Gertrud von Sulzbach                                Deutsche Königin
---------------------------
1110-14.4.1146
         Hersfeld

Begraben: Zisterzienserkloster Ebrach
 

Tochter des Grafen Berengar I. von Sulzbach aus seiner 3. Ehe mit der Adelheid von Wolfratshausen, Tochter von Graf Otto III.
 

Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 350
*********************
"Die Zeit der Staufer"

VII. GENERATION

37 (21) KÖNIG KONRAD III.
----------------------------------------
* 1093, + 18.2.1152

  II oo  um 1131/1132, vor 1134
         GERTRUD VON SULZBACH
         * um 1113/16, + 14.4.1146
                                Hersfeld

Begraben: Zisterzienserkloster Ebrach

Tochter des Grafen Berengar I. von Sulzbach und der Adelheid von Wolfratshausen, Tochter des Grafen Otto II. von Dießen. Otto war ein Sohn des Grafen Berthold von Dießen (vgl. Nr. 11).

KONRAD III. und Königin Gertrud waren also beide Nachkommen (Ur-Ur-Enkel) eines staufischen Paares. Wenn Königin Gertrud von Mutterseite STAUFER-Blut hatte, wird eher verständlich, warum man ihre Schwester Bertha von Sulzbach gewissermaßen als "STAUFERIN"nach Byzanz schicken konnte, als Kaiser Manuel Komnenos sich mit dem staufischen Hause verbinden wollte - ein Sachverhalt, auf den Hirsch schon 1939 hingewiesen hat.

Kinder zweiter Ehe:
58 (König HEINRICH-BERENGAR)
59 (Friedrich)
und weitere Kinder?


GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Wegener Dr. Wilhelm: Seite 202
******************
Gattin des Königs KONRAD III. seit 1131/32, + 14/4 1146, vgl. Kastler Reimchronik Vers 543 ff bei Moritz 2, 147, ferner Moritz 1, 249 ff, Bernhardi Jahrb. Konrads III. 19 Anm. 29, 471 Anm 11.

Gertrud wurde in dem 1126 gegründeten ehemals berühmten Zisterzienserkloster Ebrach im Steigerwald bestattet. Hier ruht auch ihr Sohn Herzog Friedrich IV. von Schwaben.

Mühlbacher Josef: Seite 18-22
***************
"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"

Gertrud von Sulzbach ist wie ihr Gemahl KONRAD III. nur wenig ins Bewußtsein des Volkes eingegangen. Die Größe und der Glanz der ihnen Nachfolgenden, Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA und der Beatrix von Burgund, überragen und überstrahlen sie. KONRAD waren trotz seiner großen Fähigkeiten dauernde Erfolge nicht bescheiden. Dennoch ist er, der erste König des staufischen Geschlechtes, die Vorstufe für den Aufstieg der drei folgenden Kaiser: FRIEDRICHS I. BARBAROSSAS, HEINRICHS VI. und FRIEDRICHS II. - die drei Berge in der Landschaft der staufischen Geschichte.
Als mit Kaiser HEINRICH V., dem Sohn des den STAUFERN gewogenen HEINRICH IV., 1125 die SALIER ausstarben, wurde als deren Nachfolger Friedrich II., Herzog von Schwaben als Enkel HEINRICHS IV. erwartet. Gewählt wurde LOTHAR VON SACHSEN-SUPPLINBURG, gegen den schon 1127 KONRAD, der andere Enkel HEINRICHS IV., als Gegenkönig auftrat. Schließlich wurde KONRADnach dem Tod LOTHARS VON SUPPLINBURG 1138 aus Abneigung gegen den zu mächtigen WELFEN Heinrich den Stolzen in Koblenz zum König gewählt.
KONRAD wird als ritterliche Erscheinung beschrieben, von edler Gestalt, ein tüchtiger Kriegsmann, leutselig und gesellig, fröhlich und zugleich mit Anwandlungen zu Frömmelei und Reuegefühlen. Seine Regierungszeit war ausgefüllt mit Auseinandersetzungen und Kriegen gegen die WELFEN, dem erfolglosen zweiten Kreuzzug, den er nach einer zündenden Predigt Bernhards von Clairvaux im Dom von Speyer gelobt hatte.
Gebrochen und krank aus dem Heiligen Land wieder daheim, nahm KONRAD von neuem den Kampf gegen Heinrich den Löwen auf, der vorzeitig vom Kreuzzug nach Deutschland zurückgekehrt war. Als KONRAD 1152 mit 50 Jahren zermürbt und enttäuscht starb, "stand er fast genau da, wo er begonnen hatte" (Karl Hampe). Er starb in Bamberg und wurde dort im Dom bestattet.
Vor dem Hintergrund dieser ruhelosen Zeit und neben dem glücklosen Mann ist die Gestalt seiner Gattin zu sehen, deren Halt ihre tiefe Frömmigkeit war. Der Vater Gertruds von Sulzbach war der Graf Berengar I., ihre Mutter, die dritte Gemahlin Berengars, Adelheid von Wolfratshausen. Sie ist eine von fünf Schwestern, von denen Bertha (Irene) mit dem Kaiser von Byzanz, Manuel I., vermählt war.
Das Geschlecht derer von SULZBACH ist seit dem 11. Jahrhundert bekannt, war mächtig in O-Franken und im bayerischen Nordgau und im Besitz der Hauptvogtei des Bistums Bamberg, dem sich KONRAD eng verbunden fühlte. Graf Berengar I. wie sein Sohn Berengar II. waren getreue Gefolgsleute FRIEDRICH BARBAROSSAS. Berengar II. ist in dessen Heer 1167 in Rom an einer grassierenden Seuche gestorben.
Der erstgeborene Sohn KONRADS und Gertruds, HEINRICH (1137-1150), der vor der Kreuzfahrt des Vaters 10-jährig zum König gewählt und gekrönt worden war, starb schon im Alter von 13 Jahren.
Auch der zweitgeborene Sohn Friedrich, Herzog von Rothenburg und Schwaben (1145-1167), starb mit 22 Jahren. Den 18-jährigen hat Acerbus Morena, der Chronist von Lodi in einer seiner ausgezeichneten Charakteristiken festgehalten: "Er war groß für sein Alter, tapfer, ruhmbegierig, gut gebaut, breit und stämmig, hellhäutig, schön und wohlgestalt, heiter und fröhlich, mit gleichsam weißem und lockigen Haar." Er war also ein echter STAUFER bis auf sein Körpermaß; die STAUFER waren durchweg mittelgroß. Vielleicht ist seine Größe ein Erbteil der Mutter.
Seine Tapferkeit wurde schon als Bannerträger im Heer FRIEDRICHS BARBAROSSAS beim Sturm auf die Tore Mailands (1162) hervorgehoben. Im Kampf gegen Rom wird ihm allerdings Kirchenschändung vorgeworfen, auch sein Trotz gegen den Vater ist ein staufischer Zug,  der sich später bei HEINRICH (VII.) in der Rebellion gegen den Vater FRIEDRICH II.unheilvoll auswirken sollte. Rücksichtslosigkeit, ja Grausamkeit, erschrecken dann an Kaiser HEINRICH VI. KONRADS Sohn Friedrich weigerte sich, den vom Kaiser geforderten Eid gegen Papst Alexander III. zu leisten, und er scheint, wohl gegen die Absicht des Vaters, 1166 Gertrud, die Tochter Heinrichs des Löwen und der Klemantia von Zähringen geheiratet zu haben.
Die Anlagen des ungestümen jungen Mannes gelangten nicht zur Reife. Im Alter von 22 Jahren wurde er in Rom im Heer FRIEDRICH BARBAROSSAS ein Opfer der verheerenden Seuche. da er kinderlos geblieben war, starb mit ihm die Familie KONRADS III. aus. Seine Gemahlin Gertrud heiratete in zweite Ehe Knut VI. von Dänemark.
Der Widerstand gegen den Vater mochte der Grund dafür gewesen sein, dass diese vor dem Sterben nicht ihn, sondern seinen Neffen FRIEDRICH, den späteren Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA, zum Nachfolger vorgeschlagen hatte: Dieser Entschluß wurde die einzige große und entscheidende Tat KONRADS genannt.
In das Leben und die Geschicke KONRADS und seiner Söhne ist auch deren Mutter einbezogen, über die uns nur wenig bekannt ist. Von KONRAD sind zwei Episoden in der Erinnerung des Volkes wachgeblieben, die Episode von den treuen Weibern nach der Eroberung der welfischen Burg Weinsberg durch KONRAD (1140); die andere Anektode: KONRAD habe vor Damaskus einem Gegner mit einem Hieb Kopf, Hals und die linke Seite abgeschlagen, ist erfunden.
Für Gottfried von Viterbo war KONRAD "im Rate ein Seneca, von Aussehen ein Paris, ein Hektor in den Waffen."
Nach der Geburt des Sohnes Friedricherkrankte Gertrud auf dem Wege zu ihrem Gatten; sie starb in Hersfeld 1146 im Alter von 36 Jahren. Sie ist also ihrem Gatten und beiden Söhnen im Tod vorausgegangen. Bestattet wurde sie in dem 1126 gegründeten, ehemals berühmten und sehr reichen Zisterzienserkloster Ebrach im Steigerwald, das sie wie viele andere Klöster reich beschenkt hatte. Hier ruht auch ihr Sohn Herzog Friedrich von Rothenburg.
 
 
 
 

 1135
  oo 2. KONRAD III. König des Deutschen Reiches
          1093-15.2.1152
 
 
 
 

Kinder:

  HEINRICH (VI.)
  1137-   1150

  Friedrich IV. Herzog von Schwaben
  1144/45-19.8.1167
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 350 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 149,254 - Mühlbacher, Josef: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977 Seite 18-22 - Schwarzmaier, Hansmartin: Die Heimat der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte in Südwestdeutschland, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1976 Seite17,43,116 -