Gibica                                             König der Burgunder
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Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1441
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Gibica, König der Burgunden
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Historisch nicht sicher belegter König der Burgunden, tritt auf als 'Gibica' in der Lex Burgundionum (Leges), literarisch in der »Atlakvida« und der »Völsungasaga« ('Gjuki') als Ahnherr der Burgunder-Könige; im »Waltharius« erscheint er unter dem Namen 'Gibbich' als König der Franci Nebulones (letzteres in der Forschung als Hinweis auf die Nibelungen interpretiert). Einige betrachten ihn als Personifikation des Gottes Wotan; andere sehen ihn stärker als historisch faßbare Gestalt, nämlich als ersten König der vereinigten Burgunden vor ihrer Ankunft am Rhein. Als Söhne bzw. Nachkommen Gibicas werden im Nibelungensagenkreis Gunnar (Gunther), Guttorm (Godomar/Gundomer) und Giselher (Gislahar), in den skandinavischen Sagas auch Hogni (Hagen) genannt. Eine Datierung Gibicas auf das Ende des 4. Jh. bleibt Hypothese.

J. Richard