Rado                                               Hausmeier in Austrien 623/24
-------                                              Königlicher Kämmerer (Chamar) um 630/31
     nach 635                                  Gründer des Klosters Radolium (Rueil)
 

Nach Dirk Rosenfeld Sohn des vir inluster Authari aus seiner 1. Ehe mit der Aiga
 

Friese Alfred: Seite 17-26
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"Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels"

Radulf (vor 634 bis nach 641/42) war, wie Fredegar anläßlich seiner Einsetzung in Thüringen durch Dagobert I. lakonisch mitteilt, ein Sohn des chamar (filius chamaro; franko-lateinisch camerar zu altfränkisch chamar), jenes königlichen Kämmerers Rado also, den die Vita Audoin custos palatii thesauros nennt und der (wohl um 630/31) die Nachfolge seines zum Bischof von Cahors erhobenen Freundes, des bisherigen königlichen Thesaurus Desiderius, angetreten hatte. Schon Chlothar II. hatte das Ansehen und die politische Begabung Rados genutzt, als er ihn im Jahre 613, nach der Vertreibung der Königin Brunchilde durch eine austrasische Adelspartei, als Hausmeier in Austrasien einsetzte. Warum der vir inluster und Maior domus Rado dieses Amt schon 617/18 aufgab, wissen wir nicht. Rados Eltern, den vir inluster Authari und seine erste Gemahlin Aiga, lernen wir schon um 610 als Gastgeber Columbans in Ussy sur Marne in der Nähe von Paris kennen. Beide Familien gehörten dem besitzmächtigsten und vornehmsten Hochadel an, den König Chlothar II. zur Konsolidierung seiner Herrschaft mit in die Austria nahm, um ein Gegengewicht zu jener um Arnulf von Metz und Pippin dem Älteren angeführten Adelsgruppe zu haben. Aus den Viten Columbans und Audoins von Rouen lernen wir auch Rados Brüder kennen, Ado und Dado/Audoin, die zusammen mit Chagnerichs Kindern Faro de gente Burgundionum, Burgundofara und Chagnoald in der Reichs- und Kirchenpolitik der nächsten Jahrzehnte eine so wichtige Rolle spielen sollten.
Rado zog sich rechtzeitig an den Hof nach Paris zurück, wo seine Brüder Ado und Dado/Audoin zusammen mit Burgundofaro, Filibert von Jumieges und Elegius von Limoges an der scola palatii erzogen worden waren.
Nach dem Tode seines Vaters übernahm Dagobert die Herrschaft im Gesamtreich und ging nach Paris. Sofort zog sich Arnulf vom königlichen Hof und jeder weiteren politischen Tätigkeit zurück und lebte als Einsiedler. In Paris umgaben andere proceres, pontifeces et leudes den König, unter ihnen an hervorragenden Stellen Dado/Audoin und sein Freund Burgundofaro als referendarii, während Radoum 630/31 das Amt des königlichen Kämmerers übernahm. Nur der dritte Bruder, der von Columban zutiefst beeindruckte Ado, verläßt schon 630 den Königsdienst und gründet auf Eigengut in der Brie das Kloster Jouarre an der Marne. Radulfs Vater gilt nach der Vita Agili als Gründer des Klosters Rueil (Radolium). Zusammen mit seinen Brüdern beteiligte er sich um 635 auch an der Gründung König Dagoberts in Rebais-en-Brie.

Ewig Eugen: Seite 117,128
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"Die Merowinger und das Frankenreich."

Chlothar erhob jedoch nicht Pippin, sondern Rado zum austrasischen Hausmeier, dem noch vor 617 Chucus (Hugo) folgte. Warum der König Pippin überging, ist unklar.
Daraus ergaben sich noch vor dem Tod Dagoberts Reibungen zwischen den Regenten, die den PIPPINIDEN und ARNULFINGERN nahe standen, und dem erfolgreichen Thüringer-Herzog, der vielleicht der Sippe des 613 zum austrasischen Hausmeiers erhobenen Rado angehörte.

Schieffer Rudolf: Seite 15
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"Die Karolinger."

Insofern verdient es Beachtung, daß die austrische Hausmeierwürde in den ersten Jahren nach 613 weder Arnulf noch Pippin zufiel, sondern zunächst im Besitz eines Rado und später (617/18) eines Chucus (Hugo) gewesen ist.
 
 
 
 

  oo N.N.
          
 
 
 
 

Kinder:

  Radulf Herzog von Thüringen
       
 
 
 
 

Literatur:
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Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 117,128 - Friese Alfred: Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels. Der mainländisch-thüringische Raum vom 7. bis 11. Jahrhundert. Klett-Cotta Stuttgart 1979 Seite 17-26 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 248 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 15 -