Johann I. von Montfort                   Herr von Tyros und Toron
----------------------------                   Graf di Squillace
um 1242 27.11.1289
 

Sohn des Grafen Philipp I. von Montfort aus seiner 2. Ehe mit der Maria von Armenien, Tochter von Raimund Ruben
 

Thiele, Andreas: Tafel 171
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage"

JOHANN I.
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    1289

Johann I. war Herr zu Toron und Tyrus, Graf di Squillace und ANJOU-Stütze in Neapel.

 1268
  oo MARGARETE, Fürstin von Antiochien, Tochter des Fürsten Heinrich, Herrin zu Tyrus
              1308


Pernoud Regine: Seite 203
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“Frauen zur Zeit der Kreuzzüge”

Zum Zeichen der Aussöhnung gab König Hugo III. Johann von Montfort sogar seine eigene Schwester, Margarete von Antiochia, zur Frau. Margarete war eine ausgezeichnete Schönheit, wenn man dem Verfasser der Gesta des Chiprios, dem Templer von Tyrus, Glauben schenken kann, der bei ihrer Vermählung ihr Page war. Allerdings ist es nicht immer einfach, in solchen Lobeshymnen Objektivität und literarische Konvention auseinanderzuhalten: "Sie war die schönste Dame oder Prinzessin von Outremer zu jener Zeit, vor allem ihr Gesicht war bildschön - und das ist wirklich nicht übertrieben, denn ich habe sie sehr oft gesehen. Ich war einer ihrer vier Diener und bediente sie im ersten Jahr... Sie war dazu eine sehr gute und kluge Frau, freigebig mit Almosen, und sie liebten sich sehr, sie und mein Herr, ihr Gemahl." Margaretes Vermählung mit Johann von Montfort wurde in Nikosia mit großem Pomp gefeiert. König Hugo III. begleitete die beiden anschließend persönlich nach Famagusta, wo sie sich nach Tyrus einschifften. Gleichzeitig schloß er mit seinem neuen Schwager einen Vertrag ab, der den genuesischen Kaufleuten die Rückkehr nach Akkon gestattete.

Runciman, Steven: Seite 1108,1112,1168,1173
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"Geschichte der Kreuzzüge"

1269
Es war Hugo von Antiochia-Lusignan bereits vor seiner Krönung gelungen, den alten Streit zwischen Philipp von Montfort und der Regierung in Akkon beizulegen. Philipps Stolz war durch den Verlust von Toron gedemütigt worden; er war nicht mehr so eifrig darauf aus, auf eigene Faust vorzugehen. Als Hugo vorschlug, seine eigene Schwester Margarethe von Antiochia-Lusignan, das liebreizendste junge Mädchen seiner Generation, solle Philipps älteren Sohn Johann heiraten, nahm Philipp das Angebot mit Freuden an. Dies ermöglichte es Hugo, sich nach Tyros zu begeben, um in der dortigen Kathedrale gekrönt zu werden. Bald darauf heiratete Philipps jüngerer Sohn Humfried die jüngere Tochter Johanns II. von Beirut, Eschiva von Ibelin. Die Aussöhnung zwischen den MONTFORTS und den IBELINS ließ sich leichter erreichen, da die ältere Generation der IBELINS ausgestorben war.
1270
Baibars verhielt sich während des ganzen Sommers 1270 ruhig. Um die Franken jedoch zu schwächen, veranlaßte er, daß einer der führenden Barone, Philipp von Montfort, ermordet wurde. Auf Baibars Ersuchen schickten die Assassinen einen ihrer Fanatiker nach Tyros. Er gab sich dort als ein zum Christentum Übergetretener aus, drang am Sonntag, dem 17. August 1270, in eine Kapelle ein, wo Philipp und sein Sohn Johann sich im Gebet befanden, und fiel plötzlich über sie her. Noch ehe Hilfe herbeikommen konnte, war Philipp tödlich verwundet und lebte gerade noch lange genug, um zu erfahren, daß sein Mörder ergriffen, sein Sohn und Erbe aber wohlbehalten war. Sein Tod war ein schwerer Schlag für Outremer; denn Johann, wenngleich seinem Schwager König Hugo treu ergeben, ermangelte doch seines Vaters Erfahrung und Ansehen.
Isabella von Ibelin heiratete noch zweimal, ehe sie um das Jahr 1282 starb; dann ging Beirut auf ihre jüngere Schwester Eschiva über, die Gattin Humfrieds von Montfort, der ein treuer Freund des Königs war.
Mittlerweile plante Johann von Montfort, der ein treuer Verbündeter der Genuesen war, von Tyros heraufzukommen, um seine Freunde zu rächen (Angehörigen des Familie EMBRIACO). Aber Bohemund erreichte Dschebail vor ihm.
Isabella, die Herrin von Beirut, war kürzlich gestorben, und ihre Stadt war auf ihre Schwester Eschiva, die Gattin Humfrieds von Montfort, übergegangen, der des Herrn von Tyros jüngerer Bruder war. Im Wissen, daß er sich auf die MONTFORTS verlassen konnte, stach Hugo Ende Juli 1283 mit zweien seiner Söhne in See.
Noch ernster für den König war der Tod seines Freundes und Schwagers Johann von Montfort. Johann hinterließ keine Kinder; folglich gestattete der König, daß Tyros auf seinen Bruder und Erben Humfried, den Herrn von Beirut, überging; aber er fügte eine Bestimmung ein, daß er, falls er es wünschte, die Stadt zum Preis von 150 Byzantii für die Krone zurückkaufen könne. Humfried selbst starb jedoch im folgenden Februar. Nach gebührlicher Wartezeit wurde seine Witwe mit Hugos jüngstem Sohn Guido verheiratet, dem sie Beirut mit in die Ehe brachte. Tyros verblieb fürs erste unter der Herrschaft von Johanns Witwe Margarethe.
 
 
 
 

22.9.1268
   oo Margarete Fürstin von Antiochia, Tochter des Prinzen Heinrich
   x   vor 1244 30.1.1308

      Herrin von Tyros
 
 
 
 

Literatur:
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Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 203 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 1108,1112,1168,1173,1175 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage, ein Auszug, R.G. Fischer Verlag 1996 Tafel 171 -