Berthold                                                   Graf
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Sohn des N.N.
 

Mitterauer Michael: Seite 23
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"Karolingische Markgrafen im Südosten"

Ein Graf Berthold war zusammen mit Immas Vater Hnabi 724 an der Gründung des Klosters Reichenau beteiligt. Er ist der Ahnherr der ALAHOLFINGER, die nach ihrem häufig wiederkehrenden Leitnamen auch BERTHOLDE genannt werden. Dieses Geschlecht hatte an vielen Orten Besitz, wo wir die GEROLDE angetroffen haben. H. Jähnichen hat unter anderem Seedorf, Dietingen, Dormettingen, Endingen, Waldstetten und Zillhausen Güternachbarschaft der beiden Familien nachgewiesen. Dasselbe gilt für Heidgau und Essendorf, wo sowohl Graf Udalrichs ältester Sohn Bebo als auch Graf Chadalhoh Besitz hatten. Alle diese Güter gehen wohl auf gemeinsame Ahnen der GEROLDE und BERTHOLDE zurück.

Borgolte Michael: Seite 69
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"Die Grafen Alemanniens"

BERTOLD (I)
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724 IV 25

Belege mit comes-Titel:
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Die Gründungsurkunden der Reichenau 82 Nr. I (= Brandi, Die Reichenauer  Urkundenfälschungen 90 Nr. 1), 85 Nr. 11 (= Brandi 92 Nr. 2)

Belege ohne comes-Titel:
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Herimanni Augiensis Chronicon 98 ad a. 724 (mit princeps-Titel), Vita S. Meginrati 445 c. 2, Chronik des Gallus Öhem 9

Literatur:
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Stälin, Geschichte I 242f., 618 - Baumann, Gaugrafschaften 122 - Brandi, Die Reichenauer Urkundenfälschungen 105 - Tumbült, Hegau 691 f. - Beyerle, Gründungsgeschichte 519 mit A. 5 - Bauer, Gau und Grafschaft 76,82 f. - Bader, Zum Problem 422-424 - Beyerle, Zum Problem 311f. - Mayer, Die Anfänge der Reichenau 326f. - Jänichen, Baar und Huntati 142f. - Schulze, Grafschaftsverfassung 72f.,109 - Prinz, Frühes Mönchtum in Südwestdeutschland 69,71 - Jänichen, Nebi und Berthold - Walther, Fiskus Bodman 232-236,238 - Heidrich, Grundausstattung 52,58 - Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens, Kap. I

In den "Gründungsurkunden" der Reichenau vom 25. April 724 teilt der Hausmeier Karl Martell dem dux Lantfrid und dem comes Bertoald mit, er habe den Bischof Pirmin, der mit seinen Pilgermönchen aus Gallien nach Alemannien gekommen sei, in seinen Schutz aufgenommen und als Wohnort die Insel Sindleozzesauua angewiesen, damit Pirmin dort ein Kloster errichten könne. Zur Ausstattung der Mönchsgemeinschaft schenkt Karl Martell 5 namentlich genannte Orte aus Fiskalbesitz im Hegau und die königliche villa Erftnotingas auf der anderen Seite des Rheins sowie 24 abgabepflichtige Leute im Thurgau. Er befiehlt Lantfrid und Bertoald als seinen missi, Pirmin und seine Mönche auf die Insel zu führen und mit den genannten Gütern auszustatten. Die Urkunden, die noch weitere, hier nicht im einzelnen wichtige Bestimmungen enthalten, sind schon lange als Fälschungen des 12. Jahrhunderts erkannt. Trotzdem gilt seit Brandis eingehenden Untersuchungen als sicher, dass sie historisch glaubwürdige Überlieferungen enthalten. Vor kurzem hat eine diplomatische Analyse durch I. Heidrich ergeben, dass beiden Urkunden ein Königsdiplom Theuderichs IV. und eine Urkunde des Hausmeiers zugrundegelegen haben, die wirklich vom April 724 datierten (Heidrich, Grundausstattung; vgl. Ewig, Bemerkungen). Das Herrscherdiplom war demnach an Herzog Lantfrid und Graf Bertold adressiert und verfügte die Schenkung der Insel Reichenau an Pirmin. Die in den Falsifikaten des weiteren genannten Bodanrückorte Markelfingen, Allensbach, Kaltbrunn, Wolirnatingen und Allmannsdorf (Karte bei Borgolte, Kommentar: MN 15) sowie Ermatingen (ebd. N 15) und die 24 homines im Thurgau sollen aber vom Fälscher ergänzt sein. Das von Karl Martell ausgestellte Dokument wird als Schutzbrief für Pirmin und seine monachi peregrini angesehen. Legt man die Deutung von Heidrich zugrunde, dann hat Bertoldam westlichen Bodensee, dem Bereich des später belegten Fiskus Bodman, nach Herzog Lantfrid ein Mitverfügungsrecht an merowingischem Königsgut ausgeübt. Wie der dux wäre er an Weisungen der fränkischen Zentralgewalt gebunden gewesen. Aus den Urkunden geht, auch wenn man Heidrich hinsichtlich der fünf Orte am Bodanrück und Ermatingens nicht folgen sollte, keinesfalls hervor, dass Bertold Graf des Hegaus (Tumbült) oder des Thurgaus (Beyerle, Schulze 72f.) gewesen ist. Nur in der Funktion der Königsgutsverwaltung an einem Ort ist er bezeugt (Borgolte).
Das Jahr 724 der Reichenauer Urkunden bestätigt Hermann der Lahme, der ansonsten den Gründungsvorgang abweichend schildert: Sanctus Pirminius abbas et chorepiscopus a Berbtoldo et Nebi principibus ad Karolum ductus, Augiaeque insulae ab eo praefectus, serpentes inde fugavit, et coenobialem inibi vitam instituit annos 3 (Herimanni Augiensis Chronicon 98, vgl. Chronik des Gallus Öhem 9). An der Stelle Lantfrids steht hier Nebi, während der Name Berhtoldus dem Bertoaldus der Urkunden entspricht. Bei Hermannus Contractus wird Bertold wie Nebi als princeps bezeichnet, während ihn der Verfasser der Vita S. Meginrati, der sich der Gründung ebenfalls kurz zuwendet, als nobilisstmus Alemannorum rühmt (zum angeblichen dux-Titel in der Vita bereits Dümgemone, Adnotationes 333 mit A. 1).
Über die Einordnung Bertolds in mehr oder weniger bekannte genealogische Zusammenhänge ist viel geschrieben worden. Keine Grundlage in den Quellen fanden die Thesen, Bertolt sei ein Bruder Nebis (s. Stälin 242f., vgl. aber ebd. 618; Tumbült; Bauer 76) oder der Sohn eines Folcwald gewesen (so Jänichen, Nebi und Berthold). Der Name deutet auf die BERTOLDE (ALAHOLFINGER), doch hat Beyerle (Gründungsgeschichte) auch auf Graf Pebo im Zürichgau hingewiesen. Besonders umstritten war die Frage, ob Bertoldder Bertoldsbaar ihren Namen gegeben habe (zuletzt Jänichen, Baar und Huntari) oder ob ein früherer (Baumann) oder späterer Bertold (Bohnenberger, Landstrichsnamen 123) in Betracht gezogen werden müsse (unentschieden Bauer 82f., Bader). Jedenfalls dürfte der Name aber dafür sprechen, dass Bertoldmit dem Eponymen der seit ca. 763 belegten Baar mindestens verwandt war. Da Lantfrids Vater, Herzog Gottfried, ca. 700 in der weiteren Umgebung der Bertoldsbaar, in Cannstatt, residiert hatte (W I Nr. 1), sollte man auch enge Verbindungen zwischen dem Herzog und dem Grafen vermuten. Es entspräche der politisch selbständigen Stellung Herzog Gottfrieds gegenüber dem arnulfingisch-pippinidischen Hausmeier und der verfassungsmäßigen Rolle des dux nach der unter Lantfrid revidierten Lex Alamannorum, wenn Bertold von Gottfried (+ 708/ 09) oder Lantfrid (+ 730) zum Grafen berufen worden wäre. Freilich könnten die weitausgedehnten alaholfingischen Besitzungen, deren Ursprung chronologisch nicht genau bestimmt werden kann, und das fürstengleiche alaholfingische Selbstverständnis (Borgolte, Alaholfingerurkunden) auch darauf hindeuten, dass Bertold aufgrund einer adelsherrschaftlichen Position comes geworden war (Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens, Kap. I).
In Gedenkbüchern ist Bertold nicht nachgewiesen. Der Bertolt comis, der als verstorbener Wohltäter Reichenaus zusammen mit Cerolt comis, Odalrich comis und Pirihtilo comi[s] in das Verbrüderungsbuch des Inselklosters von anlegender Hand eingetragen wurde (Das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau 114), hat mit großer Wahrscheinlichkeit erst Ende des 8. Jahrhunderts gelebt (s. Art. Bertold II).


Literatur:
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Borgolte Michael: Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Eine Prosopographie. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1986 Seite 69,184,198 - Borgolte Michael: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Vorträge und Forschungen Sonderband 31 Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1984 Seite 25-28,138,140,142,154,199,206,246 -
 
 
 
 
 
 
 


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