Leuthari                                                     Herzog der Alamannen (643)
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Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 1921
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Leuthari, Herzog der Alemannen
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Griff in die Auseinandersetzungen am austrasischen Königshof nach dem Tod König Dagoberts I. 638/39 und des Hausmeiers Pippin der Ältere 640 ein. Zusammen mit Bischof Kunibert von Köln unterstützte er die Anwartschaft von Pippins Sohn Grimoald auf das Majordomat und tötete dessen Konkurrenten Otto, den Erzieher des austrasischen Königs Sigibert III.

Literatur:
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H. Ebling, Prosopographie der Amtsträger des Merowingerreiches 613-741 (Beih. der Francia 2, 1974).


Geuenich, Dieter: Seite 99,159
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"Geschichte der Alemannen"

Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf einen weiteren Alemannen-Herzog Leuthari, der nach der Chronik Fredegars im Jahre 643 Otto, den Erzieher des Königs Sigibert III., tötete und damit die Bestrebungen Grimolads (643-661/62) zur Erlangung des Hausmeieramtes am austrasischen Hof unterstützte. Ob er zeitgleich mit Gunzo amtierte, dessen Herzogtum dann regional begrenzt und nicht auf die gesamte Alamannia bezogen gewesen wäre, entzieht sich unserer Kenntnis, zumal wir auch den Herrschaftsbereich des Leutharinicht kennen.
643
Der Alemannen-Herzog Leuthari läßt Otto, den Erzieher des Franken-Königs Sigibert III., ermorden und ebnet damit Grimoald dem Älteren den Weg zur Erlangung des Hausmeieramtes in Austrasien.

Ewig Eugen: Seite 143,195
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"Die Merowinger und das Frankenreich"

Auf der Seite des PIPPINIDEN standen außer Adalgisel und Kunibert von Köln sowie Chlodulf und Ansegisel, den Söhnen Arnulfs von Metz, der Herzog Bobo von der Auvergne und der Alemannen-Herzog Leuthari. Diese Gruppe setzte einen Feldzug gegen Radulf undf den mit ihm verbündeten AGILOLFINGER Fara durch.
Im alemannischen Bereich deuten sich in der Zeit Dagoberts I. und Sigiberts III. Veränderungen an, die sich jedoch in der 2. Hälfte des 7. Jh. nicht mehr verfolgen lassen. Die Herzöge Chrodebert und Leuthari standen in engeren Beziehungen zum merowingischen Hof und gehörten  vielleicht wie die HEDENE und der Thüringer-Herzog Radulf der austrasischen Reichsaristokratie an. Chrodobert führte eines der Heere Dagoberts gegen Samo an (631/32), Leuthari erschlug Grimoalds Rivalen Otto (um 642) und erleichterte damit dem PIPPINIDEN den Aufstieg zum Hausmeier. Es mag sein, daß sich unter ihnen der Herrschaftsschwerpunkt schon vom Bodensee zum Neckar verschob, doch bleibt dies Vermutung.
 
 
 
 

Literatur:
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Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 143,195 - Geuenich, Dieter: Geschichte der Alemannen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1997, Seite 99,105,159 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991 Seite 35 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 19 -
 
 
 
 
 


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