Sibylle von Armenien                  Fürstin von Antiochia
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um 1240-   1290
 

Tochter des Königs Hethum von Armenien und der Zabel von Armenien, Tochter von König Leo II.
 

Thiele, Andreas: Tafel 174
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

BOEMUND VI., Fürst von Antiochien und Tripolis
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    + 1275

 1254
  oo Sibylle von Armenien, Tochter des Königs Hethum und der Zabel I.
             + 1290



Runciman, Steven: Seite 1056,1122-1123,1183
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Bohemund V. hatte in seinen letzten Lebensjahren Beziehungen zu König Hethum aufgenommen; aber für ihn war die Vergangenheit zu sehr mit bitteren Erinnerungen belastet. Bohemund VI. hegte keinen solchen Groll. Im Jahr 1254 heiratete er auf Ludwigs Vorschlag Hethums Tochter Sibylle und wurde dadurch gewissermaßen der Lehnsmann seines Schwiegervaters.
Die Grafschaft Tripolis trug Hugo eine weitere Zurückweisung ein. Bohemund VI., der letzte Fürst von Antiochia, starb im Jahr 1275 und hinterließ einen etwa 14-jährigen Sohn namens Bohemund und eine jüngere Tochter mit Namen Lucia. König Hugo erhob als nächster erwachsener Erbe des Hauses ANTIOCHIA Anspruch auf die Regentschaft von Tripolis. Aber die Fürstin-Mutter Sibylle von Armenien übernahm unverzüglich dieses Amt, wozu der Familienbrauch sie auch durchaus berechtigte. Als Hugo in Tripolis eintraf, um seinen Anspruch zu erhärten, stellte er fest, daß der junge Bohemund VII. an den Hof seines Onkels, König Leo III. von Armenien, geschickt worden war, und daß die Stadt in Sibylles Namen von Bischof Bartholomäus von Tortosa regeirt wurde.
Latakias vormaliger Herr, Bohemund VII., überlebte diesen Verlust nicht lange. Er starb kinderlos am 19. Oktober 1287. Seine Erbin war seine Schwester Lucia, die den vormaligen Großadmiral Karls von Anjou, Narjot von Toucy, geheiratet hatte und jetzt in Apulien lebte. Die Edlen und Bürger von Tripolis hatten keine besondere Lust, eine nahezu unbekannte Prinzessin, die noch dazu mit den diskreditierten ANGIOVINEN in Verbindung stand, nach dem Osten zu rufen. Stattdessen boten sie die Grafschaft der Fürstin-Mutter Sibylle von Armenien an. Sobald sie das Angebot erhielt, schrieb sie an ihren alten Freund, den Bischof Bartholomäus von Tortosa, und forderte ihn auf, als ihr Bailli zu walten. Ihr Brief wurde jedoch abgefangen, und die Edlen der Grafschaft begaben sich zu ihr und teilten ihr mit, daß der Bischof nicht annehmbar sei. Sie weigerte sich nachzugeben. Nach einer zornigen Auseinandersetzung zogen sich die Edlen zurück und berieten sich mit den führenden Kaufleuten; zusammen verkündeten sie sodann die Absetzung der Dynastie und die Errichtung einer Kommune, welche hinfort die oberste Regierungsgewalt, ausüben werde. Die Fürstin-Mutter zog sich zu ihrem Bruder nach Armenien zurück.

Mayer, Hans Eberhard: Seite 241
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Die Beziehungen der beiden Länder waren seit 1224 getrübt, weil der hethumidische Regent damals den rechtmäßigen Herrscher, der aus antiochenischen Hause stammte, beseitigt hatte. Jetzt aber heiratete Boemund VI. von Antiochia-Tripolis (1252-1275) Sibylle, die Tochter Hethums. Es ist nicht bekannt, ob damit auch ein Lehnsverhältnis Boemunds gegenüber Hethum für Antiochia verbunden war, aber auf jeden Fall geriet Antiochia jetzt völlig in das Fahrwasser der kleinarmenischen Politik.
 
 
 
 

 1254
  oo Bohemund VI. Fürst von Antiochia
       1237-11.5./7.1275
 
 
 
 

Kinder:

  Bohemund VII.
  1262-19.10.1287

  Lucia Gräfin von Tripolis 1287/88
          -29.6.1299

  Maria
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  oo Nikolaus von Saint-Omer
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Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 241 -
Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 1056,1122-1123,1183 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 174 -