Rusudan                                           Königin von Georgien (1223-1245)
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um 1180/85
1245

Tochter der Königin Thamar von Georgien aus dem Hause der BAGRATIDEN

Lexikon des Mittelalters:
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Georgien
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II. Kirchengeschichte:
Papst Gregor IX. sandte um 1230 Franziskaner-Missionare zu Königin Rusudan (1223-1245). Ab 1240 wirkten Dominikaner in Georgien.

Runciman, Steven: Seite 1027
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Im Jahr 1225 drang Dschingis Khan nach Georgien ein. Die georgische Herrscherin, Georgs Schwester Russudan, eine unverheiratete, nicht aber jungfräuliche Königin, schickte ihm ein Heer entgegen. Doch die Blüte der georgischen Ritterschaft war vier Jahre zuvor bei Khunani gefallen. Ihre Truppen wurden bei Garnhi an der Südgrenze mühelos geschlagen. Indes die Königin selbst nach Kutais entfloh, besetzte Dschelal ed-Din ihre Hauptstadt Tiflis, plünderte sie aus und nahm das ganze Tal des Flusses Kur in Besitz. Ein Versuch der Georgier im Jahr 1228, ihre verlorenen Provinzen zurückzugewinnen, endete in einer Katastrophe. Das georgische Königreich schrumpfte auf seine Landstriche am Schwarzen Meer zusammen. Es hatte sowohl als nordöstlicher Vorposten der Christenheit wie als eine Macht, welche dem muselmanischen Zugriff auf Kleinasien entgegentreten konnte, seinen Wert restlos eingebüßt.
Chormakhan riß das gesamte Nord-Persien und Aserbaidschan an sich. Im Jahr 1236 fiel er in Georgien ein. Königin Russudan hatte nach dem Sturz Dschelal ed-Dins Tiflis wieder besetzt; doch jetzt floh sie abermals nach Kutais, und die Mongolen nahmen das östliche Georgien in Besitz. Die Georgier zogen sie, nachdem die Greuel der Eroberungen einmal vorüber waren, infolge der Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit ihrer Verwaltung den Choresmiern bei weitem vor. Im Jahr 1243 wurde die Königin selbst ihr Vasall, und zwar auf Grund einer Vereinbarung, wonach das gesamte georgische Königreich ihrem Sohn zu übergeben war, der es unter mongolischer Oberlehnsherrlichkeit regieren sollte.




Kinder:
illegitim

  David IV
        
nach 1264





Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 1027-1028 -