Athanarich                                      Führer der Westgoten
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   21.1.381
 

Sohn des Rothestes
 

Lexikon des Mittelalters:
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Athanarich, Führer der Westgoten bis 375 n. Chr.
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   21. Januar 381

Als Sohn eines zeitweise im Dienst Konstantins des Großen stehenden Lokalherrschers mit gewisser Hausmacht versehen, bekleidetete Athanarich unter dem Titel eines iudex ein die einzelnen westgotischen Stammesteile koordinierendes Amt und scheint in einer Christenverfolgung vor 346 (Ulfila) Konflikte mit Constantius II. heraufbeschworen zu haben. Die Teilnahme gotischer Truppen am Aufstand des Prokopios 365 führte zu Krieg (bis 369), westgotische Niederlage und durch einen auf der Donau zwischen Athanarich und Valens erneut geschlossenen Vertrag zu einer engen Bindung an Rom. In einer zweiten Christenverfolgung (369-372) isoliert und seinem zum arianischen Glauben übergetretenen und von Rom unterstützten Gegenspieler Fritigern unterlegen, war Athanarich 375 nicht in der Lage, nach Mißerfolgen gegen die hunnische Invasion an Dnjestr und Sereth den Zerfall der Westgoten aufzuhalten. Er setzte sich mit Anhängern in das südwestliche Karpathengebiet ab, während die Masse des Volkes unter Fritigern im Imperium aufgenommen wurde. Doch gelang es Theodosius I., ihn nach Zerfall seiner Anhängerschaft nach Konstantinopel zu bringen, wo Athanarich zwei Wochen nach Ankunft und ehrenvollem Empfang starb.

G. Wirth



Literatur:
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Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch II Kapitel 4 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 91,93,122 -