Sohn des Herrn Balian
I. von Sidon aus dem Hause
GARNIER und
der Margarethe von Brienne
Julians Geliebte war Isabella Ibelin († 1282), Witwe des Königs Hugo II. von Zypern.
Mayer, Hans Eberhard: Seite 242-244
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“Geschichte der Kreuzzüge”
Der immer mehr verarmende Adel des Heiligen Landes
sah
sich gezwungen, den Orden Burg um Burg, Herrschaft um Herrschaft
auszuliefern.
In den Jahren 1253-1261 verkaufte er immer mehr an die Orden, vor allem
an den Deutschen Orden im Schufgebirge, bis er schließlich sein
ganzes
restliches Lehen einschließlich der Burg Beaufort im
Litaniknie
an die Templer gab, nachdem die Mongolen 1260 Sidon verwüstet
hatten.
Sowohl Julian von Sidon wie Johann von Jaffa trennten
sich nach 1260 von ihren Frauen aus kleinarmenischen Königshaus
(dem
mongolischen Hauptverbündeten) oder diese sich von ihnen.
Allerdings
wollte man auf keinen Fall die Mongolen provozieren, dazu hatte man vor
ihnen zu viel Angst.
Im Jahre 1261 gewährte er seinem Vetter Johann II.
von Ibelin-Beirut ein Schuldscheindarlehen über 16.000
Byzantiner,
wovon er sich 10.000 Byzantiner bei den Johannitern borgen mußte.
Runciman, Steven: Seite 1086,1103,1122
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"Geschichte der Kreuzzüge"
1260
Die einsichtigeren Franken waren bereit, jede
Herausforderung
zu vermeiden, aber sie konnten ihre Hitzköpfe nicht in Zaum
halten.
Der unverantwortlichste unter den
Baronen war Julian, der Herr
von Sidon und Beaufort, ein großer, stattlicher, aber
ausschweifender und törichter
Mann, der nichts von der feingesponnenen
Intelligenz seines Großvaters
Reinhold besaß. Seine
Verschwendungssucht hatte ihn
bereits genötigt, Sidon an die
Tempelritter zu verpfänden, von denen er riesige Summen Geldes
geliehen
hatte; und seine heftige Wesensart hatte ihn in einen Streit mit seinen
Halbonkel Philipp von Tyros verwickelt. Er hatte eine der Töchter
König
Hethums geheiratet; aber sein Schwiegervater
besaß keinen
Einfluß auf ihn. Die Kriege zwischen Mongolen und Muselmanen
schienen
ihm eine gute Gelegenheit zu bieten, um von Beaufort aus einen Raubzug
in die fruchtbare Beka'a zu unternehmen. Aber Kitbukha
gedachte nicht zu dulden, daß die neu errichtete mongolische
Ordnung
von Raubrittern gestört wurde. Er schickte unter einem seiner
Neffen
eine kleine Truppe aus, um die Franken zu strafen. Julian rief
daraufhin
seine Nachbarn zur Hilfe herbei, und sie überfielen den Neffen aus
einem Hinterhalt und erschlugen ihn. Kitbukha
entsandte nunmehr ein größeres Heer, welches nach Sidon
eindrang
und die Stadt verwüstete und ausplünderte.
König Hethum geriet
in Zorn, als er hiervon vernahm, und
gab den Tempelrittern die Schuld, die sich Julians Verluste
zunutze
gemacht hatten, um die Pfänder Sidon und Beaufort für
verfallen zu erklären.
1268
Des Sultans nächstes Ziel war die Burg Beaufort,
welche die Tempelritter kürzlich von Julian von Sidon
übernommen
hatten.
Beim Tode Johanns II.
von Ibelin war die Herrschaft Beirut
auf dessen älteste Tochter,
Königin
Isabella von Zypern, übergegangen, die 1267 zur
jungfräulichen
Witwe wurde. Ihre Jungfräulichkeit war von kurzer Dauer. Ihr
sattsam
bekannter unkeuscher Lebenswandel, besonders ihre Beziehung zu
Julian
von Sidon, beschwor eine päpstliche Bulle herauf, welche sie
eindringlich
ermahnte, sich wieder zu verehelichen.
Prutz Hans: Seite 59
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"Die Ritterorden. Mönche als Kämpfer, Helden,
Abenteurer."
In den mittleren Landschaften finden wir den Orden
später
im Besitze von Sidon, das für ihn mehrfach der Gegenstand von
Tauschgeschäften
gewesen zu sein scheint, 1278 aber von Julian von Sidon zugleich
mit Beirut endgültig an ihn überlassen wurde [2
Röhricht,
Geschichte des Königreiches Jerusalem, Seite 968 und 978.].
oo Euphemia von Armenien, Tochter des
Königs
Hethum
†
Kinder:
Balian II.
† 1277
Margarethe
†
oo Guido II. von Dschebail
† 1282
Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der
Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 242-244 - Prutz Hans: Die
Ritterorden.
Mönche als Kämpfer, Helden, Abenteurer Bechtermünz
Verlag
Berlin 1908 Seite 59 - Runciman, Steven: Geschichte der
Kreuzzüge,
Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite
1086,1103,1122
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