Sunilda (Schwanhilde)                    Königin der Ostgoten
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   um 375
 

Tochter des N.N.
 

Schreiber Hermann: Seite 92
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"Auf den Spuren der Goten."

Ins Spiel kommen eine junge schöne Frau, Sunilda und später Schwanhild genannt, und ihre Brüder, dazu in manchen Versionen ihr Gatte, dem Ermanarich sie weggenommen hat, und ein dritter, mißachteter, aber mit tückischer Findigkeit begabter Bruder.
Sunilda, aus ihrem unterworfenen Volk geholt, um das Bett des greisen Ermanarich mit ihrem Feuer zu erwärmen, sein Schlafgemach mit ihrer Schönheit zu beleben, wird aus Haß gegen den Alten, dem sie zu Willen sein muß, und aus Anhänglichkeit an ihr unterdrücktes Volk zu dem, was man heute eine Agentin nennen müßte. Sie konspiriert, sie begünstigt schwelende Rebellionen in der Heimat und wird von Ermanarich als Verräterin (die sie nicht ist, weil sie ja keine Gotin ist) einer grausamen Todesstrafe überantwortet: Vier Pferde zerreißen den schönen Leib Sunildas, indem sie nach vier Richtungen an den Stricken zerren; die Arme und Schenkel lösen sich, wie man es beim Tod des Attentäters Damiens mehr als tausend Jahre später beobachten konnte und wie es bei dieser Gelegenheit eingehend geschildert wurde. Die Todesart also ist nicht erfunden; das Pferd als heiliges Tier der Germanen wird noch an manchem Verräter und sogar an der verbrecherischen Königin Brunehaut ähnliche Verdikte vollstrecken.
 
 
 
 

  oo Ermanarich König der Ostgoten
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Literatur:
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Jordanis: Gotengeschichte. Phaidon Verlag GmbH Essen - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 92 -