Tochter des Herzogs Theodo
I. von Bayern aus dem Hause der AGILOLFINGER
und der
Gleisnot
Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 798
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Uta, bayer. Prinzessin 7. Jh.
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†
Vater:
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Herzog Theodo
oo wahrscheinlich Grimoald, langobardischer Herzog († 672)
Laut “Vita Haimhrammi” des Freisinger Bischofs Arbeo
erschien
Uta, die von einem herzoglichen
Beamten verführt worden sei, beim heiligen Emmeram in Regensburg
und bat ihn, “eine fremde Sündenschuld auf sich zu nehmen, um die
Zuchtrute abzuwenden".
Emmeram war einverstanden.
Doch das hielt den Vater nicht zurück, seine Tochter
gefangennehmen zu lassen und nach Italien zu verbannen.
Dort heiratete genau zur selben Zeit nach den Berichten
des langobardischen Geschichtsschreibers Paulus Diaconus ein “gefangenes
Mädchen Ita (= Uta)” den
langobardischen
Herzog
Grimoald. Wahrscheinlich war es Uta
aus Bayern.
Literatur:
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R. Reiser, Agilolf od. d. Herkunft d. Bayern, 1077.
Spindler Max: Seite 121,147
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"Handbuch der bayerischen Geschichte. Erster Band Das
alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts."
Allerdings muß man annehmen, daß dann zwei
Kinder des Herzogs im Ordo nicht aufgeführt worden sind, Uta
und Lantpert,
das Geschwisterpaar, das mittelbar und unmittelbar Ursache für die
Tötung Emmerams (siehe unten 147f.) war; aber es ist denkbar, daß
die beiden auf Grund ihrer Untat hier nicht genannt worden sind [3 Klebel,
Theodo 177 und 187 vermutet eine zweite Ehe; Paulus Diac. IV 46, Seite
171 erwähnt ein "gefangen gehaltenes aber dennoch adliges Mädchen,
dessen Name Ita war", die Grimoald
(663-672) heiratete und Widemann, Kleine
Beiträge (siehe oben 101), setzt sie mit Uta gleich, vgl. Riezler
I, 1, 184 Anm. 1.].
Als Uta, die Tochter des Herzogs, vom Sohn
eines Richters verführt worden sei, habe Emmeram freiwillig
die Schuld auf sich genommen und sei wegen dieser angeblichen Schuld vom
Bruder Utas,
Lantpert, in Kleinhelfendorf grausam gemartert
worden, als er sich auf eine Reise nach Rom begeben habe. Der historische
Hintergrund dieses Berichtes bleibt ganz im Dunkel. Die Regensburger Tradition
verlegt das Martyrium in das Jahr 652; das würde bedeuten, daß
der hier erwähnte Herzog Theodo nicht mit dem aus dem Anfang
des achten Jahrhunderts bekannten identisch sein kann.
Auch alle anderen Versuche historischer Deutung können
so nur mit allem Vorbehalt angeführt werden: daß die im Anschluß
an den Mord verbannte Uta eine historisch bekannte Ita captiva
puella ist [8 "Dieser (sc. Grimoald,
662-671 König der Langobarden) hatte von einem gefangengehaltenen,
aber dennoch adligen Mädchen mit Namen Ita, einen Sohn
Romuald und zwei Töchter." (Paulus
Diac., Hist. lang. IV 46 Seite 171) 7 und Riezler I 1, 184 Anm. 1.], daß
noch nach Jahrhunderten angebliche Nachkommen Lantperts lebten [1
Nach
Arnold I 11 Seite 552 lebten noch im 11. Jh. Nachkomen Lantperts.],
daß die Romfahrt Herzog Theodos eine Bußfahrt, daß
die exorbitante Strafe für Bischofsmord in der Lex Baiuvariorum eine
Lex Emmeram gewesen sei. Die ganzen Begleitumstände von Emmmerams
Tod sind romanhaft aufgebauscht und in den Einzelheiten so unglaubwürdig,
daß man wohl nur das mit Bestimmtheit sagen kann, daß ein aus
dem Franken-Reich kommender Missionsbischof Emmeram im ausgehenden
siebten Jahrhundert in Bayern das Martyrium erlitt.
oo Grimoald langobardischer Herzog
† 672
Literatur:
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Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag
Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 798 - Jarnut Jörg: Agilolfingerstudien.
Anton Hiersemann Stuttgart 1986 Seite 117 - Spindler Max: Handbuch
der bayerischen Geschichte. Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum
bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
München Seite 121,147 - Werner, Matthias: Adelsfamilien im
Umkreis der frühen Karolinger. Die Verwandtschaft Irminas von Oeren
und Adelas von Pfalzel. Personengeschichtliche Untersuchungen zur frühmittelalterlichen
Führungsschicht im Maas-Mosel-Gebiet, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1982 Seite 225,234 -