Gibuldus                                         König der Alamannen (5. Jh.)
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    nach 470
 

Sohn des N.N.
 

Geuenich Dieter: Seite 36,73-75,157
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"Geschichte der Alemannen"

Noch in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts bittet der heilige Severin den Alemannen-König Gibuldus, "er solle die Gefangenen, die seine Leute festhielten, in Gnade freigeben", und der König kommt dieser Bitte schließlich nach, indem er "ungefähr 70 Gefangene zurückführte"(Eugipp, Vita S. Severini XIX).
Aus dem gesamten 5. Jahrhundert kennen wir nur zwei Namen von Alemannen-Königen, nämlich Gibuldus und Gebavultus, die möglicherweise sogar ein und dieselbe Person bezeichnen. Die Vita des heilgen Abtes Severin ( 482), die dessen Schüler Eugipp ( nach 533) verfaßt hat, berichtet von einem rex Gibuldus, der den Heiligen "sehr schätzte und verehrte". Vor der Stadt Passau, deren Bürger unter den ständigen Einfällen der Alemannen litten, kam es zu einer Begegnung zwischen dem König und dem Abt, die Gibuldus so nachhaltig beeindruckte, daß er "dem Diener Gottes die Wahl freistellte zu verlangen, was er wolle". Daraufhin ermahnt Severin den König, er "solle sein Volk davon abhalten, römisches Land zu verwüsten", und erbittet die Freilassung von Gefangenen. Der König sagt dies zu, und ein Diakon, "der dem König auf Schritt und Tritt folgte", führt nach einigem Hin und Her "ungefähr 70 Gefangene zurück". Einem anderen Priester gelingt es darüberhinaus, eine weitere "große Zahl von Unglücklichen aus der Gefangenschaft zurück[zuholen]". Diese Episode im Leben des heiligen Severin wird in die Jahre 469/70-476 datiert.
470/76
Der heilige Severin erlangt in der Nähe von Passau vom Alemannen-König Gibuldus die Freilassung von Kriegsgefangenen. Fast zur selben Zeit gelingt es dem heiligen Bischof Lupus, vom Alemannen-König Gebavultus Gefangene seiner Diözese Troyes freizubekommen. Möglicherweise handelt es sich um denselben Alemannen-König Gibuldus/Gebavultus.
 
 
 
 

Literatur:
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Geuenich Dieter: Geschichte der Alemannen. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1997 Seite 36,73-75,157 -