Zabel I. (Isabella)                            Königin von Armenien
----------------------
1212/1323.1.1252
 

Jüngere Tochter des Königs Leo II. von Armenien aus seiner 2. Ehe mit der Sibylle de Lusignan von Zypern-Jerusalem, Tochter von König Amalrich
 

Runciman, Steven: Seite 940-941,948-950
***************
"Geschichte der Kreuzzüge"

König Leo II. von Armenien starb zu Beginn des Sommers 1219 und hinterließ nur zwei Töchter. Die ältere, Stephanie, war die Gemahlin Johanns von Brienne; die jüngere, Isabella, die Tochter der Prinzessin Sibylle von Zypern und Jerusalem, war vier Jahre alt. Leo hatte die Thronfolge seinem Neffen Raimund-Ruben von Antiochia versprochen, aber auf dem Sterbebett ernannte er Isabella zu seiner Erbin. Johann von Brienne machte unverzüglich namens seiner Gattin und ihres kleinen Sohnes Ansprüche geltend, da aber beide innerhalb kurzer Zeit starben, verlor er jeden Anspruch.
Aber die armenischen Edlen befolgten die Wünsche des verstorbenen Königs und anerkannten seine junge Tochter Isabella als Königin unter der Regentschaft des Adam von Baghras. Die Armenier benötigten das Wohlwollen Antiochias; folglich schlug der Regent Konstantin vor, Bohemund solle seinen 4. Sohn Philipp entsenden, damit er die junge armenische Königin heirate, bestand lediglich darauf, dass der Bräutigam in die getrennte Armenische Kirche eintrete. Philipps Neigungen blieben unverbesserlich lateinisch, und er verbrachte so viel Zeit wie nur möglich in Antiochia. Gegen Ende des Jahres 1224 verhafteten die HETHUMIER ihn eines Nachts, als er nach Antiochia unterwegs war, und sperrten ihn in Sis ein, wo er einige Monate später vergiftet wurde. Als die junge Königin, Philipps Witwe, gebrochenen Herzens nach Seleukia floh, um sich in den Schutz der Hospitaliter zu begeben, gaben sie die ganze Stadt in die Hände des Regenten Konstantin, um so der der Schande zu entgehen, sie leiblich auszuliefern. Danach wurde die unglückliche Königin Isabella gezwungen, Konstantins Sohn Hethum zu heiraten. Sie weigerte sich viele Jahre lang, mit ihm zusammenzuleben, gab aber zum Schluß doch nach. Hethum und sie wurden zusammen im Jahr 1226 gekrönt.
Boemund V. von Antiochia und Tripolis versuchte vergeblich, den Papst dazu zu bewegen, eine Ehescheidung zwischen der jungen RUBENIER-Erbin Isabella und dem neuen König hethum einzuleiten, um auf diese Weise Hethum sein Anrecht auf den Thron zu nehmen.
 
 
 
 

    1222
  1. oo Philipp Fürst von Antiochia
          um 1200 1224 ermordet

    1226
  2. oo Hethum I. König von Armenien
           um 1200 1271
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Leo III.
  um 1230/35 1289

  Thoros
        24.8.1266

  Sibylle
  um 12401290

 1254
  oo Bohemund VI. Fürst von Antiochia
       1237 11.5./7.1275

  Euphemia
        

  oo Julian Herr von Sidon
            

  Maria
          

  oo Guido von Ibelin
             
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 223 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 940-941,948-950,1010 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 174,178 -