Bonifatius II.                                   Markgraf von Montferrat (1225-1255)
----------------                                   Titular-König von Thessalonich
um 1202-   1255
 

Einziger Sohn des Markgrafen Wilhelm VII. von Montferrat aus seiner 2. Ehe mit der Berta di Clavesana, Tochter von Markgraf Bonifatius
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 790
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Montferrat, Markgrafen von
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Von diesem Zeitpunkt an verzichteten die Markgrafen von Montferrat darauf, ihr Glück im Orient zu suchen. Bonifaz II. (1235-1253) konnte infolge einer skrupellosen Schaukelpolitik zwischen Kaiser FRIEDRICH II. und seinen Gegnern die Markgrafschaft wiederherstellen und konsolidieren.



Thiele, Andreas: Tafel 460
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

BONIFATIUS II.
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* um 1202, + 1255

Folgte 1225 als Markgraf von Montferrat uund 1339/40 als Titular-König von Thessalonich

Bonifatius II. geriet als Ghibelline und Anhänger Kaiser FRIEDRICHS II. immer schroffer gegen die lombardischen Städte und wurde zeitweise sogar von ihnen verjagt. Er ging erst nach 1242 zögernd ins päpstliche Lager über und schloß sich wie der Vater formal dem lombardischen Städtebund an. Er konnte seine Ansprüche in Griechenland nie durchsetzen, ging jahrelang mit Savoyen zusammen, was für sein Haus untypisch war und wurde nach 1242 von diesem, das kaiserlich blieb, bekriegt. Er geriet gegenüber von Savoyen immer mehr ins Hintertreffen und wurde immer mehr und mehr von ihm abhängig und zweitrangig.

 1235
  oo Margarete von Savoyen, Tochter des Grafen Anmadeus IV.
               + 1254



Stürner, Wolfgang: Teil II Seite 269,511,523,564,574,578
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"Friedrich II. Der Kaiser 1220-1250."

Vor allem die erbitterten Kämpfe zwischen Ezzelino da Romano und Graf Richard von San Bonifacio um die Herrschaft in Verona sowie die Feldzüge Mailands, Piacenzas und Alessandrias gegen Asti und gegen den Markgrafen Bonifaz II. von Montferrat (+ 1253) spalteten Oberitalien bis weit in das Jahr 1231 hinein tief und drohten fast zur Auflösung des Lombardenbundes zu führen.
Aus Furcht vor Gottes Zorn und im Vertrauen auf seine Gnade erwähle er den besseren Teil und kehre demütig zur heiligen Mutter Kirche zurück, so kommentierte etwa Markgraf Bonifaz von Montferrat seinen Frontwechsel vom Januar 1234. Von anderer Seite erfahren wir freilich, daß eine ansehnliche Geldsumme, die ihm Mailand und Piacenza versprachen, seine Konversion wohl erheblich erleichterte.
Bis Oktober 1244 verweilte Innozenz dort, erholte sich langsam von seiner Krankheit und empfing die Botschafter der papsttreuen Lombardenstädet und Adlige wie Bonifaz von Montferrat.
Ebenfalls schon seit dem Juli 1245 gehörte Markgraf Bonifaz von Montferrat wieder zu seinen Verbündeten und arbeitete in der westlichen Lombardei eng mit König Enzio zusammen. Um des eigenen Vorteils willen jederzeit ohne Zögern zum Parteiwechsel bereit, paktierte er freilich Anfang 1248 erneut mit FRIEDRICHS Gegnern, um am Ende dieses Jahres zu ihm zurückzukehren.
In Turin gelang es den Kaiserlichen, offenbar tatkräftig unterstützt von FRIEDRICHS gleichnamigen Enkel, die Machtübernahme durch Markgraf Bonifaz von Montferrat zu verhindern.
Bewährte oder sonst wichtige Männer erlangten in den letzten Wochen des Jahres 1248 zu Vercelli auch wohl zusätzliche Gunsterweise. Der Delphinus oder Dauphin genannte Graf von Vienne etwa empfing ein Geldlehen von 300 Goldunzen jährlich, Bonifaz von Montferrat eine Burg des Bischofs von Vercelli.
 
 
 
 

9.12.1235
   oo Margarete von Savoyen, Tochter des Grafen Amadeus IV.
        um 1225-   1254
 
 
 
 

Kinder:

  Alessina
  um 1240-6.2.1285

    1263
  1. oo Albrecht I. Herzog von Braunschweig
          1236-15.8.1279

    1280
  2. oo Gerhard I. Graf von Holstein-Itzehoe
           1232-   1290

  Wilhelm VIII.
  um 1243-   1292

Illegitim

  Niccolino Podesta von Alessandria (1270-1280)
         - nach 1305  Vikar von Caselle 1303
 
 
 
 

Literatur:
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Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Der Kaiser 1220-1250 Primus Verlag Darmstadt 2000 Seite 269,511, 523,564,574,578 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 460 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 26,39,162,312,318,335,368,457 -