Hodierne von Jerusalem                           Gräfin von Tripolis
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um 1118-   1160
 

Jüngere Tochter des Königs Balduin II. von Jerusalem und der Morphia von Melitene, Tochter von Fürst Gabriel
 

Brandenburg Erich: Tafel 41 Seite 82
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 379. Hodierna
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                   * ..., + nach 1159

Gemahl: 1131 Raimund II. Graf von Tripolis (siehe XIV 313)
                           + 1151 oder 1152



Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

HODIERNA
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    + 1160

  oo Raimund II. von Toulouse, Graf von Tripolis



Runciman Steven: Seite 499,506,637-638
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Der Zwischenfall stellte zwischen Fulk und Pons wieder gute Beziehungen her. Bald darauf wurde Pons' Sohn und Erbe mit der Schwester der Königin, Hodierna von Jerusalem, vermählt, während seine Tochter Agnes den Sohn von Fulks Konnetabel zu Antiochia, Reinhard Mazoir von Marqab, heiratete.
Pons Sohn und Nachfolger Raimund II. war von leidenschaftlicherer Wesensart. Er war jetzt 22 Jahre alt und hatte kürzlich Hodierna von Jerusalem, die Schwester Königin Melisendes, geheiratet, der er in eifersüchtiger Liebe ergeben war.
Das Eheleben des Grafen Raimund II. von Tripolis und seiner Gattin Hodierna war nicht gerade glücklich. Hodierna war gleich ihren Schwestern Melisende und Alice eine halsstarrige, ungestüme und lebenslustige Frau. Über die eheliche Geburt ihrer Tochter Melisende wurde allerlei Zweifel geflüstert. Raimund, von leidenschaftlicher Eifersucht erfüllt, versuchte, sie in orientalischer Abgeschiedenheit zu halten. Zu Beginn des Jahres 1152 war ihr Verhältnis so schlecht geworden, daß Königin Melisende sich zum Einschreiten verplichtet fühlte. Sie reiste mit ihrem Sohn, dem König, nach Tripolis, um eine Aussöhnung zusammenzuflicken. Mit Raimund und Hodierna erzielte die Königin ein besseres Ergebnis als mit ihrer Nichte Konstanze von Antiochia. Sie waren einverstanden, ihren Zwist beizulegen; trotzdem hielt man es für das beste, wenn Hodierna einen langen Urlaub in Jerusalem nähme. Die Königin und die Gräfin machten sich auf der Straße nach Süden auf den Weg, und der Graf gab ihnen etwa eine Meile weit das Geleit. Als er durch das Südtor in seine Hauptstadt zurückritt, sprang eine Bande von Assassinnen aus dem Hinterhalt hervor und erdolchte ihn. Sofort wurden Boten ausgesandt, um die Königin und die Gräfin zurückzuholen, und Hodierna übernahm die Regentschaft im Namen ihres 12-jährigen Sohnes Raimund III. Aber wie auch zu Antiochia wurde ein Mann als Verweser der Regierung gebraucht; und Balduin sah sich als nächster männlicher Anverwandter genötigt, die Vormundschaft zu übernehmen.

Mayer Hans Eberhard: Seite 103
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Es war 1157 ein hochgestelltes Damenkabinett bestehend aus Königin Melisendis, ihrer Schwester Hodierna von Tripolis und einer in Bethanien als Nonne lebenden Gräfin von Flandern, das die Wahl Amalrichs von Nesle, der vor 1143 Kaplan der Melisendis gewesen war, zum Patriarchen von Jerusalem durchsetzte. Nach der Ermordung ihres Gatten veranlaßte König Balduin III. die Barone, der Gräfin für ihren unmündigen Sohn zu huldigen.

Pernoud Regine: Seite 102-104
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“Frauen zur Zeit der Kreuzzüge”

Melisendes Schwester Hodierna war mit Raimund II. von Tripolis verheiratet, der einen zweifelhaften Ruf genoß. Man verdächtigte ihn, er habe Alfons-Jordan, den Sohn Raimunds von Saint-Gilles, vergiften lassen und Bertrand, Raimunds Enkel, mit Nur ed-Dins Hilfe ausgeschaltet (er mußte 12 Jahre in Aleppo in Gefangenschaft verbringen). Seiner Ehefrau Hodierna gegenüber benahm sich Raimund eher wie ein Haremsfürst als wie ein christlicher Gebieter. In seiner maßlosen Eifersucht behandelte er sie praktisch wie eine Gefangene; anscheinend war jedoch Hodiernas Lebenswandel nicht völlig über jeden Zweifel erhaben, denn es kursierten ähnliche Gerüchte wie seinerzeit um Melisende und Hugo von Le Puiset. Wie schon damals bei Alice ergriff die Königin leidenschaftlich Partei für ihre jüngere Schwester und reiste in Begleitung ihre Sohnes Balduin persönlich nach Tripolis. "Königin Melisende war nach Tripolis gekommen, um die Dinge zu entschärfen. Sie redete dem Grafen gut zu, seine krankhafte Eifersucht und das Mißtrauen gegen seine Frau aufzugeben. Als die Königin sah, daß sie nichts ausrichten konnte, hielt sie es für besser, ihre Schwester nach Jerusalem mitzunehmen, da sie sich sehr unglücklich fühlte." Vermutlich hätten die Gespräche und Beschwichtigungsversuche und vor allem der Vorschlag, die junge Hodierna solle sich eine Zeitlang in Jerusalem aufhalten, das Paar letzten Endes wieder zusammengeführt.
Nachdem sich alle über diese Lösung einig waren, geleitete Raimund II. die Königin und ihre Schwester bis an den Stadtrand von Tripolis. Dort kam es zu einem dramatischen Zwischenfall: "Der Graf hatte seine Gemahlin begleitet, und nachdem er sich von ihr verabschiedet hatte, war er umgekehrt. Als er durch das Stadttor reiten wollte, warteten die Assassinen in der Barbakane schon auf ihn. Sie fielen über ihn her, zogen ihr Schwert und töteten ihn."
Der Graf hinterließ einen 12-jährigen Sohn, Raimund III., und eine Tochter, die auch Melisende hieß. Die Barone des Landes kamen in Gegenwart des Königs zusammen, um Hodierna und ihren Kindern zu huldigen. Danach trat Balduin III. die Heimreise an.
 
 
 
 

 1136
  oo Raimund II. Graf von Tripolis
      1115-   1152 ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Melisende
  um 1143-

  Raimund III.
  1140- Ende 1187
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 41 Seite 82 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 103 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995Seite 102-104 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 483,499,506,536,584,637,664,706 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 170 -