Chazo                                                       Graf in der Ahalolfsbaar
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Sohn des N.N.
 

Borgolte Michael: Seite 95
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"Die Grafen Alemanniens"

CHAZO
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belegt als Graf Bereich der Alaholfsbaar 854 VII 22)

Beleg mit comes-Titel:
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D LdD Nr. 69 (= W II Nr. 433, ThUB 1 Nr. 87)

Literatur:
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Stälin, Geschichte I 332 - Baumann, Zur schwäbischen  Grafengeschichte 32 A. 4 - Ders., Gaugrafschaften 71 - Jänichen, Baar und Huntati 114f., Tafel 2: "Die Bertholde" und Tafel: "Die Grafen der Baaren" im Anhang - Schulze, Grafschaftsverfassung 117 - Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens, Kap. V. 4 - Ders., Alaholfingerurkunden, bei A. 159

Als St. Gallen im Juli 854 ab omni censu et omni servitio gegenüber Konstanz befreit wurde, verfügte Ludwig der Deutsche, dass das Kloster dem Bistum zur Ablösung bestimmte Besitzungen übereignen sollte. Diese lagen in 4 Grafschaften der Baar. In comitatu Chazonis comitis in pagello Suuercenbuntare fielen die villa Mundingen mit einer Kapelle und Zubehör, in Stetten, Altsteußlingen, Hayingen und Wilzingen Güter mit 156 Mancipien beiderlei Geschlechts an Konstanz. Aus der Formulierung der Quelle geht nicht unbedingt hervor, dass die Swerzenhuntare einen eigenen Comitat gebildet hat; sie besagt, dass die genannten Ortschaften in der Swerzenhuntare gelegen haben und dem Amtsbereich Chazosangehörten. Die Überlieferung des 8./9. Jahrhunderts läßt auch nicht erkennen, ob der von Chazo verwaltete Comitat längeren Bestand gehabt hat und wo seine Grenzen gegenüber anderen Grafensprengeln verlaufen sind (s. Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 167, 169).
Chazo ist aufgrund seines Namens, einer Kurzform zu Chadaloh, und wegen der Lage seines Comitats im Bereich der Alaholfsbaar als ALAHOLFINGER betrachtet worden (Baumann, Jänichen). Dieser Ansicht darf man wohl beitreten, zumal die ALAHOLFINGER nachweislich Besitzungen in den Orten des Königsdiploms, in Altsteußlingen (W I Nr. 81; s. Art. Agylolf) und Wilzingen (Nr. 186, s. Art. Bertold II; Nr. 228, s. Art. Chadaloh I), hatten.
Bemerkenswert ist, dass Chazo als mutmaßlicher ALAHOLFINGER durch ein Königsdiplom als Inhaber eines Comitats bezeugt wird; am Beginn des 9. Jahrhunderts hatten nämlich Chadaloh (I) und Bertold (III), Angehörige des Geschlechts, ihre vom König unabhängige Grafenstellung im Gebiet der Alaholfsbaar betont. Die Vermutung Baumanns (Zur schwäbischen Grafengeschichte), Chazo sei mit dem um 890 belegten Grafen Chadaloh (II) im Alpgau und Aargau identisch gewesen, kann aus chronologischen Gründen kaum richtig sein.


Literatur:
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Borgolte Michael: Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Eine Prosopographie. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1986 Seite 92,95 - Borgolte Michael: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Vorträge und Forschungen Sonderband 31 Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1984 Seite 133,166-168,239 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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