Ludwig I.                                         Herzog von Savoyen (1434/40-1465)
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24.2.140229.1.1465
 

Ältester Sohn des Grafen Amadeus VIII. der Friedfertige von Savoyen und der Marie von Burgund, Tochter von Herzog Philipp II. dem Kühnen
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2198
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Ludwig I., Herzog von Savoyen 1440-1465
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     1465

Sohn des 1. Herzogs Amadeus VIII.

Als dieser sich in die Kartause Ripaille zurückziehen wollte (1434), wurde Ludwig I. mit der Generalstatthalterschaft betraut und nach Amadeus‘ Papstwahl (Felix V.) 1440 zum Herzog ernannt. Ludwig I. überließ die Regierung weithin seiner schönen und verschwenderischen Gattin Anna von Zypern und wurde der Hofintrigen nicht Herr (1446 Hinrichtung des Kanzlers Guillaume de Bolomier). Vom Dauphin Ludwig, dem späteren König Ludwig XI., seinem Schwiegersohn, ließ sich Ludwig I. in einem verderblichen Kruieg mit dem König von Frankreich hineinziehen. Ludwigs Italienpolitik war erfolglos, doch gelang es ihm Protektor von Freiburg i. Ü. zu werden (1450). 1453 hielt er zu Genf eine Versammlung der Drei Stände zur Reform der Justiz ab. 1459 schuf er den Hofrat zu Turin. Ludwig I., der 1452 das 'Turiner Grabtuch' erwarb, unterhielt in Thonon und Chamery eine erlesene Hofhaltung; Guilaume Dufay war Meister seiner Hofkapelle.


Thiele, Andreas: Tafel 403
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

LUDWIG I.
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* 1413, 1465

Ludwig I. wurde 1424 Graf von Bauge, 1428 Graf von Genf, 1434 Fürst von Piemont und General-Leutnant von Savoyen-Aosta. Er war wohl auch sehr gebildet, aber ein nachgiebiger weicher Charakter, unfähig in seiner Zeit zu regieren, die kraftvollstes, energisches Zupacken verlangte. Er war ohne große Ausstrahlung, kränkelte bald und erweckte nach seiner Heirat zunehmende Unruhe und Befremden, da er auf Drängen seiner herrschsüchtigen, unbeliebten und intriganten Frau viele Zyprer in wichtige Hofämter setzte. Sein berühmter Sohn Philipp wurde Führer jener Hofpartei, die dagegen aufbegehrte. Er folgte 1451 als Herzog von Savoyen, wurde 1452 Schutzvogt von Freiburg, konnte aber insgesamt nicht die Erwerbs- und Erhaltungspolitik der Vorfahren fortsetzen. Er geriet ganz ins französische Fahrwasser und zeigte größte, servile Ergebenheit gegenüber den französischen Königen, was seine Unbeliebtheit noch vergrößerte. Er trat Valentinois ab, strebte 1447 vergeblich nach dem Herzogtum Mailand und scheiterte am Haus SFORZA, das die alte Feindschaft zu Mailand wieder aufleben ließ. Er schloß sich 1454 dem Frieden von Lodi an, der angesichts der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen geschlossen wurde, der aber die italienische Anarchie nicht beenden konnte. Er stritt traditionell mit Genua, Saluzzo und Montferrat, den Eidgenossen und Wallis. Er war schwer gichtbrüchig und hinterließ verworrene Zustände. Er starb auf dem Weg nach Frankreich, wohin er fluchtartig vor dem Sohn geflohen war.

 1433
  oo ANNA DE LUSIGNAN
       * 1415, 1462

Tochter und Eventualerbin des Königs Johann II. (= Janus) und der Charlotte de Bourbon de la Marche

Bringt das berühmte "Grabtuch von Turin" mit als Reliquie.
(Insgesamt 17 Kinder)


  1433
  oo Anna von Lusignan, Tochter von König Johann II. und der Charlotte von Bourbon de la Marche
      24.9.1415 11.11.1462
 
 
 
 

17 Kinder:

  Amadeus IX. der Selige
  1.2.1435 16.4.1472

  Ludwig Graf von Genf
  5.6.14368.1482

  Philipp II.
  5.2.14387.11.1497

  Anna
         jung

  Haimon
  nach 14381440

  Johanna
         1440

  Peter Bischof von Genf (1451-1458)
  144221.10.1458

  Charlotte
  vor 11.3.1443-1.12.1483

 10.7.1457
    oo 2. Ludwig XI. König von Frankreich
             3.7.1423 30.8.1483

  Jakob
       20.6.1445

  Johann Ludwig Bischof von Genf (1460-1482)
   2./3.1447 4.7.1482

  Bona
  14491485

6.7.1468
  oo Galeazzo Sforza Herzog von Mailand
       24.1.1444 26.12.1476

  Marie
        1475

 1.8.1466
   oo Ludwig I. Graf von Luxemburg-St. Pol
               19.12.1475 hingerichtet

  Agnes
        15.3.1509

 2.7.1466
   oo Franz I. Graf von Longueville
        1447 25.11.1491

  Margarete
  14391483

    1458
  1. oo Johann IV. Markgraf von Montferrat
                 1464

    1465
  2. oo Peter II. Graf von Luxemburg-St. Pol
                1483

  Jakob Graf von Romont
  145030.1.1486

   Janus Graf von Faucigny
  1440 22.12.1491

  Franz Erzbischof von Auch (1480-1490)
  14546.10.1490  Bischof von Genf seit 1484