Bertrand                                       Bastard von Toulouse
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um 1125/30- nach 1161
 

Illegitimer Sohn des Grafen Alfons I. Jordan von Toulouse
 

Thiele, Andreas: Tafel 130
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

BERTRAND
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Unehelich

Mit dem Vater im Orient und 1148/59 da inhaftiert.



Runciman, Steven: Seite 584,585,591,660
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Alfonso-Jordan machte auf dem Weg von Akkon nach Jerusalem in Cäsarea halt und starb dort ganz plötzlich unter großen Qualen. Die Todesursache war möglicherweise eine akute Erkrankung, vielleicht eine Blinddarmentzündung; aber jedermann argwöhnte sofort Gift, und Bertrand, der Sohn des Toten, beschuldigte seinen Vetter Raimund von Tripolis unumwunden der Anstiftung zum Mord. Andere wiederum hielten Königin Melisende für die Schuldige, die sich zum Werkzeug der Gattin Raimunds, ihrer geliebten Schwester Hodierna, gemacht habe. Es ließ sich nichts  beweisen; aber in seinem Unmut über die Beschuldigung enthielt sich Raimund jeder weiteren Beteiligung am Kreuzzug.
In König Ludwigs Gefolge waren sein Bruder Robert von Dreux, sein künftiger Schwiegersohn Heinrich von der Champagne, Graf Thierry von Flandern und der junge Bertrand, Alfonso-Jordans Bastard-Sohn.
1149
Nur einer der Fürsten des Zweiten Kreuzzuges verblieb im Osten, und sein Aufenthalt war unfreiwillig. Der junge Bertrand von Toulouse, Graf Alfonsos Bastard-Sohn, konnte den Gedanken nicht ertragen, daß das reiche Erbe von Tripolis in den Händen eines Vetters blieb, den er im Verdacht hatte, der Mörder seines Vaters zu sein. Er blieb bis zur Abreise König Ludwigs in Palästina; dann zog er mit seinen Leuten aus dem Languedoc nach Norden, als beabsichtige er, sich in einem nordsyrischen Hafen einzuschiffen. Nachdem er die Ebene, wo die Buqaia sich nach dem Meer hin öffnet, durchquert hatte, wandte er sich unversehens landeinwärts und bemächtigte sich der Burg Araima. Dort trotzte er den Truppen, die Graf Raimund von Tripolis hinschickte, um ihn wieder hinauszusetzen. Graf Raimund stieß bei seinen christlichen Fürstengenossen auf kein Mitgefühl und wandte sich folglich an Unur von Damaskus um Hilfe. Unur und Nur ed-Din fielen über Araima her, das sich gegen so große Heerscharen nicht lange zu halten vermochte. Die muslimischen Sieger plünderten die Burg vollständig aus und machten sie dem Erdboden gleich. Sodann überließen sie sie dem Grafen Raimund zur Wiederherstellung und zogen sich mit einer langen Kette von Gefangenen zurück. Bertrand und seine Schwester wurden Nur ed-Din zugeteilt. Er nahm sie mit sich nach Aleppo, wo sie zwölf Jahre in der Gefangenschaft verbringen sollten.
1161
Auch fanden die Franken nicht viel Trost in der Freilassung der christlichen Gefangenen. Es befanden sich zwar einige bedeutende örtliche Kriegsleute unter ihnen, wie Bertrand von Blancfort, der Großmeister des Tempelritter-Ordens; aber zumeist waren es Deutsche, die während des Zweiten Kreuzzuges in Gefangenschaft geraten waren; und schließlich war Bertrand von Toulouse, der Anwärter auf Tripolis, unter ihnen, dessen Wiederauftauchen hätte peinlich werden können, wäre seine Gesundheit nicht durch die lange Gefangenschaft gebrochen gewesen.
 
 
 
 

Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 584,585,591,660  - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 130 -