Gerberga                                        Königin der Franken
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um 750 nach 771
 

Tochter des Langobarden-Königs Desiderius und der Ansa
 

Konecny Silvia: Seite 66 Anm. 14
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"Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert."

Auch von Gerberga wird keine Beteiligung an einer Erhebungszeremonie berichtet, vgl. BM² 115 d. Auch scheint sie keine bedeutende Verwandtschaft hinter sich gehabt zu haben, denn sie stand 771 offensichtlich völlig allein und floh zu Desiderius, BM² 142a.

Dahn Felix: Seite 497,498,500
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"Die Völkerwanderung"

Karlmann war 751 geboren, in erster Ehe vermählt mit Gerberga, aus edlem fränkischen Geschlecht. Schon vor Pippin, welchen sie ihn 770 gebar, hatte er von ihr wenigstens ein Kind.
Karlmann starb am 4. Dezember 771 zu Sa(l)moucy. Sofort war KARL zur Stelle, in Karlmanns Reich, in Corbeny, und nahm von demselben Besitz. Er wurde von einigen Bischöfen und Großen Karlmanns zum König des ganzen Franken-Reichs gesalbt und erhoben. Gerberga floh mit ihren Kindern und wenigen getreuen Vornehmen ihres Mannes, darunter Autchar, nach Italien, den Schutz des Langobarden-Königs anrufend, ohne Grund, meint Einhard, "mit Schmähung des Schwagers, der diese Reise als eine freilich grundlose mit Geduld aufnahm". Aber der "Grund" war eben, daß die Witwe in den Ausschluß ihrer Söhne vom Thron eine schwere Verletzung ihrer Rechte erblickte.
Nur dadurch gewann der Feldzug ein einigermaßen anderes Bild, daß sein kraftvoller Sohn Adalgis, Karlmanns Witwe und Söhne und Autchari mit sich führend, mit einer Schar in das sehr starke Verona abschwenkte. Während das Hauptheer Pavia eingeschlossen hielt, zog KARL mit erlesener Mannschaft vor Verona; alsbald fiel die so feste Stadt. Gerberga und ihre Kinder nebst Autchari ergaben sich; daß Gerberga die Stadt in KARLS Hände geliefert habe, sagt erst der Fortsetzer von Paulus Diaconus, vielleicht ist umgekehrt sie von den Bürgern ausgeliefert worden; ihr weiteres Schicksal erfahren wir nicht.

Herm, Gerhard: Seite 83,94,98
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"Karl der Große"

Der im Alter von 20 Jahren verstorbene Teilherrscher hinterließ eine Frau und Kinder. Sowohl Königin Gerberga als auch Pippin, ihr Ältester, hätten durchaus das Recht gehabt, die Nachfolge des Toten anzutreten, etwa unter der Regentschaft irgendwelcher Großen des südlichen Reichsteils. Und gemeinsam hätten sie auch die gegen KARL gerichtete Politik fortführen können.
Frankens Klerus erkannte den Usurpator widerspruchslos an. Ja, KARL brauchte nicht einmal Gerberga mit ihren Söhnen gefangenzunehmen, um sie ins Kloster zu stecken. Als er durch das Vordertor ihres Gutes Corbeni bei Laon hereinrückte, war sie gerade durch eine Hintertür entflohen. Karlmanns Witwe ging, von wenigen Freunden begleitet, zu Desiderius nach Pavia. Es mag für sie die Rettung gewesen sein, aber es war auch eine Selbstaufgabe. Weder sie selbst noch ihr Mann, noch dessen Kinder werden in späteren Berichten oder amtlichen Dokumenten je wieder erwähnt.
Das Werkzeug, dessen er sich dabei zu bedienen gedachte, war niemand anderer als der älteste Sohn des toten Karlmann. Ihn wollte der Langobarde vom Papst zum fränkischen König salben lassen, um einerseits dessen Erbrecht zu wahren und andererseits sich selbst für die Schmach zu rächen, die ihm durch die Verstoßung Desideratas angetan worden sei. Treibende Kräfte hinter diesem Komplott waren Karlmanns Witwe Gerberga und der langobardische Kronprinz Adalgis - eine nicht ungefährliche Allianz für den fränkischen Alleinherrscher.
Zunächst einmal erfuhr er jedoch, Adalgis habe sich zusammen mit Karlmanns Witwe Gerberga und deren Söhnen nach Verona geflüchtet, um dort ein neues Widerstandszentrum aufzubauen.
Sofort marschierte KARL mit einem Teil seiner Truppen zur Etsch hinüber, nahm die uralte Sperrfeste im Sturm und holte nach, was ihm vor zwei Jahren bei seinem Staatsstreich zu tun erspart geblieben war: Er steckte die Schwägerin samt Kindern ins Kloster. Erst damit war Karlmanns Familie als Faktor der fränkischen Politik ausgeschaltet und ins Vergessen abgedrängt.

Schieffer Rudolf: Seite 71,73,76
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"Die Karolinger"

Deutlich wird das etwa daran, daß beide sich beeilten, in früher Ehe ihren jeweils ersten Sohn nach dem Vater Pippin zu benennen, um gewissermaßen die dynastische Zukunft auf ihre Seite zu ziehen: KARL in einer (später als Friedelehe gelösten) Verbindung mit Himiltrud, die ihm 769/70 ein mißgestaltetes Kind gebar, das gleichwohl den Königsnamen empfing und in den Quellen als Pippin der Bucklige erscheint, und ebenso der vier Jahre jüngere Karlmann nach seiner Heirat mit Gerberga, die 770 auch mit weinem Sohn niederkam, den man Pippin nannte.
Immerhin verschweigen uns die Quellen nicht, daß es damals eine unzufriedene Minderheit vornehmer Franken vorzog, mit Karlmanns Witwe Gerberga und ihren kleinen Kindern ins Exil bei den Langobarden zu gehen.
Während sich vor Pavia die Belagerung bis tief ins Jahr 774 hinzog, erreichte KARL mit geringerer Mühe ein anderees Kriegsziel, als ihm in Verona, vielleicht durch das Zutun von Desiderius' Sohn Adelchis, der nach Konstantinopel entkommen konnte, Karlmanns unglückliche Witwe Gerberga und deren Kinder in die Hände fielen. Da die Quellen über ihr weiteres Schicksal schweigen, haben sie jedenfalls die auf KARL zugeschnittene Dynastie nicht mehr länger gefährden können.

Offergeld Thilo: Seite 307
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"Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter."

Denn Karlmann hinterließ zwei Söhne im Kleinkindalter [21 Namentlich bekannt ist nur Pippin, der 770 geboren wurde; vgl. Annales Petaviani Seite 13 zu 770. Der andere Sohn wäre nach Wolf, Königssöhne Seite 293, der ältere gewesen und um 768/69 geboren, doch spricht die Benennung mit dem Königsnamen dafür, daß Pippin der erste Sohn war; so auch Jarnut, Bruderkampf Seite 169 Anm. 19; Schieffer, Karolinger Seite 71. Sein Bruder ist demnach zum Zeitpunkt der Flucht erst wenige Monate alt gewesen. Vgl.  zum Schicksal der Kinder Jörg Jarnut, Quierzy und Rom. Bemerkungen zu den "promissiones donationis" Pippins und Karls, in: HZ 220 (1975), Seite 265-297; Ders., Bruderkampf Seite 174f.; Kasten, Königssöhne Seite 134 mit Anm. 306.], die aufgrund der vorangegangenen Spannungen von ihrem Oheim KARL alles andere als verwandtschaftliche Fürsorge zu erwarten hatten. Da sich nur eine kleine Minderheit der Großen aus Karlmanns Reich auf ihre Seite stellte, blieb den Knaben und der Königin-Mutter Gerberga nur die Flucht ins langobardische Exil.
Desiderius, der die Karlmann-Familie in seinen Schutz genommen hatte, forderte von dem neuen Papst Hadrian eine demonstrative Königssalbung der Kinder, um dadurch die Herrschaft seines Gegners KARL dynastisch zu destabilisieren. Der Konflikt eskalierte schnell zum Krieg, in dessen Verlauf Gerberga und ihre kleinen Söhne wohl aus taktischen Erwähngungen an KARL ausgeliefert wurden [25 Bezeichnenderweise berichtet auch dies der Liber pontificalis, Hadrian c. 34, Seite 496, während die fränkischen Quellen die Karlmann-Familie 'totschweigen'; vgl. Classen, Thronfolge Seite 226 mit Anm. 94.]. Wie KARL mit ihnen verfuhr, bleibt unbekannt; jedenfalls begegnen sie seitdem nie wieder in den Quellen.
 
 
 
 

  oo Karlmann Franken-König
       751 4.12.771
 
 
 
 

Kinder:

  Pippin
  770

  Sohn
  um 771
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn Felix: Die Franken. Emil Vollmer Verlag 1899 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977, Seite 497,498, 500 - Epperlein Siegfried: Karl der Große. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1974, Seite 19,21 - Herm, Gerhard: Karl der Große. ECON Verlag GmbH, Düsseldorf, Wien, New York 1987, Seite 83,94,98 - Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart 1968, Seite 130 - Illig Heribert: Das erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte. ECON Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1996, Seite 41 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 307 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992, Seite 71,73,76 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990, Seite 24 - Treffer Gerd: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996, Seite 28,31 - Wies Ernst W.: Karl der Große. Kaiser und Heiliger. Bechtle Verlag Esslingen 1986, Seite 61,71,73,87 -