Katharina II. von Valois                     Fürstin von Tarent
------------------------------                   Titular-Kaiserin von Byzanz
Ende 1303-Anfang 10.1346
                 Neapel
 

Älteste Tochter des Grafen Karl I. von Valois aus seiner 2. Ehe mit der Katharina I. von Courtenay, Tochter von Titular-Kaiser Philipp
 

Thiele, Andreas: Tafel 49
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

KATHARINA II.
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* 1303, + 1346

1308/25 Titular-Kaiserin von Byzanz, Fürstin von Achaia, zu Courtenay, Blacon und Montargie

 1313
  oo Philipp I. d'Anjou, Fürst von Tarent, Titular-Kaiser
             + 1332



Katharina II. von Valois erbte von ihrer Mutter den Kaisertitel von Byzanz. Sie mischte in den Hofintrigen mit und unterstützte Königin Johanna I. gegen die ungarische Partei. Katharina hat die Mörder des Königs Andreas von Ungarn wohl im Einvernehmen mit Johanna angestiftet.
Ihr Geliebter war Niccolo Acciaiuoli (12.9.1310-8.11.1365).

Norwich John Julius: Band III Seite 315,332
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"Byzanz"

Zu den führenden Personen in der bereits mächtigen probyzantinischen Parta in Arta gehörte auch Anna Palaiologina, die Ehefrau des vertriebenen Johannes Orsini. Ermuntert durch die jüngsten Ereignisse in Thessalien, vergiftete sie 1335 ihren Ehemann - der dritte Mord an einem ORSINI innerhalb von 17 Jahren - und übernahm selbst die Regierung anstelle ihres 7-jährigen Sohnes Nikephoros. Als Andronikos zwei Jahre darauf in diese Gegend kam, um einen albanischen Aufstand niederzuschlagen, sandte Anna Boten zu ihm nach Berat mit dem Vorschlag, ihn auch im Namen ihres Sohnes Nikephoros als Oberherrn anzuerkennen und dafür weiter in Epiros zu regieren. Andronikos paßte beides nicht. Epiros hielt sich nun schon seit mehr als 130 Jahren als unabhängiges Despotat. Künftig, darauf bestand er, müsse es von einem ihm direkt unterstellten byzantinischen Statthalter verwaltet werden. An Ort und Stelle ernannte er für diesen neuen Posten einen engen Freund und Waffengefährten, Protostrator Theodor Synadenos, einen Anführer des Staatsstreichs gegen seinen Großvater neun Jahre zuvor. Anna, ihr Sohn und ihre zwei kleinen Töchter erhielten ein Gut in Thessalonike, um künftig im - wenigstens bequemen - Exil zu leben.
Wie so oft nicht nur in der byzantinischen Geschichte nicht alles nach Plan. Unvermutet verschwand der junge Nikephoros, entführt durch epirotische Adlige. Dabei hatten höchstwahrscheinlich jene westlichen Mächte die Hand im Spiel, bei denen ein Fortbestand des unabhängigen Despotats bestand. Der Junge gelangte zunächst nach Italien und kam schließlich an den Hof Katharinas von Valois, der Fürstin von Tarent und lateinischen Titular-Kaiserin von Konstantinopel. Dort blieb er bis zum Herbst 1338. In diesem Jahr begab sich Katharina mit ihm zu ihrem Landsitz in Achäa - Achäa gehörte zum Gebiet, über welches ihr Ehemann Philipp gebot - und benutzte ihn als Gallionsfigur, um eine antibyzantinische Erhebung in Epiros anzuzetteln. Schon nach kurzer Zeit hatte sie damit Erfolg. Der Statthalter Theodor Synadenos wurde verhaftet und eingekerkert. Zu Beginn des Jahres 1339 kehrte der junge Nikephoros in aller Form nach Epiros zurück; in der Küstenfestung Thomokastron fand seine Einsetzung statt. Doch dieser Revolte war nur kurzzeitig Erfolg beschieden, denn sie fand außerhalb von Arta, Janina und ein oder zwei anderen Städten keine Unterstützung. Andronikos erschien 1340 erneut, an seiner Seite wie gewöhnlich Johannes Kantakuzenos. Arta wurde erfolgreich belagert, und noch lange vor Jahresende eine Generalamnestie verkündet und Statthalter Synadenos wieder auf freien Fuß gesetzt. Anschließend ritt Johannes Kantakuzenos nach Thomokastron. Dort ließ sich, trotz Anwesenheit einer angevinischen Flotte, Nikephoros rasch dazu bringen, seine Ansprüche aufzugeben und nach Thessaionike zurückzukehren. Als eine Art Entschädigung wurde ihm der wohlklingede Titel Panhypersebastos verliehen und die Hand von Johannes' Tochter Maria Kantakuzena angetragen. Für einen noch nicht 13-jährigen Knaben ging ein ereignisreiches Jahr zu Ende.

Schnith Karl: Seite 338
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"Frauen des Mittelalters in Lebensbildern"

Doch gerade die testamantarisch ausgeschlossenen Fürsten von Tarent, geleitet von ihrer Mutter Katharina von Valois, der Witwe Philipps von Tarent, und die Herzöge von Durazzo, beeinflußt von ihrer Mutter Agnese Talleyrand-Perigord, Witwe des Herzogs von Durazzo, strebten nach dem Königsthron. Sie alle bedienten sich der Erreichung ihres Zieles der Heiratspolitik.
 
 
 
 

13.7.1313
   oo 2. Philipp I. von Anjou Fürst von Tarent
            um 1278-26.12.1332
 
 
 
 

Kinder:

  Robert II. Fürst von Tarent (1332-1364)
          -10.9.1364

  Ludwig Fürst von Tarent
  1320-25./26.5.1362

  Philipp II. Fürst von Tarent (1364-1374)
  1329-25.11.1374
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 315,332 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 332,338 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 49 -