Humfried II.                                   Herr von Toron
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um 1110/15-22.4.1179
                   Burg Hunin
 

Sohn des Herrn Humfried I. von Toron
 

Mayer Hans Eberhard: Seite 103,117,118
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„Geschichte der Kreuzzüge“

Humfred II. von Toron, der 1148 und 1149 mit der Übernahme der königlichen Kastellanie in Hebron die Voraussetzungen dafür geschaffen hatte, dass Hebron an ihn fallen werde, wenn es überhaupt zur Seigneurie erhoben werden sollte. Im Jahre 1152 verlor Manasses von Hierges sein wichtiges Konstableramt an Humfred II. von Toron, einen Parteigänger des Königs Balduin III. und eine der bedeutendsten Figuren der nächsten 25 Jahre. Er gehörte in der Folgezeit der von Raimund III. von Tripolis geführten Partei der alten Familien an. Der mächtige Konstabler Humfred II. von Toron wurde, ähnlich wie 1176/77 Wilhelm von Turys, von der Hofpartei kaltgestellt, ohne abgesetzt zu werden. Jedenfalls verschwindet er aus den Königsurkunden, zeitweise wegen Krankheit; den Armeeoberbefehl übernahm Rainald von Chatillon. Erst im Februar 1179 bei einem Schiedsgericht zwischen Templern und Johannitern, dann im April 1179 bei schweren Kämpfen bei Baniyas war Humfred wieder dabei. Dort rettete er in alter Treue den leprösen König, kam an den Folgen aber selbst um, ein schwerer Verlust für das Reich.

Runciman, Steven: Seite 634,639,647,654,679,681,698,707,712,717,719,720
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"Geschichte der Kreuzzüge"

1150
Des Königs führende Barone Humfried von Toron und Robert von Sourdeval baten ihn vergeblich um Erlaubnis, in seinem Namen von Ain-tab Besitz zu ergreifen; er hielt sich an das mit dem Kaiser abgeschlossen Geschäft.
Balduins Freunde kamen aus dem Norden. Ihre Führer waren Humfried von Toron und Wilhelm von Falkenmberg, deren Güter in Galiläa lagen.
Balduin, in der weltlichen Regierung jetzt oberster und unbestrittener Herr, ersetzte Manasses als Konnetabel durch seinen Freund Humfried von Toron.
1157
Im Mai zog Nur ed-Din selbst von Damaskus aus, um Banyas zu belagern. Die Unterstadt war rasch genommen; aber die Zitadelle, zwei Meilen entfernt auf der Höhe eines steilen Berghanges gelegen, hielt unter dem Konnetabel Humfried von Toron stand. Humfried war im Begriff, sich zu ergeben, als Nachricht vom Herannahen des Königs eintraf.
Im Sommer 1157 schickte der König eine Gesandtschaft nach Konstantinopel, um aus der kaiserlichen Familie eine Gemahlin für sich zu erbitten. Die Gesandtschaft wurde geführt vom Erzbischof Achard von Nazareth, der auf der Reise starb, und von Humfried II. von Toron.
1167
Während der Verhandlungen schloß Saladin mit vielen Franken Freundschaft; man glaubte späterhin, er sei vom Konnetabel Humfried von Toron zum Ritter geschlagen worden.
Die im Stich gelassene Prinzessin Philippa von Antiochia wurde eiligst mit einem gereiften Witwer, dem Konnetabel Humfried II. von Toron, vermählt.
Das Lehen Oultrejourdain, dessen Hauptstadt Kerak war, gehörte einer Erbin, Stephanie von Milly. Ihr erster Gatte Humfried, der Erbe von Toron, war einige Jahre zuvor gestorben. Ihr zweiter Gatte, Amalrichs Seneschall Miles von Plancy, befand sich mit dem König außer Landes. Ihr erster Schwiegervater, der alte Konnetabel Humfried II. von Toron, eilte zu ihrer Rettung herbei.
Rainald von Chatillon heiratete einige Monate nach seiner Freilassung Stephanie, die Erbin von Oultrejourdain und Witwe Miles' von Plancy, die den Grafen Raimund für den Mörder ihres Gatten hielt.
1174
Raimunds Anhänger, allen voran der alte Konnetabel Humfried II. von Toron, die Familie der IBELINS und Reinhold von Sidon, verlangten daß der Anspruch des Seneschalls Miles von Plancy auf die Regentschaft vor dem Hochgericht gehört werde.
1176
Während Saladin Aleppo belagerte, drang Raimund von Tripolis von der Buqaia-Ebene in die Beka'a ein, indes das königliche Heer unter Humfried von Toron und dem fünfzehnjährigen König von Süden heraufkam. Es scheint, daß Ibn el-Muqaddam Raimund eine leichte Niederlage zufügte; aber die Christen vereinigten ihre Streitkräfte und schlugen Saladins Bruder Turan Schah und die Miliz von Damaskus schwer aufs Haupt.
1177
Der alte Konnetabel Humfried von Toron war schwer krank, und der König hatte sich erst kürzlich wieder vom Krankenlager erhoben.
Statt dessen beschloß der König, starke Befestigunsganlagen entlang der damaszenischen Grenze zu errichten, wo der Verlust von Banyas das Verteidigungssystem des Königreiches in Unordnung gebracht hatte. Indes Humfried von Toron den Hügel von Hunin an der Straße von Banyas nach Toron befestigte, nahm der König den Bau einer Burg am oberen Jordan zwischen dem Hulch-See und dem See Genezareth in Angriff.
1179
Am 10. April stieß Faruk-Schah plötzlich in einem engen Tal im Wald von Banyas auf den Feind. Der König sah sich überrumpelt. Er konnte sein Heer nur durch den Heldenmut des alten Konnetabel Humfried von Toron aus der Falle befreien; denn Humfried hielt die Mohammedaner mit seiner Leibwache so lange auf, bis das königliche Heer entkommen war. Humfried wurde in diesem Gefecht tödlich verwundet; er starb auf seiner neuen Burg zu Hunin am 22. April. Selbst die Mohammedaner zollten seinem Charakter ehrendes Gedenken: Sein Tod war ein schrecklicher Schlag für das Königreich; denn er war sein einziger, einhellig geachteter, alterfahrender Staatsmann gewesen.
 
 
 
 

  1. oo N.N.
                  -

        Erbin von Banyas
 

    1167
  2. oo Philippa von Antiochia, Tochter des Fürsten Raimund I.
           1148-   1178
 
 
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Humfried III.
          -
 
 
 
 

Literatur:
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Jones Terry/Ereira Alan: Die Kreuzzüge. Bechtermünz Verlag 2000 Seite 131 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 103,117,118 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 101 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 634,639,647,654,679,681,698,707,712,717,719,720,724 -