Jakob II. der Bastard                       König von Zypern (1460-1473)
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um 144011.6.1473
                  (7. Juli 1473) Lex des MA
 

Begraben: St. Nikolauskathedrale in Famagusta
 

Illegitimer Sohn des Königs Johann II. von Zypern aus dem Hause POITOU-LUSIGNAN von der Marieta von Patras, die von Königin Helena aus Eifersucht verstümmelt wurde (Nase abgebissen)
 

Thiele, Andreas: Tafel 179 a
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

JAKOB II.
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* 1438/39, 1483

Unehelich, Mutter Marieta de Patras, die von Königin Helene aus Eifersucht verstümmelt wurde: "ohne Nase")

Jakob war schön, stattlich und sorgfältig von der Mutter erzogen worden. Er wurde Diakon, 1452/53 Erzbischof von Nikosia und 1457 apostolischer Protonotar durch die Stiefmutter, um ihn von der Erbfolge auszuschließen. Er mußte zeitweise fliehen, kam 1457 mit Söldnern von Rhodos zurück und ermordete die Mörder seines Schwagers Johann von Coimbra. Er söhnte sich mit dem Vater aus und entging etlichen Anschlägen durch die Stiefmutter und Anhänger der Halbschwester, die er 1458 vorerst anerkannte, um bald darauf ein intrigenreiches Machtspiel gegen sie zu beginnen, unterstützt von Ägypten und sogar den Osmanen, denen eine Frau auf dem Thron zuwider war. Jakob II. wurde 1460/61 König von Zypern, verjagte sie und alle Savoyarden und Franzosen und entledigte sich durch Mord der ägyptischen Söldner, die zur Landplage wurden. Er gewann 1464 mit Venedigs Hilfe Famagusta zurück, bekriegte Ägypten und wurde durch seine Willkür, Frauengeschichten und miesen Günstlinge sehr unbeliebt. Er schlug etliche Verschwörungen brutal-blutig nieder und starb nach einer erhitzenden Jagd an einem Fieber (Gift der Schwester?).

 1472
  oo KATHARINA CORNARO
              1510

Tochter des venezianischen Patriziers aus alter Dogenfamilie MARCO und der Florentina Crispo von Naxos, eine Ehe, durch die sich Cypern ganz in venezianische Abhängigkeit begab, 1473 Regentin, 1474 Königin, mehr nur venezianische Statthalterin und 1487 zur Abdankung gezwungen mit Asolo apanagiert, hält da als Mäzen glanzvoll Hof, beeindruckende Frau.


Mayer, Hans Eberhard: Seite 152,217
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Dazu kam der "königliche Zehnte" und unter Jakob II. die rata, eine 3-jährige Sondersteuer auf alle Nettoeinkünfte (nach den normalen Steuern), für deren Verwaltung eigens das Neue Büro (nouvel ofice) geschaffen wurde.
Jakob II. kam durch eine Revolution, die zum Sturz seiner Halbschwester Charlotte führte, an die Macht, die inneren Auseinandersetzungen wurden immer mörderischer. Die Rückeroberung Famagustas (1464) blieb wirkungslos, da Jakob II. durch seine Heirat mit der venezianischen Patrizierin Katharina Cornaro unter venezianischen Einfluß geriet.

Pernoud Regine: Seite 276-277
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"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"

Jakob der Bastard sah hervorragend aus und glänzte durch seine Intelligenz. Johann II. ließ ihm eine sorgfältige Erzieung zukommen. Helena gelang es zumindest, ihn von der Thronfolge auszuschließen, indem sie ihn zwang, in ein Kloster einzutreten. Bereits mit 17 Jahren wurde er Bischof von Nikosia. Der Chronist Gorgios Bustron bezeichnet ihn nur als den "Apostel", so wie man den Papst und die Bischöfe damals nannte.
Jakob entwickelte jedoch sehr bald Ambitionen und Charaktereigenschafen, die mit einer apostolischen Stellung schwer zu vereinbaren waren.
Zypern befand sich seit der Niederlge bei Khirokitia unter ägyptischer Oberhoheit und hatte gleichzeitig unter dem Joch der Genuesen zu leiden. In Kairo wurde Jakob der Bastard mit dem Ruf begrüßt: "Lang lebe der König!" Er hatte sich geschickt als Anhänger der Sultane und als Feind der zyprischen Machthaber ausgegeben. Es kam zu einem mehr als befremdlichen Schauspiel: Ein Prätendent der Krone kehrte mit einem ägyptischen Geschwader auf die Insel zurück, in Begleitung von mamelukischen Soldaten. Ludwig und Königin Carlotta flohen in die Festung Kyrenia, als sie von Jakobs Ankunft erfuhren. Die Flotte - 80 Galeeren - ging am 18. September 1460 im Hafen von Famagusta vor Anker. Einige Tage später hielt Jakob mit seinen sarazenischen Soldaten Einzug in Nikosia. So wurde aus dem Bastard und Apostel schließlich Jakob II., König von Zypern und Jerusalem. Drei Jahre hielten König Ludwig und Königin Carlotta zusammen mit fast allen französischen Baronen von Rang und Namen in der Festung Kyrenia aus.
Jakob II., ein ausgezeichneter Kämpfer, der unbeirrt und siegessicher seine Ziele verfolgte und in der Wahl seiner Mittel wenig Skrupel hatte, konnte innerhalb von drei Jahren die äußerst heikle Lage klären. Ludwig und Carlotta suchten Beistand bei den Johannitern auf Rhodos, wo, sie mit den höchsten Ehren ampfangen wurden. Nach ihrer Rückkehr fanden sie eine Weile in der Festung Paphlos Zuflucht, die Jakob II. jedoch mühelos einnahm. 1463 fiel ihm auch die Burg Kyrenia in die Hände, nachdem er den Widerstand der Verteidiger gebrochen hatte.
Ein Jahr später, im August 1464, gelang ihm ein Müsterstück, indem er Famagusta zurückeroberte, die Genuesen vertrieb und damit die fast ein Jahrhundert währende Besatzung beendete. Die zypriotische Bevölkerung hatte unter der geneuesichen Herrschaft gelitten, die nur aus Unterdrückung, extremen Lasten und Gewalttaten bestand und den Handel einseitig zugunsten der Genuesen lähmte. Nach diesem Befreiungssschlag waren Jakobs II. Macht und Autorität unumstritten.
Trotz aller Macht und allen Ruhms fühlte sich der König vermutlich unbefriedigt. Er litt unter seiner illegitimen Herkunft und strebte nach einer offiziellen Anerkennung. Was wäre besser dazu geeignet gewesen als eine aussichtsreiche Vermählung und eine feierliche Krönung!
Für ihn - und das ist sehr bezeichnend - waren Krönung und Vermählung eng miteinander verbunden: Eine Königin an seiner Stelle zu haben, würde aus ihm einen König machen. Er wandte sich folglich an die höchste Macht jener Zeit, dem Papst in Rom, denn damals war seine geistliche Macht noch ungebrochen.
"1471 schickte der König den Erzbischof [von Nikosia] nach Rom, um mit dem Papst über seine Krönung zum König von Zypern zu verhandeln, aber auch über seine Heirat mit der Tochter des Despoten von Morea zu sprechen. Der Despot von Morea befand sich zu diesem Zeitpunkt in Rom, in Begleitung des Kardinals von Nikäa. Der Erzbischof wurde vom Papst in Audienz empfangen und überbrachte ihm seine Botschaft, doch alle seine Bemühungen waren fruchtlos. Der Papst wollte in die Krönung des Königs nicht einstimmen, solange die rechtmäßige Erbin noch am Leben war." Jakob II. seinerzeits verzichtete vermutlich auf die geplante Vermählung, denn beide Fragen waren für ihn unzertrennbar miteinander verbunden.
Da der Papst ihm die Unterstützung verweigerte, blieb Jakob II. praktisch keine andere Wahl, als sich an Venedig zu wenden, das sich auf dem Weg zur beherrschenden Vormacht befand. Mit dieser Entscheidung war das Schicksal der Insel Zypern endgültig besiegelt. Das Bündnis mit Venedig wurde durch die junge, bildschöne Caterina Cornaro verkörpert, die 1472 in Begleitung ihres Onkels Andrea nach Zypern kam und in Famagusta "unter großem Jubel" mit Jakob II. vermählt wurde.
Nachdem der König geheiratet hatte, lebte er nur noch ein Jahr. Seitdem er nach Zypern zurückgekehrt war, um König zu werden, regierte er 12 Jahre und 8 Monate, und er starb im Alter von 33 Jahren. Der König mußte seit dem 27. Mai 1473 das Bett hüten; da es ihm immer schlechter ging, ließ er sein Testament aufsetzen: "Wenn mich Gott nach seinem Willen zu sich ruft, soll meine Frau Herrin und Königin von Zypern werden, sie, die jetzt ein Kind erwartet; und wenn sie diesen Erben geboren hat, soll das Kind das Königreich erben." Wenige Tage später, am 11. Juni, starb er und wurde in der St. Nikolauskathedrale in Famagusta in einem prächtigen Marmorsarg beigesetzt.
 
 
 
 

 1472
  oo Katharina Cornaro, Tochter des Marco Cornaro und der Florentinerin Crispo von Naxos
       145410.7.1510
 
 
 
 

Kinder:

  Jakob III.
  28.8.1473 August 1474

Illegitim

  Eugen Prätendent
         nach 1523

  Er war 1509/13 in Padua in Haft und starb als venezianischer Pensionär.

  Charlotte
         um 1469

  oo Sor de Naves Connetable von Zypern
            

  Janus Prätendent
        nach 1533

  Er war 1509/13 in Padua in Haft und starb als venezianischer Pensionär.

  Charla
  14681480 (in Haft)
          Padua

  v oo Alfons von Neapel, Sohn Ferdinands I.
               1510
 
 
 
 

Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 152,217 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 276-277 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 179a -