Audofleda (Audefleda)                  Königin der Ostgoten
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um 470 nach 526
 

Tochter des Franken-Königs Childerich I. aus dem Hause der MEROWINGER und der Basena von Thüringen
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1197
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Audafleda (Audefleda)
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    nach 526

Tochter des merowingischen Königs Childerich I. und Schwester König Chlodwigs. Sie heiratete 493 Theoderich den Großen (in zweiter Ehe?). Diese Ehe gehört in Theoderichs kompliziertes, auf Eheschlüsse und Verwandtschaftsbande gegründetes, zunächst gegen Ostrom gedachtes System zur Erhaltung der germanischen Völkerwanderungsstaaten unter ostgotischer Führung. Audofleda wurde offenbar Arianerin. Einziges Kind dieser Ehe war Amalasuntha (Amalaswintha), die nach Theoderichs Tod (526) bis 535 die Geschicke Italiens leitete.

Literatur:
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DBF IV, 342f. - W. Ensslin, Theoderich der Große, 1947, 82 u.ö.- N. Wagner, Zu einigen Personennamen aus Q. zur got. Geschichte (3. Audefleda/Augoflada) (Würzburger Prosastud. II, Fschr. K. Ruh, 1975), 31ff.



Thiele, Andreas: Tafel 1
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

AUDAFLEDA
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  oo 493
       THEODERICH DER GROSSE, König der Ostgoten
               526



Zöllner Erich: Seite 54
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"Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts."

Theoderichs im Jahre 493 mit der Schwester Chlodowechs Audefleda geschlossene Ehe sollte ein gutes Einvernehmen der Goten mit dem mächtigen Franken-König befestigen oder - falls es an der Loire schon zu Kämpfen gekommen war - wiederherstellen. Diese Wünsche gingen nicht in Erfüllung; denn wenig später finden wir die Franken südlich der Loire im Besitz von Saintes, wohl auch von Tours.

Ensslin Wilhelm: Seite 82,94,283
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"Theoderich der Große."

Freilich, wenn er dabei die Dinge so gesehen haben will, daß der Anstoß dazu von den anderen ausgegangen sei, so entspricht das nicht dem tatsächlichen Verlauf; denn Jordanes weiß, daß Theoderich nach Odoakers Sturz durch eine Gesandtschaft sich bei Lodoin, bei Chlodowech, um die Hand seiner Schwester Audefleda bewarb.
Es ist kein Widerspruch zu dieser von Anfang an verfolgten klaren Linie, wenn der König in der Tat eine Zeitlang gehofft haben mag, seinen Schwager Chlodowech für die eigene Glaubensrichtung zu gewinnen, war doch sicher die Audefleda Arianerin geworden und ebenso ihre Schwester Lantechildis, bis diese dann, als sich ihr Bruder anders entschied, zum Katholizismus übertrat.
Amalaswintha blieb die einzige Erbin aus der Ehe des Königs mit Audefleda.

Hartmann Martina: Seite 43,164
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"Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger."

Das Jahr 493 brachte schließlich große Veränderungen durch wichtige Heiratsbündnisse: der mächtige Ostgoten-König Theoderich (um 451-526), der Dietrich von Bern des Nibelungenliedes, der sich 490 in Italien etabliert hatte, heiratete Chlodwigs Schwester Audofleda und machte außerdem den König der Westgoten und den Sohn des Burgunder-Königs zu seinen Schwiegersöhnen. Durch diese familiären Bindungen versuchte er, die anderen reiche mit dem Ostgoten-Rreich zu verbünden, und nichts zeigt die Bedeutung des von Chlodwig errichteten Franken-Reichs deutlicher als die von Theoderich gewünschte Verbindung mit Audofleda.
Dass Bischof Remigius von Reims ( um 533) Chlodwig I. (481/82-511) einen Trostbrief nach dem Tod seiner Schwester schickte sowie einen Glückwunschbrief zur Amtsübernahme in der Belgica secunda nach dem Tod seines Vaters.
 
 
 
 

 493
  oo 2. Theoderich der Große König der Ostgoten
           um 454 30.8.526
 
 
 
 

Kinder:

  Amalaswintha
  496 30.4.535
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn, Felix: Die Völkerwanderung. Kaiser Verlag Klagenfurth 1997, Seite 55 - Deutsche Geschichte Band 1 Von den Anfängen bis zur Ausbildung des Feudalismus Mitte des 11. Jahrhunderts. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1982, Seite 226 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 82,94,283 - Ewig, Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich, Seite 21 - Geuenich, Dieter: Geschichte der Alemannen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1997, Seite 87 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch III Kapitel 31 - Hartmann Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger. Primus Verlag 2003 Seite 34,43,164 - Jordanis: Gotengeschichte. Phaidon Verlag GmbH Essen Seite 146 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung. Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite 262 - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 242 - Zöllner Erich: Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts. Verlag C. H. Beck München 1970, Seite 54,106 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 1 -