Mundo (Mundus)                           Hunnen-Prinz
----------------------                          Byzantinischer General
um 460 nach 533 gefallen
 

Sohn des Prinzen Gheism; Enkel des Hunnen-Königs Attila
 

Mundo wurde das Haupt der Skamaren, kämpfte gegen Gepiden und Ostrom, schloß sich Theoderich dem Großen an, wurde General, ging zu Justinian I. über, rettete mit Belisar 532 n. Chr. den Kaiserthron, erhielt die Herrschaft über Illyrien und fiel im Kampf gegen die Ostgoten.

Schreiber Hermann: Seite 240
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"Auf den Spuren der Goten."

Selbst in Byzanz hatten die Germanen eine starke Position unter oströmischen Kaisern, und zumindest in einer einzigen schweren Krise dieses Staates war es Mundo, ein Enkel Attilas und der Schwester Ardarichs, der alle Macht in Händen hatte.

Schreiber Hermann: Seite 324
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"Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang."

Unter diesen von Byzanz verwöhnten Hunnen ist ein Enkel Attilas. Diesen einen Enkel von vielen kennen wir mit Namen, und wir erfahren auch sein Schicksal. Er ist ein Sohn des Gepiden-Sprosses Gheism, hat also königliche Großeltern, Herrscherblut von beiden Seiten und Ardarich als Großoheim. Sein eigener Name Mundo weíst auf Mundzuch, den Vater Attilas.
Mundo also, Nachfahre Attilas und der Schwester Ardarichs, lebt mit seinem Stamm bei den Gepiden, gilt als Prinz, solange Ardarich noch lebt, wird zum Verfemten, als Thraserich die Nachfolge antritt und über die Gepiden herrscht. Mundo flieht, wird Räuber, sammelt viel unruhiges Volk an Deserteuren und Marodeuren um sich und überfällt schließlich viele Orte, ja ganze Landschaften. Der aus Heimatlosen zerschlagener Stämme zusammengewachsene Stamm der Skamaren erwählt darauf den großen heimatlosen Mundo zum neuen Haupt, und aus Räubereien werden Krieg, in denen der Attila-Enkel sowohl Gepiden als auch Byzantiner bekämpft.
Eben rechtzeitig aber schlägt er sich auf die Seite des großen Theoderich, der im Begriff ist, Ordnung auf dem Balkan zu schaffen. Der Räuuber wird zum Condottiere, die Skamaren werden eine Art wilder Pandurentruppe, und als Theoderich stirbt, ist der Attila-Enkel Mundo einer der größten Generale des Römer-Reichs.
Niemand kann sich vorstellen, daß der Enkel des Hunnen-Königs unter Amalasuntha Dienst tut. Also geht der Mann, dessen Abenteuer sich die Gesellschaft von Ravenna wie von Konstantinopel seit Jahren zuraunt, an den Hof Justinians nach Byzanz. Justinian, ein Kaiser, der dieses Generals würdig ist, zieht Mundo in seine Nähe. Er fühlt die Kraft unnd die Treue inmitten aller Intrigen, die ihn umgeben, und er ahnt vielleicht, daß dieser Mann ihn retten würde. Im großen Aufstand des Jahres 532, als der neue Kaiser schon ausgerufen ist und Justinian bereits zur Flucht rüstet, führt Belisar die getreuen Fußtruppen, Mundo aber die Reiterei zum Angriff auf das gärende Konstantinopel und rettet dem Kaiser die Residenz, den Thron und das Leben.
Als Lohn dieser tollkühnen Tat erhält Mundo die Herrschaft über Illyrien. Wohl oder übel muß er sich fortan Mundus nennen, obwohl das im Lateinischen etwas ganz anderes bedeutet als sein angestammter Hunnenname.
Damit haben die Ostgoten, die den Söhnen Attilas soviel Unheil brachten, nun einen Attila-Enkel als Herrn über sich, und darum muß Blut fließen. Mundo, der nicht mehr jung sein kann, gibt sein Äußerstes in diesen Auseinandersetzungen. Ein heißer Kampf entbrennt um Salona. Mundo befreit Dalmatien, entreißt den Ostgoten Salona, aber dann greift der Gegner wieder an. Ein Sohn des Mundo, vermutlich Christ und auf den Namen Mauritius getauft - der einzige Sohn vielleicht -, erhält den Auftrag, die herannahenden gotischen Truppen zu beobachten. Der Jüngling greift an, gerät mitten in die Gotenmacht hinein und wird in Stücke gehauen. Und als Mundo dies erfährt, da will auch er nicht mehr leben, da fällt auch von ihm ab, was er als kaiserlicher General an Hüllen und Panzern angelegt hat, und Großvater Attila ist wieder da. Mundo greift sich an Leuten, was er eben aus seiner Garnision zusammenholen kann, schwingt sich aufs Pferd und reitet gegen die Goten. Dem Ungestüm dieses Hunnen an der Spitze der Römer erliegen die Goten zunächst und wenden sich bereits zur Flucht, als einer von ihnen erkennt, wem sie unterlegen sind: dem Oberkommandierenden selbst, Mundus, dem Herrn von Illyrien. Da zückt der Gote das Schwert und sticht zu, und Mundo hat den Tod, den er suchte, wenige Tage nach dem Sterben des Sohnes.
 
 
 

  oo N.N.
        
 
 
 

Kinder:

  Mauritius
  um 500 nach 533
 
 
 
 

Literatur:
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Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite 101,103,128,145 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 130 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Seite 232,251,258,261 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 128 - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 240 - Schreiber Hermann: Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang. Econ Verlag Wien-Düsseldorf 1990 Seite 324 - Schreiber Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes. Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite 357 -