Einziger Sohn des Markgrafen
Hubert von Tuszien und der Willa
von Camerino, Tochter des Markgrafen Bonifatius
Brandenburg Erich: Tafel 4 Seite 8
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
VIII. 28 Hugo, Markgraf
von Tuscien vor 970 12. VII.
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* ..., + 1001 21. XII.
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Hugo der Große
war bis zuletzt die wichtigste und mächtigste Stütze der OTTONEN
in Italien, wurde "Markgraf am Thyrennischen und Adriatischen Meer" und
war die markanteste, einflußreichste Persönlichkeit seiner Epoche
in Italien.
Althoff Gerd: Seite 10,78,85,205
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"Otto III."
Waren doch diese Gegensätze tief in dem besonderen
Charakter seiner Zeit begründet, die nicht OTTO
III. allein, sondern auch seine Freunde, den Markgrafen
Hugo von Tuszien und viele andere bedeutende Männer ergriffen
haben.
Aus Italien war der Markgraf
Hugo von Tuszien zum Hoftag in Sohlingen (Herbst 994) erschienen,
dem OTTO III. ein Grundstück in
Ingelheim schenkte, damit dieser sich dort ein Haus für seine Aufenthalte
bei den Hoftagen bauen konnte.
Zum Schutz und Trost des Papstes
Gregor V. ließ OTTO III. Markgraf
Hugo von Tuszien und Konrad von Spoleto zurück. Diese beiden
kaiserlichen Amtsträger waren nicht in der Lage, zu verhindern, daß
Creszentius Gregor V. Ende September/Angang
Oktober 996 aus Rom vertrieb.
Als einen, wenn auch mißlungenen, Scherzversuch
des Kaisers wird man auch dessen Reaktion auf die Nachricht vom Tode des
Markgrafen
Hugo von Tuszien einzuschätzen haben, der Zeit seines Lebens
ein treuer Anhänger OTTOS III. gewesen
war. Der Kaiser soll nämlich nach Erhalt der Nachricht den Psalmvers
zitiert haben: "Der Strick ist gerissen und wir sind befreit" Von welcher
Art einengender Bindung sich OTTO III. durch
den Tod des Markgrafen befreit fühlte, ist nicht bekannt.
Eickhoff Ekkehard: Seite 372,400
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"Theophanu und der König"
In Italien schlossen sich dem Zug der Kaiserin Theophanu der italienische Kanzler Bischof Petrus von Como und die Markgrafen Hugo von Tuszien und Konrad von Spoleto an. Neben anderen italienischen Würdenträgern weilte Markgraf Hugo von Tuszien zum Osterfest 991 in Quedlinburg. Er blieb auch weiterhin zur Regelung italienischer Angelegenheiten am Hof der Kaiserin.
Goez Elke: Seite 79,125-128,138
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"Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur
Geschichte des 11. Jahrhunderts"
Landerwerb im größeren Stil, wie ihn Bonifaz
und seine Vorgänger in der Emilia-Romagna betrieben hatten, war in
der Toskana nicht möglich; die canusinische Herrschaft war nicht bodenständig,
und das Amtsgut hatte unter Markgraf Hugo
und seiner Mutter Willa
beträchtliche Einbußen erlitten.
Markgraf Hugo (+ 1001)
hatte in ungewöhnlich großzügiger Weise das monastische
Leben gefördert, bereits bestehende Klöster ausgebaut und neue
gegründet, wobei er nicht nur freigebig Allodien, sondern auch Amtsgut
an die Stiftungen verschenkte, so daß seine Nachfolger sich mehrfach
gezwungen sahen, auf Kosten der Konvente Rekuperationspolitik zu betreiben.
Markgraf Hugo hatte
neben mehreren anderen Klöstern die drei Konvente San Ponziano in
Lucca, Badia di Firenze und Marturi neu- oder wiedergegründet, wobei
er zweifellos auch ihre Verfügbarkeit für politische Ziele im
Auge hatte; außerdem hatte er für die Salvatorsabtei am Abhang
des Monte Amiata eine Schenkungsurkunde ausgestellt.
San Ponziano - um 970/80 von Willa,
der Mutter Hugos, erneuert und ausgestattet
- lag in Placule, einer westlichen Vorstadt Luccas, an der Markgrafenwiese,
jenem Gerichtsort, wo auch Mathilde einmal geurkundet hat.
Falce, Bonifacio I, Seite 171, ist der Ansicht, daß
herrscherlicher Neid auf die glanzvolle Hofhaltung der toskanischen Markgrafen
durchaus kein Einzelfall gewesen sei, und verweist dazu auf Adalbert II.
und König LUDWIG III. von der Provence
sowie Markgraf Hugo und Kaiser
OTTO III.
Holtzmann Robert: Seite 290,301,318,329,341,355,360
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"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit"
Daß die Niederlage und der Tod OTTOS
II. im Langobardenreich keine Erschütterung nach sich zogen,
legt deutliches Zeugnis ab von der staatsmännischen Begabung Adelheids,
die hier im Verein mit den Bischöfen und weltlichen Herren, unter
denen der treue Markgraf Hugo von Tuszien
hervorragte, die Interessen des Reichs geschickt wahrgenommen hat.
Theophanu hielt mit
ihrem Sohn an Ostern (5. April 991) einen Reichstag zu Quedlinburg ab,
wo unter den zahlreichen Fürsten auch Miseko
von Polen und Hugo von Tuszien
anwesend waren.
Im Juni hat OTTO
Rom wieder verlassen und sich zunächst in die Gebiete von Spoleto
und Tuszien begeben, wo er mit den Markgrafen Rücksprache nahm. Diesen
beiden zuverlässigen Fürsten vertraute er den Schutz des Papstes
und die Ruhe Italiens an.
Im November 997 ging die Fahrt über den Brenner,
in Trient schloß sich der Markgraf Hugo
von Tuszien,
OTTOS Statthalter
in Italien, dem Zuge an; das Weihnachtsfest feierte der Kaiser mit
dem Papst Gregor in Pavia. Auch der
Abt Odilo von Cluni fand sich bald am Hofe ein, angesehen beim Kaiser wie
besonders bei Hugo von Tuszien, der
ein Freund der Reformkirche war.
Im Kloster Farfa, das sich ebenfalls seiner Gunst erfreute,
aber in scharfe Abhängigkeit gezogen wurde, traf er im September mit
dem Papst und dem Markgrafen Hugo von Tuszien
zusammen und verhandelte "über die Wiederherstellung des Staates",
das heißt über die Erneuerung des Römischen Reiches.
Die Römer schlossen die Tore der Stadt, um zu verhindern,
daß
Heinrich von Bayern und Hugo
von Tuszien, die mit Truppen in der Nähe standen, dem Kaiser
zu Hilfe kamen, erschlugen einige Anhänger des Kaisers und belagerten
ihn selbst auf dem Aventin in der Absicht, ihn gefangen zu nehmen. Da wagte
der Kaiser mit den Seinen einen Ausfall, Bischof Bernward trug selbst die
heilige Lanze voran, und es gelang tatsächlich der Durchbruch zur
Engelsburg, wo eine kaiserliche Besatzung lag und man mit größerer
Aussicht auf Erfolg sich wehren konnte. Als dann auch Heinrich
und Hugo den Eintritt in Rom erzwangen,
brach der Aufstand in sich zusammen.
Trotz alledem hat der Kaiser um die Mitte Dezember 1001
zusammen mit dem Papst Ravenna verlassen und den Zug gegen Rom angetreten.
Es war kein gutes Vorzeichen, daß eben damals seine mächtigste
Stütze unter den weltlichen Fürsten Italiens, Markgraf
Hugo von Tuszien, starb (21. Dezember). OTTO
freilich begrüßte die Nachricht mit den Worten: "Der Strick
ist zerrissen und wir sind los" (Ps. 124,7). Er hatte die Abhängigkeit
von Hugo als drückend empfunden
und glaubte in arger Verkennung der Lage, nun erst wirklich Herr von Italien
zu sein.
Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan
(Hrsg.): Seite 285
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"Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung
"Otto der Große, Magdeburg und Europa"
Häufiger wissen die Quellen jedoch von der unmittelbaren
Beteiligung von Verwandten der Herrscherin. Erinnert sei an die Vermittlung
der Königin Edgith zwischen ihrem
Gemahl OTTO I. und dessen Mutter Mathilde,
vor allem aber an die Vermittlung Adelheids
zwischen ihrer Verwandten Waldrada,
der Gemahlin des ermordeten Dogen Pietro IV. Candiano, und der Partei ihrer
Gegner um den Dogen Pietro Orseolo in Piacenza 976 und erneut in venezianischen
Angelegenheiten 983, bezeichnenderweise bedrängt von Bitten des Bruders
der Waldrada, des Markgrafen
Hugo von Tuszien; an Adelheids
Vermittlung
zwischen ihrer Tochter Emma,
der Gemahlin des westfränkischen Königs
Lothar, und deren Sohn, König
Ludwig V. 985-987; sowie der berühmteste Fall, an ihre
Beteiligung an der freidlichen Beilegung des Thronstreits 984.
Literatur:
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Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info
Verlag Karlsruhe 1999 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft
ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 179
- Althoff, Gerd: Otto III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite
10,78,85,205 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer
Stuttgart Berlin Köln, Seite 131,142 - Eickhoff, Ekkehard,
Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 372,400,402,447,498
- Goez Elke: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung
zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995,
Seite 60,77,79,115-117,125-128,138 - Hlawitschka, Eduard: Franken,
Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen
zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg
im Breisgau 1960 Seite 125,202 - Holtzmann Robert: Geschichte der
sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München
1971 Seite 262,290,301,318,329,341, 355,360 - Schneidmüller
Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium
zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp
von Zabern Mainz 2001 Seite 281,285 - Schulze Hans K.: Das Reich
und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler
Verlag, Seite 268,271, 290 -