Isabella von Villehardouin            Erbin von Achaja
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1260/63-23.1.1312
 

Älteste und Erb-Tochter des Fürsten Wilhem II. von Villehardouin aus seiner 2. Ehe mit der Anna Komnena-Angelina von Epiros, Tochter von Despot Michael
 

Thiele, Andreas: Tafel 402
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

PHILIPP I.
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* 1278, + 1334
 

 1310
  oo Isabelle de Villehardouin
       * um 1262, + 1312

 Tochter und Erbin des Fürsten Wilhelm II. des Großen von Achaia-Morea und der Prinzessin Anna Angelina-Dukaina von Byzanz-Epiros
(ihre 2 anderen Ehen vgl. Anjou I und Holland II)
6 Kinder



Mayer Hans Eberhard: Seite 186,187
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„Die Kreuzzüge“

Im Vertrag von Viterbo trat ihr Vater Wilhelm II. Achaia nebst seinen Lehnstaaten an Karl von Anjou ab, behielt aber den Nießbrauch auf Lebenszeit. Die Nachfolge sollte Karls Sohn Philipp antreten, der Wilhelms Tochter Isabella heiratete. Von nun an war Achaia nur mehr eine angiovinische Dependenz, gelegentlich sich selbst überlassen, wenn die ANJOUS Wichtigeres zu tun hatten, doch mit angiovinischen Geld und Truppen gegen Kaiser Michael VIII. Palaiologos gehalten.
Da Philipp von Anjou 1277 ein Jahr vor Wilhelm II. starb, wurde nach dessen Tod Karl von Anjou Fürst von Achaia. Karl II. von Anjou, ganz mit dem Kampf gegen Aragon beschäftigt und ohnedies ein schwacher Regent, gab 1289 Achaia als angiovinisches Lehen an Isabella, Wilhelms Tochter, die Florentius von Hennegau (1289-1297) heiratete. Die Regierung des Florentius war dank einer besonnenen Politik gegenüber Byzanz friedlich und zeigte noch einmal den ritterlichen Glanz früherer Jahre. Isabellas nächster Gemahl, Philipp von Savoyen (1301-1306), war dagegen ein hochfahrender Mann, der sowohl beim einheimischen Adel wie bei Karl II. von Anjou in Neapel Anstoß erregte. Karl setzte ihn 1306 wegen Felonie (Treubruch) ab und übertrug Achaia seinem eigenen Sohn Philipp von Tarent, dem "Despoten von Romania".

Kiesewetter, Andreas: Seite 30,211 A.,339-343,346,512 A.
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"Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts"

Die erbberechtigte Tochter Wilhelms, Isabella, sollte einen Sohn des Königs heiraten, der nach dem Tode des VILLEHARDOUIN dessen Erbe antreten sollte. Sollte der künftige Fürst erbenlos sterben, rückte Karl I. in dessen Rechte nach.
Der Graf Hugo von Brienne-Lecce war zudem über Karl II. noch aus einem anderen Grund verstimmt: Am 10. Juli 1289 hatte der König Isabella von Villehardouin mit der Hälfte der bedeutenden Baronie Karytaina in Achaia, mit der Robert von Artois Hugo im März 1286 belehnt hatte, entschädigt.
Ein weiteres Problem warf Isabella von Villehardouin, die Tochter Wilhelms II. und Witwe Philipps von Anjou auf, die seit 1277 wie eine Staatsgefangene in Neapel gehalten wurde. War sie entsprechend dem ersten Vertrag von Viterbo tatsächlich durch ihren Vater enterbt worden, so sahen viele Adelsgeschlechter in Morea doch in Isabella die rechtmäßige Erbin des Fürstentums und betrachteten ihre Behandlung im Regno als großes Unrecht. Karl reagierte dann sofort. Am 10. Juli 1289 wurde Isabella von Vilehardouin "rehabilitiert" und mit den Baronien Bucelet (Arakloven) und Karytaina belehnt, die bisher Hugo von Brienne als Lehen innehatte.
Nach der griechischen und französischen Version der Chronik von Morea hätte Floris im Sommer 1289 mit Jean de Chauderon und Geoffroy de Tournay enge Beziehungen geknüpft und diese dann gebeten, sich bei Karl II. für seine Verheiratung mit Isabella von Villehardouin und ihre Belehnung mit dem Fürstentum Achaia zu verwenden. Die aragonesische Chronik läßt hingegen Robert von Artois, den Schwager Floris', die Initiative ergreifen, der Karl II. gedrängt habe, den Bruder Johanns II. von Avesnes mit Isabella zu verheiraten und mit Achaia zu belehnen. Wahrscheinlicher ist aber, daß die Initiative von den ANGIOVINEN selbst ausging, zumal Floris schon in den Jahren 1272-1276 S- Holland für Floris V. von Holland verwaltet hatte.
Am 16. September 1289 wurde anläßlich der Heirat mit Floris von Hennegau Isabella von Villehardouin feierlich mit dem Fürstentum Achaia belehnt. Bei dieser Belehnung ist vor allem hervorzuheben, daß die Tochter Fürst Wilhelms II. allein mit dem Fürstentum belehnt wurde. Ihrem Gemahl war somit nur die Rolle des Prinzgemahls zugedacht und er durfte den Fürstentitel ausdrücklich nur zu Lebzeiten seiner Gemahlin führen. Im Falle des erbenlosen Todes der Isabella sollte Morea an das Haus ANJOU zurückfallen, doch wurde Floris später zugestanden, die Ländereien in Achaia, die er durch Verkauf oder Verpfändung seiner Besitzungen Braine-le-Comte und Halle im Hennegau erworben hatte, auf Lebenszeit zu behalten. Isabella erhielt das Lehen in capite - also direkt vom König - und hatte dafür den Treueid und das ligische Homagium sowie Lehnsdienste zu leisten. Doch enthielt der Lehnsvertrag eine Reihe von Klauseln, die Karl II. weiterhin einen gewichtigen Einfluß auf die inneren Angelegenheiten Achaias ließen. An erster Stelle ist der berühmt-berüchtigte "Reversionsparagraph" zu nennen, der vorsah, daß im Falle des Todes Floris' Isabella oder eine andere Erbin sich nur mit Zustimmung des angivinischen Hofes erneut verheiraten dürfe. Sollte die Fürstin oder einer ihrer Töchter gegen dieses Gebot verstoßen, fiel das Fürstentum Achaia automatisch an das Haus ANJOU zurück.
Noch im Herbst 1289 brach Floris von Hennegau mit seiner Gemahlin von Brindisi auf dem Seewege nach Morea auf. Karl II. und Karl Martell beauftragten am 26. September und 3. Oktober 1289 den Giovanni da Gallipoli und Pierre de l'Isle, das Fürstenpaar nach Achaia zu begleiten und in den Besitz des Fürstentums einzusetzen.
 
 
 
 

  28.1.1271
  1. oo Philipp von Anjou Fürst von Achaja (1267-1277)
      x   1256- 1./3.1277   Titular-König von Thessalonich

  16.9.1289
  2. oo Florenz von Hennegau Titular-Fürst von Achaja
           um 1255-23.1.1297

        Er war zeitweise Statthalter von Seeland.

  12.2.1301
  3. oo Philipp I. von Savoyen Fürst von Piemont
          1278-25.9.1334
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Mathilde von Avesnes Erbin
  1293-   1331

  1. oo Guido II. de la Roche Herr von Theben
           um 1279-5.10.1308    Herzog von Athen

    1313
  2. oo Ludwig von Burgund König von Thessalonich
          1297-   1316    Fürst von Achaja-Morea (1313-1316)

    1318
  3. oo 1. Johann von Anjou Fürst von Morea (1318-1336)
  - 1321   1294-   1336

3. Ehe 6 K

  Margarete Erbin von Karytena
          -

 1324
  oo Rainald d'Albon-Forez Seigneur de Malleval
             -

  Amadeus Bischof von Maurienne
          -   1376

  Jakob Graf von Maurienne-Piemont
  1315-   1367
 
 
 
 

Literatur:
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Herde Peter: Karl I. von Anjou. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Mainz 1979 Seite 84 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 186,187 - Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen Verlag 1999 Seite 30,211 A.,339-343,346,358,363,364,376,512 A. - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 402 -