Poppo I.                                                  Bischof von Würzburg (941-961)
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    -14./15.2.961
 

Sohn des Grafen Heinrich III. von Babenberg; Bruder des Erzbischofs Heinrich I. von Trier
 

Glocker Winfrid: Seite 2,351
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

Bischof Poppo I. war, wie Othloh in seiner Vita des heiligen Wolfgang bezeugt, ein (älterer) Bruder Heinrichs, des späteren Trierer Erzbischofs. Da dieser aber bei Flodoard als "propinquus" OTTOS DES GROSSEN bezeichnet ist, liegt es nahe, auch für Bischof Poppo I. Verwandtschaft mit den OTTONEN zu vermuten, Wendehorst, Würzburg Band 1, äußert jedoch Bedenken gegen die eben aufgezeigte verwandtschaftliche Beziehung der POPPONEN zu den OTTONEN.

Finckenstein Finck von: Seite 96,148
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"Bischof und Reich"

Schon bald nach dem 939 erfolgten Tod des gegen OTTO I. rebellierenden KONRADINERS Eberhard von Franken hat der König 941 den BABENBERGER Poppo I., mit dem er, wie schon erwähnt, verwandt war, in Würzburg erheben lassen. Etwa gleichzeitig mit Poppo I. wurde sein Bruder Heinrich zum Erzbischof von Trier erhoben. Nach dem Tode Poppos I. bestieg sein Neffe Poppo II. den Würzburger Bischofsthron, wieder ein BABENBERGER, dessen Nachfolger Hugo, der sehr später Überlieferung zufolge ein "Blutsfreund" Poppos II. gewesen sein soll, von F.J. Schmale auch noch in verwandtschaftlichen Beziehungen zu  den BABENBERGERN gesehen wird. Trotz aller Lückenhaftigkeit in unserer Kenntnis über die genealogischen Verhältnisse der Würzburger Bischöfe unserer Zeit wird schon an diesen wenigen nachweisbar miteinander versippten Bischöfe sichtbar, welche Bedeutung die Stellung der in Franken indigenen BABENBERGER für das Königtum besaß, indem Mitglieder dieser der Dynastie nahestehenden Sippe dem Königtum einen wichtigen Bischofssitz sicherten, zugleich aber auch als Sippe ein Gegengewicht zu anderen mächtigen indigenen Familien, wie hier zu den KONRADINERN, bilden konnten.
Als Nachfolger Burchards, der am 24. März 941 gestorben war, ernannte OTTO I. seinen Kanzler Poppo zum Bischof von Würzburg. Poppo (941-961), der vielleicht schon Mitglied des Würzburger Domklerus gewesen war, ist seit 931 als Kanzler HEINRICHS I. nachweisbar. Fleckenstein sieht in der Ernennung Poppos zum Kanzler den Abschluss des Aufbaues einer eigenen Hofkapelle durch HEINRICH I., woraus sich eine besondere Vertrauensstellung Poppos zum König folgern lässt. Des Bischofs Abstammung von den popponischen Grabfeldgaugrafen in Ostfranken, denen auch die sogenannten älteren BABENBERGER angehören, wird heute, obwohl nicht sicher ableitbar, allgemein angenommen. Der Vita Bischof Wolfgangs von Regensburg zufolge war Poppo ein Bruder Erzbischof Heinrichs von Trier und stammte damit wie dieser aus einer eximia Francorum prosapia. Die von dem Zeitgenossen Flodoard gegebene Nachricht, der Erzbischof Heinrich sei propinquus OTTOS I. gewesen, die dann auch auf Poppo zu übertragen ist, ist von Hlawitschka durch die Ehe Ottos des Erlauchten mit der BABENBERGERIN Hadwig erklärt worden. Diese Deutung findet auch dadurch eine Stütze, dass Poppos I. Nachfolger und proximus Poppo II. von OTTO II. als nepos bezeichnet wird. Die Erhebung dieses dem König durch Verwandtschaft und Hofdienst eng verbundenen indigenen Bischofs erweist klar die Bedeutung des Würzburger Bischofsstuhles für die OTTONEN. Aber noch ein anderer Aspekt macht diese Erhebung bemerkenswert. Sie erfolgte zwei Jahre nach dem Tode des KONRADINERS Eberhard von Franken, der im Kampf mit OTTO I. gefallen war. Sollte vielleicht mit Poppos Promotion, mit der OTTO I. die erste Gelegenheit nach Eberhards Tod in Würzburg nutzte, auch die Stellung der BABENBERGER in Franken gegenüber ihrem alten Rivalen, den KONRADINERN, gestützt werden? Auch die Ernennung von Poppos Verwandten zu seinem Nachfolger könnte in diesem Zusammenhang stehen.
Noch im Jahr seiner Ernennung erhielt Bischof Poppo I. neben einigen Güterschenkungen und Güterbestätigungen für das Bistum das Recht der freien Bischofswahl, eine sicherlich wichtige Erwerbung für sein Bistum. Von gleicher Bedeutung für sein Bistum, in geistiger Hinsicht aber auch darüber hinaus, war der Förderung der Domschule durch die wohl von Poppo veranlasste Berufung Stephans von Novara zum Scholaster (vor 956-976), die Poppos Bruder Heinrich und dessen Freund Wolfgang, den späteren Bischof von Regensburg veranlassten, die Reichenauer Schule mit der Würzburger zu vertauschen. Zu erwägen wäre hier, ob Stephans Berufung im Zusammenhang mit OTTOS I. Italienzug 950/51 stand und dann einen Hinweis auf eine Teilnahme Poppos an diesem bieten könnte, die sonst nicht nachweisbar, aber chronologisch möglich ist. Würzburg wurde jedenfalls durch Stephan zu einem Mittelpunkt der intellektuellen Verbindung Deutschlands mit Italien, deren Voraussetzung die besondere Königsnähe seines Bischofssitzes war.
Es wird mit der Quellenüberlieferung zusammenhängen, wenn wir Poppo, den der etwas jüngere Zeitgenosse Adalbert in seiner Fortsetzung Reginos regi percarus nennt, in 20 Amtsjahren nur sechsmal außerhalb Würzburgs in der Umgebung OTTOS I. antreffen: auf den Hoftagen in Frankfurt (947) und Regensburg (960), den Synoden zu Ingelheim (948) und Augsburg (952) und je einmal in Worms und in Salz. Nur zwei Interventionen des Bischofs sind überliefert, beide aus dem letzten Amtsjahr. Die erste für den fidelis regis Thiatgoz in Worms, der vom König Besitzungen am Mittelrhein erhielt, und wenige Tage vor seinem Tode dann noch einmal in Regensburg für die Herzogin Judith von Bayern, die Schwägerin des Königs, die Besitzungen im Gebiet seiner Diözese erhielt. Schetter erklärt beide Interventionen mit der Verwandtschaft Poppos zum König, ebenso dürften sie aus dem persönlichen Verhältnis Poppos zu OTTO I. erklärbar sein. Der Bischof starb am 14. oder 15. Februar 961 in Regensburg, wahrscheinlich während der König dort weilte.
 
 
 
 
 
 


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