Martin Zaccaria                          Herr von Chios
-------------------
    -17.1.1345
 

Sohn des Paleologos Zaccaria
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 432
********************
Zaccaria
-----------

Nach dem Tode Benedettos (1307) und Manueles (1309) stiegen Benedettos Sohn Paleologo und dessen Söhne Benedetto II. und Martino auf, die Eheverbindungen mit den Fürstenfamilien von Morea und den Herzögen von Athen eingingen, Mitglieder des ägäischen Adels wurden und sich zunehmend von Genua, der Ursprungsstadt der ZACCARIA entfernten. 1325 erhielt Martino auch die (zuvor von der genuesischen Familie CATTANEO kontrollierten) Alaunminen von Lesbos. Von seinem Bruder Benedetto verraten, verlor er Chios und wurde als Gefangener nach Byzanz gebracht. Durch Intervention des Papstes freigelassen, wurde er 1343 von Clemens VI. zum Kommandanten der Kreuzfahrerflotte ernannt, die Smyrna aus türkischer Hand befreien sollte, starb aber am 17. Januar 1345 vor den Mauern der Stadt.



Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 1842
********************
Chios
-------

Griechische Insel in der Ägäis, nahe der West-Küste Kleinasiens

Die Abtretung an Benedetto Zaccaria, welche auf privater Basis erfolgte und zeitlich befristet war, wurde 1314 zugunsten seines Sohnes Paleologos von der byzantinischen Regierung erneuert. In der nachfolgenden Generation - Benedetto II. und Martino - wurde die Insel Zentrum eines lateinischen Fürstentums; die ZACCARIA suchten die byzantinische Oberhoheit abzustreifen, indem sie ihre Herrschaft zu einer Bastion des katholischen Christentums gegen die Türken machten und sich dabei der Hilfe des Papsttums, der Johanniter von Rhodos und der Republik Venedig versicherten. Doch lieferte ein Zwist der beiden Brüder ZACCARIA dem byzantinischen Kaiser Andronikos III. den Vorwand, die Insel im Zuge einer militärischen Aktion wieder dem Byzantinischen Reich einzugliedern (1329).
Um ein Haar hätte Martino Zaccaria an der Spitze einer Koalition von Lateinern die Insel zurückerobert; einen ähnlichen Versuch unternahm Fürst Humbert II., Dauphin des Viennois, mit Hilfe Venedigs.



Runciman, Steven: Seite 1230-1231
***************
"Geschichte der Kreuzzüge"

Der Genuese und ehemalige Herr von Chios, Martin Zaccaria, der sich der Flotte angeschlossen hatte, ersuchte nunmehr die christlichen Verbündeten, ihm wieder zunm Besitz der Insel zu verhelfen, welche die Byzantiner zurückerobert hatten; aber die Verbündeten schlugen auf Verlangen des Papstes das Ansuchen ab und segelten stattdessen nach Smyrna hinauf. Die Stadt fiel ihnen nach kurzem Kampf am 24. Oktober 1344 in die Hände. Aber die Sieger ließen sich zu dem Versuch verleiten, ins Innere des Landes einzudringen. Sie wurden einige Meilen von der Stadt entfernt schwer geschlagen und Heinrich von Asti und Martin Zaccaria kamen ums Leben.
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 1230-1231 -