Arioald                                           König der Langobarden (626-636)
----------                                         Herzog von Turin
    636
 

Sohn des N.N. aus dem Geschlecht der CAUPAS
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 951
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Ariwald (Arioaldus), langobardischer König
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    wahrscheinlich 636

Verheiratet mit Gundeperga, Tochter des Königs Agilulf, nach dessen Tod (615/16) er sich an die Spitze der arianischen Opposition gegen die italisch-katholisch orientierte Regierung der Witwe Theudelinde und des jungen Königs Adalwald setzte. Die Sorge um den wachsenden Einfluß der römischen Kirche und der Byzantiner auf das langobardische Reich bewog die Opposition, sich im Jahre 625 gegen Adalwald zu erheben und nach dessen Sturz Ariwald zum König zu erheben (626). Über seine zehn Regierungsjahre ist wenig bekannt, da Ariwald keine Autorität gegenüber den langobardischen Herzögen erringen konnte, seine Stellung sogar so schwach war, dass er die Verteidigung der Nordost-Grenze gegen die Awaren den Herzögen von Friaul überlasen mußte. Allein innere Unruhen bei den Awaren bewahrten das zerstrittene Langobarden-Reich vor entscheidenden Niederlagen. In der religiösen Frage bemühte sich Ariwald, einen Mittelweg zu gehen und keine definitiven Positionen zu beziehen, um das Gleichgewicht der verschiedenen Kräfte zu erhalten.



Thiele, Andreas: Tafel 225
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

GUNBERGA
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  1. oo ARIWALD, HERZOG VON TURIN
                  

Folgte 626 als König und ist quellenmäßig wenig greifbar



Der mit der katholischen Schwester Adaloalds, Gundeperga, vermählte Arioald war Arianer und wurde von den konservativen, antirömischen Langobarden auf den Thron gehoben. Aus seiner Regierungszeit sind wenige Ereignisse überliefert, außer dass ein langobardisches Heer im Bündnis mit dem Franken-König Dagobert das slawische Großreich Samos erfolgreich bekriegte und dass der König nicht sonderlich sanft mit seiner katholischen und, wie ihre Mutter, sehr baufreudigen Gattin umging. Wegen Ehebruchs verleumdet, wurde sie von Arioald drei Jahre lang in einem kleinen Kastell eingesperrt, und erst die Intervention des Franken-Königs Chlothar II. bzw. ein Gottesgericht, führte sie wieder an die Seite ihres Gatten zurück. Ähnliches soll ihr nach dem Tode Arioalds mit ihrem zweiten Mann, König Rothari passiert sein, der sie wegen entsprechender, wahrscheinlich politisch begründeter Vorwürfe fünf Jahre unter Hausarrest stellte.
 
 
 
 

  oo 1. Gundeperga, Tochter des Königs Agilulf
           um 605 nach 640
 
 
 
 

Literatur:
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Jarnut Jörg: Agilolfingerstudien. Anton Hiersemann Stuttgart 1986 Seite 12,71,76,128 - Paulus Diakonus und die Geschichtsschreiber der Langobarden: Geschichte der Langobarden. Phaidon Verlag Kettwig 1992 Buch IV Kapitel 41 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972  Seite 36-41,247 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 225 -