Melisende von Jerusalem             Fürstin von Antiochia
-------------------------------            Grafin von Tripolis
1197/99- nach 1249
 

Jüngere Tochter der Königin Isabella I. von Jerusalem aus ihrer 4. Ehe mit König Amalrich II. von Jerusalem-Zypern
 

Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

MELUSINE DE LUSIGNAN
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    + nach 1249

 1218
  oo Boemund de Poitou, Fürst von Antiochien
               + 1233



Runciman, Steven: Seite 926
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Inzwischen ritt König Andreas von Ungarn zusammen mit König Hugo hinweg nach Tripolis, wo Bohemund IV., der vormalige Fürst von Antiochia, der kürzlich seine 1. Gemahlin, Plaisance von Dschebail verloren hatte, seine Hochzeit mit Hugos Halbschwester Melisende feierte. Dort starb Hugo plötzlich am 10. Januar 1218 und hinterließ den Thron von Zypern einem 8 Monate alten Knaben namens Heinrich.
Im zusammengeschrumpften Königreich Outremer herrschte trotz seiner Verluste und trotz des Fehlens einer zentralen Regierungsgewalt innere Ruhe. Königin Alice starb im Jahr 1246; und die Regentschaft ging nach einem vergeblichen Einspruch ihrer Halbschwester, der Fürstin-Mutter Melisende von Antiochia, auf den Nächstberechtigten über, nämlich ihren Sohn, König Heinrich von Zypern.

Mayer, Hans Eberhard: Seite 221,248
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Man sah daher anfangs davon ab, denn als Johanna von Ibelin 1205 die Regentschaft für Maria la Marquise übernahm, hatte sie zwei minderjährige Halbschwestern Alice und Melisende, die nach dem Vorbild des Thronwechsels von 1163 so lange die nächsten Thronerben nach Maria waren, wie diese keine Kinder hatte. Noch 1253 scheute man davor zurück, für den nur wenige Monate alten Hugo II. von Zypern sofort einen Anspruch auf die Regenschaft anzumelden. Das tat man erst 1258, und nun bruachte man konsequenterweise Vormund und Regent für den Regenten.
Als 1267 König Hugo II. von Zypern, Regent von Jerusalem, starb, trat sein Vetter Hugo von Antiochia-Lusignan in Zypern seine Nachfolge als König Hugo III. an, verlangte aber auch die Regentschaft über Jerusalem. Hierüber kam es in der Haute Cour in Akkon zu einer Auseinandersetzung mit Maria von Antiochia, die zu einer bemerkenswerten Fortentwicklung der Verfassung führte. Maria berief sich zu Recht darauf, sowohl die nächste Verwandte des ja noch lebenden Titular-Königs Konradin zu sein wie auch die nächste Verwandte seiner Großmutter Isabella II., die als letzte den Thron im Osten innegehabt hatte. Hugo dagegen argumentierte, er sei der nächste Verwandte des letzten Regenten Hugo II. (ein Prinzip, das schon bei der Bestellung Heinrichs I. von Zypern zum Regenten 1246 eine Rolle gespielt haben mag, falls seine Tante Melisendis seine Ansprüche nicht nur an der Kurie, sondern auch in Akkon bekämpfte), weshalb er diesem ja in Zypern nachgefolgt sei. Hätte die Haute Cour sich an ihre eigene Entscheidung von 1265 gehalten, so hätte sie jetzt den Anspruch Marias anerkennen müssen, denn diese stand, obwohl einer jüngeren Linie entstammend, geblütsrechtlich sogar um eine ganze Generation näher als Hugo III. an der letzten gemeinsamen direkten Vorfahrin, Isabella I. von Jerusalem, und nicht durch eine frühere Geburt, was 1264 den Ausschlag gegeben hatte. An dem 1264 etabliierten Prinzip, daß die Primogenitur hier unbeachtlich sei, es also nicht darauf ankomme, der älteren Linie zu entstammen, hielt man auch 1269 fest, was an sich Maria begünstigte. Trotzdem wurde Hugo III. Regent von Jerusalem mit keinem anderen Recht, als daß er der nächste Verwandte nicht etwa des Herrschers Konradins, sondern des letzten Regenten war. Nach Konradins Hinrichtung weitete sich nun der Streit um die Regentschaft zum Streit um die Thronfolge aus. Hugo III. wurde jetzt auch König von Jerusalem, aber Maria resignierte nicht, sondern gab bei seiner Krönung 1269 durch einen Notar Protest zu Protokoll. Die Krone von Jerusalem wurde nun zum Handelsobjekt, denn Maria verkaufte 1277 in einem bisher unvorstellbare gewesenen Akt ihre Ansprüche an Karl von Anjou.
 
 
 
 
 

 1218
  oo 2. Bohemund IV. Fürst von Antiochia
           um 1172- März 1223
 
 
 
 

Kinder:

  Maria Eventualerbin von Jerusalem
  um 1220- nach 1307
 
 
 
 

Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 220, 221,248 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 870,880,926,1009,1107 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 -