Jovetta von Jerusalem                             Äbtissin von Bethania
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1120-   1178
 

Jüngste Tochter des Königs Balduin II. von Jerusalem und der Morphia von Melitene, Tochter von Fürst Gabriel
 

Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

Iveta
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wird Äbtissin von Bethanien



Runciman Steven: Seite 479,536
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Als Geiseln für die Freilassung König Balduins verlangte Timurtasch des Königs jüngstes Kind, die 4-jährige Prinzessin Joveta (oder Jutta), den 11-jährigen Sohn und Erben Joscelins und 10 Sprößlinge des Adels.
Aber für Joveta, die jüngste, die ein Jahr ihrer Kindheit als Geisel bei den Muselmanen verbracht hatte, ließ sich kein geeigneter Gatte finden. Sie wählte den geistlichen Stand und trat als Nonne ins St.-Annen-Kloster zu Jerusalem ein.
Ihre Schwester Melisende gründete das Kloster Bethanien und ernannte eine ausgezeichnete, aber ältliche und sterbenskranke Nonne zur ersten Äbtissin, die taktvollerweise einige Monate später verschied. Nun wählte das Kloster pflichtschuldigst die 24-jährige Joveta zur Äbtissin. In ihrer doppelten Rolle als Prinzessin von königlichem Geblüt und Äbtissin von Palästina reichstem Kloster nahm Joveta während ihres verbleibenden langen Lebens eine hervorragende und verehrungswürdige Stellung ein.

Pernoud Regine: Seite 53
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"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"

Für die jüngste der vier Schwestern, die nach Balduins Thronbesteigung geboren wurde, begann es allerdings mit einem traumatischen Erlebnis. Als ihr Vater in Gefangenschaft geriet, wurde die 5-jährige Joveta zusammen mit dem jungen Joscelin II. von Edessa und 10 weiteren jungen Adligen als Geisel für Balduins Freilassung zur Verfügung gestellt. Der schloß eiligst ein Bündnis mit einigen Emiren, die den Türken feindlich gesonen waren, so daß er den Feind bei Azaz erfolgreich schlagen konnte. Die riesige Beute, die ihm dabei in die Hände fiel, ermöglichte es ihm, das geforderte Lösegeld zu bezahlen und die jungen Geiseln zu befreien. Unter großem Jubel kehrte er mit der kleinen Joveta nach Jerusalem zurück. Joveta trat später in das St.-Anna-Kloster in Jerusalem ein.
 
 
 
 

Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 86 -
Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 53,70 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 478,479,480,483,536-537,615,709,1162-1163 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 170 -