Eutharich                                       Westgoten-Fürst
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um 480 522
 

Sohn des N.N. aus dem Hause der AMALER
 

Thiele, Andreas: Tafel 220
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

AMALASWINTHA
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    535 ermordet
 

  oo 515
       EUTHARICH
                + vor 526

Nachkommen von König Ermanarich; wurde Consul und Patriciuus durch Byzanz und war Thronerbe



Offergeld Thilo: Seite 73,79-82,97
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"Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter."

Ins besondere ist nicht gelungen, die bei Jordanes genannten Nachfolger Ermanarichs, die aus dessen eigenen und den Nachkommen seines Bruders Vultuulf bestehen sollen, widerspruchslos in die historische Entwicklung einzuordnen oder mit den Angaben bei Ammianus Marcellinus in Übereinstimmung zu bringen [85 Allgemein herrschen hinsichtlich dieser jüngeren AMALER-Linie in der Forschung mittlerweile Uneinigkeit und Ratlosigkeit, da deren Konstruktion bei Jordanes offensichtlich den Zweck verfolgt, Theoderichs Schwiegersohn und Erben Eutharich als AMALER zu erweisen, andererseits aber nicht frei erfunden zu sein scheint, vgl. oben Anm. 72 genannte Literatur.].
Denn nachdem die Geburt eines direkten Thronerben, des ersehnten sacer parvolus, ausgeblieben war, hatte Theoderich zwar zunächst seinen Schwiegersohn Eutharich, den er als im Westgoten-Reich gefundenen AMALER darstellte [103 Ob Eutharich tatsächlich amalischer Herkunft war, ist nicht sicher zu klären. Daß ostgotische AMALER in den 470-er Jahren zu den Westgoten gestoßen waren, ist sicher, daß ähnliches bereits in den 420-er Jahren durch die umstrittene jüngere AMALER-Linie geschah, zumindest möglich; von beiden könnte Eutharich abgestammt haben. Vgl. die anhaltende Kontroverse anhand der oben Anm. 72 angeführten Literatur sowie Wolfram, Goten Seite 43 mit Anm. 17; 238f. Im vorliegenden Zusammenhang ist jedoch ohnehin die Frage, ob Eutharich AMALER war, weniger von Belang als die Tatsache, daß dies behauptet wurde. Nach Krautschick, Cassiodor Seite 31-33, 125f., war die amalische Legitimierung Eutharichs ein Hauptzweck der Gotengeschichte Cassiodors.], als Nachfolger vorgesehen, doch war dieses von Konstantinopel bereits gebilligte und mittels Waffen-Adoption Eutharichs bekräftigte Vorhaben durch dessen frühzeitigen Tod vereitelt worden. Der erbrechtlich nächstliegende Kandidat, noch vor Eutharich, wäre Theoderichs Schwestersohn Theodahad gewesen, doch galt dieser nicht nur Theoderich selbst, sondern auch den gotischen und römischen Großen als wenig geeignet [104 Vgl. Prokop, De bello Gothico I.4.6, Seite 20f., sowie Theoderichs mahnende Briefe bei Cassiodor, Variae IV.39.4, Seite 131 und V.12, Seite 149f.; vgl. Wolfram, Goten Seite 332f. Nach Norbert Wagner, König Theodahad und die amalische Namengebung, in: Beiträge zur Namenforschung N. F. 21 (1986), Seite 433-450, hier Seite 438f., wäre Theodahad nicht Amalafridas Sohn, sondern ein Sproß von Theoderichs Bruder Thiudimund gewesen, vgl. aber die Quellen in PLRE 2, Seite 1067.]. Auch seinen westgotischen Enkel Amalarich, dem er schon die Herrschaft im Tolosanischen Reich seines Vaters versagt hatte [105 Siehe dazu unten Seite 96.], überging der greise König, ebenso Amalafrid, den Sohn seiner Nichte Amalaberga, der offfenbar für die Nachfolge in Thüringen vorgesehen war [106 Vgl. Schlesinger, Frühmittelalter Seite 322f.; Claude, Königserhebungen Seite 159.]. Statt dessen entschied sich Theoderich für ein kaum zehn-, vielleicht erst achtjähriges [107 Differierende Angaben bei Jordanes, Romana c. 367, Seite 48; Prokop, De bello Gothico I.2.1, Seite 10 (jeweils acht Jahre); Jordanes, Gtica c. 304, Seite 136 bzw. 125 (vix decennem).] Kind, Athalarich, den Sohn Eutharichs und seiner Tochter Amalasuintha. Die Abkunft des Kindes vom vormaligen, vom Kaiser gebilligten Thronfolger Eutharius mag dabei eine Rolle gespielt haben.
Theoderich scheint sogar eine dauerhafte Vereinigung der beiden Goten-Reiche angestrebt zu haben. Dafür spricht nicht nur die Verbringung des westgotischen Königsschatzes nach Ravenna, sondern diesem Ziel diente wahrscheinlich die 'Entdeckung' des westgotischen AMALERS Eutharich und dessen Verheiratung mit Theodrichs Tochter Amalasuintha; Eutharich sollte offenkundig seinem Schwiegervater als König aller Goten nachfolgen [168 Vgl. Wolfram, Goten Seite 310; Claude, Adel Seite 47. Zum AMALER-Tum Eutharichs siehe oben Anm. 85 und 103.].
 
 
 
 

 515
  oo Amalaswintha, Amalasuntha Königin der Ostgoten
       496 30.4.535 ermordet
 
 

Kinder:

  Athalarich
  516 2.10.534
 

  Mataswintha
  um 518 nach 540

    537
  1. oo 2. Vitiges König der Ostgoten
                     542
 
 
 
 

Literatur:
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Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite 34,122 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 55,57,175 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 248,271,293,296,298,301,308 - Jordanis: Gotengeschichte. Phaidon Verlag GmbH Essen - Mann Golo: PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE. Eine Universalgeschichte. Vierter Band. Rom Die römische Welt. Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt am Main - Berlin, Propyläen Verlag 1986 Seite 617,620 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 73,79-82,97 - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 237,245 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 220 -