Opf. 1994 Seite
40,72,98/99,102,116,162,165,167,169,179,181,188,193,199-201,203,205,209,215,218,253,256/57,261/62,266,268,289,310,332,350,
363,368/69,400 - Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs
bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
1995 Seite 486,493,512 -