Einziger Sohn des Seigneur Herbrand von Hierges
und der Hodierna von Rethel, Tochter von Graf Hugo I.; über
seine Mutter Neffe des Königs Balduin II.
Thiele, Andreas: Tafel 170
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
Manasses de Hierges
---------------------------
+ 1176
Manasses wurde Connetable von Jerusalem
und wichtige Stütze der Königin Melusine,
seiner Cousine und wurde 1153 von König Balduin
III. verjagt.
Manasses von Hierges, ein Neffe Balduins II., der erst 1140 ins Heilige Land gekommen war, erhielt 1143 von Königin Melisendis das Amt des Konstabler von Jerusalem. Durch die Ehe mit der Witwe Barisans des Alten von Ibelin, der Erbin der bedeutenden Doppelherrschaft Ramla und Mirabel, machte sich der Günstling der Königin die IBELINS zu Feinden, da sie sich nun König Balduin III. anschlossen und den Sturz des Konstablers betrieben. Im Jahre 1152 verlor er sein wichtiges Konstableramt an Humfred II. von Toron und wenig später ging Balduin III. zum offenen Krieg über und verjagte Manasses aus seiner Burg Mirabel und zwang ihn ins europäische Exil.
Runciman, Steven: Seite 538,553,638-639
***************
"Geschichte der Kreuzzüge"
Melisende holte als
Ratgeber ihren Vetter, den Konnetabel Manasses von Hierges, den
Sohn eines wallonischen Grundherren, der Hodierna von Rethel, die
Schwester Balduins II., geheiratet
hatte. Manasses war als junger Mann nach Osten an den Hof seines
Onkels gekommen, wo seine Befähigung und seine Verbindungen mit dem
Königshaus ihm einen steilen Aufstieg verschafften. Als Balian der
Alte kurz nach König Fulk starb,
heiratete Manasses seine Witwe Helvis, die Erbin von Ramleh,
die in eigenem und ihrer Söhne Namen über die gesamte philistinische
Ebene herrschte. Die Barone sollten im Laufe der Zeit Manasses seine
Machtfülle verübeln, denn die Königin und er neigten zu
unumschränkter Alleinherrschaft.
Einwanderer trafen auch weiterhin ein, jüngere Söhne
wie Balian von Chartres, der Begründer des Hauses IBELIN, oder Barone
wie Hugo von Le Puiset oder Manasses von Hierges, die aus ihrer
Verwandtschaft mit dem Königshaus Vorteil zu ziehen hofften.
1152
Dies war das Zeichen zum offenen Bruch. Die Königin
hatte viele Freunde. Manasses von Hierges, ihr Schützling,
war nach wie vor Konnetabel; seine Familienverbindungen schlossen die große
IBELIN-Sippe ein, die die philistinische Ebene beherrschte; und viele der
Edlen des südlichen Palästina gehörten seiner Partei an.
Melisende aber gab
nicht nach und befestigte Jerusalem und Nablus gegen ihren Sohn. Das Unglück
wollte es, daß der Konnetabel Manasses von den Ttruppen des
Königs in seiner Burg Mirabel, am Rand der Küstenebene,
überrascht und gefangengenommen wurde. Man ließ ihm das Leben
gegen das Versprechen, daß er den Osten verlassen und niemals zurückkehren
werde.
Pernoud Regine: Seite 96,99-101
*************
"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"
Melisende hatte unmittelbar
nach dem Tod ihres Mannes einen ihrer Verwandten, Manasses von Hierges,
zum Konnetabel ernannt. Sein Amt galt als das wichtigste im Königreich;
er führte in Abwesenheit des Königs den Vorsitz im Rat der Barone
und war nach dem König Oberbefehlshaber über die Streitkräfte.
Ihren Konnetabel hatte Melisende auch
nach Edessa geschickt, zusammen mit Philipp von Nablus und Elinard von
Tiberias, beide ihr treu ergebene Gefolgsleute.
Eine ernste Krise zeichnete sich ab, die sich an der
Person des Konnetabel Manassses von Hieregs entzündete. "An
der Spitze derer, die Manasses zutiefst haßten, befand sich
der König höchstpersönlich, denn er behauptete, der Konnetabel
entziehe ihm die Liebe und Gunst seiner Mutter, so daß sie sich weigerte,
den Wünschen des Königs zu entsprechen", schreibt Wilhelm von
Tyrus.
Das Zerwürfnis zwischen Melisende
und ihrem Sohn nahm bürgerkriegsähnliche Formen an.
Balduin III. suchte zunächst aus
gutem Grund die Schuld bei Manasses von Hierges, dem Konnetabel
der Königin, den er verdächtigte, auf sie einen schädlichen
Einfluß auszuüben. Er belagert seine Burg Mirabel und
zwang ihn kurz darauf zur Kapitulation. Die Burg und alle Besitzungen des
Konnetabel fielen an die Familie IBELIN. Er selbst wurde mit dem nächsten
Schiff ins Exil geschickt.
1150/51
oo 2. Helvis von Ramleh, Erbtochter des Herrn
Balduin
um 1105/10- um 1160
Literatur:
-----------
Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 96, 101-103 - Payne Robert:
Die Kreuuzüge. Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab. Albatros
Verlag Düsseldorf 2001 Seite 168 - Pernoud Regine: Frauen zur
Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite
96,99-101 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe
in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 538,553,638-639 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 170 -