KONRAD IV.                                 Deutscher König (1237-1254)
------------------                                König von Sizilien (1250-1254)
25.4.1228-21.5.1254                       König von Jerusalem (1228-1254)
Andria       Lavello                          Herzog von Schwaben (1235-1254)
(Apulien)   unweit Melfis

Begraben Messina, Kathedrale
 

Einziger Sohn des Kaisers FRIEDRICH II. ROGER aus seiner 2. Ehe mit der Isabella von Jerusalem, Tochter von König Johann von Brienne
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1340
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KONRAD IV., deutscher König 1237-1254, König von Jerusalem
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* 25. April 1228, + 25. Mai 1254
Andria (Prov. Bari) Heerlager bei Lavello

Begraben Messina, Kathedrale

Sohn Kaiser FRIEDRICHS II. und der Isabella II. von Brienne

Als der Kaiser 1235 nach Deutschland zog, um die Rebellion seines Erstgeborenen, König HEINRICHS (VII.), niederzuschlagen, nahm er KONRAD mit sich, der die ersten Lebensjahre im Königreich Sizilien verbracht hatte. Der Versuch, KONRAD auf dem Mainzer Hoftag 1235 zum König zu wählen, mißlang. Bei seinem Aufbruch nach Italien ernannte ihn der Kaiser aber 1236 zu seinem Stellvertreter in Deutschland. Schließlich setzte sich der Kaiser doch durch. KONRAD wurde im Februar 1237 in Wien zum deutschen König und künftigen Kaiser gewählt (im Juli von der Fürstenversammlung in Speyer bestätigt). KONRAD IV., der nie gekrönt wurde, führte von da an den Titel 'in Romanorum regem electus'. Für den minderjährigen König bestellte der Kaiser Erzbischof Siegfried III. von Mainz als Reichsgubernator. Diesem zur Seite trat ein Regentschaftsrat (consilium regium), der sich aus Vertrauenspersonen FRIEDRICHS II. zusammensetzte. Zu einem langjährigen Bürgerkrieg kam es in Deutschland, als Siegfried aus territorialpolitischem Ehrgeiz vom Kaiser abfiel und sich im September 1241 mit Erzbischof Konrad von Köln offen gegen ihn verbündete.
1242 ernannte der Kaiser Heinrich Raspe, den Landgrafen von Thüringen, und König Wenzel von Böhmen zu Prokuratoren. Nach der Absetzung des Kaisers auf dem Konzil von Lyon (17. Juni 1245) wurde HEINRICH RASPE von der päpstlichen Partei am 22. Juni 1246 zum Gegenkönig gewählt. Obwohl KONRAD IV. von diesem durch den Verrat des Grafen von Württemberg und anderer schwäbischer Adliger in der Schlacht von Frankfurt (5. August 1246) geschlagen wurde, vermochte er die staufischen Stellungen in Schwaben zu halten und sich in den heftigen Kämpfen im Rhein-Main-Gebiet zu behaupten. Am 16. Februar 1247 starb HEINRICH RASPE, am 3. Oktober 1247 wurde Graf Wilhelm von Holland zum neuen Gegenkönig gewählt. Auch er konnte sich zunächst nicht gegen KONRAD durchsetzen. Der Kampf war noch unentschieden, als am 13. Dezember 1250 FRIEDRICH II. starb. Angesichts des nun vermehrt um sich greifenden Abfalls von der staufischen Sache gingen KONRAD wichtige Positionen verloren (unter anderem Stadt Boppard). Da seine Lage in Deutschland immer aussichtsloser wurde, scheint sich KONRAD entschlossen zu haben, sich des Königreiches Sizilien zu bemächtigen. Nachdem er sich durch Verkauf oder Verpfändung von Reichs- und Hausgut die nötigen finanziellen Mittel verschafft hatte, ernannte er Herzog Otto II. von Bayern zu seinem Stellvertreter in Deutschland und brach im Oktober 1251 nach Italien auf. Im Januar traf er im Königreich Sizilien ein, wo es nach dem Tod seines Vaters zu schweren Aufständen gegen die staufische Herrschaft gekommen war. KONRAD wurde ihrer ebenso Herr, wie er verstand, seinen Halbbruder Manfredin die Schranken zu verweisen. Den Umständen Rechnung tragend, versuchte KONRAD IV., sich mit Innozenz IV. ins Einvernehmen zu setzen, wurde jedoch am 9. April 1254 exkommuniziert. Als KONRAD sich nach der Gewinnung Siziliens wahrscheinlich anschicken wollte, militärisch in Deutschland einzugreifen, starb er.

Quellen und Literatur:
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RI V, 796-849, 2130-2132 - P. Zinsmaier, Nachträge..., ZGO 102, 1954, 233-236 - NDB XII, 500 f. - H. Decker-Hauff, Das stauf. Haus (Staufer III, 1977), 364 f.



Bedürftig Friedemann: Seite 127
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"Taschenlexikon Staufer"

KONRAD IV.
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* 25./26.4.1228, + 21.5.1254
Andria (Apulien) Lavello (bei Melfi, Basilicata)

Als sein Sohn Enzio 1249 in die Gefangenschaft der Bologneser griet, tröstete FRIEDRICH II. seine Anhänger: "Da unser erlauchter Schoß überfließt von der Menge der Söhne, nehmen wir solche Nachricht mit Gleichmut auf." Der, auf den das stolze Wort des Kaisers als nächsten zutraf, war KONRAD IV., der aus FRIEDRICHS zweiter Ehe mit Jolande von Jerusalem stammte. Früher, als er wohl selbst erwartete, nämlich bereits im nächsten Jahr, mußte er nach dem plötzlichen Tod seines Vaters am 13. Dezember 1250 die Zügel des Reiches in die Hand nehmen. KONRAD war von FRIEDRICH II. als Nachfolger für HEINRICH (VII.) aufgebaut worden. 1237 zum deutschen König gewählt, wenn auch nie gekrönt worden, hatte er versucht, die staufische Machtposition gegen die Fürstenopposition in Deutschland zu halten, war 1246 bei Frankfurt am Main vom Gegen-König HEINRICH RASPE geschlagen worden und zu Weihnachten 1250 im Kloster Sankt Emmeram in Regensburg nur knapp einem Mordanschlag entronnen. Da nach FRIEDRICHS Tod ein allgemeiner Abfall von der staufischen Sache einsetzte, beschloss KONRAD, den Norden vorerst aufzugeben und sein Glück im Süden des Reiches zu machen. Er verschaffte sich Geld durch Verkauf und Verpfändung großer Teile des Reichs- und Hofgutes und nahm den Kampf um sein sizilisches Erbe auf. Im Januar 1252 landete er mit venezianischen Schiffen an der Küste Apuliens. Es gelang ihm, sich zum Herrn des Landes zu machen und auch den bisherigen Statthalter, seinen Halbbruder Manfred, in die Schranken zu weisen. Papst Innozenz IV. verweigerte jedoch die Belehnung und sprach den Bann über den STAUFER aus. Das hinderte diesen jedoch nicht daran, seine Sache weiter zu betreiben. Im Oktober 1253 nahm er Neapel ein und stand im Begriff, Truppen für einen Feldzug gegen N-Italien zusammenzuziehen, als ihn im Frühjahr 1254 die Malaria dahinraffte. Er hinterließ aus seiner Ehe mit Elisabeth von Bayern (+ 1273) einen Sohn, Konradin, der als letzter STAUFER 14 Jahre später noch einmal den Versuch machen sollte, das Erbe FRIEDRICHS II. anzutreten.



Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 364
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"Die Zeit der Staufer"

XI. GENERATION

89 (77) KÖNIG KONRAD IV.
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* 25.(26.?)4.1228, +21.5.1254
Andria                    im Lager bei Lavello

Überführung (nach Palermo oder Messina) geplant, daher Herz und Eingeweide in Melfi beigesetzt (daraus die irrige Nachricht, KONRAD IV. sei in Melfi gestorben). Nach Messina überführt und dort vor der endgültigen Bestattung in einer Kirche (1259) verbrannt.
Zum Römischen König gewählt Wien Ende Februar 1237, Bestätigung der Königswahl durch den Fürstentag zu Speyer 1237, nie gekrönt.

  Verlobt Augsburg Ende Oktober 1235
   N (Irmgard) VON BAYERN
  * um 1227,  + bald nach Oktober 1235 (um 1236?)

Tochter des Herzogs Otto von Bayern (1206-1253) und der Agnes von Braunschweig, Erbin der Pfalz (um 1201-1267), Tochter des Pfalzgrafen Heinrich von Hannover und der STAUFERIN Agnes (Nr. 76), der Erbin der Pfalz.

Nach dem Tode der ersten Braut verlobt und später
  oo Vohburg bei Ingolstadt 1.9.1246 mit deren Schwester
        ELISABETH VON BAYERN, Gründerin des Klosters Stams
        * (angeblich um 1227, = die ältere Schwester)
          wohl um 1230/31, + 9.10.1273

Begraben: Kloster Stams bei Tirol

Eltern (Otto von Bayern oo Agnes von der Pfalz) siehe oben

Sohn König KONRADS IV. und der Elisabeth:
108 (König Konrad/Konradin)
 

  Freie Verbindung König KONRADS IV. (in Italien ab Ende 1251?) mit
  NN
  * um 1225/30?, +   1269 (getötet auf Befehl Karls von Anjou)
                             Lucera

Sohn: 109 (Konradin)



KONRAD IV. wuchs zunächst in Italien auf. Mit Sicherheit sorgte der Vater für erstklassische Erzieher. 1235 nahm der Kaiser den 7-jährigen Sohn mit auf die Reise nach Deutschland, wo er im Februar 1237 in Wien zum deutschen König gewählt wurde und als Statthalter seines Vaters in Deutschland zurückblieb. Bei der Wahl KONRADS ist bemerkenswert, dass er nicht nur zum König, sondern auch zum Kaiser gewählt wurde, womit FRIEDRICH II. erstmals versuchte, die Kaiserkrönung vom päpstlichen Krönungsanspruch loszulösen. FRIEDRICH hat seinen Lieblingssohn sehr früh an seinen Regierungsgeschäften beteiligt. Mit 14 Jahren verlobte sich KONRAD IV. mit der Tochter des Herzogs Otto von Bayern und befreite sich aus der Vormundschaft des Mainzer Erzbischofs. 1245 wurde er zusammen mit seinem Vater gebannt. In der "Königsschlacht" bei Frankfurt am 5.8.1246 wurde KONRAD durch den Verrat des Grafen von Württemberg vom Gegenkönig HEINRICH RASPE besiegt. KONRAD bekämpfte die rebellierenden Fürsten und zwang die rheinischen Erzbischöfe 1250 zum Waffenstillstand. Nach dem Tode seines Vaters blieb er noch ein Jahr in Deutschland. Hier besaß er nach wie vor keine Autorität, weil er offenkundig nicht in der Lage war, die ihm zugefallenen Machtmittel des Gesamtreiches zu handhaben. Weihnachten 1250 entging er in Regensburg nur knapp einem von der Kurie veranlaßten Mordanschlag. 1251 ging KONRADnach Sizilien und traf 1252 auf einem venetianischen Schiff in Apulien ein, wo er die Regierung von seinem Halbbruder Manfredübernahm. In kurzer Zeit konnten sich die STAUFER in S-Italien wieder durchsetzen. Man rüstete bereits, um auch in N-Italien einzugreifen, als KONRAD IV. nach kurzer Krankheit am 21.5.1254 in Lavello an Malaria starb. Man bahrte ihn in Messina auf, doch noch vor der kirchlichen Einsegnung traf ein Blitz die Kirche und der Leichnam verbrannte.

Stalin Paul Ferdinand: Seite 298-306
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"Geschichte Württembergs"

Schon im Juni 1235 hatte Kaiser FRIEDRICH von seinem Herzogtum Schwaben gesprochen, somit auch die Verwaltung des Landes wieder selbst in die Hand genommen. Allerdings nur für kurze Zeit, denn bereits am 24. Juli des folgenden Jahres zog er zur Bekämpfung der Lombarden nach Italien. Er ließ seinen zweiten Sohn KONRAD, welchen ihm seine zweiten Gemahlin Isabelle (Jolanthe), Tochter Johanns, Grafen von Brienne, Königs von Jerusalem, den 26. April 1228 zu Andria geboren, in Deutschland zurück und bekleidete ihn mit einer im einzelnen nicht näher bekannten Machtvollkommenheit. Auch wußte er bei den Fürsten, welche sich aus Anlaß der Bekämpfung Herzog Friedrichs von Österreich zu Wien in großer Anzahl um ihn geschart hatten, gegen Ende Februar 1237 die einstimmige Erwählung KONRADS zum römischen Könige zu erreichen und bewirkte den 7. Juni des Jahres zu Speier eine nochmalige Bestätigung dieser Wahl.
Von einer ausdrücklichen Ernennung König KONRADS IV. zum Herzoge von Schwaben ist nirgends die Rede und auch die in Wien versammelten Fürsten bezeichneten ihn in ihrer Wahlurkunde bloß als Erben des Königreichs Jerusalem. Allein wie er Deutschland überhaupt während der Abwesenheit seines Vaters in des letzteren Namen verwalten sollte, so war ihm auch das angestammte Herzogtum Schwaben untergeben, weshalb ihn in der Folge nicht nur die Gegen-Könige HEINRICH RASPE sowohl als WILHELMdieses Herzogtums entsetzten, sondern auch seine Gemahlin Elisabeth sich bei ihrem Witwenstande urkundlich Königin von Jerusalem und Sizilien, Herzogin von Schwaben nannte.
Im August des Jahres 1237 sammelte der Kaiser zu Augsburg sein hauptsächlich aus Süddeutschen bestehendes Heer zum erneuten Kampfe gegen die Lombarden und verließ im folgenden Monate Deutschland. Er sollte das Land seiner Väter, wie ziemlich sicher anzunehmen ist, nicht wiedersehen. Vor seinem Aufbruch ernannte er für den 9-jährigen KONRAD, wie früher für dessen Halbbruder HEINRICH, eine Regentschaft. An ihrer Spitze stand als Reichsprokurator der Erzbischof Siegfried von Mainz, und nachdem dieser zum Verräter an der kaiserlichen Sache geworden, wenngleich nicht mehr mit demselben Umfange von Befugnissen, der Landgraf Heinrich Raspe von Thüringen. Die eigentliche Erziehung und Leitung KONRADS dürfte aber wieder schwäbischen und fränkischen Herren zugefallen sein und es werden in der Folge namentlich der dem staufischen Hause so treu ergebene Gottfried von Hohenlohe, Schenk Konrad von Winterstetten, welcher sich wohl von HEINRICHS Empörung ferne gehalten hatte, auch Konrad von Schmiedelfeld, Schenk Walter von Limpurg, Schenk Konrad von Schmalneck als Mitglieder von KONRADS Geheimen Rate genannt. Für die Entwicklung dieses Sohnes, den er besonders zärtlich liebte, war der Kaiser, so weit sich hierfür überhaupt aus der Ferne wirken ließ, aufs sorgfältigste bedacht, aber auch KONRAD entsprach des Vaters Erwartungen nicht immer. Er begann frühe sich dem Trunke zu ergeben und sammelte eine Schar von Schmeichlern und Verführern um sich, so dass sein Vater sich veranlaßt sah, deren sofortige Entfernung und Bestrafung anzuordnen, dem Sohne selbst aber sodann in beweglichen Worten den Spiegel eines tüchtigen Regenten vor die Seele zu halten.
Der junge König wurde schon im Jahre 1235 mit einer Tochter Herzog Ottos des Erlauchten von Bayern verlobt und hielt sich in den nächsten Jahren auf schwäbischen und benachbarten Pfalzen, zum Beispiel Biberach, Gmünd, Hall, Ulm auf. Als Deutschlands Gauen der furchtbare Angriff der Mongolen drohte, erließ er mit Rat der Fürsten im Frühjahr 1241 zu Eßlingen Verordnungen wegen eines Landfriedens. Er nahm daselbst an Pfingsten (19. Mai) zur Verteidigung des Reiches diesseits der Alpen mit den Fürsten das Kreuz bis Martini, wenn nötig, auch für längere Zeit, und bestimmte, dass die Heeresversammlung am 1. Juli zu Nürnberg stattfinden solle. Manche schwäbische Herren, wie Graf Ludwig von Spitzenberg, Albert von Altbach, trafen in Aussicht auf diesen schweren Kampf Verfügungen über ihre Habe, und der Kaiser schrieb am 20. Juni von der Belagerung Spoletos aus wegen der Maßnahmen gegen diese Feinde an die Grafen, Freien und alle Dienstmannen Schwabens. Das Reichsheer marschierte jedoch nicht mehr aus, weil die Mongolen sich zurückzogen. Wohl aber entbrannten in den folgenden Jahren Kämpfe in Schwaben selbst. So geriet Graf Wilhelm von Tübingen im Jahre 1243 mit Gegnern, deren Namen uns nicht erhalten sind, in Streit; er fand Unterstützung bei dem Bischofe Heinrich von Konstanz, dem Abte Walter von St. Gallen, dem Grafen Friedrich von Zollern, dem Truchsessen Otto Berchtold von Waldburg, und überließ dem Bischof für seine Hilfe die Vogtei über Kloster Marchthal. Letzterer kampeslustiger Kirchenfürst erfocht selbst im Jahre 1245 einen Sieg über die Herren Gottfried und Heinrich von Neuffen im Swiggersthal und beschenkte zum Dank für sein Glück die Marchthaler Marienkapelle zu Reutlingen mit allerlei Rechten. - Auch in den nördlicheren Gegenden führten längere Fehden zur Zerstörung des Stifts Backnang am 26. März 1235 und zur Tötung des dortigen Probstes mit vielen Chorherren; allein die Markgrafen Hermann VI. und Rudolf I. von Baden, die Schirmvögte des Stifts, brachten am 26. Juni 1246 ihren Feinden, besonders aber dem Pfalzgrafen Rudolf von Tübingen-Asperg und dem Grafen Burchard III. von Hohenberg, eine entscheidende Niederlage bei, worauf sie einem Gelübde gemäß das Stift wiederherstellten.
Inzwischen traf den Kaiser FRIEDRICH aus Anlaß seines Kampfes mit den Lombarden am 20. März 1239 der Bannstrahl Papst Gregors IX. und es reihten sich hieran alsbald auch in Deutschland, zunächst am Rhein, Umtriebe und Kämpfe gegen das staufische Haus. Ein hervorragender Wühler im päpstlichen Interesse, der Passauer Archidiakonus und päpstliche Nuntius Albrecht, aus dem Geschlechte der Behaim von Kager, wollte über eine Reihe namentlich schwäbischer Städte, so Hall, Gmünd, Ulm, den Bann verhängt wissen, weil sie dem Kaiser nach Italien Kriegsmannschaft geschickt hatten. Auch gewann er die Grafen Rudolf und Berchtold von Urach, sowie die Gebrüder von Neuffen, und bezeichnete dem Papste Heinrich von Neuffen als einen für die Zwecke der Kirche ganz besonders tüchtigen Mann, namentlich als geschickten Unterhändler mit Frankreich. Anderseits hatte jedoch auch FRIEDRICH sich mancher treuen Anhänger in unseren Gegenden zu erfreuen. So kam im Frühjahr 1244 Konrad von Hohenlohe mit dem Bischofe Heinrich von Bamberg im Auftrag der deutschen Fürsten zu ihm nach Italien, um ihm die dringende Notwendigkeit der Beilegung des Zwiespaltes nahe zu legen, und auf dem Hoftage, welchen FRIEDRICH um Pfingsten 1245 zu Verona hielt, erschienen mit dem König KONRAD von oberdeutschen Herren der Abt von Ellwangen, Graf Ludwig von Helfenstein, der Deutschordens-Meister Heinrich von Hohenlohe mit seinen älteren Brüdern Gottfried und Konrad, Albrecht von Neuffen.
Da verdammte Gregors IX. Nachfolger Papst Innocenz IV. auf dem Konzil, das er Ende Juni 1245 zu Lyon eröffnet hatte, den Kaiser trotz der Gegenvorstellungen seiner Abgeordneten abermals, er sprach ihm alle Ehre und Würde ab und verbot bei Strafe des Kirchenbannes, ihm irgendwie Folge zu leisten. Die angestrengten längeren Bemühungen der päpstlichen Partei brachten es sogar dahin, dass der seitherige Reichsverweser Landgraf HEINRICH hauptsächlich durch geistliche Große am 22. Mai 1246 in Veithöchheim bei Würzburg zum Gegen-Könige gewählt wurde. Auch schwäbische Edle, wie Heinrich von Neuffen und Konrad von Winterstetten, hatten sich am Wahlort eingefunden.
Mit Macht rüstete König KONRAD gegen den neuen Gegner, und auch sein Vater forderte die Fürsten auf, ihm kräftig beizustehen. Er hatte alle Aussicht auf den Sieg, als es am 5. August in der Nähe von Frankfurt zur Schlacht kam. Da verließen ihn im Beginn des Kampfes seine schwäbischen Streitgenossen, die Grafen Ulrich von Württemberg und Hartmann von Grüningen, mit 2.000 Rittern und Armbrustschützen. 7.000 Mark Silbers, welche ihnen der Papst auszahlte, und das Versprechen der Teilung des Herzogtums Schwaben unter sie sollen nach dem Berichte des Klerikers Walter von Ocra an König Heinrich III. von England ihr Kaufpreis gewesen sei. Über 600 Mann (Ritter und Grafen) von KONRADS Gefolge fielen mit allem Lagergerät in die Hände des Siegers, andere fanden in den Fluten des Main ihren Tod. Mit dem Reste wich der König selbst nach Frankfurt zurück, allein er konnte sich auch hier nicht halten und wandte sich nach Augsburg. Bald darauf, am 1. September, vermählte er sich mit Elisabeth (wohl der Schwester seiner verstorbenen 1. Braut), deren Vater Herzog Otto von Bayern jetzt wieder und zwar mit unverbrüchlicher Treue auf die staufische Seite übertrat, die er einige Jahre verlassen gehabt hatte.
Der Gegen-König HEINRICH ließ wohl auf einem Reichstage zu Frankfurt im August KONRAD nicht bloß seiner Königswürde, sondern auch seines Herzogtums und seiner in Deutschland gelegenen Güter für verlustig erklären und rühmte sich im November, dass der schwäbische Adel sich ihm größtenteils unterworfen habe. Allein manche Grafen und Herren, sodann Städte, wie Ulm, Eßlingen, Reutlingen, Gmünd, Hall, höhere kirchliche Würdenträger, wie der Abt von Ellwangen, blieben den STAUFERN treu. Auf Ulm hatte es HEINRICH besonders abgesehen: er belagerte die Stadt im Januar 1247, sein Heer hatte jedoch durch Hunger und Kälte sehr zu leiden, er mußte ohne Erfolg abziehen und verschied nur wenige Wochen nachher (am 17. Februar) in seiner thüringischen Heimat auf der Wartburg. An Pfingsten belagerten die staufischen Gegner Reutlingen, allein die Bürger leisteten mutig Widerstand und erbauten zum Danke für ihre Rettung eine Kirche zu Ehren der Mutter Gottes.
Nicht entmutigt durch das rasche Ende HEINRICHS ruhte Papst Innocenz IV. nicht, bis hauptsächlich durch die rheinischen Erzbischöfe am 3. Oktober 1247 zu Neuß Graf Wilhelm von Holland zum Gegenkönige gewählt und am 1. November 1248 nach der Einnahme Aachens in dieser Stadt gekrönt wurde. Auch ließ er durch Predigermönche zum Kreuzzuge gegen die STAUFER aufrufen. In der Tat gelang es dem neuen Gegen-Könige, einen immer größeren Anhang zu gewinnen, wie zum Beispiel in den folgenden Jahren aus den Gegenden, welche für die Geschichte Württembergs in Betracht kommen, folgende Anhänger desselben sich nachweisen lassen. Von Geistlichen: Bischof Eberhard von Konstanz aus der Familie der Truchsessen von Waldburg, die Bischöfe von Würzburg und Speier, die Äbte von Anhausen und Bebenhausen; von den weltlichen Herren: die Pfalzgrafen Rudolf und Hugo von Tübingen, die Grafen Hartmann von Grüningen und Ulrich von Württemberg, Gottfried von Helfenstein-Sigmaringen, Konrad vn Urach-Freiburg, die Edlen Konrad von Schmiedelfeld und Walter Hako, welcher im Jahre 1249 beim Papste zu Lyon erscheint. Hingegen blieben den STAUFERNtreu: der Bischof von Augsburg; von den weltlichen Herren: Graf Ludwig von Öttingen, Schenk Walter von Limpurg und Gottfried von Hohenlohe, sodann fast alle schwäbischen Städte. In einem Kampfe gegen die Grafen Hartmann von Grüningen, Hartmann von Kiburg, Ludwig von Frohburg und Gottfried von Helfenstein-Sigmaringen, sowie den Abt von Reichenau wurde KONRAD etwa im April des Jahres 1248 in die Flucht getrieben und beinahe zum Gefangenen gemacht. Ja, als er die Nacht vom 28. auf den 29. Dezember dieses Jahres im Kloster St. Emmeran zu Regensburg zubrachte, wurde er beinahe das Opfer eines Mordanfalles von seiten des Bischofs Albert und seiner Ministerialen. Durch Verwüstung ihres Gebiets hatte er dieselben kurz zuvor erbittert, und so drangen, im Auftrage des Bischofs, Konrad von Hohenfels und andere seiner Ministerialen nachts in des Königs Schlafgemach, und nur dem Umstande verdankte er seine Rettung, dass gerade noch in dieser Nacht zufällig eine weitere Person in das Zimmer gekommen war, als den Mördern früher berichtet worden. So suchten dieselben, nachdem die ihnen bekannte Zahl von Bewohnern des Zimmers getötet oder gefesselt hatten, nicht weiter nach dem Könige, welcher unter einer Bank verborgen war.
Nur wenige Tage zuvor, am 13. Dezember 1250, war Kaiser FRIEDRICH II. zu Fiorentino in Apulien an einer ruhrartigen Krankheit gestorben. Noch manche harte Schläge hatten ihm Kampfe mit dem Papst und den oberitalienischen Städten getroffen, allein er hatte sich stets wieder aufgerafft und mit Glück wieder eine günstigere Wandlung seines Geschickes eingeleitet. Zum Erben im Kaiserreiche Deutschland und im Königreiche Sizilien war von ihm König KONRAD eingesetzt, allein Papst Innocenz forderte überall aufs drohendste zum Abfalle von demselben auf und sprach am 13. April 1251 den Bannfluch gegen ihn aus. Auch wurde Innocenz von den abtrünnigen schwäbischen Großen durch einen besonderen Abgeordneten in der Person des Grafen Ulrich von Württemberg beschickt. Dieser befand sich mit seinem Begleiter, Berchtold von Blankenstein, bereits am 20. März 1251 in Lyon, war ohne Zweifel auch mit König WILHELM zusammen, welcher im April dahin kam, und erfreute den Papst durch die Nachrichten, die er über die Gesinnungen seiner Landsleute brachte. Innocenz belobte die Abgefallenen wegen ihrer Anhänglichkeit an die Kirche, teilte ihnen mit, dass er König WILHELM aufgefordert habe, ihnen zu Hilfe zu ziehen, beglaubigte bei ihnen bis zur Absendung eines eigenen Legaten den Dominikaner Heinrich, welcher in Schwaben gegen KONRAD das Kreuz predigen sollte, und beteuerte endlich, die Kirche werde nie zugeben, dass die Schlangenbrut der STAUFER je wieder zur römischen Königs- und Kaiserwürde oder auch nur zum schwäbischen Herzogsamte gelange. KONRAD seinerseits begab sich gegen Ende des Jahres 1251 nach dem Süden, um sich seines sizilischen Erbreichs zu versichern und daselbst für neue und stärkere Unternehmungen in Deutschland Hilfsquellen zu eröffnen. Zu seinem Stellvertreter im letzteren Lande ernannte er seinen Schwiegervater, ließ seine schwangere Gemahlin bei demselben in Landshut zurück und verpfändete oder verkaufte manche der noch übrigen Güter seines Hauses. Freilich wirkten in seiner Abwesenheit die Umtriebe des Papstes und die Kreuzpredigten der Mönche sehr zu seinen Ungunsten, und er wurde im Juli 1252 von dem immer mächtiger gewordenen Gegen-König WILHELM, ähnlich wie früher von HEINRICH RASPE, auf einem Reichstag in Frankfurt nicht nur des Herzogtums Schwaben, sondern auch aller seiner in Deutschland gelegenen Güter entsetzt. Allein er erstarkte im Süden dergestalt, dass er sich mit Heeresmacht wieder diesseits der Alpen aufzutreten vorbereitete, als ihm am 20. Mai 1254 im Lager bei Lavello ein Fieber dahinraffte. Vor seinem Ende hatte er dem päpstlichen Stuhle die Fürsorge für seine einzigen Sohn Konrad übertragen und für den Fall von dessen Tode zugunsten seiner Schwester Margarete, Gemahlin des Markgrafen Albrecht von Meißen, Bestimmungen getroffen.
 
 
 
 

1.9.1246
  oo 1. Elisabeth von Bayern, Tochter des Herzogs Otto II.
Vohburg um 1227-9.10.1273
 
 
 
 

Kinder:

  Konradin König von Jerusalem
  25.3.1252-29.10.1268

Illegitim

  Konradin
  um 1252-   1269
 
 
 

Literatur:
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Bedürftig Friedemann: Taschenlexikon Staufer. Piper Verlag GmbH München 2000 Seite 127 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 141 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 28 - Die Staufer im Süden. Sizilien und das Reich, hg. von Theo Kölzer, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 97,103 A.79,144,174,177,178,179,179 A.200,179 A.201, 180,181 A.216,185,222,239,248, 261 A.148 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 364 - Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 126,240,357 - Eibl, Elfie-Marita: Konrad IV., in Deutsche Könige und Kaiser des Mittelalters, Urania-Verlag 1988, Seite 224-231 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 134,141,146-148,151,155,156,158,166 - Großer Bildatlas der Kreuzzüge. Sechs Jahrhunderte abendländischer Kultur- und Glaubensgeschichte. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1992 Seite 78, 80,98 - Höfer, Manfred: Die Kaiser und Könige der Deutschen, Bechtle Verlag Esslingen 1994, Seite 118-120 - Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf 1989, Seite 113,120,146,151,194,210,227,233,239,243,251-253,293,295,308, 322-324,329,336 - Jaeckel, Gerhard: Die deutschen Kaiser. Die Lebensgeschichten sämtlicher Monarchen von Karl dem Großen bis Wilhelm II., Weltbild Verlag Augsburg, Seite 98-99 - Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite, Klett-Cotta Verlag Stuttgart 1991, Seite 131-629 - Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen Verlag 1999 Seite 31,445 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246,Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 282,285,291,300, 304,402 A 32;408 A 82;409 A 92;412 A 22 - Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite 238,641-642 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 10,270, 276,294,299,314,321,331,336,357 - Masson Georgina: Friedrich II. von Hohenstaufen, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1991, Seite 129,130,137,194,202,264,267,337,356,360,361,364 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 210,220,224,226,238 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 278,280,283,291 - Prutz Hans: Die Ritterorden. Mönche als Kämpfer, Helden, Abenteurer Bechtermünz Verlag Berlin 1908 Seite 125 - Rösch, Eva Sibylle/ Rösch, Gerhard: Kaiser Friedrich II. und sein Königreich Sizilien, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 85,93,95,99,127,129,159, 164-166,170 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 954,973,991,1000,1031,1034,1052,1055,1057,1059 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 19 - Uehli, Ernst: Die drei großen Staufer. Friedrich I. Barbarossa - Heinrich VI. - Friedrich II., VMA-Verlag Wiesbaden 1997 - Von Schwaben bis Jerusalem. Facetten staufischer Geschichte, hg. Sönke Lorenz und Ulrich Schmidt, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 127,136,172,175,188,197,206,214,217,229,249,258,263,275,278,281,285 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 13,43,53,55, 101,270,293,305,352,388,393,397,399 -