Anais (Beatrix) von Brienne              Geliebte Kaiser FRIEDRICHS II.
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um 1205- nach 1230
 

Tochter des Grafen Walter III. von Brienne und der Maria Elvira von Lecce, Tochter von König Tankred (Christoph Reisinger, Tankred von Lecce, Seite 12 nennt die Tochter Tankreds Albidia)
Nach Georgina Masson war Anais' Mutter Alberia, die Erbin Tankreds
 

Thiele, Andreas: Tafel 140
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

MARGARETE
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Verführt von Kaiser FRIEDRICH II.

  oo Balian I. von Sayette
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Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 360
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"Die Zeit der Staufer"

X. GENERATION

77 (64) Kaiser FRIEDRICH II.
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* 26.12.1194, + 13.12.1250

Außereheliche Verbindungen Kaiser FRIEDRICHS II.:
 

f) (Brindisi) November 1225
   eine Begleiterin und Verwandte seiner Braut Isabella von Brienne,  (?Beatrix von Brienne)

Tochter, wohl aus dieser Verbindung: 103 (Biancafiore/Blanchfleur, Nonne)



Anais von Brienne war die Geliebte Kaiser FRIEDRICHS II.

Lehmann Johannes: Seite 270
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"Die Staufer"

Am Morgen nach der Hochzeitsnacht erzählte Isabella von Brienne weinend ihrem Vater, der Kaiser habe sie überhaupt nicht beachtet und statt dessen Anais, eine ihrer Kusinen aus dem Gefolge, verführt.

Masson Georgina: Seite 107
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"Friedrich II. von Hohenstaufen"

Unter Isabellas Hofdamen befand sich eine um etliche Jahre ältere Kusine namens Anais. Sie war, einigen Berichten zufolge, die Tochter Walthers von Brienne aus der Ehe mit Alberia, der Erbin Tankreds, des illegitimen Kronprätendenten der HAUTEVILLE. So war also das Mädchen zugleich eine entfernte Kusine FRIEDRICHS; aber der bloße Name HOHENSTAUFEN muß trotz aller Blutsverwandtschaft in jedem Nachkommen Tankreds die Erinnerung an die rachsüchtige Grausamkeit wachgerufen haben, mit der HEINRICH VI. die Familie behandelt hatte.
Am Morgen nach der Hochzeit war die Braut in Tränen aufgelöst, weil ihr Gemahl, von leidenschaftlicher Neigung zu ihrer Kusine erfaßt, sie kaum beachtet hatte. Manche Chronisten behaupten sogar, FRIEDRICH habe das Mädchen entführen lassen, sie vergewaltigt und sei in der Hochzeitsnacht überhaupt nicht im Brautgemach erscheinen. Diese Erzählung mag übertrieben sein, aber die Berichte von FRIEDRICHS leidenschaftlicher Liebe zu Isabellas Kusine entstammen glaubwürdigen zeitgenössischen Quellen; außerdem ist bekannt, dass ihr Bruder, Walther IV. von Brienne, während seines ganzen Lebens einen tiefen Haß gegen den Kaiser gehegt hat. Es klingt nicht unwahrscheinlich, dass ein Mann von FRIEDRICHS Charakter und Neigungen eine schöne junge Frau von 20 Jahren einem unerfahrenen 14-jährigen Kind vorzog. Wenn die Überlieferung richtig ist, die diese plötzliche und überwältigende Leidenschaft FRIEDRICHS mit der "Blume von Syrien" in Verbindung bringt, an die eines der bezauberndsten Liebesgedichte gerichtet ist, so kann man die Echtheit seiner Gefühle kaum anzweifeln.

Horst Eberhard: Seite 120
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"Friedrich der Staufer"

Angeblich soll FRIEDRICHseine noch kindliche und schüchterne Braut brüskiert haben, indem er nicht sie, sondern die etwas ältere Kusine Anais, begehrte, die im Gefolge Isabellas nach Brindisi gekommen war. Die Behauptung, FRIEDRICH habe die Hochzeitsnacht nicht mit seiner Braut, sondern mit Anais verbracht, mag übertrieben sein. Doch erscheint es glaubwürdig, dass der in Liebesangelegenheiten freisinnige Mann seine Leidenschaft der reiferen und schönen Syrerin Anais zuwandte. Nach der Überlieferung schrieb FRIEDRICHder geliebten Anais, seiner "Blume Syriens", als Abschiedslied eine seiner Konzonen.
 
 
 
 

   oo Balian I. von Sayette
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Literatur:
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Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 360 - Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf 1989 Seite 120 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991 Seite 270 - Masson Georgina: Friedrich II. von Hohenstaufen, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1991 Seite 107 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 140 -