Heinrich I.                                                 Erzbischof von Trier (956-964)
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    -3.7.964
     Rom

Begraben: Parma, dann Trier, Dom Andreaskapelle (zerstört)

Sohn des Grafen Heinrich III. aus dem Hause BABENBERG; Bruder des Bischofs Poppo I. von Würzburg
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 2086
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Heinrich I., Erzbischof von Trier seit 956
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     + 3. Juli 964

Begraben: Parma, dann Trier, Dom Andreaskapelle (zerstört)

Sohn des ostfränkischen Grafen Otto, entstammt Heinrich I. dem genealogischen Kreis der LIUDOLFINGER und älteren BABENBERGER.

Seine Bildung empfing er im Kloster Reichenau und in Würzburg, wo sein Bruder als Poppo I. Bischof war. Seine Erhebung zum Erzbischof von Trier nach Ruotbert spiegelt die Tendenz OTTOS I., einen als "staatstragend" intendierten Episkopat vornehmlich aus Verwandten zu bilden. Mit Wolfgang, gestaltete Heinrich I. Regel- und Wohnverhältnisse der Domgeistlichkeit neu. Nachhaltig hat Heinrich I. auf Entwicklung und Topographie der aufstrebenden Trierer Metropole gewirkt, indem er um 958 den Markt vor dem Dombering begründete (Errichtung des steinernen Marktkreuzes). Er war maßgeblich an der ottonischen Reichs- und Kirchenpolitik beteiligt. Am 26. Mai 961 salbte er in Aachen mit den Erzbischöfen Brun von Köln und Wilhelm von Mainz OTTO II. zum König. Das Verfahren gegen Johannes XII. zeigt seinen Einfluss (Rom, 22. November 963), ebenso die Absetzung des Gegenpapstes Benedikt V. (Lateran, Juni 964). Die Weihe der Suffraganbischöfe Gerhard I. von Toul und Dietrich I. von Metz durch Heinrich ist unbestritten. Heinrich I. erlag zwischen Rom und Acquapendente einer im Heer OTTOS I. ausgebrochenen Seuche.

Quellen und Literatur:
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NDB VIII, s.v. - R I, II, 1-2,5 - K. Löhnert, Personal- und Amts-Daten der Trierer Ebf.e des 10.-15. Jh. [Diss. Greifswald 1908] - R. Martini, Die Trierer Bischofswahlen vom Beginn des 10. Jh. bis zum Ausgang des 12. Jh., 1909 - J. Heydenreich, Die Metropolitangewalt der Ebf.e v. Trier bis auf Balduin, 1938 - F. Pauly, Aus der Gesch. des Bm.s Trier, II, 1969 - T. Zotz (Fschr. B. Schwineköper, 1982) - W. Glocker, Die Verwandten der Ottonen, 1989.


Althoff Gerd: Seite 308
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 "Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                                 B 71

Me:     3.7.  Hinricus aps    + 964 Trier

(Es.)  Heinrich wird in den Annalen Flodoards (hg. v. Ph. Lauer, a 956, S. 143) als propinquus OTTOS DES GROSSEN bezeichnet; vgl. auch Schnitger, Die deutschen Bischöfe aus den Königssippen, S. 13; Löhnert, Personal- und Amtsdaten der Trierer Erzbischöfe, S. 16.
Er stammte wohl aus einem Grafengeschlecht im Grabfeld, das zu den Nachfahren der älteren BABENBERGER zu zählen ist; vgl. Wendehorst, Würzburg, S. 59ff.
Auf die engen Beziehungen der ottonischen Familie zur Trierer Domkirche, der mehrmals Verwandte des Herrschergeschlechts vorstanden - neben Heinrich auch Ruodbert, der Bruder der Königin Mathilde (zu Erzbischof Thiedrich vgl. Kommentar B 60) -, weisen aus dem Bereich der Memorialquellen das sogenannte 'ottonische Diptychon' (vgl. Jungandreas, St. Maximin zur Zeit der Ottonen; Schmid-Wollasch, Societas et Fraternitas, S. 24f. mit Anm. 58; dort auch briefliche Hinweise von Heinz Thomas) und necrologische Notizen einer verlorenen Trierer Handschrift, die Brower, Antiqitatum et Annalium Trevirensium mitteilt; vgl. dazu Althoff, Unerkannte Zeugnisse vom Totengedenken der Liudolfinger, S. 386.
Allg. zu Heinrich vgl. NDB 8, S. 402f und FW B 89 mit weiteren Hinweisen. Zum Totesdatum: Köpke-Dümmler, Otto der Große, S. 366 mit Anm. 4.
Heinrich verstarb in Italien im Heere OTTOS DES GROSSEN an der Pest.


Heinrich stammte wohl aus einem Grafengeschlecht im Grabfeld, das zu den Nachfahren der älteren BABENBERGER zu zählen ist, war mit den OTTONEN verwandt (propinquus OTTOS I.) und verstarb im Heere OTTOS I. in Italien an der Pest.

Finckenstein Finck von: Seite 48,108
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"Bischof und Reich"

Auch Rotberts Nachfolger, der fränkische Heinrich, erhielt seine Ausbildung nicht in seiner engeren Heimat. Er verließ indessen das schwäbische Kloster Reichenau wieder, nachdem er seinen Mitschüler Wolfgang, den späteren Bischof von Regensburg, überredet hatte, mit ihm nach Würzburg zu Stephan von Novara zu wechseln. In das Würzburger Domstift dann als Kanoniker aufgenommen, hat Heinrich nach seiner Promotion in Trier seinen inzwischen zum Scholaster in Würzburg aufgestiegenen Freund Wolfgang in dieser Funktion in das Trierer Domstift berufen und ihm damit einen Wirkungskreis eröffnet dessen bildungsmäßige Voraussetzungen von einem gemeinsamen Werdegang her gegeben waren.
Auch in Rotberts Nachfolge wird, wie schon angedeutet, das Bestreben des Königs sichtbar, den Trierer Erzstuhl, nun durch die Besetzung mit einem Verwandten, eng an die Reichsspitze zu binden. Zum Erzbischof erhoben wurde wahrscheinlich noch 956, Heinrich (956-964), nach Flodoard ein propinquus regis, Bruder Bischof Poppo I. und Onkel Bischof Poppos II. von Würzburg. Wie für die Würzburger Bischöfe kann auch für Erzbischof Heinrich die Zugehörigkeit zur fränkischen Familie der sogenannten "älteren BABENBERGER" vermutet werden, die über König HEINRICHS I. Mutter Hadwig mit den LIUDOLFINGERN verwandt war.
Erzbischof Heinrich, dessen Ausbildung auf der Reichenau und später in der Domschule und dessen aus der Zeit herrührende Freundschaft mit Wolfgang, dem späteren Regensburger Bischof schon erörtert wurde, muss über die verwandtschaftliche Verbindung zum Königshaus noch weitere Beziehungen zur Reichsspitze gehabt haben. Ruotger nennt den Erzbischof in seiner vita Brunonis imperatori familaritate coniunctissimus und hebt auch die Wertschätzung hervor, die Brun von Köln für Heinrich empfand. Vielleicht wurde Heinrichs Promotion sogar durch Brun gefördert. Das von Ruotger so betonte Vertrauensverhältnis des Trierer Erzbischofs zu OTTO I. drückt sich in Interventionen nicht aus, wogegen seine Teilnahme an der Erhebung OTTOS II. zum König am 26. Mai 961 in Aachen bezeugt ist. An dem daran anschließenden Zug nach Italien hat der Erzbischof, wenn auch wohl als Nachzügler teilgenommen und an der Absetzung der Päpste Johann XII. und Benedikt V. 963/64 mitgewirkt. Auf dem  Rückweg ist er in Italien am 3. Juli 964 gestorben. Erzbischof Heinrichs Wirken auf die Reichseinheit, besonders in Bezug auf Lothringen, muss, obwohl quellenmäßig nicht direkt greifbar, in der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Erzbischof Brun gelegen haben, die dessen Biograph Ruotger so anschaulich beschreibt: hos (Erzbischof Wilhelm von Mainz und Erzbischof Heinrich von Trier) cum ipso simul non solum in lectione, consilio et disputatione, sed etiam in acie vidimus. Des Trierer Erzbischofs Wirken muss daher auch von dem Bruns her mitbeurteilt werden.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 306,308,312 B 71 -
 
 
 
 
 
 
 
 


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