Waleran von Le Puiset                 Herr von Biredschik
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    - nach 1123
 

Sohn des Grafen Everard von Le Puiset
 

Runciman, Steven: Seite 437,453,468,471,494,596
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"Geschichte der Kreuzzüge"

1116
Balduin von Edessa gab Biredschik seinem Vetter Waleran von Le Puiset, der Abu'lgharibs Tochter heiratete.
1118
Mittlerweile verzögerte sich Joscelins Aufbruch nach Edessa. Er wurde in Galiläa dringender gebraucht als in der nördlichen Grafschaft, wo Königin Morphia, wie es scheint, zurückgeblieben war und Waleram, der Herr von Biredschik, die Regierungsgeschäfte versah.
Am 13. September 1122 befanden sich Graf Joscelin und Waleran von Biredschik mit einem kleinen Reitertrupp auf einem Ritt in der Nähe von Sarudsch, als sie plötzlich auf Balaks Heer stießen. Sie stürmten gegen den Feind, aber ein schwerer Regenguß verwandelte die Ebene in ein Meer von Schlamm. Die Pferde glitten aus und stolperten; und den leicht bewaffneten Turkmenen fiel es nicht schwer, die Franken zu umzingeln. Joscelin, Waleran und sechzig ihrer Kameraden wurden gefangengenommen. Balak bot ihnen sofortige Freilassung, wenn sie ihm als Entgelt Edessa abträten. Als Joscelin sich weigerte, solche Bedingungen auch nur anzuhören, verbrachte Balak die Gefangenen auf seine Burg Kharput.
1123
Als die Nachricht vom Umsturz zu Kharpurt Balak erreichte, führte er sein Heer augenblicks vom Süden herauf, und zwar mit einer Geschwindigkeit, die seine Zeitgenossen in Erstaunen setzte. Bei seiner Ankunft bot er Balduin freien Abzug unter sicherem Geleit nach seiner Heimat wenn er dafür die Burg übergebe. Balduin lehnte ab, entweder, weil er dem Emir nicht traute, oder aber, weil er seine Kamerdaen nicht im Stich lassen wollte. Aber die Burg war nicht so uneinnehmbar, wie er geglaubt hatte. Balaks Pioniere trieben einen Stollen unter einen der Wälle, und das Ortoqiden-Heer brach ein. Jetzt kannte Balak keine Gnade. Sein Harem hatte sich in der Burg befunden, und seine unantastbare Heiligkeit war verletzt worden. Jeder Verteidiger der Burg, ob Franke oder Armenier, und jede Frau, die ihnen geholfen hatte - im Harem befanden sich wahrscheinlich armenische Sklavinnen - wurden erbarmungslos über die Mauern hinab in den Tod geschleudert. Nur der König, einer seiner Neffen und Waleran blieben verschont. Sie wurden zu größerer Sicheheit nach der Burg Harran gebracht.
Hugos I. Brüder Gildion, der Abt von St. Maria Josaphat, und Waleran von Biredschik, waren bereits nach dem Osten gegangen, und Hugo beschloß, da Balduin kürzlich König von Jerusalem geworden war, ihnen mit seiner Gemahin Mabilla nachzufolgen.
Die Gattinnen Joscelins I. und Walerams von Biredschik waren Armenierinnen der Getrennten Kirche.
 
 
 

  oo N.N., Tochter des Herrn Abu'lgharib von Biredschik
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Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 437,453,468,471,494,596 -