BURGUNDOFARONES
 

Lexikon des Mittelalters:
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Burgundofarones
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Merowingische Adelsfamilie aus Meaux

Die Burgundofarones zählen in der ersten Hälfte des 7. Jh. zu den herausragenden Familien der austrischen Führungsschicht. Nach dem Bericht des Jonas von Bobbio (Vitae Columbani I, II) ist für die Wirksamkeit dieser Familie in der Region Brie die Nähe zum kolumbanischen Mönchtum (Columban) und zum Königtum bestimmend geworden. Durch Jonas kennen wir den als vir nobilis und conviva Theudeberts II. (I, 26) bezeichneten Chagnerich und dessen Ehefrau Leudegund sowie zwei seiner fünf Kinder:
Burgundofara (hl. Fara), die durch Columban als Kind bereits geweiht wird (I, 26), die spätere Äbtissin des auf Eigengut errichteten Klosters Eboriacum (Faremoutiers; II, 7), und
Chagnoald (I, 26), der 626/627-vor 633/634 als Bischof von Laon amtiert.
Jonas erwähnt auch Burgundofaro (hl. Faro) als Bischof von Meaux (vor 637-673/75; II, 21), ohne ihn jedoch als Sohn Chagnerichs zu bezeichnen. Als solcher findet er sich im Testament der Burgundofara von 633/634 (RHE 60, 1965, 816-820), die daneben auch Chagnulf, den comes des pagus Meaux, und Agnetrade als weitere Geschwister nennt. Der Besitzschwerpunkt der Familie liegt um Meaux (II, 7). Weiterer Besitz wird in Louvres bei Paris überliefert. Chagnerich entstammt ohne Zweifel der fränkischen Führungsschicht. In seiner auch fränkisch versippten Familie (Gibitrud: II, 12) finden sich ausnahmslos zweigliedrige germanische Personennamen; drei seiner Kinder variieren den Namen des Vaters. Die auffälligen Namen Burgundofaro bzw. -fara der wohl erstgeborenen Kinder sind ein Indiz dafür, daß diese fränkische Familie aus Burgund nach Austrien kommt, zunächst als Anhänger Theuderichs II., ehe sie dann in der Umgebung Dagoberts I. angetroffen wird (Burgundofaro und Chagnulf).

H. Ebling