Friedrich VI.                                             Herzog von Schwaben (1170-1191)
---------------
16.4.1167-20.1.1191
Modigliana  Akkon

Begraben: Deutschordens-Spital Akkon
 

3. Sohn des Kaisers FRIEDRICH I. BARBAROSSA aus seiner 2. Ehe mit der Beatrix von Burgund, Tochter von Graf Rainald III.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 960
********************
Friedrich V. (Konrad), Herzog von Schwaben aus dem Hause der STAUFER
----------------------------
* Febr. 1167, + 20. Jan. 1191

Begraben Akkon

3. Sohn Kaiser FRIEDRICHS I.

Die gesicherte Tatsache, dass FRIEDRICH BARBAROSSA einen ältesten Sohn Friedrich (* 1164) hatte, den man mit unserem Friedrich gleichsetzte, führte in der älteren Literatur zu zahlreichen Spekulationen, weshalb nicht der älteste, sondern der vermeintlich jüngere Sohn HEINRICH VI. König und Erbe des Vaters wurde. Erst die Erkenntnis, dass der ältere Friedrich um 1170 starb, worauf der Drittgeborene Konrad den STAUFER-Namen 'Friedrich'erhielt und mit ihm das schwäbische Herzogsamt, brachte die Lösung und zugleich Einblick in die Hausordnung BARBAROSSAS. Die berühmte Miniatur der Fuldaer Handschriften der Welfenchronik zeigt BARBAROSSA mit seinen noch jugendlichen Söhnen König HEINRICH und Herzog Friedrich. Mit der Schwertleite beim Mainzer Hoffest 1184 beginnt Friedrichs politisch-militärische Aktivität vor allem in Schwaben; auf dem 1189 beginnenden Kreuzzug übernimmt er nach dem Tode des Vaters die Führung des Kreuzheers, mit dessen Resten er im Oktober 1190 Akkon erreichte. Bei der Belagerung der Stadt erlag er einer Seuche und wurde im neugestifteten Deutschordens-Spital in Akkon bestattet.

Literatur:
-----------
Siehe Friedrich I.: Stälin, 106 ff.; Weller, 309 ff.; Engels, 89 f.; Staufer III, 13, 355 - NDB V, 590 f., - G. Baaken, Die Altersfolge der Söhne Friedrich Barbarossas, DA 24, 1968, 56 ff. - O. Engels, Beitr. zur Gesch. der Staufer im 12. Jh., DA 27, 1971, 399 ff.



Bedürftig Friedemann: Seite 82
******************
"Taschenlexikon Staufer"

FRIEDRICH V. VON SCHWABEN
* Februar 1167, + 20.1.1191
Modigliana (bei Forli) vor Akkon

Eigentlich hieß er Konrad; den Namen Friedrich, den Leitnamen der STAUFER, "erbte" er von seinem älteren Bruder, der schon früh, im Alter von fünf oder sechs Jahren, verstarb. Friedrich V. war der dritte Sohn FRIEDRICHS I. BARBAROSSA. Zusammen mit seinem Bruder Heinrich, dem späteren Kaiser HEINRICH VI., erhielt er beim glanzvollen Mainzer Pfingstfest 1184 die Schwertleite (das heißt die Waffenfähigkeit und Mündigkeit). Zum Herzog von Schwaben erhoben, brach Friedrich 1189 mit seinem Vater zum Dritten Kreuzzug auf. Nach BARBAROSSAS Tod in Kleinasien führte er die Kreuzritter, die zum Weitermarsch bereit waren (etwa die Hälfte des Heeres), durch Kilikien und Syrien bis zur palästinensischen Hafenstadt Akkon. Er starb dort während der Belagerung an einer Seuche. Im Bericht eines Zeitgenossen ist eine Episode aufbewahrt, die den Schwaben-Herzog als frommen Wallfahrer zeigt, der es mit dem Kreuzzug ernst meint: Von der Krankheit gepackt, auf den Tod liegend, wird ihm von den Ärzten versprochen, er könne gesund werden, wenn er sich dem Liebesgenuß hingäbe. Das aber lehnte Friedrich ab. Lieber sterben als solche Medizin nehmen!



Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 355
*********************
"Die Zeit der Staufer"

IX. GENERATION

65 (44) KONRAD, später FRIEDRICH genannt (= Herzog Friedrich V. von Schwaben)
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
* Februar 1167, + 20.1.1191
Modigliana          bei der Belagerung von Akkon
(sw. von Faenza)

Begraben: in Akkon

Erst Konrad, dann (nach dem Tod des Bruders Friedrich) zum Ersatz Friedrich genannt, als Friedrich bald nach 1170 (als Nachfolger seines Bruders) Herzog von Schwaben (1170-1191).

Verlobt beim Durchzug des Kreuzheeres durch Ungarn 1189 mit
KONSTANZE VON UNGARN
* um 1177, + 4.12.1240

Tochter des Königs Bela III. von Ungarn (um 1158-1196) und der Agnes von Chatillon (um 1155-1184), Tochter des Rainald von Chatillon, Fürst von Antiochia. Konstanze heiratete nach dem Tode ihres staufischen Bräutigams Przemysl I. Ottokar, König von Böhmen (1155-1230).



Brandenburg Erich: Tafel 23 Seite 47
***************
"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 357. FRIEDRICH, 1164 16.VII. Herzog von Schwaben 1170
-------------------------------
* 16. VII. 1164, + 1191 20.I.

Anmerkungen:
-----------------
XIII. 357. - 362.

Hug., Kinder Friedrich Barbarossas. Dazu Scheffer-Boichorst, Ges. Schr. 3, 383f. Daß Friedrich der älteste Sohn war, ist wohl außer Zweifel. Ob Konrad oder Otto älter war, ist nicht sicher zu entscheiden; die Geburtsdaten sind nur ungefähr zu bestimmen. Hug nimmt drei Töchter an, doch scheint mir nur eine erwiesen. Wenn andere Töchter vorhanden waren, sind sie jedenfalls jung gestorben, ihre Namen und Lebensdaten unbekannt. Siehe auch Curschmann Seite 2 PHILIPPS Geburt wird von Winkelmann erst ca. 1080 gesetzt, doch dürfte die von Hug 53 angeführte Stelle für unseren Ansatz sprechen.

Ergänzung (Rosch): Friedrich von Schwaben, * 1164
Korrektur (Wolf): 357-362 werden 357b-362b



Thiele, Andreas: Tafel 18
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

FRIEDRICH V.
---------------------
* 1164, + 1191

1167/68 Herzog von Schwaben

Führt den Kreuzzug weiter und stirbt vor Akkon.



Bei der Taufe erhielt er den Namen Konrad, wurde nach dem Tode seines älteren Bruders mit Schwaben belehnt und mit dem traditionellen Namen der Schwabenherzöge benannt. Er wurde am 29.9.1168 erstmals beurkundet. Friedrich begleitete seinen Vater 1189 auf dem Kreuzzug, verlobte sich in Ungarn mit Konstanze, der Tochter König Belas, bestand siegreich mehrere Gefechte gegen die Griechen in Bulgarien, wo er die nach Makedonien führenden Pässe erstürmte, und gegen die Türken in Asien, eroberte Iconium und befehligte nach dem Tode des Kaisers das Kreuzheer, dessen Reste er nach Antiochia führte, wo er die Leiche seines Vaters beisetzten ließ. Am 19.11.1190 stiftete er den Orden der Deutschherren und erlag einer Seuche.

Engels Odilo: Seite 108
***********
"Die Staufer"

Friedrich VI. von Schwaben, ursprünglich Konrad genannt, wurde 1181 mit einer Tochter Waldemars I. von Dänemark verlobt, um die soeben hergestellte Lehnsbeziehung zu untermauern. Im Zuge dieser erneut anti-staufischen Politik verweigerte König Knut 1187 auch die fällige Zahlung der zweiten Hälfte der Mitgift, so dass dem Kaiser nichts anderes blieb, als die Braut samt erster Hälfte der Mitgift wieder heimzuschicken.
Verlobt wurde Friedrich nun mit einer Tochter König Belas III. von Ungarn, doch zur Heirat kam es nicht, weil der Bräutigam, der nach dem Tode des Vaters die Führung des deutschen Kreuzfahrerheeres übernommen hatte, 1191 vor Akkon starb.

Csendes Peter: Seite 36,46,74
************
"Heinrich VI."

Die Forschung hat lange darüber gerätselt, warum der Kaiser den jüngeren Sohn HEINRICH dem erstgeborenen Friedrichvorgezogen hat, der bereits bald nach seiner Geburt in die politische Planung des Vaters eingebunden und mit einer englischen Prinzessin verlobt worden war. Nun haben aber scharfsinnige Untersuchungen ergeben, dass BARBAROSSAS ältester Sohn bereits früh verstorben ist, jedoch der Drittgeborene, Konrad, um den Leitnamen des staufischen Hauses zu bewahren, später nach dem älteren Bruder Friedrich genannt wurde. Denn nach dem Tod des ältesten hatte man natürlich nicht wissen können, dass dem Kaiserpaar noch weitere Söhne geboren werden sollten. Als wahrscheinlichste Begründung für die Entscheidung des Herrschers bei der Regelung der Nachfolge könnte daher, so vermutete man, Friedrichsschwache Gesundheit den Ausschlag gegeben haben, nicht ihn zum König auszuersehen. Er wurde jedoch, wie eine Urkunde für das Kloster Ellwangen andeuten könnte, zum Herzog von Schwaben erhoben. War aber dieses Amt so viel weniger bedeutend oder beschwerlich, dass es ein in erkennbarem Ausmaß Kränkelnder problemlos ausüben konnte? Solche berechtigten Überlegungen haben Forscher veranlaßt, verfassungsrechtliche Begründungen für das Vorgehen des Kaisers zu suchen. Die Quellen, auf denen freilich allein plausible Theorien beruhen können, schweigen über das Schicksal des Kindes, und doch scheint gerade in diesem Schweigen der Schlüssel zur Klärung der Frage zu liegen.
Am 29. September 1168 hatte der Herrscher im Namen Herzog Friedrichs von Schwaben, wie erwähnt, für das schwäbische Kloster Ellwangen im Juratal geurkundet. Man hat allgemein angenommen, dass dieser Friedrich eben der Erstgeborene war. Doch ist es wirklich vorstellbar, dass der Tod eines Herzogs von Schwaben, selbst wenn er noch minderjährig war, von der zeitgenössischen Historiographie vollkommen unbeachtet geblieben wäre? Wohl kaum. Man wird vielmehr annehmen dürfen, dass der Herzog Friedrich des Jahres 1168 bereits der jüngere, nachbenannte Sohn war, der die Herzogswürde auch weiterhin bekleidete und Jahrzehnte später seinen Vater auf dem Kreuzzug begleiten sollte.
Zur Feier des Pfingsfestes 1184 in Mainz erhielt Friedrich gemeinsam mit seinem älteren Bruder HEINRICH die Schwertleite. Dieses Fest stellte nicht nur im Leben der jungen Fürsten ein wichtiges Ereignis dar, es war zugleich eine Demonstration staufischer höfischer Kultur. Nun sollten der König und sein Bruder Friedrich, der Herzog von Schwaben, in die Ritterschaft aufgenommen werden.
Während des Kreuzzuges wurde auf dem Weg durch Ungarn die Verlobung Friedrichs von Schwaben mit einer Tochter König Belas II. geschlossen. Nach dem Tode seines Vaters im Fluß Salef (10.6.1190) führte Friedrich das Heer der Kreuzfahrer zunächst weiter. In Antiochia ließ er das Fleisch seines Vaters beisetzen, die Gebeine sollten in Jerusalem ihre letzte Ruhestätte finden. Dazu ist es nicht mehr gekommen. Im Oktober 1190 langte der Herzog mit den Resten des Heeres vor Akkon an, wo er selbst am 20. Januar 1191 einer Seuche erlag, die im Lager ausgebrochen war.

Cardini Franco: Seite 234,255
*************
"Friedrich Barbarossa"

Am Pfingstfest des Jahres 1184 feierte der Kaiser in Mainz ein großes Fest, bei dem seine Söhne HEINRICH - der bereits zum König gekrönt worden war - und Friedrich zu Rittern geschlagen wurden. Bei dieser Gelegenheit erhielt Friedrich offiziell das Herzogtum Schwaben.
Nach dem Tode FRIEDRICHS I. machte sich unter den deutschen Kreuzfahrern tiefste Niedergeschlagenheit breit, auch wenn der Sohn des Kaisers, Herzog Friedrich von Schwaben, das Kommando der Unternehmung übernahm und sein Bestes gab, als er das Heer nach Seleukia und von dort nach Tarsus und dann nach Antiochia führte. Fürst Bohemund von Antiochia und dann - der eigens aus Tyrus herbeigeeilte - Konrad von Montferrat empfingen mit offenen Armen den verstörten und vom Fieber geschüttelten Herzog, der in Kilikien erkrankt war: Aber es gab ja jetzt gar kein deutsches Unternehmen mehr, wo das Heer auf einen Haufen völlig verwirrter Männer zusammengeschrumpft war, die jede Gelegenheit ergriffen, um abzufallen. Herzog Friedrich selbst sollte bald darauf, im Januar 1191, sterben: Ein Friedhof des Deutschen Ordens nahm seine sterblichen Überreste auf.

Stälin Paul Friedrich: Seite 275-279
*****************
"Geschichte Württembergs"

Das erledigte Herzogtum Schwaben übergab der Kaiser wohl bald, jedoch nur dem Namen nach, seinem Sohne Friedrich V., welcher im September 1168 urkundlich den Titel Herzog von Schwaben führt (+ 1191) . Ohne Zweifel traf der Vater zunächst alle bedeutenderen Verfügungen noch selbst und verweilte auch später öfters auf schwäbischen Pfalzen. Wie anderwärts glückte ihm namentlich in der Heimat seines Geschlechts in den nächsten Jahren eine bedeutende Vergrößerung seiner Hausmacht: Sein Oheim der öfters genannte Herzog Welf VI. brachte trostlos über den Tod seines einzigen Sohnes, Welfs VII., und ohne Aussicht auf einen Erben seine späteren Jahre in Oberschwaben und Bayern meist als üppiger Schwelger, aber auch von Dichtern und Klöster gerühmter, guttätiger und freizügiger Fürst zu und geriet daher wiederholt in Geldverlegenheit. Gegen eine bestimmte Geldsumme trat er deshalb dem Kaiser zunächst seine umfassenden Lehen in Italien ab (wahrscheinlich im Jahre 1175). Sein reiches Eigengut in Deutschland dagegen, teils ausgedehnte alt-welfische Ländereien und Rechte in Oberschwaben, Bayern und bis nach Tirol hinein, teils neu erheiratete Calwische Besitzungen wollte Welf zuvörderst seinem Brudersohne Herzog Heinrich dem Löwen zuwenden; allein er überwarf sich mit ihm, weil Heinrich in unkluger Sparsamkeit seinem Oheim nicht, wie er doch versprochen, mit Geldleistungen unter die Arme griff, sondern in Erwartung seines baldigen Todes ihn ohne weitere Kosten zu beerben hoffte. Im Ärger hierüber trat Welf auch diesen Besitz dem reichlich zahlenden Kaiser ab, welcher die ganze Erbschaft alsbald in Besitz nahm, dem Herzoge jedoch meist zu lebenslänglichem Mißbrauche überließ, ja noch einige weitere Güter dazu verlieh (wohl im Jahre 1179). Nicht wenig mochte freilich diese bereits angebahnte Ausschließung von dem welfischen Erbe die Veranlassung sein, dass der geldgierige Herzog Heinrich, trotz einer persönlichen Zusammenkunft mit dem Kaiser in den ersten Monaten des Jahres 1176 zu Chiavenna oder Partenkirchen, sich nicht bestimmen ließ, denselben auf seinem 5. italienischen Zuge zu unterstützen, worauf die Schlacht gegen die lombardischen Städte bei Legnano vom 29. Mai 1176 und der venetianische Friede vom Sommer 1177 zu Ungunsten des Kaisers entschieden. Freilich hatte der Herzog nach einigen Jahren diesen Ungehorsam wie seine sonstigen Verschuldungen schwer zu büßen. Infolge des Prozesses, der gegen ihn angestrengt wurde, verfiel er in die Reichsacht; der Kampf, den er mit dem Reichsheer aufnahm, entschied vollständig gegen ihn. Von all seinen Besitzungen, den Herzogtümern Bayern und Sachsen, reichem Lehens- und Erbgut, behielt er schließlich im Jahre 1181 nach fußfälliger Bitte auf dem Reichstage zu Erfurt nur das zum Teil väterliche, zum Teil mütterliche Erbe: Lüneburg und Braunschweig.
Um Pfingsten (20. Mai) 1184 erfolgte bei Mainz die Schwertleite, wie seines Bruders, HEINRICHS VI., so auch Herzog Friedrichs. Das bei diesem Anlaß veranstaltete Fest ward mit einer nie gesehenen Pracht gefeiert und lebte in Liedern und Erzählungen noch lange fort; strömten doch auch aus fremden Ländern, wie Frankreich, England, Spanien, Italien, Illyrien, den slawischen Gebieten, Teilnehmer zusammen, so dass 40.000 nach anderer Angabe 70.000 anwesende Ritter gezählt wurden, ohne das andere Volk. HEINRICHwar bereits vierjährig im Jahre 1169 zum König gewählt und gekrönt worden und vermählte sich im Jahre 1186 mit der sizilischen Erb-Tochter Konstanze; Friedrich erhielt wohl erst jetzt das Herzogtum Schwaben förmlich und zu selbständiger Verwaltung übergeben und handelte in den folgenden Jahren öfters in schwäbischen Angelegenheiten. Schon zuvor war er mit den zu erwartenden Erbgütern Welfs VI. und dem Besitz des Grafen Rudolf von Pfullendorf ausgestattet worden. In der Folge erscheint er häufig in Gesellschaft des greisen Vaters, und als die Trauerkunde im Abendlande erscholl, die heilige Stadt sei in die Hände des Sultans Saladin gefallen, ließ er sich, wiederum zu Mainz, zugleich mit dem Kaiser am 27. März 1188 von dem kaiserlichen Kanzler Gottfried, dessen zündende Rede hier besonders wirksam war, das Kreuz feierlichst erteilen.
Der Kreuzzug, von den größeren Zügen der dritte, erfreute sich einer stattlichen Zahl von Teilnehmern, besonders aus Schwaben, und brach am 11. Mai 1189 von Regensburg auf. Von Nissa an ordnete der Kaiser das Heer in vier Abteilungen und übertrug den Oberbefehl über die ersten derselben, Schwaben und Bayern, dem Herzoge Friedrich. Der junge Fürst bewies sich bei den verschiedensten Gelegenheiten als unermüdlich kühnen, aber auch auf das Wohl des Heeres bedachten Krieger. Erwarb er sich durch seine Fürsorge den Beinamen "Herr Schaffner", so schlug er anderseits bei Philippopel ein griechisches Heer in die Flucht, nahm die reiche Stadt Berrhöa ein, erhielt einmal durch einen Steinwurf den Helm vom Haupt geschleudert und einen Zahn ausgeschlagen, und stürmte insbesondere am 18. Mai 1190, mit fünf anderen zuerst in die Stadt eindringend, die Tore Iconiums. Als der Kaiser am 10. Juni des Jahres in den Wellen des Saleph seinen Tod fand, wurde Friedrichvon dem bei weitem größten Teil des Heeres zum Führer gewählt und es wurde ihm gehuldigt. Allein schwere Krankheiten rafften eine Menge Kreuzfahrer dahin, viele kehrten in ihre Heimat zurück und zerstreuten sich. Mit einem kleinen Rest des Heeres - die Angaben schwanken zwischen 1.000 bis 15.000 Mann - gelangte der Herzog am 7. Oktober 1190 vor Akkon und verband sich allda mit den Christen, welche die Feste bereits belagerten, erlag jedoch bereits am 20. Januar 1191 der verheerenden Seuche. Seiner Verordnung gemäß wurde er in der Kirche neben dem deutschen Spital in der Stadt beerdigt, sein Leichenbegängnis aber durch glänzende Beleuchtung des Lagers geehrt. Dass der wegen seiner Tapferkeit, seines frommen Eifers und seiner Wohltätigkeit allgemein beliebte Herzog vor Akkon Gründer des Deutschen Ordens geworden, wie vielfach angenommen wird, ist nicht richtig; er hat vielmehr nur das Spital, aus welchem später, im Jahre 1198, dieser Orden erwachsen ist, begünstigt und unterstützt, indem er die Lübecker und Bremer Kreuzfahrer, welche vor genannter Stadt unter den ausgespannten Segeln ihrer Schiffe ein Feldlazarett errichtet hatten, veranlaßte, dieses Spital mit aller Ausstattung zum Zwecke einer dauernden Wirksamkeit an seinen Kaplan Konrad und seinen Kämmerer Burchard zu übergeben, und indem er sich an seinen Bruder König HEINRICH mit der Bitte wandte, vom Papste eine bestätigende und schützende Bulle für dieses Institut zu erwirken.
Friedrich hatte sich im Jahre 1181 mit einer Tochter König Waldemars I. von Dänemark verlobt, eine Verbindung, welche an dem feindseligen Benehmen des Bruders der Braut, König Knuds VI., scheiterte, sodann - auf dem Kreuzzuge zu Gran - mit einer Tochter König Belas III. von Ungarn.

Jordan Karl: Seite 181,208,218
**********
"Heinrich der Löwe"

Da Herzog Friedrich IV. von Schwaben, der jüngere Vetter des Kaisers, bei seinem frühen Tod in Italien im Jahre 1167 keine Kinder hinterließ, übertrug FRIEDRICH I. die schwäbische Herzogswürde seinem ältesten damals dreijährigen Sohn Friedrich. Als der junge Friedrich zwei Jahre später starb, wurde Konrad, der dritte Sohn des Kaisers, der jetzt den Namen Friedricherhielt, Herzog von Schwaben, das weiterhin in der Hand seines Vaters blieb.
Während des Aufenthaltes des Kaisers im August 1181 vor Lübeck fielen einige andere wichtige Entscheidungen. FRIEDRICH I. und Waldemar I. schlossen ein Bündnis, das durch die Verlobung Herzog Friedrichs von Schwaben mit einer Tochter Waldemars bekräftigt wurde.
Hatte schon die hartnäckige Weigerung Knuts, FRIEDRICH I. die Lehnshuldigung zu leisten, zu einer starken Spannung zwischen ihm und dem STAUFER geführt, so wurde diese noch dadurch verschärft, dass er seiner im Jahre 1181 mit Herzog Friedrich von Schwabenverlobten Schwester bei ihrer Reise nur einen Teil der vereinbarten Mitgift mitgab. Als er es ablehnte, den Rest zu zahlen, löste BARBAROSSA die Verlobung und schickte die Prinzessin nach Dänemark zurück.

Csendes Peter: Seite 16,19
************
"Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht."

Im September 1168 lesen wir von einem neuen Herzog Friedrich. Es war dies der dritte Sohn, den Beatrix von Burgund dem STAUFER-Kaiser geboren hatte. Er sollte später an der Seite des Vaters in den Kreuzzug ziehen, den er nach dem Tod des Kaisers zunächst auch weiterführte. Bei der Belagerung von Akkon kam Friedrich 1191 zu Tode.
Der dritte Bruder war Konrad, den man nach dem Tod des ältesten Bruders Friedrich nannte und schon im Kindesalter zum Herzog von Schwaben erhob [27 Vgl. Csendes, Heinrich VI. Seite 36]; er wurde 1167, während des vierten, verhängnisvollen Italienzug seines Vaters, geboren.

Runciman, Steven: Seite 783,785,788-789,800,803
***************
"Geschichte der Kreuzzüge"

Anfang Mai 1189 machte sich FRIEDRICH von Regensburg aus auf den Weg. Er war von seinem zweiten Sohn, Friedrich von Schwaben, und zahlreichen seiner bedeutendsten Lehnsleute begleitet, und sein Heer, die größte Einzelstreitmacht, die sich emals bisher auf einen Kreuzzug begeben hatte, war gut bewaffnet und von guter Zucht und Ordnung.
Als Kaiser Isaak Angelos die Abgesandten FRIEDRICHS ins Gefängnis warf, schickte der Kaiser unverzüglich seinen Sohn Friedrich von Schwaben aus, damit dieser die Stadt Didymotichon in Thrazien als Gegen-Faustpfand in Besitz nehme, und schrieb nach Deutschland an seinen Sohn HEINRICH, er solle eine Flotte zur Verwendung gegen Byzanz zusammenziehen.
FRIEDRICHS Truppen verloren nach dem Tod des Kaisers den Mut. Der Herzog von Schwaben übernahm den Oberbefehl; aber wenngleich ein tapferer und hochgemuter Mann, ermangelte er doch der Persönlichkeit seines Vaters. Einige Füsten beschlossen, mit ihren Gefolgsleuten nach Europa zurückzukehren; andere schifften sich in Seleukia oder Tarsos nach Tyros ein. Der Herzog marschierte mit dem stark verminderten Heer weiter durch die feuchte Sommerhitze der Ebene von Kilikien und führte den in Essig aufbewahrten Leichnam des Kaisers mit sich. Der zügelnden Hand des Kaisers beraubt, verloren die Truppen Zucht und Ordnung. Viele waren hungrig, viele waren krank, und alle waren ungebärdig. Der Herzog selbst erkrankte ernstlich und mußte in Kilikien zurückbleiben. Sein Heer zog ohne ihn weiter. Was schließlich am 21. Juni in Antiochia eintraf, war nur noch eine klägliche und armselige Rotte. Friedrich folgte nach seiner Genesung einige Tage später.
Friedrich von Schwaben, erfreut von der Huldigung, welche Bohemund von Antiochia ihm erwiesen hatte, und ermutigt durch den Besuch seines Vetters Konrad von Montferrat, der aus Tyros herbeigekommen war, drängte danach, die Reise fortzusetzen. Aber als er Antiochia Ende August verließ, führte er ein noch weiter geschmolzenes Heer mit sich. Überdies wurden seine angestrengten Bemühungen von vielen der Franken, denen er zu helfen gekommen war, nicht gewürdigt. Alle Gegner Konrads, die wußten, daß Friedrich sein Vetter und Freund war, flüsterten, Saladin habe Konrad 60.000 Byzantii bezahlt um ihn von Antiochia, wo er der christlichen Sache weit nützlicher gewesen wäre, abzuziehen. Gleich einem treffenden Sinnbild der Lage war der Leichnam des alten Kaisers inzwischen zerfallen.
Friedrich von Schwaben traf zu Beginn des Monats Oktober mit den Überresten von BARBAROSSAS Heer vor Akkon ein. Einige Tage später landete ein englischer Truppenteil in Tyros und kam nach Akkon.
Unter den großen Herren, die im Lager an der Seuche starben, befanden sich Tibald von Blois und sein Bruder Stephan von Sancerre. Am 20. Januar 1191 starb Friedrich von Schwaben, und die deutschen Truppen sahen sich führerlos, obwohl sein Vetter Leopold von Österreich versuchte, sie unter seinem Banner zu vereinigen.
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bedürftig Friedemann: Taschenlexikon Staufer. Piper Verlag GmbH München 2000 Seite 82 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 23 Seite 47 - Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 91,234,248,251,253,255 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 29,36,46,47,74,83,112,121 - Csendes Peter: Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht. Primus Verlag 2003 Seite 16,19,22,34,97,203 -
Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 355 -  Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 94,108 -  Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 181,208,215,218,220 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 134,141,157,183,209 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 128,129,131 -
Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 783,785,788-789,800,803,861 - Schwarzmaier, Hansmartin: Die Heimat der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte in Südwestdeutschland, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1976 Seite 17,24,76,117 - Stälin, Paul Friedrich: Geschichte Württembergs, Gotha 1882 Seite 275-279 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 18 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 20,32,71,95,110,200, 242,292,463,477 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 210,238,242,265,295,296,390,417,440 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 98,205,232,287,317,319,324,326, 328,332 -