Agilolfus                                                  Graf in der Aulaulfisbaar
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Sohn des Grafen Halaholfus und der Hildiberga
 

Wenskus Reinhard: Seite 426
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"Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel"

So könnte man auf den Gedanken kommen, dass Graf Gerold, der Gemahl Immas, ein Sohn des ALAHOLFINGERS Agilolf und mit dem Schenker in Bürstadt, der der Sohn eines Eigilulf/Agilolf war, doch identisch sein könnte. Dann kann aber dieser nicht mit dem Tradenten in Erbesbüdesheim gleichgesetzt werden. Die Schenkung Egilolfs in Erbesbüdesheim datiert vom Oktober/Dezember 778. Wenn diese Schenkung nicht von einem Salmann durchgeführt wurde, kann dieser Egilolf also nicht mit Agilolf, dem Sohn Halaholfs, identisch sein, denn dessen Frau Theotperga/Theotbirg wird schon am 13. März 778 als deo sacrata anläßlich einer Schenkung (Kirche mit Pertinentien) in Nauborn und Breitenbach bei Wetzlar sowie in Haiger bezeichnet. Dass wir hier in Nauborn die Frau des ALAHOLFINGERS vor uns haben, wird dadurch nahegelegt, dass wir sowohl in Nauborn wie auch in Breitenbach mit ihr Tradenten finden, die wie Theoto und Erlulf agilolfische Namen tragen.
Dass weiterhin der Schwiegervater KARLS DES GROSSEN mit den ALAHOLFINGERN besitzmäßig eng verbunden ist, dass Gerold einen Teil des Baarenraums beherrscht und ihre Schenkungen häufig die gleichen Orte betreffen, wird man weder allein aus dem Erbe Immas noch aus fränkischem Eingriff klären können. So scheint es am nächstliegenden zu sein, ihn zu den Söhnen Agilolfs zu zählen, die in den St. Galler Urkunden zwar erwähnt, aber nicht mit Namen genannt werden. Dennoch müssen wir die Filiation in dieser Form in Frage stellen, wenn auch viele Indizien darauf hinweisen, dass Gerold den ALAHOLFINGERN zuzuordnen ist.

Borgolte Michael: Seite 43-45
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"Die Grafen Alemanniens"

AGYILOLF
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Bereich der Alaholfsbaar 775/76/78/79

Beleg mit comes-Titel: W I Nr. 81 (= ChLA I Nr. 87; Clavadetscher-Starkle, Dorsualnotizen 24f. [ohne comes-Titel])

Literatur:
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Meyer von Knonau, Die angeseheneren Urheber 233 A. 44 - Baumann, Gaugrafschaften 80 - Bauer, Gau und Grafschaft 78 A. 146 - Zöllner, Agilulfinger 132f. - Jänichen, Baar und Huntari 134, 137, Tafel 2: "Die Bertholde" und Tafel: "Die Grafen der Baaren" im Anhang - Tellenbach, Der großfränkische Adel 52f. - Baumhauer, Monasterium Sancti Petri 16-18, 85f. - Mayr, Studien 116-122,152f. - Wenskus, Sächsischer Stammesadel 87,426f. - Schnyder, Luzern 252-256 - Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens, Kap. V. 4 - Ders., Alaholfingerurkunden, bei AA. 51,77,144

Graf Agylolf wird nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nur durch eine Quelle, eine St. Galler Urkunde von 775,776,778 oder 779, bezeugt (W I Nr. 81). Er hat diese carta zusammen mit Verwandten ausgestellt. Obwohl der Text passagenweise unklar formuliert ist, läßt sich ihm meines Erachtens folgendes sicher entnehmen (vgl. Borgolte, Alaholfingerurkunden, bei A. 51): Beim Zeitpunkt der Urkundenausstellung sind Alaholf und seine Gemahlin Hitta-Hildeberga bereits verstorben; sie waren die parentes ihrer Söhne Agylolf und Asulf und ihrer nepotes Wolvin und Bertold. Entweder allein oder unter Beteiligung der filii und nepotes hatten Alaholf und Hitti das Peterskloster in Marchtal an der oberen Donau errichtet und dabei mit Kolonen in Marchtal, servi des hl. Michael aus einem nicht näher bezeichneten Ort, Kolonen der Martinskirche von Altsteußlingen und Kolonen der Martinskirchie in Kirchbierlingen ausgestattet. Die Kolonen- und servi-Schenkung der parentes wird durch die Nachkommen bestätigt; eine frühere Urkunde Alaholfs und Hittas mit dem geschilderten Rechtsinhalt scheint es aber nicht gegeben zu haben. Die Donation Alaholfs eurde durch Schenkungen seiner filii und nepotes ergänzt; aus der carta geht nicht eindeutig hervor, ob es sich hierbei um Konfirmationen froherer Akte oder um aktuelle Schenkungen gehandelt hat. Von Agylolf und seiner Gemahlin Teotperga und deren Söhnen erhielt das Kloster des hl. Petrus Kolonen in Marchtal, von Asulf und seiner Gemahlin Hildilenda und deren Töchtern Kolonen in Taiheim, von Wolvin Kolonen in Datthausen. Alle im einzelnen genannten Güter, die in unmittelbarer Nachbarschaft Marchtals lagen, werden anschließend zusammen mit dem Kloster an St. Gallen gegeben; diese Tradition hat, wie aus dem folgenden Zitat erhellt, den eigentlichen Anlaß für die Niederschrift der Urkunde gegeben. Quantum ad nos pertinet in omnibus conuenentiae nostre adque rogidi fiel sublimis pedimus, hec omnia, que superius diximus, ad monasterium sancti Gallonis tradimus adque transfundimus uel eorum dominius ad regulam confirmandam esse petiuimus, ad Marthala monasterit capud uel dominius esse deb[e]-a[nt...] eorum anima, qui bunc monasterium sancti Petri construxerunt, orrare debeant. St. Gallen sollte also Herr im Peterskloster werden, um hier das reguläre monastische Leben zu fördern (diese Deutung der Frühgeschichte Marchtals auch bei Meyer von Knonau 232 f. und Schwarzmaeir, Emerkingen 184; anders Baumhauer, bes. 108-110, danach Jänichen, Obermarchtal, und Schnyder 309-322).
Die Gründung des monasterium an der Donau hat 775/9 noch nicht lange zurückgelegen; die von Alaholf geschenkten Unfreien lebten noch und konnten namentlich benannt werden. Alaholf hat, wie aus der Urkunde hervorgeht, über verschiedene Kirchen in der Umgebung verfügt und in Marchtal ein neues religiöses Zentrum errichtet, indem er von ihm abhängige Menschen vom Dienst dieser Kirchen in den Dienst des Kloster überleitete. Diese Maßnahmen zur Herrschaftskonzentration standen offenbar in Spannung zu den Aktivitäten Fulrads von Saint-Denis, der gleichzeitig seiner westfränkischen Abtei im O Alemanniens Fernbesitz verschafft hat (Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 163; s. auch Art. Ruthard). Zielte Fulrads Politik auf die Integration des schwäbischen Raumes ins Frankenreich, so muß man folgern, dass Alaholf und seine Verwandten nicht zur fränkischen "Reichsaristokratie", sondern zu einem älteren, eingesessenen Adel gehörten, der seine Position zu bewahren suchte und statt reichsweit alemannisch dachte.
Die Urkunde von 775/79 gibt nicht preis, ob bereits Alaholf die Übergabe Marchtals an St. Galten geplant hatte, die Agylolfund die anderen Tradenten durchführten. Dieser Vorgang erscheint jedoch als Konsequenz des Gründungsaktes, wie wir ihn interpretiert haben. Zwar hatte sich die Lage Alemanniens in den 70-er Jahren, das heißt seit dem Beginn der Königsherrschaft KARLS DES GROSSEN in dem Lande, entspannt, doch mehren sich erst am Ende des 8. Jahrhunderts die Anzeichen, dass das ursprünglich KAROLINGER-ferne St. Gallen als verläßlich galt. Warins Sohn Isanbard scheint über seine um 779 zu datierende Absetzung hinaus die durch Konfiskationen des Vaters erworbenen Güter behalten zu haben und sah sich erst 798/806 veranlaßt, einen Ausgleich mit der von Warin bedrückten Abtei zu suchen. Und im rätisch-alemannischen Grenzgebiet am oberen Zürichsee, wo alte Freunde St. Gallens und Gegner der KAROLINGER wohnten, können erst wieder seit ca. 796 größere Traditionen an die Abtei an der Steinach beobachtet werden. Die bedeutende Schenkung Marchtals und seiner Pertinenzen lag also offenbar noch nicht auf der Linie der Reichspolitik; Agylolfund seine Verwandten nützten wohl die Liberalisierung unter KARL DEM GROSSEN aus, handelten aber nicht im  Interesse der Reichspolitik.
Unter den vier Hauptbeteiligten der Tradition von 775/79 kam Agylolf zweifellos der Vorrang zu. Er steht an erster Position der Aussteller, trägt den comes-Titel und verfügt als einziger wie sein Vater Alaholf über Güter in Marchtal selbst. Agylolf ist aber nicht Alleinerbe oder Alleinbesitzer des Klosters Marchtal; sein Bruder Asulf und seine Verwandten Wolvin und Bertold haben vielmehr offenbar gleichberechtigte Anteile. Über Agylolf, Teotperga und ihre dem Namen nach unbekannten Söhne sowie Asulf, Hildilenda und ihre ebenfalls nicht genauer bezeichneten Töchter sind weitere Zeugnisse nicht bekannt. Die neuerdings von Wenskus (426) vorgeschlagene Identifikation von Agylofs Gemahlin mit Theatbirc deo sacrata in einer Lorscher Urkunde vom 13.3.778 (CL III Nr. 369a; in Nr. 3058 steht Theutbirg ohne Standesbezeichnung) ist unsicher. Auch hinsichtlich Wolvins und Bertolds gibt es keine Quellen, die sich direkt mit einem der Brüder in Verbindung bringen lassen. Sehr wahrscheinlich ist aber Wolvin mit einem Beauftragten KARLS DES GROSSEN in Italien, dem ersten fränkischen comes von Verona, personengleich gewesen (Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 163), während Bertold seit Meyer von Knonau mit dem Grafen Bertold (II), dem Gemahl der Gersinda, identifiziert wird, der unter anderem Chadaloh (I) und Wago zu Söhnen hatte. An die Familie dieses Bertold ging offenbar die Stellung der Verwandtengemeinschaft von 775/79 im Bereich der Alaholfsbaar über. Im Jahr 805 haben Chadaloh und Wago über eine Kirche in Marchtal verfügt; zweifellos hat es sich dabei um die Kirche des Petersklosters gehandelt, das 775/79 an St. Gallen tradiert worden war, von dem aber seither alle Nachrichten fehlten. Entweder bereits der Graf Bertold (II) oder seine Söhne haben es zwischen 775/79 und 805 vermocht, den zentralen Platz der Verwandten um Alaholf bzw. Agylolf in ihre Hand zu bekommen. Ebenso wie Alaholf und gewiß auch Agylolf besaßen Bertold (II), Chadaloh (I) und Wago über Marchtal hinaus im Bereich der Alaholfsbaar bedeutende Ländereien.Agylolf, Bertold (II), Chadaloh (I) und Chadalohs Sohn Bertold (III) haben sich jeweils bei Rechtsgeschäften mit St. Gallen als comes bezeichnet. Von Bertold (II) auf Chadaloh (I) und von diesem auf Bertold (III) ging der Grafentitel in Vater-Sohnes-Folge über. Wohl mit der Ausnahme Bertolds (III) ist aber keiner der vier Grafen jemals in der sub N. comite-Formel belegt, während die mit Bezug auf Ortschaften in der Alaholfsbaar so bezeugten Grafen nicht als Angehörige Alaholfs gelten können.
Agylolf wurde von Baumann als Graf im Affa, von Jänichen als Graf in der sogenannten östlichen Albuinsbaar und in der Munigisingeshuntare (Baar und Huntari, ebd.: Tafel "Die Grafen der Baaren") bzw. als Vorsteher eines Huntarenverbandes (ebd. 137) bezeichnet. Keine dieser Annahmen ist ausreichend begründet; bereits die Art der Bezeugung erlaubt nicht, Agylolf einem bestimmten Sprengel zuzuweisen. Im übrigen lassen sich aber gräfliche Amtsbereiche, wie sie Baumann und Jänichen angesprochen haben, im Bereich der Alaholfsbaar gar nicht ermitteln (Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 167f.); unbewiesen blieb auch die Existenz eines Huntarenverbandes (Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 147). Agylolf kann wahrscheinlich überhaupt nicht als königlicher Amtswalter im Bereich der Alaholfsbaar betrachtet werden; er hat wohl, wie später Chadaloh (I) und Bertold (III), seine Stellung aus eigenem, in vor-kariolingische Zeit zurückgehenden Recht begründet. Für diese Annahme spricht die Frühgeschichte Kloster Marchtals, an der Agylolf maßgeblich beteiligt war. Zu Agylolfs Zeit sind an der oberen Donau noch keine Grafen in der Grafenformel belegt.
Als Sohn Alaholfs und Verwandter Bertolds gehört Agylolf zum Geschlecht der ALAHOLFINGER oder BERTOLDE (Borgolte, Alaholfingerurkunden, bei AA. 1 und 7). Der Name Agylolfs weist auf das offenkundig weit verzweigte Geschlecht der AGILOLFINGER hin, dem neben den bayerischen auch die altalemannischen Herzöge angehört haben sollen und zu dem die ALAHOLFINGER als "jüngere Familie" gezählt werden (vgl. die Zusammenfassung der jüngeren Forschungen bei Zöllner, Geschlecht der Agilolfinger 104f.).



  oo Theotperga/Theotbirg
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Literatur:
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Borgolte Michael: Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Eine Prosopographie. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1986 Seite 43-45,73,75,89 - Borgolte Michael: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit.Vorträge und Forschungen Sonderband 31 Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1984 Seite 69,163,238,251 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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