Hugo der Große                                       Markgraf von Tuszien (970-1001)
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    -21.12.1001
 

Einziger Sohn des Markgrafen Hubert von Tuszien und der Willa von Camerino, Tochter des Markgrafen Bonifatius
 

Brandenburg Erich: Tafel 4 Seite 8
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

VIII. 28  Hugo, Markgraf von Tuscien vor 970 12. VII.
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            * ..., + 1001 21. XII.
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Hugo der Große war bis zuletzt die wichtigste und mächtigste Stütze der OTTONEN in Italien, wurde "Markgraf am Thyrennischen und Adriatischen Meer" und war die markanteste, einflußreichste Persönlichkeit seiner Epoche in Italien.

Althoff Gerd: Seite 10,78,85,205
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"Otto III."

Waren doch diese Gegensätze tief in dem besonderen Charakter seiner Zeit begründet, die nicht OTTO III. allein, sondern auch seine Freunde, den Markgrafen Hugo von Tuszien und viele andere bedeutende Männer ergriffen haben.
Aus Italien war der Markgraf Hugo von Tuszien zum Hoftag in Sohlingen (Herbst 994) erschienen, dem OTTO III. ein Grundstück in Ingelheim schenkte, damit dieser sich dort ein Haus für seine Aufenthalte bei den Hoftagen bauen konnte.
Zum Schutz und Trost des Papstes Gregor V. ließ OTTO III. Markgraf Hugo von Tuszien und Konrad von Spoleto zurück. Diese beiden kaiserlichen Amtsträger waren nicht in der Lage, zu verhindern, daß Creszentius Gregor V. Ende September/Angang Oktober 996 aus Rom vertrieb.
Als einen, wenn auch mißlungenen, Scherzversuch des Kaisers wird man auch dessen Reaktion auf die Nachricht vom Tode des Markgrafen Hugo von Tuszien einzuschätzen haben, der Zeit seines Lebens ein treuer Anhänger OTTOS III. gewesen war. Der Kaiser soll nämlich nach Erhalt der Nachricht den Psalmvers zitiert haben: "Der Strick ist gerissen und wir sind befreit" Von welcher Art einengender Bindung sich OTTO III. durch den Tod des Markgrafen befreit fühlte, ist nicht bekannt.

Eickhoff Ekkehard: Seite 372,400
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"Theophanu und der König"

In Italien schlossen sich dem Zug der Kaiserin Theophanu der italienische Kanzler Bischof Petrus von Como und die Markgrafen Hugo von Tuszien und Konrad von Spoleto an. Neben anderen italienischen Würdenträgern weilte Markgraf Hugo von Tuszien zum Osterfest 991 in Quedlinburg. Er blieb auch weiterhin zur Regelung italienischer Angelegenheiten am Hof der Kaiserin.

Goez Elke: Seite 79,125-128,138
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"Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts"

Landerwerb im größeren Stil, wie ihn Bonifaz und seine Vorgänger in der Emilia-Romagna betrieben hatten, war in der Toskana nicht möglich; die canusinische Herrschaft war nicht bodenständig, und das Amtsgut hatte unter Markgraf Hugo und seiner Mutter Willa beträchtliche Einbußen erlitten.
Markgraf Hugo (+ 1001) hatte in ungewöhnlich großzügiger Weise das monastische Leben gefördert, bereits bestehende Klöster ausgebaut und neue gegründet, wobei er nicht nur freigebig Allodien, sondern auch Amtsgut an die Stiftungen verschenkte, so daß seine Nachfolger sich mehrfach gezwungen sahen, auf Kosten der Konvente Rekuperationspolitik zu betreiben.
Markgraf Hugo hatte neben mehreren anderen Klöstern die drei Konvente San Ponziano in Lucca, Badia di Firenze und Marturi neu- oder wiedergegründet, wobei er zweifellos auch ihre Verfügbarkeit für politische Ziele im Auge hatte; außerdem hatte er für die Salvatorsabtei am Abhang des Monte Amiata eine Schenkungsurkunde ausgestellt.
San Ponziano - um 970/80 von Willa, der Mutter Hugos, erneuert und ausgestattet - lag in Placule, einer westlichen Vorstadt Luccas, an der Markgrafenwiese, jenem Gerichtsort, wo auch Mathilde einmal geurkundet hat.
Falce, Bonifacio I, Seite 171, ist der Ansicht, daß herrscherlicher Neid auf die glanzvolle Hofhaltung der toskanischen Markgrafen durchaus kein Einzelfall gewesen sei, und verweist dazu auf Adalbert II. und König LUDWIG III. von der Provence sowie Markgraf Hugo und Kaiser OTTO III.

Holtzmann Robert: Seite 290,301,318,329,341,355,360
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"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit"

Daß die Niederlage und der Tod OTTOS II. im Langobardenreich keine Erschütterung nach sich zogen, legt deutliches Zeugnis ab von der staatsmännischen Begabung Adelheids, die hier im Verein mit den Bischöfen und weltlichen Herren, unter denen der treue Markgraf Hugo von Tuszien hervorragte, die Interessen des Reichs geschickt wahrgenommen hat.
Theophanu hielt mit ihrem Sohn an Ostern (5. April 991) einen Reichstag zu Quedlinburg ab, wo unter den zahlreichen Fürsten auch Miseko von Polen und Hugo von Tuszien anwesend waren.
Im Juni hat OTTO Rom wieder verlassen und sich zunächst in die Gebiete von Spoleto und Tuszien begeben, wo er mit den Markgrafen Rücksprache nahm. Diesen beiden zuverlässigen Fürsten vertraute er den Schutz des Papstes und die Ruhe Italiens an.
Im November 997 ging die Fahrt über den Brenner, in Trient schloß sich der Markgraf Hugo von Tuszien, OTTOS Statthalter in Italien, dem Zuge an; das Weihnachtsfest feierte der Kaiser mit dem Papst Gregor in Pavia. Auch der Abt Odilo von Cluni fand sich bald am Hofe ein, angesehen beim Kaiser wie besonders bei Hugo von Tuszien, der ein Freund der Reformkirche war.
Im Kloster Farfa, das sich ebenfalls seiner Gunst erfreute, aber in scharfe Abhängigkeit gezogen wurde, traf er im September mit dem Papst und dem Markgrafen Hugo von Tuszien zusammen und verhandelte "über die Wiederherstellung des Staates", das heißt über die Erneuerung des Römischen Reiches.
Die Römer schlossen die Tore der Stadt, um zu verhindern, daß Heinrich von Bayern und Hugo von Tuszien, die mit Truppen in der Nähe standen, dem Kaiser zu Hilfe kamen, erschlugen einige Anhänger des Kaisers und belagerten ihn selbst auf dem Aventin in der Absicht, ihn gefangen zu nehmen. Da wagte der Kaiser mit den Seinen einen Ausfall, Bischof Bernward trug selbst die heilige Lanze voran, und es gelang tatsächlich der Durchbruch zur Engelsburg, wo eine kaiserliche Besatzung lag und man mit größerer Aussicht auf Erfolg sich wehren konnte. Als dann auch Heinrich und Hugo den Eintritt in Rom erzwangen, brach der Aufstand in sich zusammen.
Trotz alledem hat der Kaiser um die Mitte Dezember 1001 zusammen mit dem Papst Ravenna verlassen und den Zug gegen Rom angetreten. Es war kein gutes Vorzeichen, daß eben damals seine mächtigste Stütze unter den weltlichen Fürsten Italiens, Markgraf Hugo von Tuszien, starb (21. Dezember). OTTO freilich begrüßte die Nachricht mit den Worten: "Der Strick ist zerrissen und wir sind los" (Ps. 124,7). Er hatte die Abhängigkeit von Hugo als drückend empfunden und glaubte in arger Verkennung der Lage, nun erst wirklich Herr von Italien zu sein.

Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Seite 285
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"Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa"

Häufiger wissen die Quellen jedoch von der unmittelbaren Beteiligung von Verwandten der Herrscherin. Erinnert sei an die Vermittlung der Königin Edgith zwischen ihrem Gemahl OTTO I. und dessen Mutter Mathilde, vor allem aber an die Vermittlung Adelheids zwischen ihrer Verwandten Waldrada, der Gemahlin des ermordeten Dogen Pietro IV. Candiano, und der Partei ihrer Gegner um den Dogen Pietro Orseolo in Piacenza 976 und erneut in venezianischen Angelegenheiten 983, bezeichnenderweise bedrängt von Bitten des Bruders der Waldrada, des Markgrafen Hugo von Tuszien; an Adelheids Vermittlung zwischen ihrer Tochter Emma, der Gemahlin des westfränkischen Königs Lothar, und deren Sohn, König Ludwig V. 985-987; sowie der berühmteste Fall, an ihre Beteiligung an der freidlichen Beilegung des Thronstreits 984.
 
 
 
 

Literatur:
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Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info Verlag Karlsruhe 1999 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 179 - Althoff, Gerd: Otto III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite 10,78,85,205 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 131,142 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 372,400,402,447,498 - Goez Elke: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 60,77,79,115-117,125-128,138 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 125,202 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 262,290,301,318,329,341, 355,360 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 Seite 281,285 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 268,271, 290 -