Philipp II. August                          König von Frankreich (1180-1223)
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21.8.1165-14.7.1223
Paris     Mantes

Begraben: St-Denis

Einziger Sohn des Königs Ludwig VII. der Junge von Frankreich aus seiner 3. Ehe mit der Adele von der Champagne, Tochter von Graf Theobald IV.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 2058
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Philipp II. Augustus, König von Frankreich 1180-1223
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* 21. August 1165, + 14. Juli 1223
                                Mantes

Begraben: St-Denis

Sohn König Ludwigs VII. und Adelas von Champagne

1179 präsentierte Ludwig VII. seinen Sohn einer Adelsversammlung als Mitkönig, der der königlichen Entscheidung nur noch durch Akklamtation beitrat. Am 1. November 1179 in Reims gekrönt, übte Philipp II. Augustus schon vor dem Tod des Vaters (18. September 1180) faktische Herrschaft aus. Seine Anfänge waren von der Auseinandersetzung mit drei Kräftefeldern geprägt, dem anglonormannischen Königtum, dem Grafen von Flandern und dem Haus BLOIS-CHAMPAGNE, das durch Philipps Mutter und deren Brüder (Erzbischof Wilhelm ["aux blanches mains"] von Reims und die Grafen Heinrich von Champagne, Teobald V. von Blois-Chartres, Stephan von Sancerre) auf den Hof einwirkte. Mit diesem Verwandtenkreis brach Philipp II. rasch und suchte den Bund mit Graf Philipp von Flandern; am 28. April 1180 heiratete er dessen Nichte Elisabeth von Hennegau und erlangte damit den südlichen Teil Flanderns. Die Annäherung an den anglonormannischen König Heinrich II. und ein am 28. Juni 1180 in Gisors geschlossenes Bündnis führten die Häuser BLOIS-CHAMPAGNE und FLANDERN zusammen und sorgten für eine gefährliche Einkreisung der Krondomäne. Sein Überleben sicherte Philipp II. Augustus durch eine geschickte Politik zwischen den drei Blöcken und trug im Juli 1185 den endgültigen Sieg über Flandern davon; im Frieden von Boves erhielt er Amiens, Teile des Vermandois und die Anwartschaft auf das Artois. Mit einem dauerhaften Bündnis mit dem staufischen Kaisertum eröffnete Philipp II. die grundlegende Auseinandersetzung mit dem Haus PLANTAGENET, das mit seinem riesigen Festlandsbesitz die kapetingische Monarchie latent bedrohte. Wiederholt vermochte Philipp II. Augustus Rivalitäten in der anglonormannischen Königsfamilie, zunächst zwischen Heinrich II. und seinen Söhnen Heinrich, Richard, Gottfried und Johann um die Nachfolge schließlich unter den Brüdern, für sich zu nutzen. So kam es nach ersten Kämpfen 1187/88 zu einem Treffen im November 1188 in Bonmoulins, wo Richard Löwenherz in Gegenwart seines überraschten Vaters dem KAPETINGER für Normandie, Poitou, Anjou, Maine, Berry und Toulousain huldigte. Diese lehnsrechtliche Suzeränität Philipps II. über den Festlandsbesitz sowie Gebietsverluste mußte auch Heinrich II. zwei Tage vor seinem Tod im Vertrag von Azay-le-Rideau (4. Juli 1189) akzeptieren.
Das dort abgegebene Kreuzzugsversprechen der Könige führte zu langwierigen Vorbereitungen, zunächst zu Vereinbarungen zwischen Philipp II. Augustus und dem inzwischen als Herzog und König anerkannten Richard, dann zur Regelung der Regentschaft in Frankreich während Philipps II. Abwesenheit und zur Ordnung von Finanzenwesen und Verwaltung. Am 4. Juli 1190 zogen die bedien Könige von Vezelay los und erreichten auf dem Seeweg Akkon, das am 12. Juli 1190 fiel. Sofort trat Philipp II. Augustus die Rückreise an, befand sich bereits im Dezember 1191 wieder in Paris und besaß damit trotz aller Richard gegebenen Versprechen entscheidende Vorteile im Kampf um den anglonormannischen Festlandsbesitz, zumal Richard auf seiner Heimreise in die Gefangenschaft Leopolds von Österreich, schließlich Kaiser HEINRICHS VI. geriet und erst 1194 die Freiheit wiedererlangte. In der Zwischenzeit vermochte Philipp II. Rivalitäten im Haus PLANTAGENET zu nutzen, baute im Vermandois und im Vlaois eine Verwaltungsstruktur auf, sandte Truppen in die Normandie und eröffnete Geheimverhandlungen mit Richards Bruder Johann Ohneland. Die langwieirgen militärischen Auseinandersetzungen, zunehmend mit Söldnertruppen geführt und damit für die Umprägung adliger Vasallenverbände sorgend, kamen nach Richards Tod 1199 und Nachfolgestreitigkeiten zwischen Johann und Arthur I. von Bretagne, im Frieden von Le Goulet am 22. Mai 1200 zu einem ersten Abschluß.
Für den entscheidenden Schlag gegen Johann mußte Philipp II. Augustus, der Arthur an seinen Hof gezogen und von ihm einen Lehnseid erhalten hatte, zunächst ein tiefes Zerwürfnis mit der Kurie infolge einer Eheaffäre beilegen: Im August 1193 hatte der König Ingeborg von Dänemark geheiratet und sofort verstoßen, um sich im Juni 1196 mit Agnes von Meran zu verbinden. Von Papst Innozenz III. dafür gebannt, nahm Philipp II. Ingeborg erst nach Agnes' Tod 1201 wieder auf und löste sich aus dem Interdikt. Damit war der Weg für einen politischen Prozeß gegen König Johann Ohneland geebnet, der die rechtliche Grundlage zu einer weitgehenden Umgestaltung der westeuropäischen Kräfteverhältnisse abgab. Als Oberlehsnherr zog Philipp II. Augustus einen Prozeß der Familie LUSIGNAN gegen Johann ans Pariser Hofgericht mit mehreren "Pairs", das nach wiederholter Ladungsverweigerung Johanns 1202 ein Versäumnisurteil fällte und Johann seiner französischen Lehen enthob. Im Bund mit Arthur von Bretagne, der 1202 in Johanns Gefangenschaft geriet und dort umkam, setzte Philipp II. das Urteil militärisch durch und wies zusamemn mit dem französischen Adel auf dem Hoftag in Mantes am 22. August 1203 einen kurialen Vermittlungsversuch mit dem selbstbewußten Hinweis zurück, dem Papst stünde in Lehnsangelegenheiten kein Interventionsrecht zu. 1203 wurden Anjou und Touraine erobert, und dem Fall der Grenzfeste Chateau-Gaillard folgte im Somer 1204 die Besetzung der Normandie und des Poitou. Im Waffenstillstand von Thouars mußte Johann im Oktober 1206 auf seinen gesamten Besitz nördlich der Loire verzichten, eine gewaltige Stärkung der nun um die straff organisierte Normandie erweiterte kapetingischen Krondomäne. Im Wandel europäischer Machtverschiebungen schien dieser Erfolg noch einmal bedroht. Nach der Ermordung des STAUFERS PHILIPP VON SCHWABEN 1208 und der Durchsetzung des WELFEN OTTO IV. mit englischer Unerstützung wurde das traditionelle kapetingisch-staufische Bündnis erst 1212 wieder mühsam mit FRIEDRICH II. errichtet. Philipp II. Augustus hatte OTTOS Kaiserkrönung 1209 nicht verhindern können, und er mußte nach energischer Intervention Innozenz' III. 1213 auch auf einen militärischen Angriff auf England verzichten, nachdem sich Johann der Kurie unterworfen hatte. So kam es im Sommer 1214 zu einem bedrohlichen Zangenangriff OTTOS IV. und Johanns auf die kapetingische Domäne, den Philipp II. im Bund mit seinem Sohn Ludwig zurückweisen konnte. Bei Bouvines (nahe Lille) errang der König am 27. Juli 1214 einen glänzenden Sieg über das kaiserliche Heer und entschied damit den staufisch-welfischen Thronstreit im deutschen Reich zugunsten FRIEDRICHS II. Erneut verzichtete Johann am 18. September 1214 im Vertrag von Chinon auf den Landbesitz nördlich der Loire. Nun konnte eine hofnahe Geschichtsschreibung, die Philipp II. Augustus in die strahlende Reihe der fränkisch-französischen Könige einordnete und das Lob der Francia besang, den KAPETINGER als Mehrer des Reiches ('augustus') und als 'rex fortunatissimus' preisen, der das Imperium besiegt und die anglonormannische Macht in NW-Frankreich zerbrochen hatte.
Getragen wurde dieser Erfolg durch die konsequente Nutzung des Lehnsrechts, das in der Betonung der 'us et coutumes de France' regionale Lehnsbande zersetzte und in der Forderung ligischer Treue dem Monarchen zu einer Ausnahmestellung verhalf. Hinzu trat eine effektive Verwaltung, mehr und mehr in Paris fixiert, die auch ohne die konkret anwesende Person des Königs funktionierte (geordnetes Finanzwesen auf Grund intensivierter Abgabenerhebung, Hofgericht, Reichsarchiv, Registerwesen, vermehrte Schriftlichkeit, unter anderem durch gesteigerte Urkundenexpedition). Seinen Einfluß im Reich brachte das Königtum durch eine Schar verläßlicher Amtsträger zur Geltung, die als Vertrter des Königs lokale Instanzen kontrollierten (baillis im Norden, senechaux im Süden).
Damit war der Boden für die Durchsetzung der Monarchie im ganzen 'regnum Francorum' bereitet. Die Möglichkeiten zum Ausgriff in den Süden im Gefolge der Albigenserkriege zeichneten sich trotz Philipps II. anfänglicher Zurückhaltung in den letzten Regierungsjahren ab und wurden dann von Ludwig VIII. und Ludwig IX. genutzt.


Brandenburg Erich: Tafel 9 Seite 19
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIV. 104. PHILIPP AUGUSTUS, König von Frankreich 1180
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           * 1165 21. VIII., + 1223 14. VII.

Gemahlinnen:
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a) 1180 28. IV. Isabella, Tochter Balduins VIII. Graf von Flandern (siehe XIV 512)
                                 + 1190 15. III.
 

b) 1193 15. VII. Ingeborg, Tochter Waldemars I. König von Dänemark, verstoßen 1193 5. XI.,
                                  + 1236 29. VII.                                                   wieder aufgenommen 1200
 
c) 1196 VI. Agnes, Tochter Bertholds III. Herzog von Meranien (siehe XIV 816)
                            + 1201 20. VII.


Philipp II. August war seit dem 1.11.1179 Mitregent seines Vaters und folgte ihm 1180 auf dem Thron, während die Grafen von Artois, Flandern und Champagne um die Regentschaft stritten. Er war dem Vater total unähnlich: aufbrausend, energisch, ungebildet, aber politisch äußerst geschickt. Seine Hauptgegner waren Flandern und England, deren Macht er entscheidend brach, auch wenn er zeitweise Vermandois und Artois an ersteres verlor. Er vermochte den englischen Machtkomplex entscheidend zu verringern. Bereits in seinen ersten Regierungsjahren bereitete er im Bunde mit den unzufriedenen Söhnen Heinrichs II. dem letzteren beträchtliche Schwierigkeiten. Nach dem 3. Kreuzzug (1190/91), an dem sowohl Philipp als auch Richard I. Löwenherz von England teilnahmen, flammten die Kämpfe wieder auf, in denen der englische König allerdings einige Erfolge erzielte. Die große Chance für Philipp II. ergab sich nach dem frühen Tod des kriegerischen und energischen Richards. Ihm folgte sein weniger befähigter Bruder Johann Ohneland. 1202 griff Philipp Klagen aquitanischer Barone auf, die sich gegen die Bemühungen des englischen Königs, den französischen Besitz unter straffere Kontrolle zu bringen, auflehnten. Johann wurde vom französischen König, der ja für die französischen Besitzungen sein Lehnsherr war, vor das königliche Gericht geladen, damit er sich dort wegen der gegen ihn erhobenen Klagen verantworte. Da Johann nicht erschien, wurden ihm im April 1202 wegen Mißachtung seines Lehnsherrn alle Lehen in Frankreich abgesprochen. Es war von vornherein klar, dass ein so einschneidender Urteilsspruch nur mit militärischen Mitteln durchzusetzen war. Tatsächlich gelang es Philipp in den folgenden Jahren, die Normandie, die Grafschaften Anjou und Maine sowie große Teile der Grafschaften Poitou und Saintange und schließlich auch das Herzogtum Bretagne zu erobern. Johann von England, der versuchte, seine Besitzverluste in Frankreich rückgängig zu machen, gelang es, den Grafen Ferrand von Flandern, Kaiser OTTO IV. und einige lothringische Fürsten auf seine Seite zu ziehen. Die entscheidenden Auseinandersetzungen erfolgten im Jahre 1214. Von Aquitanien her drang König Johann mit einem Heer gegen die Besitzungen Philipps vor, im Norden sammelte sich bei Valenciennes unter Kaiser OTTO IV. und dem Grafen von Flandern ein großes Heeresaufgebot. Zuerst schlug am 2. Juli ein unter dem Befehl des französischen Kronprinzen stehendes Heer die vom Süden her vordringenden Truppen König Johanns in der Schlacht bei La Roche-au-Maine, dann besiegte am 27.7.1214 bei Bouvines Philipp II. Kaiser OTTO IV. und dessen Verbündete. Der Triumph von Bouvines bewies, dass Frankreich unter Philipp II. zu einem entscheidenden Machtfaktor in Europa geworden war. Als ein Teil der unzufriedenen englischen Barone seinem Sohn Ludwig die Krone Englands anbot, ging dieser 1216 mit einem Heer über den Kanal und bemächtigte sich eines großen Teils des Landes. Nach Johanns Tod mußte er 1217 zurückkehren. Die außenpolitischen Erfolge und die starke Ausweitung der königlichen Domäne waren untrennbar verknüpft mit dem Ausbau und der Straffung der inneren Verwaltung des königlichen Machtbereiches. Philipp setzte königliche Beamte ein, die königlichen Amtmänner (prevot) und die "baillis"; letztere waren aus dem Adel und bezogen festes Gehalt (in S-Frankreich war dies das Amt des Seneschalls). Für ein starkes Königtum war es deshalb notwendig, in größerem Umfang Ritter und unberittene Krieger zu besolden. Nicht zuletzt deshalb war eine Erhöhung der Geldeinkünfte für Philipp ein geradezu entscheidendes Problem. Aber Philipp verstand es, das Lehnswesen selbst finanziell ertragreich zu gestalten. Er setzte das Prinzip der Erbmonarchie endgültig durch.

Pernoud Regine: Seite 11-29
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"Die Kapetinger"  in: Die großen Dynastien

Philipp wurde am 1. November 1179 zum Mitkönig eingesetzt. Besagter Philipp, den sein Vater als "von Gott geschenkt" bezeichnet hatte, zählte erst 14 Jahre, doch war es in der Feudalzeit üblich, dass Knaben in diesem Alter die Volljährigkeit erreichten. Philipp II. August (1180-1223) war groß und stark, mit wirrem roten Schopf (die Menschen seiner Umgebung nannten ihn den Ungekämmten) und zeigte sich von frühester Kindheit an höchst unternehmungslustig. Einmal, als er noch klein war, zeigte man ihm von ferne die schon von jeher zwischen Frankreich und der Normandie umstrittene Festung Girors in der ganzen Pracht ihrer neuen Mauern. "Wie schön wäre es", rief er aus, "wenn diese Mauern aus Gold, Silber oder Edelsteinen wären!" Und als man sich darüber wunderte, erklärte er: "Die Festung wäre dann um so wertvoller, wenn ich sie erobere!"
Diese Worte weisen auf das Hauptanliegen seiner Regierung hin: er wollte die Normandie erobern und notfalls versuchen, ähnlich wie Wilhelm der Eroberer 100 Jahre zuvor, in England zu landen; dies war die Quintessenz seiner Pläne. Er verstand es, sich alle Umstände, die zu ihrer Realisierung beitragen konnten, zunutze zu machen, denn mehr als seine Vorgänger verfügte er auch über politischen Instinkt. Wo die anderen sich damit begnügt hatten, zu verwalten, Ländereien zu vergrößern, Gebiete zusammenzufügen oder vorteilhafte Verbindungen anzuknüpfen, hatte er den Ehrgeiz, zu erobern, zu beherrschen.
Während der ersten Jahre seiner Regierung traf er auf Partner, die seiner würdig waren. Heinrich Plantagenet und später dessen Sohn Richard Löwenherz waren als Freunde wie als Feinde gleichermaßen gefährlich für ihn. Es fehlte nicht an Gelegenheiten, ihm dies klar zu machen, und nachdem er sich mit dem einen wie dem anderen gemessen hatte, zog er sich zurück. Gleichzeitig mit Richard Löwenherz unternahm er einen Kreuzzug ins Heilige Land, der ihm persönlich nicht mehr einbrachte als ein bösartiges Fieber. Nach seiner Rückkehr glaubte er die Abwesenheit seines Gegners dazu nutzen zu können, die Burgen der Normandie in seine Gewalt zu bringen. Dies erwies sich als ein folgenschwerer Irrtum. Er hoffte, leicht ans Ziel zu gelangen, wenn er sich mit Johann, dem berühmten Johann ohne Land, auf Kosten seines älteren Bruders ins Einvernehmen setzte, doch da stellte sich ihm unversehens ein neuer Gegner in den Weg: die Königin Eleonore. Ihr und nicht Johann ohne Land hatte Richard sein Königreich anvertraut. Zwar gelang es Philipp, durch Bestechung ihres Kaplans Gilbert Vascoeuil die begehrte Festung Gisors in seinen Besitz zu bringen. Er scheiterte jedoch vor Rouen, wo die Königin eilends einen ihrem Sohn ergebenen Seneschall eingesetzt hatte. Daraufhin mußte er um jeden Fußbreit Bodens kämpfen, um nur einige wenige Güter im normannischen Vexin halten zu können. Richard Löwenherz nahm unmittelbar nach seiner Rückkehr den Kampf auf und fügte dem französischen König bei Freteval eine Niederlage zu, die weitreichende Folgen haben sollte, denn Philipp mußte seinen Staatsschatz, sein Archiv und selbst sein persönliches Siegel auf dem Schlachtfeld zurücklassen (1194). Von nun an schien es Philipp nicht mehr ratsam, sich auf gewagte Manöver einzulassen. Das Haus PLANTAGENET blieb auf der ganzen Linie überlegen. Richard brachte seinen jüngeren Bruder zur Vernunft; ein Enkel Eleonores, OTTO VON BRAUNSCHWEIG, stand vor der Wahl zum deutschen Kaiser, und zudem hatte die Königin einen Jugendtraum verwirklicht, indem sie ihre Tochter Johanna, Witwe des Königs von Sizilien, mit dem Grafen von Toulouse, Raimund VII., verheiratete. So hatte sie auf Umwegen jene Grafschaft zurückerlangt, auf die sie von jeher Anspruch zu haben glaubte.
Da trat durch ein unvorhergesehenes Ereignis eine Wende ein. Am 6. April 1199 starb Richard Löwenherz an einer Pfeilverletzung, die er sich in einer ganz nebensächlichen militärischen Operation gegen den Herrn von Chalons zugezogen hatte. Klarer als mancher andere wußte Philipp sogleich die Möglichkeit abzuschätzen, die ihm dieser plötzliche Tod eröffnete. Es gab aber jemanden, der ebenso wie er politschen Instinkt besaß und diese Möglichkeit in ihrer ganzen Tragweite erfaßte, und dies war einmal mehr Königin Eleonore. Sie erkannte, dass mit ihrem Sohn Johann das Reich PLANTAGENET dem Untergang geweiht war und beschloß, zu retten, was zu retten war. Noch im Alter von 80 Jahren vollbrachte sie Außergewöhnliches. Sie unternahm eine Reise durch ihre persönlichen Domänen und verteilte allenthalben Freibriefe, um dafür von ihren Bürgern Waffenhilfe zu erhalten. Im Juli reiste sie zu König Philipp persönlich, und brachte ihm ihre Huldigung dar, wie sie es ihm als Vasallin schuldig war. Ein außerordentlich geschicktes Vorgehen, denn mit dieser Geste nahm sie den König von vornherein jeden Vorwand, sich aquitanischen Gebietes zu bemächtigen. Und mehr noch: Seit über 10 Jahren waren zwischen Frankreich und England Verhandlungen im Gange, um durch eine Heirat den Frieden zwischen den beiden Königreichen zu sichern. Eleonore nahm nun diese Verhandlungen wieder auf, überquerte sogar persönlich die Pyrenäen und führte dem französischen König die Gattin seiner Wahl zu. Die Auserwählte war ihre Enkelin Blanka, Tochter Eleonores von Kastilien, die dritte Tochter, für die sie an Urracas Stelle den Gatten wählte, und die zweite, deren Persönlichkeit sie ohne Zweifel richtig einzuschätzen verstand. Am 23. Mai des Jahres 1200 wurde Blanka mit Ludwig getraut. So hatte Eleonore, wenn schon nicht einen ihrer Söhne, so doch einer Enkeltochter ihres Blutes die französische Krone gesichert.
Letzten Endes war es weniger Richards Tod als vielmehr der Eleonores, der Philipp freie Hand gab. Die Pforten der Normandie öffneten sich ihm dank der Lethargie des neuen englischen Königs Johann ohne Land, der seine Macht immer zur Unzeit demonstrierte, so als seine Barone sich gegen ihn erhoben oder als er mit eigener Hand seinen Neffen Arthur von Bretagne tötete. Die Eroberung der Normandie indessen war für Philipp nur ein erster Schritt. Er gedachte sich ganz Englands zu bemächtigen und hätte in seinem Ungestüm fast seinen Sieg aufs Spiel gesetzt, denn er sah sich nun mit einer schon früher gegen ihn geschlossenen Koalition konfrontiert, mit der er nicht nur Johann ohne Land zum Gegner hatte, sondern auch Kaiser OTTO VON BRAUNSCHWEIG und den Grafen von Flandern. So wurde die Krondomäne von allen Seiten angegriffen (denn Guyenne war dem Haus PLANTAGENET verblieben). Nach der Niederlage Johanns ohne Land bei La Roche-aux-Moines durch Prinz Ludwig (2. Juli), bedurfte es schon des Sieges bei Bouvines (27. Juli 1214), um den Würgegriff zu lösen und die Invasion aufzuhalten. Zwei Jahre später wurde die erträumte Landung in England Wirklichkeit, und Ludwig, der Thronerbe Frankreichs, ließ sich unter Berufung auf die Rechte seiner Gattin Blanka in London nieder, wo die Bevölkerung ihm einen triumphalen Empfang bereitete.
Da trat eine überraschende Wendung ein, als Johann ohne Land, nachdem er sich im ganzen Königreich unbeliebt gemacht hatte, am 19. Oktober 1216 starb. Man hätte davon ausgehen können, dass die englische Krone dem Erben Frankreichs sicher sei, doch das hieße nach unseren Maßstäben urteilen. Die englischen Barone hatten Johann gehaßt und Ludwig deshalb freundlich aufgenommen. Nun aber, da Johann ohne Land gestorben war, erinnerten sie sich der legitimen Ansprüche seines Sohnes, des 9-jährigen Heinrich III., gegen den sie keinerlei Beschwerde vorbringen konnten. Die öffentliche Meinung ergriff für ihn Partei und als Ludwig bei der Belagerung der Burg Lincoln (14. Mai 1217) geschlagen wurde, begriff er, dass ihm nichts übrig blieb als sich wenige Monate später zurückzukehren. König Philipp starb im Jahre 1223, ohne seine ehrgeizigen Pläne in vollem Umfang verwirklicht zu haben. Dennoch hinterließ er seinem Erben ein erheblich erweitertes Kronland, das nun nicht nur die Normandie umfaßte, sondern auch einen Großteil der Gebiete im Westen, den Maine, Anjou, die Tourraine und Poitou.
Einige Zeit nach Isabellas Tod heiratete Philipp die dänische Prinzessin Ingeborg, gegen die er vom ersten Augenblick an einen gewissen physischen Widerwillen empfand, was um so unerklärlicher erscheint, als sie im Urteil ihrer Zeitgenossen als schön und anmutig galt. Die Verbindung mit ihr stürzte Philipp in mancherlei Schwierigkeit, denn er wurde, als er sie verstieß, exkommuniziert; dies besonders auch deshalb, weil er unmittelbar danach Agnes von Meran heiratete. Er hatte von ihr eine Tochter und einen Sohn, der wie er Philipp hieß und ihm auch äußerlich glich.

Ehlers Joachim: Seite 141
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"Die Kapetinger"

Am 27. Dezember 1191 zog Philipp II. wieder in Paris ein. Seit Akkon war der jetzt Sechsundzwanzigjährige physisch geschwächt und sollte bis an sein Lebensende an einer chronischen Krankheit leiden, die von englischen Historiographen arnoldia genannt wurde und sich durch regelmäßige Fieberanfälle mit Schüttelfrost bemerkbar machte, durch Hautabschilferung, Verlust von Nägeln und Haar, nervösen Störungen.
 

Verwandtschaft mit Agnes von Meran

                                                     Engelbert I. von Spanheim
 

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               Engelbert II. Markgraf von Istrien                       Richardis von Spanheim
                      -13.4.1141                                                              - 1112

                                                                                      2. oo Poppo II. Markgraf von Istrien
                                                                                              1065- 1098/1103
 

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             Mathilde von Istrien                                                 Sophie von Istrien
                   -13.12.1160/61                                                  1088-6.9.1132

           oo Theobald IV. von Blois-Champagne                       oo Berthold IV. Graf von Andechs
                       -8./10.1.1152                                                           -27.6.1151
 

                  ----                                                                        ----
       Adele von Blois-Champagne                                       Berthold V. Graf von Andechs
       um 1145-4.6.1206                                                        1110/15-14.12.1188

     oo 3. Ludwig VII. König von Frankreich
         1120-19.9.1180
 

               ---                                                                               ---
         Philipp II. Augustus                                                   Berthold VI. Graf von Andechs
           21.8.1165-14.7.1223                                                    1138-12.8.1204
 

                                                                                                 ---
               3. oo ---------------------------------------------------   Agnes von Meran
                                                                                         um 1175-20.7.1201



28.4.1180
  1. oo Isabella von Hennegau, Tochter des Grafen Balduin VIII.
           4.1170-15.3.1190

        Erbin von Artois und Vermandois

  15.8.1193
  2. oo Ingeborg von Dänemark, Tochter des Königs Waldemar I.
     x  1176-29.7.1236

   7.5.1196
  3. oo Agnes von Meran, Tochter des Herzogs Berthold VI.
 - 1200 um 1175-20.7.1201
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Ludwig VIII. König von Frankreich
  3.9.1187-8.11.1226

  Zwillinge
  14.3.1190-18.3.1190

3. Ehe

  Philipp Hurepel Graf von Boulogne
  1200-18./19.7.1234

  Maria
 1198-15.8.1223

    1210
  1. oo Philipp I.Graf von Namur
            3.1174-8.10.1212

  22.8.1213
  2. oo Heinrich I. Herzog von Brabant
          1165-5.9.1235

Illegitim

  Philipp-Charlot Bischof von Nyon (1241-1249)
        -   1249
        vor Damiette
 
 
 
 

Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite 124,256,275-278,280-283,289,291,297-301,314-317,319-326 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 49-51,55,58-60,65,68-71,73-75,77,80-88,90,93-106,108-115,119,121,126,128,146 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 9 Seite 19 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 12,45,56,60,122,124,126A,127,142 - Csendes Peter: Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht. Primus Verlag 2003 Seite 45,64,76,79,106,118,127,185,192,194,197 - Die Staufer im Süden. Sizilien und das Reich, hg. von Theo Kölzer, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 48,56,56 A.45,58,61 A.21,62,62 A.24,66, 78 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite72,85, 87,107,123,127-134,136-153,155,157-159, 161,164,169,172,191,193,195,198,225,230 - Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 53,67,122-141,143-146,149,154,163-165,179-181,183,187,219, 283 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 9,139,153,155-167,168-172, 189,195,201,212,326 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 104,105,108-113,122,124,127,129 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 26,191,196 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 98,128 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 121,140,149, 152-156,158-170,176,180,194,200,204,219,244,246, 251,253 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 211,215 - Gillingham John: Richard Löwenherz. Eine Biographie. Classen Verlag GmbH Düsseldorf 1981 Seite 12-329 - Herde Peter: Karl I. von Anjou. Verlag W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln Mainz 1979 Seite 26 - Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf 1989, Seite 36-38,52,57,119 - Houben, Hubert: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident, Primus Verlag Darmstadt 1997, Seite 177 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 173,204,217,220,226,229 - Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite, Klett-Cotta Verlag Stuttgart 1991, Seite 13,48,51,53,60,66,73 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 185,188,195,199,367 A 80 - Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite 3-915 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 149,197,201,218,226 - Masson Georgina: Friedrich II. von Hohenstaufen, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1991, Seite 21, 42,56,152 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 126,127,132,133,136,230,231 - Mexandeau Louis: Die Kapetinger. Editions Rencontre Lausanne 1969 Seite 334-380 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 61,292,298 - Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frakreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite 10,19,22,24,26,29,32,38,51,54,57,60,63,68,72,76,79,81,100,104,115,117,136,148,167,185,278 - Pernoud Regine: Der Abenteurer auf dem Thron. Richard Löwenherz König von England. Diedrichs Verlag München 1994 - Pernoud Regine: Königin der Troubadoure. Eleonore von Aquitanien. Diederichs Verlag München 1991 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 189,192,196-200,202,204,208,210,213,221,225 - Rösch, Eva Sibylle/Rösch, Gerhard: Kaiser Friedrich II. und sein Königreich Sizilien, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 38,56,61 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 778-781,805-807,807-808,809-814, 815,817,819-821,823,824-825, 909-910,916-917,951-952, 954 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 238,245,250,252, 255,259,261-264 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 223,227-234,240,257 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 293,303,305,315,317,331 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 36-38,66,72,74,77,122,124A,127-130, 155,163-165,167,172,224 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 7, 9,11,14,17,25,61,124,228,234,236,354 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 51, 71,90-94,107,108-109,150,172,178,221,222,225,149,252,253,255,256,261,263,264,267,268,271,272,275, 277,278,280,284,287,289,290,291, 295,296, 298,302,338,359,360,380, 381,424,428,478,479,500 - Treffer Gerd: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996 Seite 100,106,109,124,147,305 - Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 104 - Vones-Liebenstein Ursula: Eleonore von Aquitanien Herrscherin zwischen zwei Reichen. Muster-Schmidt Verlag Göttingen 2000 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 234,313,316 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 66,74,78,85, 126 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 2,48,49,51,77,81, 154-161,163,212,214,217,260,276-281,335,346,404-406, 438-442,525,529-533 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873,Seite 29,59,117-119,144,153-155,157,194,207, 208,249,251-255,257,269,270,276,278,295,320,331,332,336,350,378,381,424,454-456,471,472,490, 495,500,507-509 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 135,216,217,245,314,395,402,407,418,447,500 -


Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Seite 155-167
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"Die französischen Könige des Mittelalters"

Joachim Ehlers

PHILIPP II., König von Frankreich 1180-1223
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* 21.8.1165, + 14.7.1223
                    Mantes

Begraben: Kloster St-Denis bei Paris

Vater:
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Ludwig VII., König von Frankreich

Mutter:
---------
Adele von Champagne (+ 4.6.1206)

Schwestern:
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Marie (+ 1198), verheiratet mit Heinrich I., Graf von Blois-Champagne
Alix (+ nach 1195), verheiratet mit Tedbald V., Graf von Blois-Chartres
Agnes (+ 1240), verheiratet mit (1) Alexios Komnenos, Kaiser von Byzanz, (2) Andronikos I. Komnenos, Kaiser von Byzanz
 

1185 Vertrag von Boves mit Flandern und Champagne
1187 Treffen Philipps II. mit Kaiser FRIEDRICH I. in Ivois
1188 Richard Löwenherz huldigt Philipp II. für den angevinischen Festlandsbesitz
1187/89-1192 Dritter Kreuzzug
1191 Landung Philipps II. und Richards I. vor Akkon [Persönlicher Einwurf: Akkon fiel schon am 12. Juli 1190]
1194-1199 Krieg gegen Richard I. Löwenherz von England
1200 Päpstliches Interdikt über Frankreich
1202 Prozeß gegen Johann Ohneland
1204 Eroberung der Normandie und des Poitou
1208 Aufruf zum Kreuzzug gegen die "Albigenser"
13.9.1213 Schlacht bei Muret
27.7.1314 Schlacht bei Bouvines, Vertrag von Chinon mit Johann Ohneland
1218 Simon von Montfort vor Toulouse gefallen
 
 

  1. oo 28.4.1180
          ELISABETH VON HENNEGAU
          * 4.1170, + 15.3.1190

Tochter des Grafen Balduin V. von Hennegau
 

  2. oo 15.8.1193
          INGEBORG VON DÄNEMARK
          * 1176-29.7.1236

Tochter König Waldemars I. von Dänemark
 

  3. oo 7.5.1196
          AGNES VON MERAN
          * um 1175-20.7.1201

Tochter Herzog Bertholds von Andechs-Meran
 

Kinder:
---------
1. Ehe

Ludwig VIII., König von Frankreich (* 3.9.1187, + 8.11.1226)

3. Ehe

Philipp Hurepel, Graf von Clermont und von Boulogne (* 1200, + 18./19.7.1234)
Marie (* 1198, + 15.8.1223), verheiratet mit Heinrich I., Herzog von Brabant
 

Der Thronfolger war dem Vater spät geboren worden. Nach 28 Ehejahren Ludwigs VII. hatte seine 3. Gemahlin, Adela von Champagne, am 21. August 1165 den heißersehnten Sohn zur Welt gebracht, den man infolgedessen Dieudonne rief, die Gottesgabe. Seinen Namen Philipp erhielt er zur Erinnerung an den Urgroßvater. Endlich schien die Fortsetzung der Dynastie sicher.
Gegen Ende seines Lebens stand der durch Krankheit nahezu regierungsunfähig gewordene Ludwigs VII. weitgehend unter dem Einfluß der Königin und ihrer Brüder, des Erzbischofs Wilhelm von Reims und der Grafen Heinrich von Champagne, Tedbald von Blois-Chartres und Stephan von Sancerre. Mit ihnen gemeinsam dachte Adela eine faktische Regentschaft des Königreichs Frankreich durch das Haus CHAMPAGNE auch für ihren Sohn zu führen, und aus Furcht vor den Rivalitäten in der eigenen Familie zögerte Ludwig lange, Philipp nach alter Gewohnheit zum Mit-König zu erheben. Erst 1179 rief er einen Hoftag nach Paris und ließ seiner Erklärung akklamieren, dass er mit Zustimmung der Versammlung den Sohn krönen lassen wolle. Von einer Königswahl konnte nicht mehr gesprochen werden, und am Allerheiligentag des gleichen Jahres weihte Erzbischof Wilhelm seinen Neffen in der Kathedrale Notre-Dame in Reims zum König von Frankreich.
Sogleich bewies der 14-jährige ein erhebliches Maß an innerer Freiheit. Er löste sich vom Einfluß seiner Mutter und des Hauses CHAMPAGNE, inden er sich dem Grafen Philipp von Flandern zuwandte, einem alten Verbündeten Ludwigs VII. mit großem Einfluß auf die Hofparteien. Der kinderlose Graf bekräftigte die Verbindung, indem er Philipp II. seine Nichte Elisabeth von Hennegau zur Frau gab und sie mit einer Mitgift im Raum Arras/St-Omer/Aire/Hasdin versah. Dieser Affront veranlaßte Adela von Champagne zur Flucht in die Normandie, wo sie die Unterstützung König Heinrichs II. von England suchte, der aber im Interesse Heinrichs des Löwen, seines als Herzog von Sachsen und Bayern gestürzten Schwiegersohns, ein umfassendes Bündnis gegen Kaiser FRIEDRICH I. betrieb. Deshalb verschob er die Auseinandersetzung mit dem kapetingischen Königtum und schloß am 28. Juni 1180 in Gisors mit Philipp II. einen Friedens- und Beistandsvertrag.
Wenige Monate später, am 19. September 1180, starb Ludwig VII. und hinterließ seinem Sohn eine kleine, im Westen und Süden vom Festlandsbesitz der PLANTAGENET, im Norden von den Fürstentümern Champagne und Flandern bedrängte, aber administrativ gut erfaßte Krondomäne. Die Häuser FLANDERN und CHAMPAGNE waren durch den Vertrag von Gisors zu der Einsicht gekommen, dass der König fortan selbständig zu regieren gedachte und verbündeten sich gegen ihn, aber nach einer Phase wenig koordinierter Kampfhandlungen ließ Heinrich II. erkennen, dass er Philipp gegen ernsthafte Gefährdung durch die Koalition in Schutz nehmen würde. Dennoch dauerte es lange, bis das feindliche Bündnis zerbrach: Zuerst schieden Tedbald von Blois und der Erzbischof von Reims aus, aber es bedurfte noch jahrelanger, intensiver Mühen besonders der Königin Elisabeth, ehe im Juli 1185 der Friede auch mit Flandern erreicht war: Das Abkommen von Boves bei Amiens bestätigte nicht nur Philipps Anwartschaft auf das Artois, sondern sprach ihm auch die Stadt Amiens nebst 65 Burgen im Vermandois zu, so dass er gestärkt aus der ersten, kritischen Phase seiner Regierung hervorging.
Als langfristig vorteilhaft für den französischen König erwies sich die offene Rivalität in der Familie Heinrichs II. von England, dessen Söhne als Feinde des Vaters und auch gegeneinander auszuspielem waren. 1187 eröffnete Philipp II. dem englischen Thronfolger Richard Löwenherz seine Absprache mit Heinrich II., wonach Philipps Halb-Schwester Alix Richards Bruder Johann heiraten und dem Paar der gesamte angevinische Festlandsbesitz außer der Normandie als Mitgift übergeben werden sollte. Damit hätte Richard einen erheblichen Teil seines kontinentalen Erbes verloren. Da Alix aus der Ehe Ludwigs VII. mit Eleonore von Aquitanien stammte, der späteren Gemahlin Heinrichs II. und Mutter beider englischer Königssöhne, vermutete Richard ein weitgreifendes Komplott und verbündete sich mit Philipp II. Gleichzeitig gab es diplomatische Kontakte des französischen Königs zum Kaiser, um die seit 1180 wieder offene Feindschaft zwischen dem staufischen Haus und den WELFEN samt ihrem englischen Verbündeten zu nutzen. Anläßlich eines Treffens mit FRIEDRICH I. bei Ivois und Mouzon an der Maas erreichte Philipp ein Bündnis, das für Jahrzehnte eine Konstante der europäischen Politik bleiben sollte.
Dass es dennoch nicht zu einer für Philipp unvorteilhaft klaren Lage der Allianzen - hier STAUFER und KAPETINGER, dort WELFEN und PLANTAGENET - kam, war vornehmlich seiner Annäherung an Richard Löwenherz zu danken. Damit gelang es, die Uneinigkeit desangevinischen Königshauses zu erhalten und gelegentlich auf so spektakuläre Höhe zu treiben wie im November 1188 beim Treffen von Bonmoulins. Dort huldigte Richard in Gegenwart seines überraschten Vaters Philipp II. für die Normandie, das Poitou, Anjou, Maine, Berry und Toulousain, erkannte ihn damit als seinen persönlichen Oberherrn an und führte, zumindest lehnrechtlich, eine Teilung des angevinischen Reiches zwischen England und dem Kontinent herbei. Als Philipp die Gelegenheit nutzte und Teile der Tourraine eroberte, konnte er den schon schwerkranken Heinrich II. am 4. Juli 1189 zum Vertrag von Azay-le-Rideau zwingen, in dem auch der regierende englische König die traditionelle Lehnsoberhoheit des Königs von Frankreich über den Festlandsbesitz anerkannte. Zwei Tage später starb Heinrich II. und wurde im Kloster Fontevraud beigesetzt, das die ANJOU-PLANTAGENET seit seiner Gründung durch Robert von Arbrissel zu Anfang des Jahrhunderts stets gefördert hatten.
Die Konferenz von Azay-le-Rideau gehört schon in die Vorbereitungsphase des Kreuzzuges, den beide Könige dort gelobt hatten. Papst und westliche Christenheit waren tief beunruhigt, seit ein vom König von Jerusalem, Guido von Lusignan, geführtes Heer am 4. Juli 1187 bei Hattin in Galiläa durch Saladin eine vernichtende Niederlage erlitten hatte, die den Verlust Jerusalems und das Ende der ersten Kreuzfahrerherrschaft im Heiligen Land eingeleitet hatte. Die Verpflichtung der Könige war angesichts der Popularität des geplanten Unternehmens offensichtlich, andererseits galt es, die notwendigen politischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Nach dem Tod Heinrichs II. mußte Philipp Vereibarungen mit Richard Löwenherz treffen, den er als König von England, Herzog der Normandie und Aquitaniens anerkannte; außerdem aber war die Regentschaft in Frankreich zu regeln nebst einer Verwaltungsordnung für die Zeit der Abwesennheit. Im übrigen durften die beiden Könige nur gemeinsam gehen, damit dem Zurückbleibenden keine Vorteile entstanden. Unter solchen Voraussetzungen kann es nicht überraschen, dass erst der 4. Juli 1190 den Aufbruch Phiipps II. aus Vezelay in Burgund sah, begleitet von Richard Löwenherz, der am 3. September 1189 in London zum König von England gekrönt worden war und seitdem gleichberechtigt auftreten konnte. Philipp II. und Richard I. durften den Kreuzzug als ihre Sache ansehen, weil Kaiser FRIEDRICH I. am 10. Juni 1190 als Führer des römisch-deutschen Heeres in Kleinasien tödlich verunglückt war.
Für die Regentschaft hatte Philipp umsichtige Verfügungen getroffen. Seine Mutter Adela und ihr Bruder, Erzbischof Wilhelm von Reims, saßen einem Rat vor, der aus Großen der königlichen Kurie bestand, aber nicht unmittelbar über den Kronschatz verfügen durfte. Dieser war vielmehr den Templern zur Verwaltung anvertraut, und dreimal jährlich sollten Boten den König über den Stand des Reiches und seiner Finanzen unterrichten. Wie sehr Philipp daran gelegen war, die Zügel wieder selbst zu führen, zeigte er im Juli 1191 nach dem Fall Akkons, indem er den Kreuzzug nun für erfolgreich erklärte und gegen alle kritischen Einwände sofort abreiste. Im Dezember schon war er wieder in Paris. Er wäre allein damit Richard Löwenherz zuvorgekommen, aber der Vorteil vergrößerte sich noch. Der englische König war bis in den Oktober 1192 im Heiligen Land geblieben und anschließend durch Schiffbruch gezwungen worden, einen Teil des Rückweges über Land durch römisch-deutsches Reichsgebiet zu nehmen. Das war nicht ungefährlich, weil Richard den BABENBERGER Herzog von Österreich vor Akkon schwer beleidigt hatte und nun mit Recht Vergeltung fürchtete. Er reiste deshalb inkognito, wurde aber von Ministerialen des Herzogs erkannt. Dieser hielt ihn fest und lieferte ihn schließlich an Kaiser HEINRICH VI. aus. Als wertvolles politisches Faustpfand blieb der englische König bis 1194 in Gefangenschaft, denn auf seinem Weg nach Frankreich hatte Philipp II. den Kaiser in Mailand getroffen und das staufisch-kapetingische Bündnis erneuert.
Während dieser Zeit führte der französische König intensive Verhandlungen mit Richards Bruder. Johann war bald bereit, Philipp II. zu huldigen und das normannische Gebiet rechts der Seine als Bestandteil der königlichen Domäne anzuerkennen, also faktisch abzutreten, aber seine Mutter Eleonore kämpfte gemeinsam mit den Erzbischöfen von Canterbury und Rouen für die ungeschmälerten Rechte Richards und der englischen Krone. So führten Philipps Initiativen kaum zu positiven Resultaten und belasteten außerdem seine Beziehungen zu HEINRICH VI., weil ein kapetingisch-angevinischer Ausgleich die staufische Allianz mit dem französischen König entwerten mußte. Wenn der Kaiser Richard im Februar 1194 freiließ, war das eine erste Reaktion auf die angebahnte neue Konstellation.
Als im Mai der erwartete Krieg zwischen Philipp und Richard Löwenherz ausbrach, hatte das Ereignis kaum Folgen für die Haltung HEINRICHS VI. In militärgeschichtlicher Hinsicht aber ist bemerkenswert, dass nun auf beiden Seiten erstmals und in der Folge regelmäßig in nennenswertem Umfang Soldtruppen eingesetzt wurden, eine höchst wirksame, aber exzeptionelle teuere Formation, die ihre jeweiligen Herren dem Zwang aussetzte, laufend die nötigen Mittel bereitzustellen, um die anspruchsvolle Truppe regelmäßig zu befriedigen. Wenn die Grandes Chroniques de France melden, dass Philipp der Kriegskasse höchste Priorität zubilligte, so zeigt das einerseits den Wandel der Wehrverfassung, der seine Auswirkungen auf die staatliche Verwaltungsstruktur hatte, zum anderen weist es auf die mittlerweile erreichte Bedeutung der Geldwirtschaft hin, die solche Veränderungen erst erlaubte.
Auch auf englischer Seite wurden erhebliche Ressourcen eingesetzt. So baute Richard oberhalb des Seinebogens bei Les Andelys das Chateau Gaillard, eine der modernsten europäischen Wehranlagen des Jahrhunderts, errichtet mit großem materiellen Aufwand als Teil eines umfangreichen Befestigungssystems zum Schutz der Normandie. Es ergab sich eine erbitterte Auseinandersetzung, bei der beiden Seiten die Bedeutung von Sieg oder Niederlage immer klarer geworden sein dürfte. In schwieriger Lage mußte Philipp II. im Januar 1199 Friedensverhandlungen beginnen und am Ende schwere Verluste hinnehmen: Nicht nur waren alle seine mittlerweile besetzten Positionen in der Normandie und im Vexin wieder zu räumen, es wurden auch langfristige Zugeständniss erwartet, indem der französische Thronfolger Ludwig die Tochter König Alfons' VIII. von Kastilien heiraten sollte, des Schwagers und damals engen Verbündeten des englischen Königs. Das war als Friedens- und Bündnissicherung im Sinne der PLANTAGENET nicht abwegig gedacht, denn niemand konnte voraussehen, dass "Blanche de Castille" als früh verwitwete Königin von Frankreich gegen eine starke Opposition französischer Großer energisch, klug und erfolgreich zugunsten der Rechte ihres Sohnes, des späteren Königs Ludwig IX., einzutreten und den Erwerb des Languedoc für die Krone einleiten würde.
Auch ein weiteres damals vereinbartes Ansinnen betraf Grundlagen der bisherigen kapetingischen Außenpolitk: Philipp sollte die angestrebte Kaiserkrönung des WELFEN OTTO IV. unterstützen und damit gegen die verbündeten Staufer in den seit der Doppelwahl von 1198 tobenden deutschen Thronstreit eingreifen. Nur ein Zufall enthob den französischen König seiner Last: der überraschende Tod Richards Löwenherz, der im März 1199 vor der Burg Chalus, die er gegen den Vizegrafen von Limoges belagerte, verwundet wurde und an den Folgen starb. Da Richard keine Nachkommen hatte, lag der nächste Anspruch auf die Krone bei seinem Bruder Johann, aber auch Arthur von Bretagne bewarb sich, indem er Rechte als Sohn Gottfrieds geltend machte, des 1186 verstorbenen nächstjüngeren Bruders Richards. Das alte Leitmotiv des Hauses PLANTAGENET erklang aufs neue.
Sogleich bemühte sich Philipp um das Vertrauen Arthurs, holte ihn an seinen Hof und erreichte sogar eine förmliche Huldigung, die freilich erst dann voll wirksam geworden wäre, wenn Arthurs Ansprüche über die Bretagne hinaus weithin, vor allem in England, anerkannt worden wären. Dieser Erfolg aber blieb aus, denn England und die Normandie wandten sich Johann zu, der am 27. Mai in London gekrönt wurde. Dennoch ließ Philipp seinen Verbündeten nicht fallen und suchte durch Angriffe in der Normandie und in der Grafschaft Maine die nicht unumstrittene Herrschaft König Johanns zu belasten, als eine päpstliche Intervention ihn zwang, am 22. Mai einen Waffenstillstand zu vereinbaren.
Ansatzpunkt für Innocenz III. waren die Eheverhältnisse des Königs von Frankreich, dessen Handlungsweise dem Kirchenrecht hohnsprach und seit Jahren Aufsehen erregt hatte. 1193 war es Philipp gelungen, König Knut VI. von Dänemark für ein Bündnis gegen das angevinische Reich zu gewinnen; Kräfte, die von der dänischen Seemacht in der Auseinandersetzung mit der insularen Basis des Gegners zu entfalten waren, mußten für den französischen König Grund genug sein, sich ihrer mit allen Mitteln zu versichern. Deshalb sollte Knuts Schwester Ingeborg zur Befestigung des Bundes Philipps Gemahlin werden, und am 15. August 1193 fand in der Kathedrale von Amiens die Trauung statt. Von Anfang an aber war diese Ehe durch eine unverhohlen zur Schau gestellte Abneigung des Königs gegen seine Frau belastet, die ihrerseits jeden Gedanken an Scheidung von sich wies und auf den Rechten einer Königin von Frankreich bestand. Als Philipp sie dennoch vom Hof entfernen ließ, appellierte Ingeborg an den den Papst. Der König hingegen heiratete trotz erdrückender Rechtsbedenken Coelstins III. und der Öffentlichkeit wegen seiner nach wie vor bestehenden Ehe im Juni 1196 Agnes von Meran.
Nach dem Tode des Papstes aber handelte sein Nachfolger Innozenz III. sofort. Anders als sein Vorgänger setzte er schon im Januar 1198, nur wenige Tage nach seiner Wahl, das schärfste kirchliche Rechtsmittel gegen Philipp II. ein und verkündete das Interdikt über die gesamte französische Monarchie, verbot also die Spendung der Sakramente, alle gottesdienstlichen Handlungen und das krichliche Begräbnis so lange, wie der König sich unkanonisch verhalten würde. Gestützt auf Teile seines Episkopats widersetzte sich Philipp zunächst, mußte im September 1198 aber einlenken und versprach, seinen Fall einem Konzil vorzulegen, dessen Entscheidung er in jedem Falle anerkennen würde. Als die Versammlung endlich, im Mai 1201, in Soissons zusammentrat, stellte sich bald heraus, dass es kaum positive Stimmen für Philipp geben würde; der König holte deshalb, um einer förmlichen Verurteilung zuvorzukommen, Ingeborgan den Hof zurück, und als Agnes von Meran wenige Wochen später starb, waren die Rechtsgründe für eine künftige päpstliche Pression entfallen.
Der mit Johann bereits am 22. Mai 1200 in Le Goulet nahe Evreux geschlossene Friede hatte Philipp II. wichtige Zugeständnisse gebracht, darunter die förmliche Huldigung des englischen Königs für den Festlandsbesitz des Hauses PLANTAGENET. Philipp trat damit in die ihm von Rechts wegen zustehende Rolle des Oberlehnsherrn ein und er nutzte sie auf völlig neue Weise, sobald die Lösung seiner Ehefrage im Umfeld des Konzils von Tours ihm dazu freie Hand gab.
Im Sommer 1200 hatte Johann Isabella von Angouleme geheiratet und damit einen heftigen Streit ausgelöst, denn die Erbin der Grafschaft war Hugo von Lusignan versprochen, Repräsentant der vornehmsten Familie des Poitou und Vasall Johanns. Die LUSIGNAN klagten wegen Entführung der Braut und schöpften den Rechtsgang aus, indem sie sich an den von Johann soeben anerkannten Oberlehnsherrn wandten. Philipp II. wurde Herr des Verfahrens und zog den Prozeß an sein Hofgericht, das alsbald ein Versäumnisurteil erließ, weil der englische König selbstverständlich alle Ladungen nach Paris ignoriert hatte. Das Urteil erkannte Johann seine französischen Lehen insgesamt ab und war als juristischer Endpunkt eines politischen Prozesses dem Verfahren ähnlich, das Kaiser FRIEDRICH I. gegen Heinrich den Löwen geführt und 1179/80 mit dessen Sturz als Herzog von Sachsen und Bayern beendet hatte. Sofort nach dem Urteilsspruch huldigte Arthur Philipp für die Bretagne, Anjou, Maine und trat die Normandie faktisch ab, indem er sie als Bestandteil der französischen Krondomäne anerkannte.
Damit wurde der folgende Angriff Philipps II. zur Exekution eines ordentlichen Gerichtsurteils gegen einen rechtskräftig verurteilten Vasallen und formal vom Odium des Eroberungskrieges befreit. Auf dem Hoftag von Mantes wies der König am 22. August 1203 einen päpstlichen Vermittlungsversuch mit dem bisher unerhörten Argument zurück, dass der Papst in Lehnssachen keinerlei Kompetenz und Zuständigkeit habe. Der im Juni 1202 eröffnete Krieg ging weiter, obwohl Arthur im Poitou gefangengenommen und in Rouen eingekerkert wurde. Philipp eroberte das Anjou und die Touraine, bevor er sich gegen die Normandie wandte; im April 1203 fiel Chateau Gaillard nach achtmonatiger Belagerung und mit ihm die Normandie. Rouen kapitulierte am 24. Juni; bereits im April war Arthur dort gestorben, wahrscheinlich als Opfer eines von Johann befohlenen Mordes. Das nach Süden gewandte Heer des Königs nahm am 10. August Poitiers. Am 13. Oktober 1206 verzichtete Johann im Waffenstillstand von Thouars auf allen Besitz nördlich der Loire.
Der politische und militärische Erfolg Philipps war beachtlich, aber schon mittelfristig ungesichert. Das zeigte sich, als König PHILIPP VON SCHWABEN am 21. Juni 1208 in Bamberg ermordet und das staufisch-kapetingische Bündnis damit gegenstandslos wurde. Als neues Gewicht gegen die Verbindung Johanns mit OTTO IV. hätte Philipp gern Herzog Heinrich von Brabant als Nachfolger des STAUFERS gesehen, aber nicht nur dessen Anhang erkannte OTTO IV. an, sondern auch Papst Innozenz III. auf der Suche nach Kompensation der staufischen Macht in Sizilien. Erst 1212 bot der Aufstieg FRIEDRICHS II. dem französischen König neue Möglichkeiten, die seine Gegner aber militärisch zerschlagen wollten.
OTTO IV., Sohn Heinrichs des Löwen und seit 1209 Kaiser des Römischen Reiches, war als 7-jähriges Kind 1182 mit dem Vater ins englische Exil gegangen, hatte sich eng an Richard Löwenherz angeschlossen und war von ihm zum Grafen von Poitou gemacht worden. Als er gegen die Erwartungen des Papstes auf die Linie der staufischen Italienpolitik einschwenkte, begann Innozenz III. FRIEDRICH zu fördern, so dass sich die alte europäische Bündniskonstellation wieder anbahnte. Sie wurde schließlich Realität, als der französische Thronfolger Ludwig sich am 19. November 1211 mit dem STAUFER traf. Fortan waren die Anhänger OTTOS IV. Verbündete Johanns, während Philipp II. auf die staufische Partei rechnen konnte. Eine Entscheidung des welfisch-staufischen Thronstreits war damit fest an die Entscheidung zwischen Johann und Philipp, England und Frankreich, gebunden.
Schon im April 1213 bereitete Philipp eine Invasion Englands vor, scheiterte mit seinen Plänen freilich am Widerspruch des Papstes. Ein gutes Jahr später sammelte sich die Allianz der Gegner zu einem großangelegten Angriff, dessen Ziele der bretonische Kapellan Philipps, Wilhelm, überliefert hat. Demnach ging es um nichts Geringeres als um die Vernichtung des kapetingischen Königtums und seines Reiches; Philipp sollte beseitigt und die Krondomäne zwischen den Alliierten aufgeteilt werden. Um das zu erreichen, führte der Bruder Johanns, Wilhelm von Salisbury, ein starkes Heer ins Feld, während OTTO IV. nur wenige westfälische und niederrheinische Kontingente beibrachte und auf die bewährten Aufgebote der geistlichen Herren ganz verzichten mußte, weil Innozenz III. dem Klerus zur Loyalität gegenüber FRIEDRICH II. verpflichtet hatte. Am 27. Juli 1214 trafen die Armeen bei Bouvines in der Nähe von Lille aufeinander, und in einer der denkwürdigsten Schlachten des Mittelalters befreite sich Philipp durch einen glanzenden Sieg  nicht nur von der angevinischen Last, sondern entschied auch den deutschen Thronstreit. Der König von Frankreich sandte den erbeuteten Reichsadler an seinen Bundesgenosen FRIEDRICH II., nachdem er dem Wappentier die Schwingen hatte brechen lassen. Im Vertrag von Chinon verzichtete Johann nochmals ausdrücklich auf allen Besitz nördlich der Loire. Das angevinische Reich existierte nicht mehr.
Der Erfolg war dauerhaft und er konnte es vor allem deshalb sein, weil militärische Überlegenheit auf zähe Konsolidierungsarbeit mehrerer Herrschergenerationen bauen konnte. Eine in personalen Beziehungen und unmittelbarer persönlicher Erfahrung lebende Gesellschaft hatte ein ihr angemessenes Rechtsbewußtsein entwickelt, dem täglich praktizierte Gewohnheit die Norm verbindlicher vorgab als ein Gesetz. Wer die Norm ändern wollte, mußte bei der Gewohnheit beginnen.
Philipp II. ließ die auf Lehnsrecht basierenden Urteile seines Hofgerichts aufzeichnen und als us et coutume de France definieren; mit dem königlichen Sanktionsbereich dehnte sich auch diese coutume aus, zersetzte durch tägliche Praxis regionale Eigentümlichkeiten und minderte die Stellung des Adels, dessen autogene Rechte anhaltend bestritten wurden, damit "Adel" nur noch im Bezug auf den König sinnvoll blieb. Längst war das Lehnsrecht dadurch instrumentalisiert, dass dem Vasallen zwar das Abschließen mehrerer Lehnsverträge möglich blieb, einer der Herren aber das homagium ligium beanspruchen durfte, den alleinigen Anspruch auf Heeresfolge. Dieser eine Herr wurde der König, der zudem die Praxis des Geldlehens ausbaute, weil er dabei auf die Übertragung eines Dienstgutes verzichten konnte.
Zentrale Bedeutung für Verwaltung und Mehrung dieser Rechte hatte das Hofgericht, weil dessen Urteile die Grundlage für Regierungshandlungen selbst dann bilden konnten, wenn sie so entscheidend in die große Politik eingriffen wie im Prozeß gegen König Johann. Im übrigen bemühte sich der König auch dort präsent zu zeigen, wo er nicht persönlich erscheinen konnte, indem er Baillis im Norden und Senechaux südlich der Loire einsetzte, die als seine Vertreter die öffentlichen Rechte in festen Amtsbezirken so effektiv handhabten, dass er im ganzen Reich ohne Delegation an eingesessene Adlige auskam: "Sanktionsbereich" der  Monarchie und ihr "Legitimationsbereich" begannen deckungsgleich zu werden; die Domäne dehnte sich auf das ganze regnum Francorum aus.
Wachsende Schriftlichkeit der königlichen Verwaltung ist an absoluter Zahl der Urkunden meßbar, die nun die Kanzlei verließen, deren Leistungskraft es Philipp erlaubte, keine Empfängerausfertigungen mehr zu akzeptieren. Das nach äußeren Merkmalen und sprachlicher Form umständlich gestaltete Diplom älteren Stils wich immer häufiger dem durch kleines Geschäftssiegel beglaubigten Mandat, das den Willen des Königs knapp und unverblümt zum Ausdruck brachte. Jede Vereinbarung Philipps wurde schriftlich festgehalten, und umgekehrt verlangte er von jedem schriftliche Beweismittel für sein Anliegen; jede ligische Huldigung wurde beurkundet und das Schriftstück im Archiv abgelegt. Neben der Sammlung von Originalurkunden führte das Archiv auch Register, sowohl im Sinne der älteren Kopialbücher als auch (und das war neu) zum Zweck einer jederzeit nutzbaren Dienstunterlage für Kanzlei und Gericht.
Diese Verwaltung trieb nicht nur das Geld ein, mit dem  der König seine Herrschaft stärkte; in erster Linie verursachte sie selbst hohe Kosten, die durch Strafgelder, Sondersteuern, Wegnahme jüdischer Vermögen, peage auf Straßen mit königlichem Geleitrecht und königliche Gewinnbeteiligung an Märkten gedeckt werden mußten. Eine reine Agrarwirtschaft hätte abschöpfbare Erträge dieser Art nicht bringen können; Handel, Gewerbe und Geldumlauf mußten zusammenwirken, damit der König 1202/03 im Zusammnehang mit der Vorbereitung des Feldzuges persönliche Dienstleistungen der Städter durch Geldzahlungen ersetzen lassen konnte. Der Kampf mit dem englischen Königen war über das politisch-militärische Feld hinaus zur Konkurrenz der Wirtschaftskraft zweier Reiche geworden: Derjenige König, der die Ressourcen seines Herrschaftsgebietes effektiver nutzte, mußte die größeren Erfolgschancen haben. Seit 1180 schlugen die Champagnemessen in diesem Sinne zu Buche, denn sie gewannen fortan auch als Finanzplätze an Bedeutung, als Drehscheibe des stärker werdenden Austauschs zwischen Nord und Süd, zwischen den großen, dichtbevölkerten Wirtschaftsräumen Flanderns, N-Frankreich, N-Italiens und des westlichen Reichsgebiets.
Politische, administrative und wirtschaftliche Veränderungen wirkten auf die Gesellschaft der Zeit, vor allem auf den Adel, der in den häufigen Kriegen nicht nur steigende Kosten für die technisch verbesserte Ausrüstung des Panzerreiters aufbringen mußte, sondern auch die Gefahren des Einsatzes zu tragen hatte. In dieser Hinsicht waren Söldner wenig entlastend, weil adliges Selbstverständnis die Bereitschaft zum Kampf forderte; im übrigen war der hochprofessionalisierte Soldritter eine ernstzunehmende Konkurrenz auf dem ureigensten Legitimationsfeld der Aristokratie. Diese wurde damit trotz fortwährend erlittener Unbill durch des Königs Verwaltung an diesen herangeführt, weil letztlich nur er den Sonderstatus garantierte. Dabei gab es freilich Unterschiede zwischen dem Norden und den Gebieten südlich der Loire, denn im Süden war das Lehnsrecht mit allen seinen gesellschaftlichen Folgen weniger ausgeprägt und die aus dem römischen Recht überkommene Testierfreiheit des Erblassers hatte vielfach Realteilung des auf des diese Weise schrumpfenden Familiengutes zur Folge. Der höhere Adel freilich und erst recht das Haus der Grafen von Toulouse hatten längst die Primogenitur eingeführt, aber insgesamt war die Gesellschaft des Südens mehr vom kleinen Allodialbesitz geprägt; sie kannte das Lehnswesen, aber es bestimmte die Lebensordnung nicht so stark wie in den Gebieten nördlich der Loire. Man war weniger feudalisiert, das aber hieß auch: weniger militarisiert als das Land des Königs. Darüber hinaus unterschied sich der okzitanische Süden durch sein Verhältnis zu Kirche und Klerus von der französischen Monarchie.
Seit dem 11. Jahrhundert hatte die Kirchenreform nicht nur Kathedralkapitel, Stifte und Klöster erfaßt, sondern in weiten Teilen der westlichen Christenheit auch den niederen Weltklerus mit ihren Forderungen nach Regeltreue, kanonischem Leben und spiritueller Erneuerung erreicht. Somit wurde einer scharfen Kritik an Amtsführung und Lebensweise der Geistlichen zumindest in dieser Hinsicht weniger Angriffsfläche geboten, und die Erwartungen der Gläubigen standen in einem nicht so krassen Mißverhältnis zur Wirklichkeit. Das Bild war freilich von regionalen Unterschieden geprägt, und für das Herrschaftsgebiet der Grafen von Toulouse galt, dass ein von der Reform weitgehend unberührt gebliebener Klerus mehr und mehr die Fähigkeit verloren hatte, den Forderungen nach apostolisch vorbildlicher Lebensführung zu genügen.
Die so entstandene Lücke füllte eine Gemeinschaft aus, die sich seit Anfang des 12. Jahrhunderts auch in anderen Ländern der westlichen Christenheit ausbreitete und sich für die wahre Kirche Christi hielt. Armut, tägliches gemeinsames Brotbrechen statt der Messe, Handauflegung statt der Taufe, gleichberechtigtes Mitwirken von Frauen auf allen Stufen der Hierarchie verbanden sich als Lebensform mit einer radikal dualistischen Lehre, die das Wirken des Bösen in der Welt nicht mit komplizierter christlicher Argumentation als partielle Abwesenheit des Guten in einer dem Schöpfer auf menschliche Freiheit angelegten Welt erklärte, sondern aus dem Kampf zweier gleichberechtigter Prinzipien, in dem der Gläubige nur durch Lösung seiner Seele aus dem Gefängnis des Körpers Rettung finden könne. Jede Zeugung bereite einer reinen Seele neue Gefangenschaft in der vom Bösen erschaffenen Welt.
Seit 1163 ist für diese ihrer Dognatik nach nicht mehr christliche Glaubensgemeinschaft der Name "Katharer" belegt, möglicherweise aus dem Griechischen "die reinen, abgeleitet und zur Grundlage der deutschen Bezeichnung "Ketzer" geworden. Hinsichtlich der Verbreitung dieser Religion schwanken die Schätzungen für den okzitanischen Süden  mit dem Zentrum Albi (daher "Albigenser") zwischen einem Viertel und einem Drittel der Bevölkerung; stark war sie jedenfalls in einer Führungsschicht vertreten, die über ihre Opposition gegen eine zehntfordernde Amtskirche hinaus nicht abgeneigt war, sich auch politisch anders zu orientieren, als es die großfränkische Tradition der französischen Monarchie zuließ. War die Oberherrschaft des Königs von Frankreich in seiner Eigenschaft als Nachfolger der KAROLINGER bisher stets im Grundsatz anerkannt worden, so verdichteten sich jetzt Beziehungen zum Haus BARCELONA-ARAGON in Richtung auf die Bildung eines pyrenäenübergreifenden Reichsverbandes.
Das konnte Philipp II. nicht hinnehmen. Er beteiligte sich wegen seiner Kämpfe mit Johann von England zwar nicht persönlich am Kreuzzug gegen den Grafen Raimund von Toulouse, welchen Papst Innozenz III. 1208 als Freund der Katharer angeklagt hatte, aber er erklärte immerhin, dass er die Güter Raimunds einziehen werde, sobald dieser der Häresie überführt sei. In den folgendne Jahren eroberten die hauptsächlich aus der Ile-de-France stammenden Kreuzfahrer unter Führung Simons von Montfort fast die gesamte Grafschaft Toulouse und konnten am 13. September 1213 die Heere König Peters II. von Aragon, Graf Raimund VI. von Toulouse und des Grafen von Comminges bei Muret vernichtend schlagen. Als Simon von Montfort Anfang 1218 vor Toulouse fiel und sein Sohn Amalrich in der Folgezeit die politischen und militärischen Qualitäten seines Vaters entschieden vermissen ließ, kam der Zeitpunkt für den Zugriff der französischen Krone. 1222 schickte Philipp ein Heer in den Süden, erkrankte aber schon im September dieses Jahres und starb am 14. Juli 1223.
Unter den französischen Königen des Mittelalters gehört Philipp II., den schon Zeitgenossen seit der Schlacht bei Bouvines als Mehrer des Reiches würdigten und deshalb mit dem Beinamen "Augustus" schmückten, neben Philipp IV. und Ludwig XI. zu den großen Gestalten einer nationalen Geschichte, die weit über das Mittelalter hinaus von der Monarchie und den Monarchen bestimmt worden ist. Politisch, militärisch und diplomatisch gleichermaßen begabt, hat er Frankreich geformt, indem er es aus der angevinischen Bedrohung führte, die eroberten Länder mit der unter seiner Leitung administrativ weitgehend erschlossene Krondomäne integrierend verband und schließlich den Grund für die Ausdehnung bis zum Mittelmeer legte.