Wamba                                           König der Westgoten (672-680)
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     nach 680
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 2008
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Wamba, König der Westgoten 672-680
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      688

Wurde unmittelbar nach dem Tode Reccesvinths am 19. September 672 in Gerticos zum Nachfolger gewählt und in Toledo gesalbt (erste eindeutig bezeugte Salbung eines westgotischen Königs); sein Königtum wurde jedoch von den übergangenen Nachkommen Chindasvinths angefochten. Während Wamba einen Feldzug gegen aufständische Vaskonen anführte, erhob sich in Septimanien der comes von Nimes, Hilderich; der gegen ihn entsandte Dux Paulus stellte sich nach der Besetzung von Narbonne mit Unterstützung der Franken selbst an die Spitze des Aufstandes. Zur See wurde die westgotische Flotte von den Arabern, die bereits Tanger erobert hatten, bedroht. Wamba suchte seinerseits die geschwächte Macht des westgotischen Königtums durch Verteidigungsmaßnahmen zu konsolidieren; so zwang er die Grundherren, einen Teil ihrer 'servi' mit Waffen auszurüsten, ließ die Mauern von Toledo ausbessern und die Stadt dem Schutz der Reliquien anvertrauen. 675 fand unter Wamba das XI. Konzil von Toledo statt, ebenso ein Konzil in Braga. Nach den Akten des XII. Toletanum wurde Wamba durch eine Intrige des comes Ervig, eines Adligen byzantinogotischer Herkunft mit Verwandtschaftsbeziehungen zu  den rivalisierenden Chindasvinth-Nachkommen, gestürzt: Ervig ließ den König in der Nacht des 14. Oktober 680 mit einem Schlaftrunk betäuben und durch Tonsur regierungsunfähig machen. Danach war Wamba über sieben Jahre in einem Kloster interniert und erlebte noch den Übergang des Königtums an den wohl mit ihm verwandten Egica (687). - Die sogenannte Divisio Wambae, eine angeblich auf Weisung Wambas von einer Toledaner Synode beschlossene Bistumseinteilung, ist eine Fälschung wohl des frühen 12. Jh.

J.M. Alonso-Núñez



Thiele, Andreas: Tafel 219
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

WAMBA
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Wamba war Herzog und Heerführer des Königs Rekkiswinths und wurde 672 dessen Nachfolger als König zu Toledo, womit offen große Bürgerkriege im Reich ausbrachen. Er mußte 672/73 einen Thronkrieg gegen Herzog Paulus führen, der sich in Narbonne/Septimanien zum Gegen-König aufwarf. Er unterwarf die Basken und den Herzog Paulus und warf die Franken aus Narbonne/Septimanien. Erstmals tauchten während König Wambas Zeit arabisch-maurische Schiffe an Spaniens Küsten auf und es kam zu Verunsicherungen und Plünderungen der Küstenregionen. Wamba wurde 680 abgesetzt und als Mönch ins Kloster gesteckt.



Wamba, ein tapfere Kriegsmann, wurde zu Gerticos bei Salmananca, dem Sterbeort seines Vorgängers, zum König gewählt und am 19.9.672 zu Toledo vom Metropoliten Quiricus gesalbt. Bis September 673 unterdrückte er einen Aufstand des Grafen Hilderich von Nimes in Septimanien, das vom Reich abgefallen war. Am 1.11.673 erließ er ein Gesetz zur Reorganisierung des Heeres. Seine Residenz Toledo ließ er mit Wehrbauten versehen. Während seiner Regierung kam es zu ersten Zusammenstößen mit den Arabern. Am 14.10.680 wurde Wamba durch seinen Großneffen und Günstling Erwich durch einen Trank, der ihn töten sollte, bewußtlos, in diesem Zustand wurde er zum Mönch geschoren und ins Kloster von Pampliega bei Burgos gebracht. Er machte nicht den mindesten Versuch, aus der Stille des Klosters wieder hervorzutreten und dem Giftmischer die gestohlene Krone zu entreißen.
 
 
 
 

Literatur:
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Claude, Dietrich: Adel, Kirche und Könihgtum im Westgotenreich. Vorträge und Forschungen Sonderband 8, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1971 Seite 154-164 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 142,176 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 197 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 219 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 726 -