Johanna von Toulouse                       Herzogin von Poitou
---------------------------                       Gräfin von Toulouse
1220-25.8.1271
          bei Siena

Begraben: Dom von Savona
 

Einzige Tochter und Erbin des Grafen Raimund VII. von Toulouse aus seiner 1. Ehe mit der Sancha von Aragon, Tochter von König Alfons II.
 

Thiele, Andreas: Tafel 131
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

JOHANNA
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* 1220, + 1271

Universal-Erbin und Gräfin von Toulouse

Johanna gründete die Abtei Sercy-en-Brie.

 1241
  oo ALFONS III. VON FRANKREICH
       * 1220, + 1271



Pernoud Regine: Seite 160,202,289
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"Herrscherin in bewegter Zeit"

Wie gewöhnlich sahen die Abmachungen eine Heirat vor: Einer der Brüder des Königs würde Johanna, die Tochter des Grafen von Toulouse, zur Gemahlin nehmen. Raymond hatte keine anderen Kinder; Johanna war die Alleinerbin. Er trat an den Papst die Rechte ab, die er an der Markgrafschaft Provence besaß, und Johanna erhielt als Mitgift das Herzogtum Narbonne, den Süden des Albigeois und die beiden Grundherrschaften Castres und Mirepoix.
Man kam überein, die Hochzeit Alfons, des Sohnes mit Johanna von Toulouse zu feiern, eine Verbindung, die ebenso glücklich sein würde wie Ludwigs und Margaretes Ehe.
Kaum hatte man am französischen Königshof von diesem glorreichen Beginn des Feldzuges erfahren, als Alfons von Poitiers seinerseits auf den Tag genau ein Jahr nach seinem Bruder, dem König, in Aigues-Mortes Segel setzte. Er reiste auf einem genuesischen Schiff zusammen mit seiner Gemahlin Johanna und der Gräfin von Artois.

Favier, Jean: Seite 175
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"Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515"

Im Vertrag von Paris erhielt Raimund VII. die Grafschaft Toulouse samt dem Lauragais zugesprochen, mußte dafür aber alle Anrechte auf das linke Rhoneufer abtreten und sich persönlich zur Bekämpfung des Ketzertums verpflichten. Vor allem versprach Raimund VII., seine Besitzungen seiner Tochter Johanna zu vererben, die mit Alfons von Poitiers, einem Bruder des jungen Königs, verlobt wurde.

Le Goff Jacques: Seite 88,129,230,238-239,265
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"Ludwig der Heilige"

Jedenfalls ist die monarchische Macht der KAPETINGER, auch wenn die Protagonisten von 1229 unmöglich voraussehen konnten, daß die Heirat zwischen Johanna von Toulouse und Alfons von Poitiers weniger als 50 Jahre später zur Einverleibung Okzitaniens in die Krondomäne führen würde.
Doch 1229 wurde Alfons im Rahmen des Vertrages von Meaux-Paris, der den Albigenserkreuzzug abschloß, mit Johanna, der Tochter des Grafen von Toulouse, verlobt.
1271 starben Alfons von Poitiers und seine Gemahlin Johanna, ohne Kinder zu hinterlassen. Doch obwohl dieser Fall im Vertrag von 1259 vorgesehen war, zeigte der König von Frankreich wenig Eile, dem Engländer das Agenais sowie den Süden der Saintonge zurückzugeben.
Alfons bekam einen großen Teil des Erbes seiner Frau Johanna, der Tochter Graf Raimunds VII. von Toulouse.
Unterwegs hat Philipp noch zwei Särge mehr hinter sich gelassen, die seines Onkels Alfons von Poitiers und dessen Gemahlin Johanna, mit nur einem Tag Abstand in Italien gestorben und im Dom von Savona begraben.

Kienast Walter: Seite 311
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"Der Herzogstitel in Deutschland und Frankreich (9. bis 12. Jahrhundert)"

Nach dem Tod Raimunds VII. (1249) kam, wie der Pariser Vertrag vorsah, der ihm  verbliebene Rest seines Landes an seinen Schwiegersohn Alfons, Bruder Ludwigs IX., Gemahl von Raimunds Erbtochter Johanna, der mit der Grafschaft Poitou und der Auvergne apanagiert worden war. Als Alfons und seine Gemahlin 1271 kinderlos starben, fiel ihr gesamter Besitz (ohne den provencalischen Teil, der als Grafschaft Venaissin an den Papst kam) dem Königtum anheim.
 
 
 
 

1241
  oo Alfons III. von Poitiers Herzog von Poitou
  x  11.11.1220-21.8.1271
 
 
 
 

Literatur:
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Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 131 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 175,199,256 - Kienast Walter: Der Herzogstitel in Deutschland und Frankreich (9. bis 12. Jahrhundert). R. Oldenbourg Verlag München - Wien 1968 Seite 311 - Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite 88,129,230,238-239, 265,636,914 - Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frakreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite 160,202,289,293,306 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 131 -